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Tauchen in Russland

Über das Tauchen in Russland ist uns leider nicht allzuviel bekannt. Interessante Tauchspots gibt es - schon allein auf Grund der Weite des Landes genug, was fehlt ist jedoch eine Infrastruktur für Taucher. Und so zieht es nur wenige Urlauber zum Tauchen nach Russland, dafür jedoch viel mehr russische Taucher ans Rote Meer oder andere Tauchdestinationen.

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Die letzen Reiseberichte unser Nutzer - immer einen Blick wert:

4 Taucher vom Unterwasser Club Rüsselsheim (www.uc-r.de) führten vom 01. – 12.06. 2011 eine Tauchsafari zum Baikalsee in Sibirien durch. Der komplette Event wurde in Eigenregie organisiert und durchgeführt. Die Reiseplanung begann mit der ersten Kontaktaufnahme, Beantragung der Visa bis zur Buchung der Hotels, das Transportfahrzeuges und der Abstimmung mit einer ansässigen Tauchbasis. Unsere Planungsdauer betrug ca. ½ Jahr.
Die ersten Hürden waren die Notwendigkeit eines Visas und die Gewichtsbeschränkungen des Gepäcks. Die Visa mussten beim Russischen Konsulat beantragt werden. Hierzu war eine offizielle Einladung aus Russland notwendig, ebenso wie Gehaltsnachweise, eine anerkannte Auslandskrankenversicherung + ein detailliert ausgefüllter Antragsbogen mit Passfoto. Das Freigepäck beinhaltete ein Gepäckstück mit 20kg und 10kg Handgepäck + einen Hand- / Fototasche. Freies Sportgepäck wurde nicht angeboten. Jedes kg Mehrgepäck schlug mit 15€ je Wegstrecke zu Buche. Wir hatten aber unser komplettes Tauchequipment ohne Blei und Flaschen dabei. Also musste bei dem restlichen Gepäck sehr gespart werden. Der Flug ging von Frankfurt am Main mit Aeroflot nach Irkutsk, mit Umsteigen in Moskau. Von Irkutsk ging es mit einem Mietwagen (SUV => war bei den Überlandstraßen notwendig) nach Listwjanka an der Ankara (Ausfluß des Baikalsees). In einem kleinen, einfachen Hotel bezogen wir unser Quartier. Als Tauchpartner hatten wir eine Tauchbasis aus Irkutsk mit einer Außenstelle in Listwjanka ausgesucht. In den Folgetagen absolvierten wir 10 Tauchgänge am Ufer des Baikalsees. Jeder Tauchgang war einzigartig. Die Sichtweiten lagen zwischen 5 und 20 m unter Wasser und die Wassertemperatur betrug immer unter 2°C !!! Also war eine sehr gute Trockentauchausrüstung Grundvoraussetzung. Zu sehen bekamen wir für den Baikalsee typische Schwämme, Krabben und Kleinfisch, sowie ein versunkenes Dorf, einen alten Lada (russisches Auto) sowie eine historische Kannone. Leider blieben uns unter Wasser Großfisch und die Baikalrobbe verwehrt. Am Ende unserer Reise verlegten wir unser Quartier auf die Insel Olchon nach Chuchir. Die 270 km bewältigten wir mit unserem SUV auf den meist Off Road artigen Straßen problemlos. Zeit und Gelassenheit sind hierzu aber hilfreich, ebenso wie ein geländegängiges Fahrzeug. Untergebracht und verpflegt waren wir hier in eine Blockhüttensiedlung. Alles sehr rustikal, einfach aber sauber und nett. Hier absolvierten wir weitere 2 Tauchgänge. Dort auf der Insel waren wir die einzigen Taucher. Unsere Tauchbasis aus Irkutsk begleitete uns mit einem Fahrzeug inkl. eines mobilen Kompressors. Zurück ging es dann auf eigener Achse bis Irkutsk. Nach einer Übernachtung flogen wir zurück in die Heimat.
Die Verpflegung in unseren Unterkünften, am Hafen und in den Gaststätten war typisch russisch. So ging es morgens durchaus mit Borretch, Würstchen, warmen Kraut usw. los. Es gab Soljanka, Borschtsch und Schaschlyk. Mittlerweile gibt es sogar trinkbares Russisches Bier (Baltika 7). An den Tauchplätzen waren wir bis auf eine Ausnahme die einzigen Taucher, oft sogar die einzigen Besucher. Unser „Ossi“ im Team war sehr hilfreich mit seinen Russischkenntnissen, bei der Verständigung, beim Einkaufen und Orientierung auf unseren Trips. Englisch wurde nur rudimentär gesprochen und Deutsch konnten wir nur einmal auf Olchon mit Einheimischen sprechen. Die Russen waren generell nett, hilfreich und freundlich. Es gab keine Situation, wo wir uns über den Tisch gezogen fühlten. Beim aktuellen Euro - Rubel – Wechselkurs (1Euro = 40 Rubel) waren sowohl die Taucherei und die Lebenshaltungskosten (Lebensmittel, Gaststätten) für uns recht günstig. Einige Rechnungen konnten wir sogar in Euro zahlen. Alles in allen war es ein aufregender und sehr schöner Tauchurlaub in einer landschaftlich, zauberhaften Umgebung.

Statistisches

Baikalsee:

680km lang
80km breit
1638m tief
befindet sich 454m über normal Null
20% der Süßwasserreserven der Erde
Wasser hat Trinkwasserqualität
Wassertemperatur max. 10°C, meist deutlich darunter (wir hatten 1,5°C beim Tauchen)
Eisdeckendicke im Winter bis zu 6m
ca. 2000 Tiere und Pflanzen welche es nur dort gibt (z.B. Süßwasserrobben, Omul, Baikalkrabbe)
ca. 365 Zuflüsse und nur einen Abfluss die Angara

Zeitverschiebung:

+7 Stunden zu Deutschland

Zahlungsmittel:

Rubel (Kurs 40 : 1 zum Euro) => 10 Rubel = 0,25 €
Euro und Dollar werden auch gern genommen

Straßen:

Oft marode (uneben + Schlaglöcher) außerhalb von Ortschaften und teilweise nur Schotterpisten (also Off Road)

Gesamtflugzeit:

ca. 8,5 Stunden

Bier (russisch):

Baltika 3 und Baltika 7 sind trinkbar

Lebensmittel:

Einheimische sind günstig, europäische sind teuer. => für die meisten Russen sehr teuer !

Netzspannung:

230V deutsche Stecker sind nutzbar

Sprache:

Russisch (überall)
Englisch nur an Flughäfen, in guten Hotels und an wenigen anderen Stellen, sonst eher rudimentär. Was oft zu Missverständnissen führte. Vereinzelt (auf Olchon in Chuchir) wurde sogar Deutsch gesprochen.

Internet:

nur in Hotels, ggf. auf der örtlichen Post (meist recht langsam)

Handy:

Relativ gute Netzabdeckung (mit deutschen Verträgen oft besser als mit einheimischen). Telefonieren ist aber mit deutschem Vertrag recht teuer (ca. 2,60€/min). Es ist empfehlenswert eine russische SIM Karte zu kaufen.

Trinkwasser:

Kann problemlos getrunken werden. Es ist völlig unbedenklich gewesen.

Unterkünfte:

Gr. Hotels haben europäischen Standard (auch Speisen). Die anderen sind eben russisch, dh. sauber, aber einfach. Die Wasser- und Elektroinstallationen dürfen nicht mit deutschen Maßstäben betrachtet werden :-)

Fahrzeuge:

Von den original Russischen Fahrzeugen (Ladas, Shigulis, Wolgas, Gas, UAS…) sind viele Schrotthaufen – werden aber noch benutzt. Es werden viele japanische rechtslenker Autos (bei Rechtsverkehr) gefahren. Bei Mopeds fahren auch einige alte russische Modelle (Dnepr, Molotov, Ural) meist in ländlichen Regionen und fast immer mit Beiwagen. Ansonsten sind ausländische moderne Modelle eher selten im Straßenbild.

Ich bin Anfang Juni mit der MS Kartesh zu einer Tauchexpedition im hohen Norden Russlands in der Barentsee aufgebrochen. Gebucht habe ich die Fahrt über ein Moskauer Tauchcenter, das einfach über die Seite www.dive.ru (auch englischsprachig) zu finden ist. Planung und Durchführung liefen perfekt - auch habe ich als Vorbereitung dort noch den Trockentauchschein von PADI gemacht.

Sicherlich ist die Fahrt dorthin etwas aufwendig, man kann die Reise eigentlich nur über Moskau antreten - Aber ich finde, es lohnt sich: Kelpwälder, Steilwände, Kamtschatkakrabben, Jakobsmuscheln, Seenanemonen, Seerobben - es gibt wirklich jede Menge zu sehen, dazu ist das Tauchen auch recht anspruchsvoll.

Der Einstieg in die ca. 4 Grad kalten Fluten erfolgt in der Regel vom Zodiac aus. Die Größe der Tauchgruppen beträgt maximal 4-5 Personen. Mitunter kann es starken Wellengang geben. Die Sichtweiten unter Wasser sind erstaunlich gut und lagen bei bis zu 15 Metern, teilweise aber auch nur zwischen 5-10 Metern.

Die MS Kartesh ist sehr gut auf die maximal 12 Taucher an Bord eingestellt. Natürlich gibt es eine Füllstation, dazu sehr praktische Möglichkeiten, Tauchausrüstung zu verstauen. Für die Anzüge steht zum Beispiel eine warme Kleiderkammer zur Verfügung. Auch die Crew an Bord war sehr umsichtig und extrem hilfsbereit.

Übernachtet wird in 2-er Kabinen mit eigener Dusche. Die Verpflegung an Bord ist sehr gut - es gibt viel Fisch, reichlich gute russische Küche. Dazu natürlich immer ein Gläschen Vodka! Übrigens stehen Landausflüge (Wanderungen und Schaschlik Grillparty) sowie Angeltouren mit auf dem Programm der ca 6-Tägigen Fahrt.

Man muss sich darauf einstellen, dass man höchtswahrscheinlich der einzige westliche Ausländer an Bord ist. Russisch-Kenntnisse sind also von Vorteil, aber nicht zwingend erforderlich, da die gut ausgebildeten Tauchguides auch teilweise Englisch sprechen. Die Gemeinschaft an Bord war extrem herzlich - etwas wehmütig bin ich von dieser Fahrt zurückgekommen. Es war wirklich ein Erlebnis, zumal wir auf dem Rückweg noch zwei Minkwale gesehen haben. Kurz gesagt - es blieb kein Wunsch offen - ich kann nur die volle Punktzahl vergeben.

Zum Schluss noch eine Bemerkung: Vielleicht liegt es an dem zeitlichen Abstand - ich kann mich jedenfalls an kein negatives Erlebnis erinnern. Dennoch: Reisen in Russland sind anders! Sprich: Es kann hier und da mal etwas dauern - auch sollte man nicht absolut gleiche Ansprüche an den Komfort wie in Deutschland stellen.

Man muss sich, um eine solche Fahrt geniessen zu können, auf Land und Leute einstellen - überraschende Situationen können nun mal passieren. Mit etwas Geduld und Humor kommt man immer am besten weiter.





Seeanemone


Kamtschatka Krabbe


Mitternacht auf der Barentsee


MS Kartesch

4 Taucher vom Unterwasser Club Rüsselsheim (www.uc-r.de) führten vom 01. – 12.06. 2011 eine Tauchsafari zum Baikalsee in Sibirien durch. Der komplette Event wurde in Eigenregie organisiert und durchgeführt. Die Reiseplanung begann mit der ersten Kontaktaufnahme, Beantragung der Visa bis zur Buchung der Hotels, das Transportfahrzeuges und der Abstimmung mit einer ansässigen Tauchbasis. Unsere Planungsdauer betrug ca. ½ Jahr.
Die ersten Hürden waren die Notwendigkeit eines Visas und die Gewichtsbeschränkungen des Gepäcks. Die Visa mussten beim Russischen Konsulat beantragt werden. Hierzu war eine offizielle Einladung aus Russland notwendig, ebenso wie Gehaltsnachweise, eine anerkannte Auslandskrankenversicherung + ein detailliert ausgefüllter Antragsbogen mit Passfoto. Das Freigepäck beinhaltete ein Gepäckstück mit 20kg und 10kg Handgepäck + einen Hand- / Fototasche. Freies Sportgepäck wurde nicht angeboten. Jedes kg Mehrgepäck schlug mit 15€ je Wegstrecke zu Buche. Wir hatten aber unser komplettes Tauchequipment ohne Blei und Flaschen dabei. Also musste bei dem restlichen Gepäck sehr gespart werden. Der Flug ging von Frankfurt am Main mit Aeroflot nach Irkutsk, mit Umsteigen in Moskau. Von Irkutsk ging es mit einem Mietwagen (SUV => war bei den Überlandstraßen notwendig) nach Listwjanka an der Ankara (Ausfluß des Baikalsees). In einem kleinen, einfachen Hotel bezogen wir unser Quartier. Als Tauchpartner hatten wir eine Tauchbasis aus Irkutsk mit einer Außenstelle in Listwjanka ausgesucht. In den Folgetagen absolvierten wir 10 Tauchgänge am Ufer des Baikalsees. Jeder Tauchgang war einzigartig. Die Sichtweiten lagen zwischen 5 und 20 m unter Wasser und die Wassertemperatur betrug immer unter 2°C !!! Also war eine sehr gute Trockentauchausrüstung Grundvoraussetzung. Zu sehen bekamen wir für den Baikalsee typische Schwämme, Krabben und Kleinfisch, sowie ein versunkenes Dorf, einen alten Lada (russisches Auto) sowie eine historische Kannone. Leider blieben uns unter Wasser Großfisch und die Baikalrobbe verwehrt. Am Ende unserer Reise verlegten wir unser Quartier auf die Insel Olchon nach Chuchir. Die 270 km bewältigten wir mit unserem SUV auf den meist Off Road artigen Straßen problemlos. Zeit und Gelassenheit sind hierzu aber hilfreich, ebenso wie ein geländegängiges Fahrzeug. Untergebracht und verpflegt waren wir hier in eine Blockhüttensiedlung. Alles sehr rustikal, einfach aber sauber und nett. Hier absolvierten wir weitere 2 Tauchgänge. Dort auf der Insel waren wir die einzigen Taucher. Unsere Tauchbasis aus Irkutsk begleitete uns mit einem Fahrzeug inkl. eines mobilen Kompressors. Zurück ging es dann auf eigener Achse bis Irkutsk. Nach einer Übernachtung flogen wir zurück in die Heimat.
Die Verpflegung in unseren Unterkünften, am Hafen und in den Gaststätten war typisch russisch. So ging es morgens durchaus mit Borretch, Würstchen, warmen Kraut usw. los. Es gab Soljanka, Borschtsch und Schaschlyk. Mittlerweile gibt es sogar trinkbares Russisches Bier (Baltika 7). An den Tauchplätzen waren wir bis auf eine Ausnahme die einzigen Taucher, oft sogar die einzigen Besucher. Unser „Ossi“ im Team war sehr hilfreich mit seinen Russischkenntnissen, bei der Verständigung, beim Einkaufen und Orientierung auf unseren Trips. Englisch wurde nur rudimentär gesprochen und Deutsch konnten wir nur einmal auf Olchon mit Einheimischen sprechen. Die Russen waren generell nett, hilfreich und freundlich. Es gab keine Situation, wo wir uns über den Tisch gezogen fühlten. Beim aktuellen Euro - Rubel – Wechselkurs (1Euro = 40 Rubel) waren sowohl die Taucherei und die Lebenshaltungskosten (Lebensmittel, Gaststätten) für uns recht günstig. Einige Rechnungen konnten wir sogar in Euro zahlen. Alles in allen war es ein aufregender und sehr schöner Tauchurlaub in einer landschaftlich, zauberhaften Umgebung.

Statistisches

Baikalsee:

680km lang
80km breit
1638m tief
befindet sich 454m über normal Null
20% der Süßwasserreserven der Erde
Wasser hat Trinkwasserqualität
Wassertemperatur max. 10°C, meist deutlich darunter (wir hatten 1,5°C beim Tauchen)
Eisdeckendicke im Winter bis zu 6m
ca. 2000 Tiere und Pflanzen welche es nur dort gibt (z.B. Süßwasserrobben, Omul, Baikalkrabbe)
ca. 365 Zuflüsse und nur einen Abfluss die Angara

Zeitverschiebung:

+7 Stunden zu Deutschland

Zahlungsmittel:

Rubel (Kurs 40 : 1 zum Euro) => 10 Rubel = 0,25 €
Euro und Dollar werden auch gern genommen

Straßen:

Oft marode (uneben + Schlaglöcher) außerhalb von Ortschaften und teilweise nur Schotterpisten (also Off Road)

Gesamtflugzeit:

ca. 8,5 Stunden

Bier (russisch):

Baltika 3 und Baltika 7 sind trinkbar

Lebensmittel:

Einheimische sind günstig, europäische sind teuer. => für die meisten Russen sehr teuer !

Netzspannung:

230V deutsche Stecker sind nutzbar

Sprache:

Russisch (überall)
Englisch nur an Flughäfen, in guten Hotels und an wenigen anderen Stellen, sonst eher rudimentär. Was oft zu Missverständnissen führte. Vereinzelt (auf Olchon in Chuchir) wurde sogar Deutsch gesprochen.

Internet:

nur in Hotels, ggf. auf der örtlichen Post (meist recht langsam)

Handy:

Relativ gute Netzabdeckung (mit deutschen Verträgen oft besser als mit einheimischen). Telefonieren ist aber mit deutschem Vertrag recht teuer (ca. 2,60€/min). Es ist empfehlenswert eine russische SIM Karte zu kaufen.

Trinkwasser:

Kann problemlos getrunken werden. Es ist völlig unbedenklich gewesen.

Unterkünfte:

Gr. Hotels haben europäischen Standard (auch Speisen). Die anderen sind eben russisch, dh. sauber, aber einfach. Die Wasser- und Elektroinstallationen dürfen nicht mit deutschen Maßstäben betrachtet werden :-)

Fahrzeuge:

Von den original Russischen Fahrzeugen (Ladas, Shigulis, Wolgas, Gas, UAS…) sind viele Schrotthaufen – werden aber noch benutzt. Es werden viele japanische rechtslenker Autos (bei Rechtsverkehr) gefahren. Bei Mopeds fahren auch einige alte russische Modelle (Dnepr, Molotov, Ural) meist in ländlichen Regionen und fast immer mit Beiwagen. Ansonsten sind ausländische moderne Modelle eher selten im Straßenbild.

Ich bin Anfang Juni mit der MS Kartesh zu einer Tauchexpedition im hohen Norden Russlands in der Barentsee aufgebrochen. Gebucht habe ich die Fahrt über ein Moskauer Tauchcenter, das einfach über die Seite www.dive.ru (auch englischsprachig) zu finden ist. Planung und Durchführung liefen perfekt - auch habe ich als Vorbereitung dort noch den Trockentauchschein von PADI gemacht.

Sicherlich ist die Fahrt dorthin etwas aufwendig, man kann die Reise eigentlich nur über Moskau antreten - Aber ich finde, es lohnt sich: Kelpwälder, Steilwände, Kamtschatkakrabben, Jakobsmuscheln, Seenanemonen, Seerobben - es gibt wirklich jede Menge zu sehen, dazu ist das Tauchen auch recht anspruchsvoll.

Der Einstieg in die ca. 4 Grad kalten Fluten erfolgt in der Regel vom Zodiac aus. Die Größe der Tauchgruppen beträgt maximal 4-5 Personen. Mitunter kann es starken Wellengang geben. Die Sichtweiten unter Wasser sind erstaunlich gut und lagen bei bis zu 15 Metern, teilweise aber auch nur zwischen 5-10 Metern.

Die MS Kartesh ist sehr gut auf die maximal 12 Taucher an Bord eingestellt. Natürlich gibt es eine Füllstation, dazu sehr praktische Möglichkeiten, Tauchausrüstung zu verstauen. Für die Anzüge steht zum Beispiel eine warme Kleiderkammer zur Verfügung. Auch die Crew an Bord war sehr umsichtig und extrem hilfsbereit.

Übernachtet wird in 2-er Kabinen mit eigener Dusche. Die Verpflegung an Bord ist sehr gut - es gibt viel Fisch, reichlich gute russische Küche. Dazu natürlich immer ein Gläschen Vodka! Übrigens stehen Landausflüge (Wanderungen und Schaschlik Grillparty) sowie Angeltouren mit auf dem Programm der ca 6-Tägigen Fahrt.

Man muss sich darauf einstellen, dass man höchtswahrscheinlich der einzige westliche Ausländer an Bord ist. Russisch-Kenntnisse sind also von Vorteil, aber nicht zwingend erforderlich, da die gut ausgebildeten Tauchguides auch teilweise Englisch sprechen. Die Gemeinschaft an Bord war extrem herzlich - etwas wehmütig bin ich von dieser Fahrt zurückgekommen. Es war wirklich ein Erlebnis, zumal wir auf dem Rückweg noch zwei Minkwale gesehen haben. Kurz gesagt - es blieb kein Wunsch offen - ich kann nur die volle Punktzahl vergeben.

Zum Schluss noch eine Bemerkung: Vielleicht liegt es an dem zeitlichen Abstand - ich kann mich jedenfalls an kein negatives Erlebnis erinnern. Dennoch: Reisen in Russland sind anders! Sprich: Es kann hier und da mal etwas dauern - auch sollte man nicht absolut gleiche Ansprüche an den Komfort wie in Deutschland stellen.

Man muss sich, um eine solche Fahrt geniessen zu können, auf Land und Leute einstellen - überraschende Situationen können nun mal passieren. Mit etwas Geduld und Humor kommt man immer am besten weiter.





Seeanemone


Kamtschatka Krabbe


Mitternacht auf der Barentsee


MS Kartesch

4 Taucher vom Unterwasser Club Rüsselsheim (www.uc-r.de) führten vom 01. – 12.06. 2011 eine Tauchsafari zum Baikalsee in Sibirien durch. Der komplette Event wurde in Eigenregie organisiert und durchgeführt. Die Reiseplanung begann mit der ersten Kontaktaufnahme, Beantragung der Visa bis zur Buchung der Hotels, das Transportfahrzeuges und der Abstimmung mit einer ansässigen Tauchbasis. Unsere Planungsdauer betrug ca. ½ Jahr.
Die ersten Hürden waren die Notwendigkeit eines Visas und die Gewichtsbeschränkungen des Gepäcks. Die Visa mussten beim Russischen Konsulat beantragt werden. Hierzu war eine offizielle Einladung aus Russland notwendig, ebenso wie Gehaltsnachweise, eine anerkannte Auslandskrankenversicherung + ein detailliert ausgefüllter Antragsbogen mit Passfoto. Das Freigepäck beinhaltete ein Gepäckstück mit 20kg und 10kg Handgepäck + einen Hand- / Fototasche. Freies Sportgepäck wurde nicht angeboten. Jedes kg Mehrgepäck schlug mit 15€ je Wegstrecke zu Buche. Wir hatten aber unser komplettes Tauchequipment ohne Blei und Flaschen dabei. Also musste bei dem restlichen Gepäck sehr gespart werden. Der Flug ging von Frankfurt am Main mit Aeroflot nach Irkutsk, mit Umsteigen in Moskau. Von Irkutsk ging es mit einem Mietwagen (SUV => war bei den Überlandstraßen notwendig) nach Listwjanka an der Ankara (Ausfluß des Baikalsees). In einem kleinen, einfachen Hotel bezogen wir unser Quartier. Als Tauchpartner hatten wir eine Tauchbasis aus Irkutsk mit einer Außenstelle in Listwjanka ausgesucht. In den Folgetagen absolvierten wir 10 Tauchgänge am Ufer des Baikalsees. Jeder Tauchgang war einzigartig. Die Sichtweiten lagen zwischen 5 und 20 m unter Wasser und die Wassertemperatur betrug immer unter 2°C !!! Also war eine sehr gute Trockentauchausrüstung Grundvoraussetzung. Zu sehen bekamen wir für den Baikalsee typische Schwämme, Krabben und Kleinfisch, sowie ein versunkenes Dorf, einen alten Lada (russisches Auto) sowie eine historische Kannone. Leider blieben uns unter Wasser Großfisch und die Baikalrobbe verwehrt. Am Ende unserer Reise verlegten wir unser Quartier auf die Insel Olchon nach Chuchir. Die 270 km bewältigten wir mit unserem SUV auf den meist Off Road artigen Straßen problemlos. Zeit und Gelassenheit sind hierzu aber hilfreich, ebenso wie ein geländegängiges Fahrzeug. Untergebracht und verpflegt waren wir hier in eine Blockhüttensiedlung. Alles sehr rustikal, einfach aber sauber und nett. Hier absolvierten wir weitere 2 Tauchgänge. Dort auf der Insel waren wir die einzigen Taucher. Unsere Tauchbasis aus Irkutsk begleitete uns mit einem Fahrzeug inkl. eines mobilen Kompressors. Zurück ging es dann auf eigener Achse bis Irkutsk. Nach einer Übernachtung flogen wir zurück in die Heimat.
Die Verpflegung in unseren Unterkünften, am Hafen und in den Gaststätten war typisch russisch. So ging es morgens durchaus mit Borretch, Würstchen, warmen Kraut usw. los. Es gab Soljanka, Borschtsch und Schaschlyk. Mittlerweile gibt es sogar trinkbares Russisches Bier (Baltika 7). An den Tauchplätzen waren wir bis auf eine Ausnahme die einzigen Taucher, oft sogar die einzigen Besucher. Unser „Ossi“ im Team war sehr hilfreich mit seinen Russischkenntnissen, bei der Verständigung, beim Einkaufen und Orientierung auf unseren Trips. Englisch wurde nur rudimentär gesprochen und Deutsch konnten wir nur einmal auf Olchon mit Einheimischen sprechen. Die Russen waren generell nett, hilfreich und freundlich. Es gab keine Situation, wo wir uns über den Tisch gezogen fühlten. Beim aktuellen Euro - Rubel – Wechselkurs (1Euro = 40 Rubel) waren sowohl die Taucherei und die Lebenshaltungskosten (Lebensmittel, Gaststätten) für uns recht günstig. Einige Rechnungen konnten wir sogar in Euro zahlen. Alles in allen war es ein aufregender und sehr schöner Tauchurlaub in einer landschaftlich, zauberhaften Umgebung.

Statistisches

Baikalsee:

680km lang
80km breit
1638m tief
befindet sich 454m über normal Null
20% der Süßwasserreserven der Erde
Wasser hat Trinkwasserqualität
Wassertemperatur max. 10°C, meist deutlich darunter (wir hatten 1,5°C beim Tauchen)
Eisdeckendicke im Winter bis zu 6m
ca. 2000 Tiere und Pflanzen welche es nur dort gibt (z.B. Süßwasserrobben, Omul, Baikalkrabbe)
ca. 365 Zuflüsse und nur einen Abfluss die Angara

Zeitverschiebung:

+7 Stunden zu Deutschland

Zahlungsmittel:

Rubel (Kurs 40 : 1 zum Euro) => 10 Rubel = 0,25 €
Euro und Dollar werden auch gern genommen

Straßen:

Oft marode (uneben + Schlaglöcher) außerhalb von Ortschaften und teilweise nur Schotterpisten (also Off Road)

Gesamtflugzeit:

ca. 8,5 Stunden

Bier (russisch):

Baltika 3 und Baltika 7 sind trinkbar

Lebensmittel:

Einheimische sind günstig, europäische sind teuer. => für die meisten Russen sehr teuer !

Netzspannung:

230V deutsche Stecker sind nutzbar

Sprache:

Russisch (überall)
Englisch nur an Flughäfen, in guten Hotels und an wenigen anderen Stellen, sonst eher rudimentär. Was oft zu Missverständnissen führte. Vereinzelt (auf Olchon in Chuchir) wurde sogar Deutsch gesprochen.

Internet:

nur in Hotels, ggf. auf der örtlichen Post (meist recht langsam)

Handy:

Relativ gute Netzabdeckung (mit deutschen Verträgen oft besser als mit einheimischen). Telefonieren ist aber mit deutschem Vertrag recht teuer (ca. 2,60€/min). Es ist empfehlenswert eine russische SIM Karte zu kaufen.

Trinkwasser:

Kann problemlos getrunken werden. Es ist völlig unbedenklich gewesen.

Unterkünfte:

Gr. Hotels haben europäischen Standard (auch Speisen). Die anderen sind eben russisch, dh. sauber, aber einfach. Die Wasser- und Elektroinstallationen dürfen nicht mit deutschen Maßstäben betrachtet werden :-)

Fahrzeuge:

Von den original Russischen Fahrzeugen (Ladas, Shigulis, Wolgas, Gas, UAS…) sind viele Schrotthaufen – werden aber noch benutzt. Es werden viele japanische rechtslenker Autos (bei Rechtsverkehr) gefahren. Bei Mopeds fahren auch einige alte russische Modelle (Dnepr, Molotov, Ural) meist in ländlichen Regionen und fast immer mit Beiwagen. Ansonsten sind ausländische moderne Modelle eher selten im Straßenbild.

Ich bin Anfang Juni mit der MS Kartesh zu einer Tauchexpedition im hohen Norden Russlands in der Barentsee aufgebrochen. Gebucht habe ich die Fahrt über ein Moskauer Tauchcenter, das einfach über die Seite www.dive.ru (auch englischsprachig) zu finden ist. Planung und Durchführung liefen perfekt - auch habe ich als Vorbereitung dort noch den Trockentauchschein von PADI gemacht.

Sicherlich ist die Fahrt dorthin etwas aufwendig, man kann die Reise eigentlich nur über Moskau antreten - Aber ich finde, es lohnt sich: Kelpwälder, Steilwände, Kamtschatkakrabben, Jakobsmuscheln, Seenanemonen, Seerobben - es gibt wirklich jede Menge zu sehen, dazu ist das Tauchen auch recht anspruchsvoll.

Der Einstieg in die ca. 4 Grad kalten Fluten erfolgt in der Regel vom Zodiac aus. Die Größe der Tauchgruppen beträgt maximal 4-5 Personen. Mitunter kann es starken Wellengang geben. Die Sichtweiten unter Wasser sind erstaunlich gut und lagen bei bis zu 15 Metern, teilweise aber auch nur zwischen 5-10 Metern.

Die MS Kartesh ist sehr gut auf die maximal 12 Taucher an Bord eingestellt. Natürlich gibt es eine Füllstation, dazu sehr praktische Möglichkeiten, Tauchausrüstung zu verstauen. Für die Anzüge steht zum Beispiel eine warme Kleiderkammer zur Verfügung. Auch die Crew an Bord war sehr umsichtig und extrem hilfsbereit.

Übernachtet wird in 2-er Kabinen mit eigener Dusche. Die Verpflegung an Bord ist sehr gut - es gibt viel Fisch, reichlich gute russische Küche. Dazu natürlich immer ein Gläschen Vodka! Übrigens stehen Landausflüge (Wanderungen und Schaschlik Grillparty) sowie Angeltouren mit auf dem Programm der ca 6-Tägigen Fahrt.

Man muss sich darauf einstellen, dass man höchtswahrscheinlich der einzige westliche Ausländer an Bord ist. Russisch-Kenntnisse sind also von Vorteil, aber nicht zwingend erforderlich, da die gut ausgebildeten Tauchguides auch teilweise Englisch sprechen. Die Gemeinschaft an Bord war extrem herzlich - etwas wehmütig bin ich von dieser Fahrt zurückgekommen. Es war wirklich ein Erlebnis, zumal wir auf dem Rückweg noch zwei Minkwale gesehen haben. Kurz gesagt - es blieb kein Wunsch offen - ich kann nur die volle Punktzahl vergeben.

Zum Schluss noch eine Bemerkung: Vielleicht liegt es an dem zeitlichen Abstand - ich kann mich jedenfalls an kein negatives Erlebnis erinnern. Dennoch: Reisen in Russland sind anders! Sprich: Es kann hier und da mal etwas dauern - auch sollte man nicht absolut gleiche Ansprüche an den Komfort wie in Deutschland stellen.

Man muss sich, um eine solche Fahrt geniessen zu können, auf Land und Leute einstellen - überraschende Situationen können nun mal passieren. Mit etwas Geduld und Humor kommt man immer am besten weiter.





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