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Traumhaft...

Aubisque
Ich war Anfang/Mitte Juli für zwei Wochen im Norden Sardiniens und habe in dieser Zeit knapp 20 (Boots-)Tauchgänge mit Blu Dive unternommen. Das Boot: Die Tauchplätze (an der Nordküste um das Capo Testa, in der Meerenge, die Korsika von Sardinien trennt - überwiegend in der Nähe der bereits zu Korsila gehörenden Insel Lavezzi - und im Nationalpark La Maddalena) werden mit einem basiseigenen Motorboot angefahren. Die Fahrzeiten sind kurz (zwischen 10 und 30 Minuten), das Boot schnell, mit stabiler Wasserlage und sehr geräumig, die Sitzplätze (maximal 16 inkl. Mannschaft) an Bord komplett überdacht und gut geschützt vor Sonne und Wind. Eine flache Plattform am Heck des Bootes erleichtert den Einstieg ins Wasser, zwei perfekt dimensionierte Leitern den Ausstieg am Ende der Tauchgänge. Ansonsten sorgt eine von den Divemastern an Bord aufmerksam beobachtete Strömungsleine für maximale Sicherheit (hab' ich bei vielen früheren Bootstauchgängen leider ganz anders erlebt). Die Tauchplätze: Die beeindruckende Landschaft der Nordküste Sardiniens, die durch riesige Granitfelsen geprägt ist, setzt sich auch unterwasser fort. Steil abfallende Wände wechseln mit unzähligen kleinen Grotten, flachen Plateaus und ein paar Seegraswiesen ab. In den tieferen Zonen (zwischen 25 und 40m) finden sich ganze Wälder von Gorgonien-Korallen in allen nur denkbaren Farbtönen. Die Meerenge zwischen Korsika und Sardinien ist wegen der starken Strömungen zudem ein Paradies für Zackenbarsche und Barrakudas, denen man hier so nahe kommt wie an keinem anderen Ort des Mittelmeers (auch nicht in Gozo). Ansonsten trifft man auf die typische Mittelmeerfauna: Muränen, Zahnbrassen, Drachenköpfe, Langusten, Hummer usw. - und natürlich Nachtschnecken. Das alles in einem Reichtum, einer Vielfalt und einer Schönheit, wie ich sie im Mittelmeer noch nicht erlebt habe. Die Basis: Der Blu Dive Center liegt an der südlichen Ausfallstraße von Santa Teresa di Gallura etwas versteckt zwischen der örtlichen ENI-Tankstelle und dem Restaurant "Il Giardino". Ich habe am Ankunftstag kurz eingecheckt, den Papierkram erledigt, meine Ausrüstung deponiert und die Tauchgänge für den Folgetag vereinbart. Das Team der Basis sortiert dann alles ein (vorbildlich in Körben, Netzen und auf Bügeln geordnet und beschriftet) und bringt es inkl. fertig montiertem Jacket auf das Boot. Nach den Tauchgängen wird alles zur Basis zurücktransportiert und dort gespült und getrocknet. Full Service sozusagen. Ausrüstung wird auch verliehen. Zur Qualität kann ich nichts sagen, von außen betrachtet sahen die Sachen allerdings hervorragend aus. Die Preiskalkulation habe ich als ziemlich fair empfunden. Gemessen an Aufwand und Kosten, waren die Tauchgänge sehr günstig. Zudem werden bei Wiederholungstauchgängen großzügige Rabatte eingeräumt. Man zahlt übrigens am Ende und zwar bevorzugt in bar. Die Tauchgänge werden wetterbezogen von Tag zu Tag geplant. Grundsätzlich bietet die Basis zwei aufeinanderfolgende Bootstauchgänge am Vormittag (Treffpunkt zwischen 8 Uhr und 8.30 Uhr am Hafen von Santa Teresa, Rückkehr je nach Entfernung des Tauchplatzes zwischen 12 und 13 Uhr, während der Oberflächenpause an Bord gibt es Tee und Kekse), sowie zwei am Nachmittag an. Absprachen konnte ich kurzfristig und zuverlässig per WhatsApp treffen. Englisch ist dabei kein Problem (in Sardinien ist das nicht unbedingt selbstverständlich. Vor dem nächsten Aufenthalt werde ich wohl einen Italienisch-Kurs machen). Das Team, mit dem ich unterwegs war, besteht aus den Eigentümern der Basis, Serenella und Freddie, ihrem Sohn Gabriel, sowie Andrea, Davide und Francesca. Die kennen nicht nur die Tauchplätze in- und auswendig, sondern sind darüber hinaus ungeheuer gastfreundlich, aufmerksam und hilfsbereit. Ich hatte immer das Gefühl, unter Freunden zu tauchen (auch das nicht selbstverständlich) Fazit: Für mich eine der besten Taucherfahrungen der vergangenen Jahre. Absolut empfehlenswert. Muss ich wieder hin.
Wir hatten noch einen gewonnenen Freiflug, den wir letzte Woche kurz vorm Verfallen noch schnell genutzt haben, was uns einige Tauchtage im Norden Sardiniens beim Orca Dive Club beschert hat. Mir hat´s bei der Basis gut gefallen und ich möchte ein paar aktuelle Eindrücke weitergeben: Das in einigen der älteren Berichte erwähnte große Tauchboot existiert nicht mehr, der komplette Tauchbetrieb läuft z.Z. mit dem Zodiac. Das hat zur Folge, das sich wegen recht viel Laufkundschaft, die spontan ins Tauchen reinschnuppern will die Terminplanung für die nette Crew um Alfredo recht anspruchsvoll gestaltet und sich häufiger mal was an den Abfahrtszeiten ändert. Man bekommt dann auch mal abends beim essen eine SMS und muß am nächsten Tag etwas eher oder später als zuerst geplant antanzen, aber im Großen und Ganzen haben sie es gut im Griff, weil alle mit viel Herzblut dabei und auch nach anstrengenden Tagen mit bis zu 4 Tauchgängen immer gut gelaunt bleiben. Die einheimische Stammbesetzung wird in dieser Saison von der schweizer Tauchlehrerin Patricia unterstützt, die dann auch Ansprechpartner für deutschsprachige Gäste ist und vom ersten Mailkontakt weg wurden wir von ihr sehr nett mit Rat und Tat unterstützt. Auch bei den Tauchausfahrten selbst läuft es meist trotz bunt gemischter Tauchgruppen erstaunlich geschmeidig ab. Alfredo ist extrem erfahren und kennt sein Revier bestens und die Tauchgänge haben alle sehr viel Spaß gemacht, seien es nahegelegene Plätze mit nur 5 - 10 Minuten Anfahrt, wie `Monte Regalo´ oder `La Balena´ oder Halbtagesausflüge mit 2 Tauchgängen zu den Lavezzi-Inseln bei Korsika (mit dem legendären Zacki-Platz `Merouville´) oder dem Nationalpark Maddalena-Archipel. Cool fand ich die obligatorischen 15l-Flaschen, die zumindest mich auch bei etwas tieferen Tauchgängen von jeglichen `Luftsorgen´ befreiten und Nitrox ist trotz kleinem Aufpreis sehr empfehlenwert. Wichtig ist guter Sonnenschutz - stundenlang bei großer Hitze auf dem offenen Zodiac sitzen ist vielleicht nicht unbedingt jedermann´s Sache, aber genau wie das Umziehen auf dem Gehsteig und duschen am Kai werte ich das als `rustikalen Charme´ und ist halb so schlimm. Draußen muß man wenigstens nicht wie bei Aufenthalt im Basisgebäude z.Z. wegen Covid eine Schutzmaske tragen. Eigentlich auch auf dem Boot, zumindest bis der Fahrtwind anzieht. Schön fanden wir, daß wenige Meter neben der Basis eine nette Hafenbar zum Apres-Dive einlädt wo man mit sympathischen Tauchbuddys noch eine Weile fachsimpeln kann. Noch zwei letzte Tipps: Das von Patricia wegen der relativen Nähe zur Basis empfohlene Hotel Majore ist o.k. - falls man mal zu früh los muß, um das Frühstück zu nutzen, kann man sich auch ein kleines `Breakfast to Go´ mitgeben lassen. Und für Leute wie uns, die in Olbia ankommen und kein Fahrzeug mieten kann man sich von der Basis einen zwar immer noch nicht billigen, aber deutlich günstigeren Taxitransfer (85,-) vermitteln lassen. Linienbus geht aber auch. Wie gesagt war es eine schöne Woche und wir können uns gut vorstellen, mal wieder zu kommen (dann wohl eher nach der Hauptsaison und mit eigenem Auto), zumal die Insel landschaftlich ja auch traumhaft schön ist und die Abrechnung am Ende sehr fair war... Daumen hoch - wer es sowieso etwas mehr `Old School´ mag, kann gleich noch einen 5. Stern dazurechnen.
Im Juni 2021 waren wir zu zweit für 12 Nächte bei Capo Galera Diving untergebracht und haben dort insgesamt 22 Tauchgänge absolviert. Die Unterkunft war in einwandfreiem und sehr sauberem Zustand. Sie liegt sehr exponiert direkt am Kap und bietet neben absoluter Ruhe einen wirklich tollen Ausblick auf das Meer. Die die tolle Landschaft und das kristallklare Wasser in der Hausbucht haben wir genauso genossen, wie die Abende auf der äußerst großzügigen Terrasse. Direkt an die Unterkunft ist die Tauchbasis angeschlossen, womit kurze Wege garantiert sind. Das gesamte Team der Tauchbasis ist hervorragend gut eingespielt, sehr hilfsbereit und geht auf den jeweiligen Kenntnisstand der Taucher ein. Damit ist gewährleistet, dass sowohl Anfänger, Wiedereinsteiger oder professionelle Taucher auf ihre Kosten kommen. Die gesamte Tauchbasis einschließlich der dazugehörenden Leihausrüstungen sind in einem vorzüglich gepflegten Zustand. Der Tauchbetrieb ist bestens organisiert und strukturiert, ohne dass Hektik aufkommt. Die Tauchgänge bieten selbst für erfahrene Taucher viel Überraschendes und Spektakuläres. Was die Diversität und das Aufkommen von Flora und Fauna anbelangt, haben mich die Tauchgänge in den überwiegend flachen Gewässern sehr positiv überrascht. Jagende Tunas und Zahnbrassen, große Zackenbarsche, Conger, Muränen, Barrakudas, Hummer, Bärenkrebse und viele Fischschwärme sowie eine regelrechte Farbexplosion an den Wänden und Felsen mit Schwämmen, Krustenanemonen, Edelkorallen usw. machen die Tauchgänge zu einem Erlebnis. Das Tauchen in den Cavernen wird dem Ausbildungs- und Erfahrungsstand angepasst und ist unbedingt zu empfehlen. Auch die Hausbucht eignet sich hervorragend für Tauchgänge, wenn man einmal nicht mit den Boot rausfahren möchte. Wer um das Kap taucht, kann auch dort z.B. Barrakudas oder Conger bestaunen. Das „Gesamtpaket“ Capo Galera Diving eignet sich perfekt für einen erholsamen Urlaub und kann von uns uneingeschränkt empfohlen werden.
Ich wer Mitte September 2020 im Südosten Sardiniens, ein echter Geheimtipp! Ich habe schon einiges im Mittelmehr gesehen (Vis in Kroatien, Mallorca, Malta/Gozo, Portofino, Sizilien, Zakynthos, Griechenland Festland, Montenegro, Bosnien, Nizza), und das Marineschutzgebiet Capo Carbonara gehört zum Besten bisher. Sowohl Tauchgebiet, Basis und auch das Dorf Villasimius, alles top. September ist ein idealer Reisemonat, die grosse Masse der Urlauber ist weg, Luft ist nicht mehr so heiss, und Wasser angenehm 26C bis auf 30m (darunter nur 20C), Sicht top. Neben schöner Topographie gab es Hunderte Nacktschnecken, schöne Gorgonien, und pro Tauchgang 5-10 grosse Zackis, sowie Drachenköpfe, Muränen etc. Zusätzlich hatten wir zweimal eine grosse Barrakudaschule mit ca 100 Fischen. + Sehr nettes Team, geleitet durch Margarita und Simone (beide sprechen Italienisch und Englisch, aber kein Deutsch) + Super durchorganisiert, keine Wartezeiten, sehr speditiv + Standard 15l Stahl für alle (ausser man will eine kleinere Flasche), Einzel- oder Doppelabgänge, meist ziemlich genau auf 200 bar gefüllt. + Schnelles Zodiac mit 225PS, und einer guten Leiter. Etwas wenig Schatten, sonst sehr gut. + Preise sehr kompetitiv (80 EUR für 2 Tank Ausfahrt, inklusive Ausrüstung, bei eigener Ausrüstung gibt es kein Nachlass) + Tauchgänge meist 50-60min, ein wenig Deko wird toleriert und auch eingeplant. - Basisgebäude ist etwas ausserhalb des Dorfs und des Hafens, d.h. man kann nach dem Tauchgang nicht einfach gemütlich ein Dekobier nehmen, sondern muss dann immer schauen, ob man sich im nächsten Hotel trifft, oder später in der Stadt etc. Ein echter Geheimtipp, den ich eher per Zufall entdeckte, aber sicher mal wieder hingehe.
Nachdem be meine Frau wegen Gehirnerschütterung erstmal Tauchpause angesagt war, und wir beim Schnorcheln nicht viele Flossenträger sichten konnten, wollte ich eigentlich auf Tauchen in Sardinien verzichten. Aber als wir den Wegweiser sahen, wollten wir uns die Tauchbasis doch mal ansehen. Der Empfang war freundlich und das Team machte den typischen Eindruck der motivierten Tauchführer: die Klamotten waren schon etwas abgetragen aber die Ausrüstung war Tiptop. Es gab gleich einen guten Draht. Da mit Fischeguggen nicht viel los war wurde uns das nahegelegene Wrack "Nasello" angeboten, ausserdem wollte man erst einmal eine Gruppe "Techies" an einer Grotte absetzen. Der Preis war in Ordnung und für ein kleinen Zuschlag für Benzin und Gummibootabnutzung konnte man auch Madame einen Platz zum Schnorcheln anbieten. Am nächsten Morgen ging es mit frisch desinfiziertem Leihmaterial in einem Leiferwagen zum Hafen. Das RIB war auch nicht mehr ganz neu aber kein Seelenverkäufer. Der Motor startete einwandfrei. Unterwegs konnte eine der Guides mich doch überzeugen, einmal in den Eingang der Grotte mitzugehen. Warum nicht, Grottenschnuppertauchgang. Ging auch ganz gut, hinter dem Eingang der Grotte waren zwei teils luftgefüllte Hohlräume. Weiter wollten wir nicht gehen. Dann ein Tauchgang zum Wrack der "Nasello", einem zum Küstenwachschiff umgebauten Frachter. Da hatten wir etwas wenige Bodenzeit (man wollte vor den anderen Team an der Grotte sein). In meinen Augen etwas mehr für 'Techies', aber 'Normalos' aller Niveaus werden ebenso freundlich empfangen. https://www.bluforia.com/
Im September, wenn die Hauptsaison gerade vorbei, die Bürgersteige aber noch nicht ganz hochgeklappt sind, ist eine besonders schöne Zeit am Mittelmeer. Das Wasser ist nach dem Sommer schön warm (jedenfalls auf den ersten Metern…), der Wind bläst nur manchmal etwas heftiger und die Bedingungen sind insgesamt sehr gut. Santa Teresa die Gallura ist ein nettes, ziemlich verwinkeltes Örtchen ganz an der Nordspitze von Sardinien. Die Orca-Basis liegt im Hafen, es sind nur 12 Schritte bis zum Anleger. Getaucht wird (wurde bei unserem Besuch) ausschließlich vom Zodiac aus, die Ausfahrten sind überwiegend kurz, bis Korsika (Lavezzi) sind es auch schon mal knappe 20 Minuten. Es gibt eine Ausfahrt morgens - Treffpunkt ist meist sehr urlaubskompatibel um 9:00 Uhr - und eine am Nachmittag. Manchmal werden Doppelpacks angeboten, z.B. wenn es Richtung Korsika geht. Der Basisbetrieb ist gut organisiert. Basisleiter Alfredo (ein alter Hase im allerallerbesten Sinne - so wohltuend!) und sein italienisch-deutsches Team haben alles erstklassig im Griff. Großes Dankeschön an alle! Tom als erster Ansprechpartner für die deutschsprachigen Taucher/innen hat es vorbildlich verstanden, sich auf die unterschiedlichen Bedürfnisse seiner Gäste einzustellen, stets den richtigen Ton getroffen und war dabei immer gut gelaunt und zugewandt. Das Platzangebot in der Basis ist nicht übertrieben großzügig, daran hat man sich schnell gewöhnt. Wer seine Gerätschaften partout nicht selber zum Boot und zurücktragen oder mit der Sackkarre fahren will, kann sich betüdeln lassen und zusehen, wie die Crew das erledigt (Geschmacksache…). Wir hatten unseren Kram dabei - soweit zu beurteilen, sah die Leihausrüstung sehr ordentlich, teilweise ganz neu, aus. Die Wassertemperatur lag unterhalb der Sprungschicht bei 17 Grad, da fand ich 7mm mit Unterzieher gerade eben ausreichend, habe aber manchmal meinen Trocki herbeigewünscht. An der Basis gibt es Nitrox, das war für uns (wesentliches) Auswahlkriterium. Leider ist das ja am Mittelmeer immer noch alles andere als selbstverständlich. Meist geht es nicht tiefer hinab als 35-40 Meter, aber die Grundzeiten sind so, dass wir mit der Kombination Nitrox/Luftprogramm so manche Minute am Dekoseil verbracht haben. Die Tauchgänge werden alle geführt. Das hat uns zunächst erstaunt - nach den ersten TG waren wir aber froh, uns in der sehr beeindruckenden (!) aber teils doch auch arg verwirrenden Unterwasserlandschaft nicht eigenständig orientieren zu müssen. Wir hätten die meisten Höhleneingänge usw. sicher nicht selber gefunden. Großes Lob für die durchdachte Gruppenzusammenstellung - bestimmt nicht immer einfach, die Erfahrungsunterschiede im sehr bunt gemischten Publikum zu berücksichtigen, aber das hat vorbildlich geklappt. Zu sehen ist vor allem Landschaft mit vielen tollen Felsformationen, Überhängen, kleineren Höhlen mit Edelkorallen u.ä.. Zum Fischegucken sind dann die TG bei Lavezzi (Naturschutzgebiet vor Korsika) geeignet. Dort warten reichlich zutrauliche Zackis und allerlei anderes Getier. Fazit: Wir hatten richtig schöne 14 Tage an einem attraktiven Mittelmeerziel mit 10 Tauchgängen auf einer total empfehlenswerten Orca-Basis.

Traumhaft...

Aubisque
Ich war Anfang/Mitte Juli für zwei Wochen im Norden Sardiniens und habe in dieser Zeit knapp 20 (Boots-)Tauchgänge mit Blu Dive unternommen. Das Boot: Die Tauchplätze (an der Nordküste um das Capo Testa, in der Meerenge, die Korsika von Sardinien trennt - überwiegend in der Nähe der bereits zu Korsila gehörenden Insel Lavezzi - und im Nationalpark La Maddalena) werden mit einem basiseigenen Motorboot angefahren. Die Fahrzeiten sind kurz (zwischen 10 und 30 Minuten), das Boot schnell, mit stabiler Wasserlage und sehr geräumig, die Sitzplätze (maximal 16 inkl. Mannschaft) an Bord komplett überdacht und gut geschützt vor Sonne und Wind. Eine flache Plattform am Heck des Bootes erleichtert den Einstieg ins Wasser, zwei perfekt dimensionierte Leitern den Ausstieg am Ende der Tauchgänge. Ansonsten sorgt eine von den Divemastern an Bord aufmerksam beobachtete Strömungsleine für maximale Sicherheit (hab' ich bei vielen früheren Bootstauchgängen leider ganz anders erlebt). Die Tauchplätze: Die beeindruckende Landschaft der Nordküste Sardiniens, die durch riesige Granitfelsen geprägt ist, setzt sich auch unterwasser fort. Steil abfallende Wände wechseln mit unzähligen kleinen Grotten, flachen Plateaus und ein paar Seegraswiesen ab. In den tieferen Zonen (zwischen 25 und 40m) finden sich ganze Wälder von Gorgonien-Korallen in allen nur denkbaren Farbtönen. Die Meerenge zwischen Korsika und Sardinien ist wegen der starken Strömungen zudem ein Paradies für Zackenbarsche und Barrakudas, denen man hier so nahe kommt wie an keinem anderen Ort des Mittelmeers (auch nicht in Gozo). Ansonsten trifft man auf die typische Mittelmeerfauna: Muränen, Zahnbrassen, Drachenköpfe, Langusten, Hummer usw. - und natürlich Nachtschnecken. Das alles in einem Reichtum, einer Vielfalt und einer Schönheit, wie ich sie im Mittelmeer noch nicht erlebt habe. Die Basis: Der Blu Dive Center liegt an der südlichen Ausfallstraße von Santa Teresa di Gallura etwas versteckt zwischen der örtlichen ENI-Tankstelle und dem Restaurant "Il Giardino". Ich habe am Ankunftstag kurz eingecheckt, den Papierkram erledigt, meine Ausrüstung deponiert und die Tauchgänge für den Folgetag vereinbart. Das Team der Basis sortiert dann alles ein (vorbildlich in Körben, Netzen und auf Bügeln geordnet und beschriftet) und bringt es inkl. fertig montiertem Jacket auf das Boot. Nach den Tauchgängen wird alles zur Basis zurücktransportiert und dort gespült und getrocknet. Full Service sozusagen. Ausrüstung wird auch verliehen. Zur Qualität kann ich nichts sagen, von außen betrachtet sahen die Sachen allerdings hervorragend aus. Die Preiskalkulation habe ich als ziemlich fair empfunden. Gemessen an Aufwand und Kosten, waren die Tauchgänge sehr günstig. Zudem werden bei Wiederholungstauchgängen großzügige Rabatte eingeräumt. Man zahlt übrigens am Ende und zwar bevorzugt in bar. Die Tauchgänge werden wetterbezogen von Tag zu Tag geplant. Grundsätzlich bietet die Basis zwei aufeinanderfolgende Bootstauchgänge am Vormittag (Treffpunkt zwischen 8 Uhr und 8.30 Uhr am Hafen von Santa Teresa, Rückkehr je nach Entfernung des Tauchplatzes zwischen 12 und 13 Uhr, während der Oberflächenpause an Bord gibt es Tee und Kekse), sowie zwei am Nachmittag an. Absprachen konnte ich kurzfristig und zuverlässig per WhatsApp treffen. Englisch ist dabei kein Problem (in Sardinien ist das nicht unbedingt selbstverständlich. Vor dem nächsten Aufenthalt werde ich wohl einen Italienisch-Kurs machen). Das Team, mit dem ich unterwegs war, besteht aus den Eigentümern der Basis, Serenella und Freddie, ihrem Sohn Gabriel, sowie Andrea, Davide und Francesca. Die kennen nicht nur die Tauchplätze in- und auswendig, sondern sind darüber hinaus ungeheuer gastfreundlich, aufmerksam und hilfsbereit. Ich hatte immer das Gefühl, unter Freunden zu tauchen (auch das nicht selbstverständlich) Fazit: Für mich eine der besten Taucherfahrungen der vergangenen Jahre. Absolut empfehlenswert. Muss ich wieder hin.

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