M/Y Seawolf Dominator (Sudan)

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Jo-28-DiverAOWD470 TGs

Safari Deep South & Shaab Rumi März 2018

Wir waren vom 16-26.03.2018 mit der Dominator im Süden des Sudan unterwegs. Die Erwartungen waren hoch und sie wurden mehr als erfüllt. Aber nun der Reihe nach.
Buchung, Anreise, Rückreise:
Gebucht habe ich die Reise über Reisecenter Federsee. Alles Notwendige wurde seitens Reisecenter und Seawolf Safari bestens organisiert.
So wurden sogar die Einreisekarten welche im Flugzeug verteilt werden seitens Seawolf bereits vorausgefüllt und am Flughafen in Port Sudan vor der Passkontrolle von einem Mitarbeiter überreicht. Man muss sich um nichts kümmern. Toller Service. Das genaue Prozedere ist auf der Internetseite von Seawolf Safari ausführlich beschrieben. Du bekommst die ganzen Infos aber auch noch vom Reisecenter Federsee zugesendet. Die Anreise erfolgte bei mir ab München nach Dubai mit Emirates, von Dubai nach Port Sudan mit Fly Dubai. Untergebracht war ich in der Holzklasse. Wer es sich leisten kann, sollte besonders wegen des Weiterflugs mit Fly Dubai über die Businessclass nachdenken. Nach dem guten Service bei Emirates ist der Weiterflug mit Fly Dubai ein echter Abstieg. Ist eben eine Billigflugairline. Bedeutet minimaler Sitzabstand, Essen und Getränke nur gegen Bezahlung. Auf dem Hinflug ist es auch kein großes Problem, aber der Rückflug erfolgt über Karthoum und die Flugzeit nach Dubai verdoppelt sich somit. Gut, es gibt schlimmeres, aber ich habe die Gäste in der Businessclass schon beneidet. Aber insgesamt klappte die An- und Abreise reibungslos und ich kann diese Verbindung empfehlen.
Das Schiff und die Crew:
Die Dominator ist ein schickes Safariboot. Platz ist auch in den Unterdeckkabinen für Leute ohne große Ansprüche und natürlich safarigerechtem schmalen Gepäck genügend vorhanden. Eine separate Nasszelle für jede Kabine ist Standard. Das wichtigste: Es war sauber. Die Crew macht hier einen guten Job. Verbesserungswürdig wären allerdings die Ablagemöglichkeiten und Anzahl der Kleiderhaken in den Kabinen. Dafür könnte ich auf den großen Spiegel in der mitte der Kabinenwand gerne verzichten.
Sonnenanbeter und Schattensuchende werden an Bord ebenfalls nicht zu kurz kommen. Hier war auf den Decks genügend Platz vorhanden.
Das Tauchdeck ist großzügig und da man ja in Gruppen tauchen geht gibt es kein Gedränge. Für Foto und Videoausrüstung gibt es Ablagen. Wenn mehrere Fotografen mit großen Ausrüstungen an Bord sind, könnte es mit den Ablagen etwas knapp werden. Aber da findet die Crew sicher eine passende Lösung. Möglichkeiten zum Laden der Akkus sind auf dem Tauchdeck genügend vorhanden.
Die Stimmung an Bord ist untrennbar mit gutem Essen verbunden. Und da hat die Dominator mit Aswany und Abdahl einen großen Trumpf in der Hand. Was unsere Smutjes alles in Ihrer Kombüse gezaubert haben ließ das Neopren schneller schrumpfen als einem lieb war.
Kurzum, die Verpflegung an Bord ist hervorragend. Genauso hervorragend ist die Crew selbst. Ich hatte bisher noch nirgends eine solch aufmerksame und hilfsbereite Crew wie auf diesem Boot. Egal ob im Servicebereich, auf dem Tauchdeck, im Zodiak oder sonst wo. Die haben immer gesehen wo etwas zu tun ist, wo man kurz mit anpacken muss, wo etwas aufzufüllen, zu entsorgen ist. Weiter so!!!
Tauchbetrieb:
Die Tauchgänge auf der Tour sind meistens sehr tief. Entsprechend schnell ist man an der Nullzeitgrenze. Nitrox ist an Bord vorhanden, kostet zwar Aufpreis, sollte meines Erachtens auf jeden Fall zugebucht werden.
Es finden je nach Tauchplatz, Wetter und Strömungsverhältnissen täglich drei Tauchgänge statt. Nachttauchgänge gab es auf unserer Tour ebenfalls drei. Meistens gab es einen Early morning, einen weiteren am späten Morgen sowie einen Nachmittagstauchgang.
Getaucht wird in zwei Gruppen. Je nach Tauchplatz, Wetterbedingungen und Strömungsverhältnissen von der Tauchplattform , oder wie in den meisten Fällen vom Zodiak aus.
Nach dem Tauchen wird man wieder vom Zodiak aufgesammelt, oder wenn es die Bedingungen zulassen taucht man direkt am Boot auf.
Ein Tip noch am Rande. Bevor einen das Zodiak aufnimmt wird die Ausrüstung abgelegt und an Bord gehievt. Da das für die Crew ohnehin schon Schwerstarbeit ist, werden vorher die Bleigurte und Bleitaschen separat hochgegeben. Nach Rückkehr zum Boot liegen dann je nach Belegung 22 Satz Bleitaschen auf dem Tauchdeck. Wenn jetzt einige Taucher gleiche Bleitaschen haben, eventuell auch noch die gleiche Bleimenge, wird es u.U. schwierig seine Eigenen zu finden. Deshalb ist es geschickt wenn man diese Bleitaschen z.B mit einem farbigen Kabelband kennzeichnet.

Tauchgebiet:
Ein ernst gemeinter Hinweis. Das Tauchgebiet auf dieser Tour ist nichts für Anfänger. Strömungen sind bisweilen heftig, auch Abwärtsströmungen kommen vor. Tauchen an Steilwänden ohne „Boden“, Blauwasseraufstiege, Drifttauchgänge, Dekotauchgänge, all das sollte einem keine Schwierigkeiten bereiten. Dekotauchgänge sind zwar offiziell nicht durchzuführen, lassen sich aber manchmal aufgrund der Tauchbedingungen nicht vermeiden. Das bedeutet gleichzeitig dass jeder seinen Tauchcomputer und dessen Anzeigen für diesen Fall aus dem FF kennen sollte.
Unsere Tour führte uns von Port Sudan aus in den tiefen Süden. Dies ist nur bei guten Wetterbedingungen möglich. Wer diese Tour bucht muss sich im Klaren sein dass bei schwierigen Wetterbedingungen der tiefe Süden nicht angefahren werden kann. Uns war das Wetterglück hold und so konnten wir die Plätze bis runter nach Habili Abida anfahren. Begleitet wurden wir auf den Fahrten zu den Riffen oftmals von Delfinen, welche sich einen Spaß daraus machten die Bugwelle unseres Bootes zu reiten. Was für eine Show.
Die Riffe selbst waren in einem guten Zustand. Weich und Hartkorallen zeigten sich in allen Formen und Farben. Der Fischreichtum war enorm. Wolken von Fahnenbarschen bevölkern die Riffwände. Schwärme von Doktorfischen, Makrelen und Barakudas zogen vorbei oder umkreisten die Taucher.
Große Barsche, Napoleonlippfische, Büffelkopfpapageienfische gaben sich die Ehre. Aber der wahre Grund solch eine Tour mitzumachen ist die Chance auf Großfisch. Und Neptun hat es wahrlich gut mit uns gemeint. Schon am zweiten Tag hatten wir einen Manta, Seidenhaie und eine kleine Gruppe Hammerhaie welche sich aber nicht so recht traute näherzukommen.
Überhaupt. Ich war überrascht wie scheu sich vor allem die grauen Riffhaie zeigten. Keiner der sich mal auf einen Meter näherte. Für mich als Fotografen eher suboptimal. Die Hoffnung lag also auf den Seidenhaien welche normalerweise recht nahe kommen. Doch nur einer traute sich mal näher zu uns. Meistens blieben auch sie auf Abstand. Die Anzahl der Seidenhaie war leider nicht sehr groß. Die haben allerdings auch erst etwas später Hochsaison. Aktuell Hochsaison hatten aber die Bogenstirnhammerhaie. Und wir wurden nicht enttäuscht.
Jumna. Dieser Tauchplatz wird für immer in meinem Gedächtnis bleiben. Ich tauche schon viele Jahre, habe auch schon viel gesehen und tolle Erlebnisse gehabt. Aber von einer Schule Hammerhaie mit ca. 100 Tieren mehrere Minuten umkreist zu werden, das hat alles bisher erlebte getoppt. Ein Wahnsinnserlebnis und unsere Gruppe mittendrin. Weitere Begegnungen mit diesen eleganten Räubern hatten wir auch noch bei Shaab Rumi. Da gehen die Begegnungen mit den vielen Weißspitzenriffhaien, grauen Riffhaien einem Silberspitzenhai und vereinzelten Seidenhaien unverdientermaßen fast unter.
Weitere Highlights dieser Tour waren das toll bewachsene Wrack der Umbria sowie Jacques-Yves Cousteaus Precontinent II.
Insgesamt wurden meine Erwartungen voll erfüllt. Man muß natürlich auch darauf hinweisen daß das Meer kein Aquarium ist. Die Gruppe nach uns hatte mit den Hammerhaien kein Glück. Trotzdem würde ich diese Tour jederzeit wieder durchführen.
Ein Wehrmutstropfen bleibt zum Schluß. Dass man im Sudan noch viel vor die Maske bekommt scheint sich herumzusprechen. Entsprechend steigt die Zahl der dort operierenden Boote von Jahr zu Jahr an. Es bleibt zu hoffen dass sich die Ägyptische Geschichte des Roten Meeres im nicht Sudan wiederholt. Auch wir lagen einmal mit vier Booten an einem Tauchplatz, hatten aber das Glück dass nicht alle gemeinsam Unterwasser waren. Nur eine Gruppe begegnete uns. Aber die hatte es in sich.
Unterwasserrambos, Wingjackets zum zerbersten gefüllt (total überbleit), teilweise im Riff liegend, einfach Leute welche für meinen Geschmack nicht diesen Sport ausüben sollten. Und deren Guides wars egal. Nach uns die Sintflut. Geschichte scheint sich leider doch zu wiederholen.
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