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Tauchen im Sudan

„Port Sudan“, dieser Name klingt schon nach Abenteuer und Geschichte. Und tatsächlich ist das Tauchen vor dem Sudan kein komfortables Honigschlecken. Neben den Überresten der ehemaligen Unterwasserstation „Précontinent“ von Jacques Cousteau vor Port Sudan, sind es vor allem die hier startenden Livaboardtouren, die zahlreiche Fans unter den Tauchern gefunden haben.

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Wir ankerten hier auf der Westseite. Die langgezogene Insel im tiefen Süden des Suakin-Archipels hat ein Plateau mit einem fantastischen Korallengarten auf der Nordseite. Die Strömung kam hier etwas aus Südwest und so sprangen wir vom Zodiak an der Riffwand der Nordseite ab und betauchten das abfallende Plateau. Nach einem kleinen Sandlandschaft, das ein Zuhause einer standorttreuen Barrakudaschule ist, erhebt sich mittig eine kleine Hügellandschaft mit kleinen Höhlen. Auch hier sahen wir wieder viele Peitschenkorallen, die wie Kerzen auf einer Torte standen. Ein großer Zackenbarsch flüchtete in seine Höhle. Die Chance auf ein Zacki-Foto! Wir versteckten uns im Strömungsschatten und warteten vor der Höhle. Vielleicht lässt sich der große Zackenbarsch ja noch einmal blicken. Kamera in Position, eingestellt und warten. Der dicke Zackenbarsch kam nicht heraus, aber ein Weißspitzenriffhai! Oh Schreck! Das Plateau fällt hinter der Hügellandschaft weiter bis auf 35m bis 40m ab, um dann in der „Unendlichkeit“ zu versinken. Bei unserem Tauchgang war die Strömung von der Plateauspitze etwas stärker, so dass ein Betauchen und von dort der Blick ins Blauwasser nicht möglich war. Mit der Strömung ließen wir uns wieder zum fantastischen Korallengarten Richtung Hauptriff treiben. Große Rotmaulzackenbarsche suchten Zuflucht in den mit kleinen Höhlen durchzogenen Garten. Schwärme von Schwarztupfen-Süßlippen, Zweifarben-Chromis und anderen Riffbarschen fesseln hier den Blick über den „Garten Eden“. Gemütlich ließen wir uns mit der leichten Strömung an der Nordostseite entlang treiben, bis die Reserve im Tank erreicht war. Hier wurde auch ein Bogenstirn-Hammerhai gesichtet und eine Schildkröte beobachtet. Ein Betreten der Insel war nicht möglich, da wir keinen Zugang fanden, der tief genug war, dass wir mit dem Zodiak über das Riffdach fahren konnten. Nach dem Checken der Strömung mussten wir leider auch auf einen Nachttauchgang verzichten. Sicherheit geht vor! Also wurde das Dekobier bei Sonnenuntergang geöffnet.
Dahrat Abid (Dahart Abida) Ganz weit im Süden des Suakin-Archipels liegt die kleine Insel Dahrat Abid. Der südlichste Punkt unserer Deep-South-Route. Bis zur Grenze Eritreas sind es jetzt gerade mal 30 km Luftlinie. Dahrat Abid ist eine langgezogene Insel mit dem typischen Buschwerk, auf der Nordspitze liegen zwei erkennbare Wracks. Informationen über die Wracks liegen nicht vor, es soll sich aber um ein Motorschiff und ein Rettungsboot handeln. Die Insel ist ein Brutplatz für die hiesigen Vögel und viele, noch in flauschige Daunen gekleidete Jungvögel nahmen beim Betreten der Insel Reißaus. Sie wurden bewacht von ihren über der Insel kreisenden Eltern. Wir tauchten hier am Südwestplateau, ein breites Plateau das in 15 m beginnt und auf 30 m abfällt. Hier fanden wir eine bunte Korallenlandschaft aus Hart- und Weichkorallen vor. Rote Peitschenkorallen ragen ins Blau und die leichte Strömung (Süd-Nord) ließ Zeit, dass Plateau zu erkunden. Ein Blick ins Blau sollte hier auf alle Fälle erfolgen, auch wenn in unserem Tauchgang die große Hammerhaischule in der Tiefe verborgen blieb, so begegneten wir unserem ersten Seidenhai, unter Tauchern auch als Silky bezeichnet. Wunderschöne, elegante Tiere, deren Haut im Sonnenlicht silbern glänzt. Die farbenfrohen Riffwände, wir folgen der sonnenbeschienenen Ostseite, sind voll mit buntem Leben, Makrelenschwärmen und tausenden Goldstreifen-Füsilier im Blauwasser, sodass man seine Buddys nicht mehr sah.
Vom 26.2.-5.3.18 war ich auf der Dominator auf der Best of Sudan Tour unterwegs. Gebucht hatte ich direkt bei Seawolf und wurde auch gleich mit allen notwendigen Infos versorgt. Um Kosten zu sparen, beantragte ich mein Visum selbst in Berlin. Prompt wurden die Visumgebühren von 40 auf 60 € erhöht. Den Flug habe ich selbst online gebucht und bin über Dubai nach Port Sudan geflogen. Flug: Schon sehr lang und die Wartezeiten in Dubai sind schon sehr nervig, aber man überlebt es! Ankunft / Transfer: In Port Sudan wurden wir von einem Seawolfmitarbeiter empfangen, der alles erledigte. Die Pässe wurden für die Registrierung eingesammelt und wir bekamen sie am Ende der Safari zurück. Das Gepäck hat etwas gedauert (ein quitschendes Gepäckband) und die Toiletten sollte man nicht aufsuchen. (Weder bei Ankunft noch bei Abflug! ) Am Bus bekamen wir eine Wasserflasche in die Hand und unser Gepäck wurde verladen, Fahrtzeit zum Hafen ca 20 min. Ankunft Boot: Mit Willkommenstrunk empfingen uns unsere Guides auf der Dominator und hießen uns herzlich willkommen. Per 12 min Video wurden wir auf Tagesablauf, Sicherheit, Notfallplan und allen Besonderheiten informiert. Kabinen waren sauber, freundlich und groß genug. Ein paar mehr Haken in der Kabine wären nicht schlecht. Tauchen: Da wir nur eine kleinere Gruppe waren und auch in zwei Gruppen getaucht wurde, war sehr viel Platz auf dem Tauchdeck. Briefings (deutsch/ englisch) waren sehr professionell, sowie die Betreuung über und unter Wasser unserer Guides Kiro und Aziz! Tauchen war immer auf Sicherheit ausgerichtet, sehr locker und entspannt. Das Tauchen im Sudan ist allerdings absolut nichts für Anfänger! Man sollte sich gut mit seinem Tauchcomputer auskennen und auch in der Lage sein, bei ungeplanten Dekotauchgängen nicht in Panik zu verfallen. Strömungserfahrung sollte man auch mitbringen und der Umgang mit Riffhaken sollte bekannt sein. Riffe: ein absoluter Traum, auch was Großfisch anging. Die große Hammerhaischule vom Jumna Riff ist fantastisch und bleibt unvergessen. Shaab Rumi ist ein traumhaftes Riff und selbst beim 4. Tauchgang immer noch ein Erlebnis. Auf den Leuchtturm von Sanganeb muss man rauf und den Blick über das Riff genießen. Umbria muss man gesehen haben! Die Tour ist wirklich eine absolute Best of Tour! Essen: Abwechslungsreich Buffets. Ägyptisches Frühstück und BBQ unter Sternehimmel als Besonderheit, Truthahn und Torte als Abschluss. Das Beste aber waren die Sudanesischen Kaffeeabende von unseren Sudanesischen Seemännern. Schön auch mal ein bisschen sudanesische Gewohnheiten kennenzulernen und auch die vielen Informationen über das Land und seinen Traditionen. Shopping in Port Sudan: Mit Tuk TukTaxis ging es in Kolone in die Stadt. Durch die Straßen, über die Märkte ging es zum Cafe trinken und auf eine Shisha durch Port Sudan. Unser Sudanesischer Stadtführer und mit Guide konnten wir Kaffeekannen, Gewürze, Kaffee …. Als kleine Mitbringsel einkaufen. Toll, dass unserer Guidin alles in sudanesische Pfund vorstreckte und wir es in Euro bezahlen konnten. Tolles Angebot von Seawolf für ein kleines Geld (5 € für Kaffe, Shisha, Taxi und Reiseführer) . Eine tolle Tour, Sicherheit wurde trotz kulantem Tauchen groß geschrieben, professionelle Crew, familiäres Klima auf dem Boot!
Wir waren vom 16-26.03.2018 mit der Dominator im Süden des Sudan unterwegs. Die Erwartungen waren hoch und sie wurden mehr als erfüllt. Aber nun der Reihe nach. Buchung, Anreise, Rückreise: Gebucht habe ich die Reise über Reisecenter Federsee. Alles Notwendige wurde seitens Reisecenter und Seawolf Safari bestens organisiert. So wurden sogar die Einreisekarten welche im Flugzeug verteilt werden seitens Seawolf bereits vorausgefüllt und am Flughafen in Port Sudan vor der Passkontrolle von einem Mitarbeiter überreicht. Man muss sich um nichts kümmern. Toller Service. Das genaue Prozedere ist auf der Internetseite von Seawolf Safari ausführlich beschrieben. Du bekommst die ganzen Infos aber auch noch vom Reisecenter Federsee zugesendet. Die Anreise erfolgte bei mir ab München nach Dubai mit Emirates, von Dubai nach Port Sudan mit Fly Dubai. Untergebracht war ich in der Holzklasse. Wer es sich leisten kann, sollte besonders wegen des Weiterflugs mit Fly Dubai über die Businessclass nachdenken. Nach dem guten Service bei Emirates ist der Weiterflug mit Fly Dubai ein echter Abstieg. Ist eben eine Billigflugairline. Bedeutet minimaler Sitzabstand, Essen und Getränke nur gegen Bezahlung. Auf dem Hinflug ist es auch kein großes Problem, aber der Rückflug erfolgt über Karthoum und die Flugzeit nach Dubai verdoppelt sich somit. Gut, es gibt schlimmeres, aber ich habe die Gäste in der Businessclass schon beneidet. Aber insgesamt klappte die An- und Abreise reibungslos und ich kann diese Verbindung empfehlen. Das Schiff und die Crew: Die Dominator ist ein schickes Safariboot. Platz ist auch in den Unterdeckkabinen für Leute ohne große Ansprüche und natürlich safarigerechtem schmalen Gepäck genügend vorhanden. Eine separate Nasszelle für jede Kabine ist Standard. Das wichtigste: Es war sauber. Die Crew macht hier einen guten Job. Verbesserungswürdig wären allerdings die Ablagemöglichkeiten und Anzahl der Kleiderhaken in den Kabinen. Dafür könnte ich auf den großen Spiegel in der mitte der Kabinenwand gerne verzichten. Sonnenanbeter und Schattensuchende werden an Bord ebenfalls nicht zu kurz kommen. Hier war auf den Decks genügend Platz vorhanden. Das Tauchdeck ist großzügig und da man ja in Gruppen tauchen geht gibt es kein Gedränge. Für Foto und Videoausrüstung gibt es Ablagen. Wenn mehrere Fotografen mit großen Ausrüstungen an Bord sind, könnte es mit den Ablagen etwas knapp werden. Aber da findet die Crew sicher eine passende Lösung. Möglichkeiten zum Laden der Akkus sind auf dem Tauchdeck genügend vorhanden. Die Stimmung an Bord ist untrennbar mit gutem Essen verbunden. Und da hat die Dominator mit Aswany und Abdahl einen großen Trumpf in der Hand. Was unsere Smutjes alles in Ihrer Kombüse gezaubert haben ließ das Neopren schneller schrumpfen als einem lieb war. Kurzum, die Verpflegung an Bord ist hervorragend. Genauso hervorragend ist die Crew selbst. Ich hatte bisher noch nirgends eine solch aufmerksame und hilfsbereite Crew wie auf diesem Boot. Egal ob im Servicebereich, auf dem Tauchdeck, im Zodiak oder sonst wo. Die haben immer gesehen wo etwas zu tun ist, wo man kurz mit anpacken muss, wo etwas aufzufüllen, zu entsorgen ist. Weiter so!!! Tauchbetrieb: Die Tauchgänge auf der Tour sind meistens sehr tief. Entsprechend schnell ist man an der Nullzeitgrenze. Nitrox ist an Bord vorhanden, kostet zwar Aufpreis, sollte meines Erachtens auf jeden Fall zugebucht werden. Es finden je nach Tauchplatz, Wetter und Strömungsverhältnissen täglich drei Tauchgänge statt. Nachttauchgänge gab es auf unserer Tour ebenfalls drei. Meistens gab es einen Early morning, einen weiteren am späten Morgen sowie einen Nachmittagstauchgang. Getaucht wird in zwei Gruppen. Je nach Tauchplatz, Wetterbedingungen und Strömungsverhältnissen von der Tauchplattform , oder wie in den meisten Fällen vom Zodiak aus. Nach dem Tauchen wird man wieder vom Zodiak aufgesammelt, oder wenn es die Bedingungen zulassen taucht man direkt am Boot auf. Ein Tip noch am Rande. Bevor einen das Zodiak aufnimmt wird die Ausrüstung abgelegt und an Bord gehievt. Da das für die Crew ohnehin schon Schwerstarbeit ist, werden vorher die Bleigurte und Bleitaschen separat hochgegeben. Nach Rückkehr zum Boot liegen dann je nach Belegung 22 Satz Bleitaschen auf dem Tauchdeck. Wenn jetzt einige Taucher gleiche Bleitaschen haben, eventuell auch noch die gleiche Bleimenge, wird es u.U. schwierig seine Eigenen zu finden. Deshalb ist es geschickt wenn man diese Bleitaschen z.B mit einem farbigen Kabelband kennzeichnet. Tauchgebiet: Ein ernst gemeinter Hinweis. Das Tauchgebiet auf dieser Tour ist nichts für Anfänger. Strömungen sind bisweilen heftig, auch Abwärtsströmungen kommen vor. Tauchen an Steilwänden ohne „Boden“, Blauwasseraufstiege, Drifttauchgänge, Dekotauchgänge, all das sollte einem keine Schwierigkeiten bereiten. Dekotauchgänge sind zwar offiziell nicht durchzuführen, lassen sich aber manchmal aufgrund der Tauchbedingungen nicht vermeiden. Das bedeutet gleichzeitig dass jeder seinen Tauchcomputer und dessen Anzeigen für diesen Fall aus dem FF kennen sollte. Unsere Tour führte uns von Port Sudan aus in den tiefen Süden. Dies ist nur bei guten Wetterbedingungen möglich. Wer diese Tour bucht muss sich im Klaren sein dass bei schwierigen Wetterbedingungen der tiefe Süden nicht angefahren werden kann. Uns war das Wetterglück hold und so konnten wir die Plätze bis runter nach Habili Abida anfahren. Begleitet wurden wir auf den Fahrten zu den Riffen oftmals von Delfinen, welche sich einen Spaß daraus machten die Bugwelle unseres Bootes zu reiten. Was für eine Show. Die Riffe selbst waren in einem guten Zustand. Weich und Hartkorallen zeigten sich in allen Formen und Farben. Der Fischreichtum war enorm. Wolken von Fahnenbarschen bevölkern die Riffwände. Schwärme von Doktorfischen, Makrelen und Barakudas zogen vorbei oder umkreisten die Taucher. Große Barsche, Napoleonlippfische, Büffelkopfpapageienfische gaben sich die Ehre. Aber der wahre Grund solch eine Tour mitzumachen ist die Chance auf Großfisch. Und Neptun hat es wahrlich gut mit uns gemeint. Schon am zweiten Tag hatten wir einen Manta, Seidenhaie und eine kleine Gruppe Hammerhaie welche sich aber nicht so recht traute näherzukommen. Überhaupt. Ich war überrascht wie scheu sich vor allem die grauen Riffhaie zeigten. Keiner der sich mal auf einen Meter näherte. Für mich als Fotografen eher suboptimal. Die Hoffnung lag also auf den Seidenhaien welche normalerweise recht nahe kommen. Doch nur einer traute sich mal näher zu uns. Meistens blieben auch sie auf Abstand. Die Anzahl der Seidenhaie war leider nicht sehr groß. Die haben allerdings auch erst etwas später Hochsaison. Aktuell Hochsaison hatten aber die Bogenstirnhammerhaie. Und wir wurden nicht enttäuscht. Jumna. Dieser Tauchplatz wird für immer in meinem Gedächtnis bleiben. Ich tauche schon viele Jahre, habe auch schon viel gesehen und tolle Erlebnisse gehabt. Aber von einer Schule Hammerhaie mit ca. 100 Tieren mehrere Minuten umkreist zu werden, das hat alles bisher erlebte getoppt. Ein Wahnsinnserlebnis und unsere Gruppe mittendrin. Weitere Begegnungen mit diesen eleganten Räubern hatten wir auch noch bei Shaab Rumi. Da gehen die Begegnungen mit den vielen Weißspitzenriffhaien, grauen Riffhaien einem Silberspitzenhai und vereinzelten Seidenhaien unverdientermaßen fast unter. Weitere Highlights dieser Tour waren das toll bewachsene Wrack der Umbria sowie Jacques-Yves Cousteaus Precontinent II. Insgesamt wurden meine Erwartungen voll erfüllt. Man muß natürlich auch darauf hinweisen daß das Meer kein Aquarium ist. Die Gruppe nach uns hatte mit den Hammerhaien kein Glück. Trotzdem würde ich diese Tour jederzeit wieder durchführen. Ein Wehrmutstropfen bleibt zum Schluß. Dass man im Sudan noch viel vor die Maske bekommt scheint sich herumzusprechen. Entsprechend steigt die Zahl der dort operierenden Boote von Jahr zu Jahr an. Es bleibt zu hoffen dass sich die Ägyptische Geschichte des Roten Meeres im nicht Sudan wiederholt. Auch wir lagen einmal mit vier Booten an einem Tauchplatz, hatten aber das Glück dass nicht alle gemeinsam Unterwasser waren. Nur eine Gruppe begegnete uns. Aber die hatte es in sich. Unterwasserrambos, Wingjackets zum zerbersten gefüllt (total überbleit), teilweise im Riff liegend, einfach Leute welche für meinen Geschmack nicht diesen Sport ausüben sollten. Und deren Guides wars egal. Nach uns die Sintflut. Geschichte scheint sich leider doch zu wiederholen.
Mit großen Erwartungen ging ich in die Deep South Safari. Viel gelesen, viel gehört, Großfisch war angesagt! Von Port Sudan aus ging es Richtung Süden - kleine und große Islands, deren weiße Kuppeln sich schon von weitem vom Blau des Meeres abhoben. Teilweise waren die Inseln mit grünem Buschwerk bewachsen, hatten steinige Strände und waren von wunderbaren Riffe umgeben. Mit großer Spannung und Kribbeln stiegen wir in die Tiefen hinab, immer wieder den Blick ins weite Blau gerichtet – Hoffnung, Erwartung, bis der Computer das Ende der Nullzeit signalisierte. Vereinzelt sahen wir Hammerhaie, große Graue Riffhaie, Seidenhaie, kleine Weißspitzenhaie an der Wand, aber die ganz große Show blieb uns erstmal verborgen. Langsam schlich sich bei mir die Enttäuschung ein. Wo waren sie, die großen, die vielen? Ich schaute den anderen Gästen beim Dekobier und Logbuch schreiben zu, und sah Freude, Begeisterung, Lachen über das Erlebte. Sind meine Erwartungen zu hoch geschraubt? Ein Gast sagte: „Es kommt wie es kommt“, und mit dieser Einstellung ließ ich mich in die Tiefe sinken. Keine oder wenig Strömung, ein kurzer Blick in die unendliche blaue Weite (100m Sicht), und ich wende mich der Riffwand zu. Was ich sehe, ist klein und berauschend, tausende Fahnenbarsche und Füsilier, dass man seine Buddys nicht mehr sieht, kleine Grundeln, die aus ihren Löchern schielen, Falter- und Drückerfische in großer Vielfalt und Menge, Makrelenschwärme, die wie Silber glänzen, Langnasenbüschelbarsche, nicht einer, nein, 2, 3, 5 oder mehr in einer Gorgonie, Clownfische in ihren Anemonen, Peitschenkorallen, die wie Wälder auf den Plateaus stehen, Drahtkorallen, die sich ins Blau schrauben, Schwämme wie Wasserbälle, Tischkorallen, dass meine Armlänge nicht ausreicht, um sie zu messen, riesige Fächergorgonien, Hart- und Weichkorallen, soweit das Auge reicht. Ich gleite über unberührte, farbenprächtige Korallenteppiche und große Korallengärten, durch Schwärme von Schwarztupfen-Süßlippen, Falterfische, Riffbarsche in Massen. Große Zackenbarsche, die träge auf den Plateaus liegen, Napoleons, die stetig die Flucht ergreifen. Wo habe ich das letzte Mal die Einsamkeit und diese Vielfalt am Riff genossen? Der tiefe Süden ist unberührt, viele Riffe noch unentdeckt… Es ist wie ein bisschen Abenteuer, der alte Geist der Tauchpioniere macht sich hier breit. Diese Riffe sind so voll buntem Leben, vor lauter Erwartung auf das Große habe ich das einzigartige „Kleine“ nicht gesehen. Am Ende kam es doch, wie es kommen musste. Die ganz große Show, unerwartet und plötzlich. Die große Hammerhaischule am Jumna Reef, unzählige Hammerhaie zogen in ihrer Eleganz an uns vorbei, weit in die Tiefe des Blaus – und wurden ganz klein. Kiro
Shaab Ambar / Shaab Anbar Wir ankerten am Nachmittag an der Westseite in Shaab Ambar, einem hufeisenförmigen, massiven Riffsystem mit einer Lagune. Ein idealer Übernachtungsplatz mit Nachttauchgangmöglichkeit und Schnorcheln mit Delphinen in der großen Lagune. Wir sprangen an der Westseite hinein und folgen der Riffwand linke Schulter zum fantastischen Korallengarten. Ein großer Grauer kreuzt kurz unseren Weg, sowie mehrere große Napoleons. Der Korallengarten ist bis auf 25 m leicht abfallend und reich an Fischen und wirklich reich an Fischen! Er besteht aus riesigen Türmen von Hartkorallen. Riesige Schwärme von Schwarztupfen-Lippfischen machte das Tauchen zum Vergnügen. Die Riffwand ist etwas zerklüftet und bietet Schutz für viele große Rotfeuerfische und Muränen. Plötzlich, wie aus dem Nichts, ragte neben der Riffwand eine große schmale Säule empor, die reich mit Bäumchenkorallen bewachsen war. Linke Schulter ging es auf geringer Tiefe wieder Richtung Boot zurück. Auf dem Riffdach vergnügten sich mehrere Napoleons, die leider sehr fotoscheu waren. Bei Sonnenuntergang traf eine große Gruppe von Delphinen (Spinner Delfphine) in der Lagune ein. Es besteht die Möglichkeit mit ihnen zu schnorcheln. Da die Strömung hier sehr gering ist (Schutz Lagune) besteht auch die Möglichkeit für einen Nachttauchgang. Shaab Ambar ein sehr schöner, fischreicher Tauchplatz für einen entspannten Tauchgang..
Das bekannte Riff liegt zwischen Logan Reef und Shaab Ambar, ca. 38 Seemeilen von der Küste entfernt, im Norden des Suakin Archipels. Vom Ankerplatz aus fuhren wir mit dem Zodiak an die Westseite, wo wir den Tauchgang begannen. Das Wasser war spiegelglatt, kein Wind, null Strömung. Die ins Blau abfallende Riffwand ist sehr schön bewachsen. Eine riesige Fächer-Gorgonie ist das Zuhause von mehreren Langnasenbüschelbarschen. Aber vor lauter LaNaBüs nicht den Blick ins Blauwasser vergessen. Hier besteht die große Chance auf Großfisch! Hammerhai hatten wir nur einen , aber macht nichts, die besondere Spezies „Neoprenhammerhai“ sorgte umso mehr für Unterhaltung. Bei unserem Tauchgang hatten wir minimale Strömung und eine gigantische Sichtweite von > 100m. Schade das es so diesig war und somit die Sonnenstrahlen nicht auf die abfallende Riffwand fielen. Aus den Riffwänden drehten sich viele Drahtkorallen und die kleine gelben Schwämme gaben der Wand einen eigenen Farbton. Hier sahen wir viele kleine blaue Drückerfische, die an der Wand tanzten und bei Gefahr sofort in ihren Höhlen schlüpften. Der tänzelnde blaue Schwanz war nur noch sichtbar, ein tolles Schauspiel, das zum Innehalten einlud. Das Hauptriff am Keary Reef ist „durchlöchert“ wie ein Schweizer Käse, und viele große und kleine Muränen steckten neugierig ihre Köpfe heraus. Bei genauer Betrachtung sieht man auch ihre Mitbewohner, die gebänderten Scherengarnelen. Anemonen mit ihren großen und winzig kleinen „Clownfischen“, sowie die vielen Fahnenbarsche setzten orangene Farbtupfer. Auch Makrofreunde hatten hier ihre Freude, Strudelwürmer und Nacktschnecken waren zu entdecken! Also Augen auf! Wir folgten nun der Westseite Richtung Norden, und reduzierten die Tiefe auf 20 m. Die Riffwand fiel als erstes steil ab, dann folgt eine sehr schmale „Schlucht“ und angrenzend daran ein riesiger Block, der sehr schön mit Weichkorallen bewachsen war. Zwischen Riffwand und Block war eine kleine Sandfläche, an der Riffwand eine kleine Höhle. Leider war der Weißspitzenriffhai nicht zu hause. Die Wände sind mit Schwämmen und Weichkorallen verkleidet. Wir umrunden den großen Block rechte Schulter und tauchen auf der Ost Seite aus. Wer einen guten Luftverbrauch hat, schaffte es zum Boot zurück.
Keine Sonne, spiegelglattes Wasser, keine Strömung Das Zodiak gleitet ohne Schaukelbewegung zur „Absprungstelle“, so eine glatte Wasseroberfläche hatten wir noch nicht gesehen. Keine Welle! Es war durch den fehlenden Wind sehr diesig, und die aufgegangenen Sonne nicht zu sehen. Wir glitten an der senkrecht abfallenden Wand hinunter, Sicht 100m, null Strömung, dadurch leider auch kein Großfisch. Das Interesse weckte daher eine riesige Fächergorgonie, die große und kleine Langnasenbüschelbarsche beheimatete. Lustig, wie die kleinen Karierten mit einem Verstecken spielten. Weiter ging es mit Flossenschlag rechte Schulter an der Ostseite, immer mal wieder den sehnsüchtigen Blick ins Blau. Wir gelangen an das sehr langgezogene Südplateau, das zerklüftet ist und ein sehr interessantes Profil hat. Tiefe Einkerbungen, wie Schluchten, trennen die Riffwände voneinander. Ein bisschen wie kleine, schmale Altstadtgassen in Italien in Miniatur. Wir tauchen zuerst bis an die südlichste Spitze, und ein großer Grauer lässt sich ganz kurz blicken. Die steil ins Blau stürzende Riffwand ist wunderschön mit großen Fächergorgonien und Knotenkorallen bewachsen. Die fehlende Strömung lässt uns etwas Zeit, die Riffwand zu erkunden und danach ins „Straßenlabyrinth“ des Plateaus einzubiegen. In den kleinen Höhlen verbergen sich kleine Rostflecken-Zackenbarsche und tausende von Glasfischen. Riesige Pharao-Geweihkorallen, unter denen sich die gelben Masken-Falterfische verstecken, bestimmen das Bild im Korallengarten. Große Noppenrand-Anemonen mit ihren „Nemos“, Strahlen-Feuerfische und die großen Schwärme von Schwarztupfen-Süßlippen, gemischt mit Falterfischen und Soldatenfische haben hier ihr zu Hause. Auch wenn der Großfisch fehlte, ein toller Tauchgang in den frühen Morgenstunden am Protector Reef!
In den frühen Morgenstunden erreichten wir Qab Mayum oder Qab Miyum oder doch was ganz anderes? Zumindest erreichten wir eine kleine Insel, weiße Kuppel über der Wasseroberfläche an den angegebenen Koordinaten. Strömung könnte stark sein, rechte Schulter war angesagt und ein Plateau. Also rein ins Wasser, rechte Schulter, ein wenig gegen die leichte Strömung, an einer sehr schön bewachsenen Riffwand entlang. Irgendwann schlich sich schon mal der Gedanke ein, dass das Plateau ja nun eigentlich kommen müsste?! Hmmm! Aber es kam keines?! Dafür kam an der Stelle, wo die Strömung sich teilte eine schöne, senkrecht abfallend Wand, übersät mit Bäumchenkorallen und Peitschenkorallen in vielen Farben. Die ganze Zeit, jetzt mit etwas „Rückenwind“, tauchten wir, begleitet von einem Barrakudaschwarm und einem Weißspitzenriffhai, rechte Schulter, die Wand entlang bis auf die Schattenseite (west). Dort trafen wir auf die zweite Gruppe, die linke Schulter getaucht war. Sie erzählten später von einem großen Schwarm riesiger Büffelkopfpapageifische, aber ein Plateau hatten sie auch nicht gefunden. Aber was soll‘s, beim Austauchen hatten wir ein tolles Spiel mit zwei Seidenhaien, einem großen und einem kleinen, die plötzlich aus einem großen Schwarm Füsilier auftauchten. Wer braucht da denn noch ein Plateau? Leider beendeten unsere leeren Tanks diesen erlebnisreichen Tauchgang, und mit dem Zodiak ging zum Frühstück. Ob wir jetzt an Qab Miyum waren und nur nicht das Plateau gefunden haben, oder ob wir an einer benachbarten Insel waren, wird wohl immer ein Tauchgeheimnis bleiben. Die Büffelkopfpapageifische und die Seidenhai werden wir so schnell nicht vergessen.
Von Tamashiya brauchten wir ca. 3½ Stunden nach Habili Dahart Qab, einem langgezogenem Island, auf dessen an der Nordspitze ein kleines Wrack am Strand liegt. Der Tauchplatz ist ein langgezogenes Plateau, das von 5m auf 29m abfällt, dann wieder leicht ansteigt auf 25 m, um dann bis zur Südspitze auf 35 m abzufallen. Vom Zodiak aus fielen wir direkt in einen Schwarm Füsilier – Fischsuppe pur. Große Thuner kreisten, eine schön bewachsenen Riffwand, das pure Leben. Den Blick ins Blauwasser durften wir auch hier nicht vergessen! Bei unserem Tauchgang begleitete uns eine große Gruppe Thuner. Die Strömung zog uns hier auf das Plateau, das von Weichkorallen in allen Farben erstrahlte. Ein richtig fetter großer Barrakuda stand seelenruhig auf dem Plateau. Wir mussten uns ein wenig abstrampeln, um nicht zu weit über das Plateau gezogen zu werden. Achtung! Taucht man hier zu weit auf das Plateau und zu weit an der Spitze, wird man schnell auf die andere Seite gezogen, in den Strömungen „gefangen“ und wird ins Blau gezogen! Dann heißt es, gemeinsam aufzusteigen nach Regel, früh die Boje setzen und vom Zodiak einsammeln lassen. An der Riffwand war ein gemütliches Austauchen in der Fischsuppe angesagt. Plateau sehr schön bewachsen, Peitschenkorallen, Weichkorallenteppiche und der Barrakuda hatte schon eine beachtliche Größe. Ein schöner Tauchplatz, die Strömung auf dem Plateau sollte man auf keinen Fall unterschätzen!
Wir ankerten hier auf der Westseite. Die langgezogene Insel im tiefen Süden des Suakin-Archipels hat ein Plateau mit einem fantastischen Korallengarten auf der Nordseite. Die Strömung kam hier etwas aus Südwest und so sprangen wir vom Zodiak an der Riffwand der Nordseite ab und betauchten das abfallende Plateau. Nach einem kleinen Sandlandschaft, das ein Zuhause einer standorttreuen Barrakudaschule ist, erhebt sich mittig eine kleine Hügellandschaft mit kleinen Höhlen. Auch hier sahen wir wieder viele Peitschenkorallen, die wie Kerzen auf einer Torte standen. Ein großer Zackenbarsch flüchtete in seine Höhle. Die Chance auf ein Zacki-Foto! Wir versteckten uns im Strömungsschatten und warteten vor der Höhle. Vielleicht lässt sich der große Zackenbarsch ja noch einmal blicken. Kamera in Position, eingestellt und warten. Der dicke Zackenbarsch kam nicht heraus, aber ein Weißspitzenriffhai! Oh Schreck! Das Plateau fällt hinter der Hügellandschaft weiter bis auf 35m bis 40m ab, um dann in der „Unendlichkeit“ zu versinken. Bei unserem Tauchgang war die Strömung von der Plateauspitze etwas stärker, so dass ein Betauchen und von dort der Blick ins Blauwasser nicht möglich war. Mit der Strömung ließen wir uns wieder zum fantastischen Korallengarten Richtung Hauptriff treiben. Große Rotmaulzackenbarsche suchten Zuflucht in den mit kleinen Höhlen durchzogenen Garten. Schwärme von Schwarztupfen-Süßlippen, Zweifarben-Chromis und anderen Riffbarschen fesseln hier den Blick über den „Garten Eden“. Gemütlich ließen wir uns mit der leichten Strömung an der Nordostseite entlang treiben, bis die Reserve im Tank erreicht war. Hier wurde auch ein Bogenstirn-Hammerhai gesichtet und eine Schildkröte beobachtet. Ein Betreten der Insel war nicht möglich, da wir keinen Zugang fanden, der tief genug war, dass wir mit dem Zodiak über das Riffdach fahren konnten. Nach dem Checken der Strömung mussten wir leider auch auf einen Nachttauchgang verzichten. Sicherheit geht vor! Also wurde das Dekobier bei Sonnenuntergang geöffnet.
Dahrat Abid (Dahart Abida) Ganz weit im Süden des Suakin-Archipels liegt die kleine Insel Dahrat Abid. Der südlichste Punkt unserer Deep-South-Route. Bis zur Grenze Eritreas sind es jetzt gerade mal 30 km Luftlinie. Dahrat Abid ist eine langgezogene Insel mit dem typischen Buschwerk, auf der Nordspitze liegen zwei erkennbare Wracks. Informationen über die Wracks liegen nicht vor, es soll sich aber um ein Motorschiff und ein Rettungsboot handeln. Die Insel ist ein Brutplatz für die hiesigen Vögel und viele, noch in flauschige Daunen gekleidete Jungvögel nahmen beim Betreten der Insel Reißaus. Sie wurden bewacht von ihren über der Insel kreisenden Eltern. Wir tauchten hier am Südwestplateau, ein breites Plateau das in 15 m beginnt und auf 30 m abfällt. Hier fanden wir eine bunte Korallenlandschaft aus Hart- und Weichkorallen vor. Rote Peitschenkorallen ragen ins Blau und die leichte Strömung (Süd-Nord) ließ Zeit, dass Plateau zu erkunden. Ein Blick ins Blau sollte hier auf alle Fälle erfolgen, auch wenn in unserem Tauchgang die große Hammerhaischule in der Tiefe verborgen blieb, so begegneten wir unserem ersten Seidenhai, unter Tauchern auch als Silky bezeichnet. Wunderschöne, elegante Tiere, deren Haut im Sonnenlicht silbern glänzt. Die farbenfrohen Riffwände, wir folgen der sonnenbeschienenen Ostseite, sind voll mit buntem Leben, Makrelenschwärmen und tausenden Goldstreifen-Füsilier im Blauwasser, sodass man seine Buddys nicht mehr sah.
Vom 26.2.-5.3.18 war ich auf der Dominator auf der Best of Sudan Tour unterwegs. Gebucht hatte ich direkt bei Seawolf und wurde auch gleich mit allen notwendigen Infos versorgt. Um Kosten zu sparen, beantragte ich mein Visum selbst in Berlin. Prompt wurden die Visumgebühren von 40 auf 60 € erhöht. Den Flug habe ich selbst online gebucht und bin über Dubai nach Port Sudan geflogen. Flug: Schon sehr lang und die Wartezeiten in Dubai sind schon sehr nervig, aber man überlebt es! Ankunft / Transfer: In Port Sudan wurden wir von einem Seawolfmitarbeiter empfangen, der alles erledigte. Die Pässe wurden für die Registrierung eingesammelt und wir bekamen sie am Ende der Safari zurück. Das Gepäck hat etwas gedauert (ein quitschendes Gepäckband) und die Toiletten sollte man nicht aufsuchen. (Weder bei Ankunft noch bei Abflug! ) Am Bus bekamen wir eine Wasserflasche in die Hand und unser Gepäck wurde verladen, Fahrtzeit zum Hafen ca 20 min. Ankunft Boot: Mit Willkommenstrunk empfingen uns unsere Guides auf der Dominator und hießen uns herzlich willkommen. Per 12 min Video wurden wir auf Tagesablauf, Sicherheit, Notfallplan und allen Besonderheiten informiert. Kabinen waren sauber, freundlich und groß genug. Ein paar mehr Haken in der Kabine wären nicht schlecht. Tauchen: Da wir nur eine kleinere Gruppe waren und auch in zwei Gruppen getaucht wurde, war sehr viel Platz auf dem Tauchdeck. Briefings (deutsch/ englisch) waren sehr professionell, sowie die Betreuung über und unter Wasser unserer Guides Kiro und Aziz! Tauchen war immer auf Sicherheit ausgerichtet, sehr locker und entspannt. Das Tauchen im Sudan ist allerdings absolut nichts für Anfänger! Man sollte sich gut mit seinem Tauchcomputer auskennen und auch in der Lage sein, bei ungeplanten Dekotauchgängen nicht in Panik zu verfallen. Strömungserfahrung sollte man auch mitbringen und der Umgang mit Riffhaken sollte bekannt sein. Riffe: ein absoluter Traum, auch was Großfisch anging. Die große Hammerhaischule vom Jumna Riff ist fantastisch und bleibt unvergessen. Shaab Rumi ist ein traumhaftes Riff und selbst beim 4. Tauchgang immer noch ein Erlebnis. Auf den Leuchtturm von Sanganeb muss man rauf und den Blick über das Riff genießen. Umbria muss man gesehen haben! Die Tour ist wirklich eine absolute Best of Tour! Essen: Abwechslungsreich Buffets. Ägyptisches Frühstück und BBQ unter Sternehimmel als Besonderheit, Truthahn und Torte als Abschluss. Das Beste aber waren die Sudanesischen Kaffeeabende von unseren Sudanesischen Seemännern. Schön auch mal ein bisschen sudanesische Gewohnheiten kennenzulernen und auch die vielen Informationen über das Land und seinen Traditionen. Shopping in Port Sudan: Mit Tuk TukTaxis ging es in Kolone in die Stadt. Durch die Straßen, über die Märkte ging es zum Cafe trinken und auf eine Shisha durch Port Sudan. Unser Sudanesischer Stadtführer und mit Guide konnten wir Kaffeekannen, Gewürze, Kaffee …. Als kleine Mitbringsel einkaufen. Toll, dass unserer Guidin alles in sudanesische Pfund vorstreckte und wir es in Euro bezahlen konnten. Tolles Angebot von Seawolf für ein kleines Geld (5 € für Kaffe, Shisha, Taxi und Reiseführer) . Eine tolle Tour, Sicherheit wurde trotz kulantem Tauchen groß geschrieben, professionelle Crew, familiäres Klima auf dem Boot!
Wir waren vom 16-26.03.2018 mit der Dominator im Süden des Sudan unterwegs. Die Erwartungen waren hoch und sie wurden mehr als erfüllt. Aber nun der Reihe nach. Buchung, Anreise, Rückreise: Gebucht habe ich die Reise über Reisecenter Federsee. Alles Notwendige wurde seitens Reisecenter und Seawolf Safari bestens organisiert. So wurden sogar die Einreisekarten welche im Flugzeug verteilt werden seitens Seawolf bereits vorausgefüllt und am Flughafen in Port Sudan vor der Passkontrolle von einem Mitarbeiter überreicht. Man muss sich um nichts kümmern. Toller Service. Das genaue Prozedere ist auf der Internetseite von Seawolf Safari ausführlich beschrieben. Du bekommst die ganzen Infos aber auch noch vom Reisecenter Federsee zugesendet. Die Anreise erfolgte bei mir ab München nach Dubai mit Emirates, von Dubai nach Port Sudan mit Fly Dubai. Untergebracht war ich in der Holzklasse. Wer es sich leisten kann, sollte besonders wegen des Weiterflugs mit Fly Dubai über die Businessclass nachdenken. Nach dem guten Service bei Emirates ist der Weiterflug mit Fly Dubai ein echter Abstieg. Ist eben eine Billigflugairline. Bedeutet minimaler Sitzabstand, Essen und Getränke nur gegen Bezahlung. Auf dem Hinflug ist es auch kein großes Problem, aber der Rückflug erfolgt über Karthoum und die Flugzeit nach Dubai verdoppelt sich somit. Gut, es gibt schlimmeres, aber ich habe die Gäste in der Businessclass schon beneidet. Aber insgesamt klappte die An- und Abreise reibungslos und ich kann diese Verbindung empfehlen. Das Schiff und die Crew: Die Dominator ist ein schickes Safariboot. Platz ist auch in den Unterdeckkabinen für Leute ohne große Ansprüche und natürlich safarigerechtem schmalen Gepäck genügend vorhanden. Eine separate Nasszelle für jede Kabine ist Standard. Das wichtigste: Es war sauber. Die Crew macht hier einen guten Job. Verbesserungswürdig wären allerdings die Ablagemöglichkeiten und Anzahl der Kleiderhaken in den Kabinen. Dafür könnte ich auf den großen Spiegel in der mitte der Kabinenwand gerne verzichten. Sonnenanbeter und Schattensuchende werden an Bord ebenfalls nicht zu kurz kommen. Hier war auf den Decks genügend Platz vorhanden. Das Tauchdeck ist großzügig und da man ja in Gruppen tauchen geht gibt es kein Gedränge. Für Foto und Videoausrüstung gibt es Ablagen. Wenn mehrere Fotografen mit großen Ausrüstungen an Bord sind, könnte es mit den Ablagen etwas knapp werden. Aber da findet die Crew sicher eine passende Lösung. Möglichkeiten zum Laden der Akkus sind auf dem Tauchdeck genügend vorhanden. Die Stimmung an Bord ist untrennbar mit gutem Essen verbunden. Und da hat die Dominator mit Aswany und Abdahl einen großen Trumpf in der Hand. Was unsere Smutjes alles in Ihrer Kombüse gezaubert haben ließ das Neopren schneller schrumpfen als einem lieb war. Kurzum, die Verpflegung an Bord ist hervorragend. Genauso hervorragend ist die Crew selbst. Ich hatte bisher noch nirgends eine solch aufmerksame und hilfsbereite Crew wie auf diesem Boot. Egal ob im Servicebereich, auf dem Tauchdeck, im Zodiak oder sonst wo. Die haben immer gesehen wo etwas zu tun ist, wo man kurz mit anpacken muss, wo etwas aufzufüllen, zu entsorgen ist. Weiter so!!! Tauchbetrieb: Die Tauchgänge auf der Tour sind meistens sehr tief. Entsprechend schnell ist man an der Nullzeitgrenze. Nitrox ist an Bord vorhanden, kostet zwar Aufpreis, sollte meines Erachtens auf jeden Fall zugebucht werden. Es finden je nach Tauchplatz, Wetter und Strömungsverhältnissen täglich drei Tauchgänge statt. Nachttauchgänge gab es auf unserer Tour ebenfalls drei. Meistens gab es einen Early morning, einen weiteren am späten Morgen sowie einen Nachmittagstauchgang. Getaucht wird in zwei Gruppen. Je nach Tauchplatz, Wetterbedingungen und Strömungsverhältnissen von der Tauchplattform , oder wie in den meisten Fällen vom Zodiak aus. Nach dem Tauchen wird man wieder vom Zodiak aufgesammelt, oder wenn es die Bedingungen zulassen taucht man direkt am Boot auf. Ein Tip noch am Rande. Bevor einen das Zodiak aufnimmt wird die Ausrüstung abgelegt und an Bord gehievt. Da das für die Crew ohnehin schon Schwerstarbeit ist, werden vorher die Bleigurte und Bleitaschen separat hochgegeben. Nach Rückkehr zum Boot liegen dann je nach Belegung 22 Satz Bleitaschen auf dem Tauchdeck. Wenn jetzt einige Taucher gleiche Bleitaschen haben, eventuell auch noch die gleiche Bleimenge, wird es u.U. schwierig seine Eigenen zu finden. Deshalb ist es geschickt wenn man diese Bleitaschen z.B mit einem farbigen Kabelband kennzeichnet. Tauchgebiet: Ein ernst gemeinter Hinweis. Das Tauchgebiet auf dieser Tour ist nichts für Anfänger. Strömungen sind bisweilen heftig, auch Abwärtsströmungen kommen vor. Tauchen an Steilwänden ohne „Boden“, Blauwasseraufstiege, Drifttauchgänge, Dekotauchgänge, all das sollte einem keine Schwierigkeiten bereiten. Dekotauchgänge sind zwar offiziell nicht durchzuführen, lassen sich aber manchmal aufgrund der Tauchbedingungen nicht vermeiden. Das bedeutet gleichzeitig dass jeder seinen Tauchcomputer und dessen Anzeigen für diesen Fall aus dem FF kennen sollte. Unsere Tour führte uns von Port Sudan aus in den tiefen Süden. Dies ist nur bei guten Wetterbedingungen möglich. Wer diese Tour bucht muss sich im Klaren sein dass bei schwierigen Wetterbedingungen der tiefe Süden nicht angefahren werden kann. Uns war das Wetterglück hold und so konnten wir die Plätze bis runter nach Habili Abida anfahren. Begleitet wurden wir auf den Fahrten zu den Riffen oftmals von Delfinen, welche sich einen Spaß daraus machten die Bugwelle unseres Bootes zu reiten. Was für eine Show. Die Riffe selbst waren in einem guten Zustand. Weich und Hartkorallen zeigten sich in allen Formen und Farben. Der Fischreichtum war enorm. Wolken von Fahnenbarschen bevölkern die Riffwände. Schwärme von Doktorfischen, Makrelen und Barakudas zogen vorbei oder umkreisten die Taucher. Große Barsche, Napoleonlippfische, Büffelkopfpapageienfische gaben sich die Ehre. Aber der wahre Grund solch eine Tour mitzumachen ist die Chance auf Großfisch. Und Neptun hat es wahrlich gut mit uns gemeint. Schon am zweiten Tag hatten wir einen Manta, Seidenhaie und eine kleine Gruppe Hammerhaie welche sich aber nicht so recht traute näherzukommen. Überhaupt. Ich war überrascht wie scheu sich vor allem die grauen Riffhaie zeigten. Keiner der sich mal auf einen Meter näherte. Für mich als Fotografen eher suboptimal. Die Hoffnung lag also auf den Seidenhaien welche normalerweise recht nahe kommen. Doch nur einer traute sich mal näher zu uns. Meistens blieben auch sie auf Abstand. Die Anzahl der Seidenhaie war leider nicht sehr groß. Die haben allerdings auch erst etwas später Hochsaison. Aktuell Hochsaison hatten aber die Bogenstirnhammerhaie. Und wir wurden nicht enttäuscht. Jumna. Dieser Tauchplatz wird für immer in meinem Gedächtnis bleiben. Ich tauche schon viele Jahre, habe auch schon viel gesehen und tolle Erlebnisse gehabt. Aber von einer Schule Hammerhaie mit ca. 100 Tieren mehrere Minuten umkreist zu werden, das hat alles bisher erlebte getoppt. Ein Wahnsinnserlebnis und unsere Gruppe mittendrin. Weitere Begegnungen mit diesen eleganten Räubern hatten wir auch noch bei Shaab Rumi. Da gehen die Begegnungen mit den vielen Weißspitzenriffhaien, grauen Riffhaien einem Silberspitzenhai und vereinzelten Seidenhaien unverdientermaßen fast unter. Weitere Highlights dieser Tour waren das toll bewachsene Wrack der Umbria sowie Jacques-Yves Cousteaus Precontinent II. Insgesamt wurden meine Erwartungen voll erfüllt. Man muß natürlich auch darauf hinweisen daß das Meer kein Aquarium ist. Die Gruppe nach uns hatte mit den Hammerhaien kein Glück. Trotzdem würde ich diese Tour jederzeit wieder durchführen. Ein Wehrmutstropfen bleibt zum Schluß. Dass man im Sudan noch viel vor die Maske bekommt scheint sich herumzusprechen. Entsprechend steigt die Zahl der dort operierenden Boote von Jahr zu Jahr an. Es bleibt zu hoffen dass sich die Ägyptische Geschichte des Roten Meeres im nicht Sudan wiederholt. Auch wir lagen einmal mit vier Booten an einem Tauchplatz, hatten aber das Glück dass nicht alle gemeinsam Unterwasser waren. Nur eine Gruppe begegnete uns. Aber die hatte es in sich. Unterwasserrambos, Wingjackets zum zerbersten gefüllt (total überbleit), teilweise im Riff liegend, einfach Leute welche für meinen Geschmack nicht diesen Sport ausüben sollten. Und deren Guides wars egal. Nach uns die Sintflut. Geschichte scheint sich leider doch zu wiederholen.
Mit großen Erwartungen ging ich in die Deep South Safari. Viel gelesen, viel gehört, Großfisch war angesagt! Von Port Sudan aus ging es Richtung Süden - kleine und große Islands, deren weiße Kuppeln sich schon von weitem vom Blau des Meeres abhoben. Teilweise waren die Inseln mit grünem Buschwerk bewachsen, hatten steinige Strände und waren von wunderbaren Riffe umgeben. Mit großer Spannung und Kribbeln stiegen wir in die Tiefen hinab, immer wieder den Blick ins weite Blau gerichtet – Hoffnung, Erwartung, bis der Computer das Ende der Nullzeit signalisierte. Vereinzelt sahen wir Hammerhaie, große Graue Riffhaie, Seidenhaie, kleine Weißspitzenhaie an der Wand, aber die ganz große Show blieb uns erstmal verborgen. Langsam schlich sich bei mir die Enttäuschung ein. Wo waren sie, die großen, die vielen? Ich schaute den anderen Gästen beim Dekobier und Logbuch schreiben zu, und sah Freude, Begeisterung, Lachen über das Erlebte. Sind meine Erwartungen zu hoch geschraubt? Ein Gast sagte: „Es kommt wie es kommt“, und mit dieser Einstellung ließ ich mich in die Tiefe sinken. Keine oder wenig Strömung, ein kurzer Blick in die unendliche blaue Weite (100m Sicht), und ich wende mich der Riffwand zu. Was ich sehe, ist klein und berauschend, tausende Fahnenbarsche und Füsilier, dass man seine Buddys nicht mehr sieht, kleine Grundeln, die aus ihren Löchern schielen, Falter- und Drückerfische in großer Vielfalt und Menge, Makrelenschwärme, die wie Silber glänzen, Langnasenbüschelbarsche, nicht einer, nein, 2, 3, 5 oder mehr in einer Gorgonie, Clownfische in ihren Anemonen, Peitschenkorallen, die wie Wälder auf den Plateaus stehen, Drahtkorallen, die sich ins Blau schrauben, Schwämme wie Wasserbälle, Tischkorallen, dass meine Armlänge nicht ausreicht, um sie zu messen, riesige Fächergorgonien, Hart- und Weichkorallen, soweit das Auge reicht. Ich gleite über unberührte, farbenprächtige Korallenteppiche und große Korallengärten, durch Schwärme von Schwarztupfen-Süßlippen, Falterfische, Riffbarsche in Massen. Große Zackenbarsche, die träge auf den Plateaus liegen, Napoleons, die stetig die Flucht ergreifen. Wo habe ich das letzte Mal die Einsamkeit und diese Vielfalt am Riff genossen? Der tiefe Süden ist unberührt, viele Riffe noch unentdeckt… Es ist wie ein bisschen Abenteuer, der alte Geist der Tauchpioniere macht sich hier breit. Diese Riffe sind so voll buntem Leben, vor lauter Erwartung auf das Große habe ich das einzigartige „Kleine“ nicht gesehen. Am Ende kam es doch, wie es kommen musste. Die ganz große Show, unerwartet und plötzlich. Die große Hammerhaischule am Jumna Reef, unzählige Hammerhaie zogen in ihrer Eleganz an uns vorbei, weit in die Tiefe des Blaus – und wurden ganz klein. Kiro

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