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Tauchen in Italien

Das Mittelmeer wo es am schönsten ist. Wenn man in Italien weiss wo man ins Wasser hüpft findet man tolle Tauchspots, schöne Wracks und geniale Sichtweiten. Dass die Italiener nicht gerade sorgsam mit Ihrer Natur umgehen ist bekannt, und so gibt es gerade in der Nähe der Häfen und Großstädte eher Tauchgebiete, die man meiden sollte. Ansonsten ist das Tauchen in Italien ein Genuß - wohlorganisiert - und von den unzähligen Tauchbasen aus, die es entlang der Küste gibt.

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Wir waren Mitte September 2018 für 10 Tage auf der Insel Lipari, um uns mal wieder klassische Mittelmeertauchgänge zu gönnen. Dazu bietet das "La Gorgonia Dive Center" nach unserer Erfahrung beste Bedingungen. Die Betreiber sind wirklich sehr freundlich und hilfsbereit. Per email wurden unsere Anfragen im Vorfeld schnell beantwortet und auch eine ruhige, kostengünstige Unterkunft in Laufweite zum Tauch-Center reserviert. Die Einweisung in das „Betriebssystem“ des Tauch-Centers vor Ort klappte, trotz kleiner sprachlicher Hürden, prima. Das Tauch-Center liegt, etwas unscheinbar, am nördlichen kleineren Hafenbecken von Lipari-Stadt. Für die Tauchausfahrten steht ein großes Schlauchboot mit Festrumpf und 300 PS Outboarder zur Verfügung, mit dem alle interessanten Tauchplätze auf Lipari und der Nachbarinsel Vulcano in einer guten viertel Stunde zu erreichen sind. Die Tauchflaschen sind mit 15 Liter üppig dimensioniert und stehen in ausreichender Zahl zur Verfügung. Das Leih-Equipment macht einen sehr guten Eindruck. Bei rechtzeitiger Anmeldung wird auch Nitrox (vorzugsweise 28er Mischung) gereicht. Wenn viele Tauchgäste hier sind – was im September durchaus noch der Fall war – machen Tauchcenter und Boot zunächst einen etwas beengten Eindruck. Wenn sich aber die Gäste diszipliniert an das „Betriebssystem“ halten, klappt Alles problemlos. Dazu muss sich bei der Flaschenausgabe jeder Taucher die Nummer seiner Flasche merken. Auf dieser Basis erfolgen dann Beladung und Einstieg auf das Boot, so dass alle Gäste die zusammen tauchen auch zusammen auf dem Boot sitzen. Die Tauchplätze selbst sollte man in die Kategorie „Mittelmeer Classic“ einordnen, d.h. man darf keine Großfische erwarten. Gelegentlich haben wir ein paar Barrakudas und in den oberen Bereichen an Felsen Schwärme kleinerer Fische gesichtet. Langusten, Muränen und verschiedene Nacktschneckenarten zeigen sich häufig. Die Sichtweiten sind exzellent und die tieferen Tauchplätze punkten mit spektakulären Steilwänden, üppigen Gorgonen und farbintensiven Schwämmen. Auch eine Garnelen-Höhle kann besucht werden. Die Tauchtiefen liegen, insbesondere beim ersten Tauchgang des Tages, allerdings in Bereichen, deren bloße Erwähnung bei gestrengen PADI-Jüngeren Embolien auslösen dürfte. Da sollte man sich schon so auf 40 bis 50 m einrichten. Der zweite und dritte Tauchgang des Tages fallen entsprechen flacher aus. Es wurde stets nur ein Tauchgang je Ausfahrt gemacht, so dass sich ausreichende Oberflächenpausen ergaben. Am meisten beeindruckt hat uns der Tauch-Spot „Punta di Capistello“. Hier liegt in einer Tiefe von 80 m ein Wrack aus vorchristlicher Zeit. Beim Untergang des etwa 20 m langen Schiffes wurde die Landung teilweise über einen flach abfallenden Unterwasserhang verstreut. Und so können heute an dieser Stelle ab einer Tiefe von 40 m über 2000 Jahre alte Amphoren, Ballastgewichte und Ankerfragmente quasi in „natürlicher Umgebung“ betrachtet werden. Unser Tip: dazu auch unbedingt das archäologische Museum auf dem Burgberg von Lipari-Stadt besuchen. Hier ist ein eigener Raum der Unterwasserarchäologie gewidmet und es werden zahlreiche Exponate, die aus dem Wrack geborgen wurden, gezeigt. Auch nähere Informationen über die – leider teilweise tragisch verlaufene – Bergungsaktionen in den 1970er Jahren erhält man hier. Unser Fazit: Prima Service für problemloses und doch spannendes Tauchen bei fairen Preisen. Für „La Gorgonia Diving“ gibt’s daher gerne 5 Sterne!

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