Anfahrt / Anreise:
Mehrtagestour Safariboot Tagesboot (Port Sudan)
Örtlichkeit / Einstieg:
Safariboot Zodiak
Wasser:
Salzwasser
Erreichbarkeit:
Bootstauchgang
Max. Tiefe:
38 m
Schwierigkeit:
Tauchgangstyp:
Wrack-TGStrömungs-TGHöhlen-TGBergseetauchgangSteilwandtauchgang
Nächste Füllmöglichkeit:
Tauchregulierung:
Diveguide Buddyteam
Nächster Notruf / Kammer:
nicht bekannt

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Umbria - Mein Logbucheintrag

Es ist nun schon knapp ein Jahr her, dass ich die Umbria zum ersten Mal betaucht habe. Schon damals hat sie mich auf besondere Weise fasziniert. Im Buch “Manta Teufel im Roten Meer“ von Hans Hass las ich das erste Mal über die Umbria, und schon damals beeindruckte mich die Geschichte vom Untergang. Die Eindrücke, die Hass über seine ersten heimlichen Tauchgänge beschrieb, sind in Erinnerung. Das Verbotene, die explosive Brisanz oder einfach nur die Stille und Ruhe eines versenkten Frachters, so wirklich kann ich es nicht sagen, was das Kribbeln im Bauch ausmachte, als ich in meine Tauchklamotten schlüpfte.
Heute ist die Umbria durch ihre Lage vor Port Sudan ein Highlight auf allen Sudantouren, sie hat sicherlich schon einiges eingesteckt. Sammler haben ihr übriges getan, aber ihr einzigartiges Flair strahlt sie noch immer aus.
Kamera bereit! Luft gecheckt! Los geht es! Das Ziel sind die Laderäume, bevor die Sicht auf Null reduziert. Absprung direkt über dem Heck abtauchen und rein in den ersten Laderaum. Explosive Ladung, da kann man schon verstehen, warum die Sudanesen Angst hatten, dass von Port Sudan nicht viel übrig bleiben wird, wenn sie gezündet würde. Der Maschinenraum gehört der ersten Tauchgruppe. Also vorbei und weiter an der Backbordseite Richtung Bug, vorbei an Kapitänskabine, an den lichtdurchfluteten Aufbauten. Sie mussten warten. Da war er, mein Lieblingsladeraum, erst die Zementsäcke, Kabelrollen und dann die Fiats. Bloß nichts berühren, leichter Frogkick, wenig atmen... Ich werde belohnt. Die Fiats 1100 Lunga, kaum Sediment im Raum - innehalten - Auslöser drücken. Erinnerungen kommen auf, als ich zum ersten Mal hier war, die Ruhe, die Dunkelheit… Was wird wohl Hass hier gedacht haben. Leise umrunde ich die Autos und werfe ein Blick ins Innere der Wagen. Innerlich zufrieden mit einem letzten Blick dem Lichtstrahl folgend verlasse ich den Laderaum, die ersten Mittaucher sind im Anmarsch, ich weise ihnen den Weg. Weiter tauche ich zum „Weinkeller“. Die Rotweinflaschen liegen kreuz und quer und sind von feinem Sediment überzogen. Ich schwebe über die Flaschen hinweg und versuche, meinen Atem ruhig zu halten… Bloß nicht so viele Luftblasen… Auf den Auslöser drücken – geschafft.
Nun kann ich das Wrack richtig genießen. Ich lasse mich in die Tiefe sinken, aus dem Nebel tauchen die beiden kleinen Rettungsboote am Grund auf. Froh, dass damals die Besatzung komplett von Bord war, als der Kapitän die Luken öffnen ließ und sein Schiff versenkte. Ich tauche Richtung Bug weiter, über die Seilwinden hinweg, die von Korallen überwuchert sind, sehe die bewachsenen Masten, die ins weite Blau reichen, umkreist von vielen Fahnenbarschen. Das Meer hat das Wrack zu einem Zuhause für viele Meeresbewohner gemacht, überall sprießen Korallen in verschiedenen Farben, überall Leben. Kurz flackert ein Gedanke an die “Black Pearl“ aus „Fluch der Karibik“ auf und der Gedanke, dass sich Korallen-Körper aus den Flanken lösen könnten. Langsam reduziere ich meine Tiefe und tauche Richtung Bug weiter. Dort angekommen folge ich mit dem Blick den Ankerketten in die Tiefe. Die Sonnenstrahlen spielen auf dem Schiffsrumpf, und ich schwebe zufrieden und in Ruhe zum Heck zurück. Ich denke an die vielen Stunden, die ich mit der Umbria verbracht habe und bin zufrieden.
Einer von 5 Tag-Tauchgängen & 1 Nachttauchgang: 5.3.2017 Zeit: 84 min; Tiefe: 25,2 m; Wassertemperatur: 25°C
Nachttauchen an der Umbria – geheimnisvoll und still. Lagerräume und das Innere des Wracks waren absolut TABU! Viele Fische schliefen in den Schlupflöchern, Muränen blieben uns verborgen, sollen aber nachts hier sehr aktiv sein. Durch die vielen Lichtstrahlen unserer Lampen umgab die Umbria ein bisschen Geisterfeeling. Ein Nachttauchgang an der Umbria - ein absolutes Highlight!
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UMBRIA Wrack

Die Umbria gilt als eines der bekanntesten Wracks des Roten Meeres im Sudan, so dass man hier im Gegensatz zu anderen Riffen selten allein ist . Neben der interessanten Geschichte ihres Unterganges, war es Hans Hass, der sie bekannt machte. Hans Hass war einer der ersten Taucher, der die Genehmigung erhielt in diesem Wrack mit seiner explosiven Ladung zu Tauchen. Seine Filme und Fotos trugen zum Bekanntheitsgrad des Wracks erheblich bei.
Die Umbria liegt am Wingate Reef in ruhigen Gewässer. Die Minimaltiefe beträgt 5m, Maximaltiefe 38m. Sie liegt sehr schräg zur Backbordseite geneigt. Der sandige Untergrund, die unmittelbare Lage zur Hafeneinfahrt, sowie die geringe Strömung sind Ursachen für die teils verminderte, etwas trübe Sicht.
Hier sollten 2 Tauchgänge eingeplant werden.
Im ersten Tauchgang kann man bequem die Umbria in ihrer gesamten Länge von 155 m betauchen. Man beginnt am Heck an der Steuerbordschraube mit großem Ruderblatt, dann folgt man rechte Schulter dem Wrack . Das Wrack ist mittlerweile sehr schön bewachsen und lässt den Fotografen immer wieder neue Motive finden. Auf dem Sandboden lassen sich noch die Ladebäume, Schornsteinreste und die Rettungsboote erkennen. Auf dem Rückweg vom Bug her kann man die Reeling und die Aufbauten durchtauchen. Hier findet man noch die Badewanne, WC ….Die einfallenden Licht strahlen bewirken ein schönes Lichtspiel.
Den Tauchgang kann man mit einem Sicherheitsstopp auf 5 m sehr gut auf der Steuerbordseite durchführen und die Seenadeln, die hier ein Zuhause gefunden haben betrachten.
In einem weiteren Tauchgang sollte man sich die Laderäume systematisch vornehmen. Achtung das feine Sediment lässt die Sicht sehr schnell auf Null sinken. Lampe erforderlich! Die Laderäume sollten daher immer in kleinen Gruppen und mit äußerst vorsichtigem Flossenschlag betaucht werden. In den Laderäumen des Mittelschiffes findet der Taucher die Zementsäcke, Weinflaschen, Kabelrollen, Marmeladengläser…. Der meist betauchte Laderaum ist der Laderaum 3 (von Bug her). Durch einen schmalen Durchlass (Achtung Lampe erforderlich!) re Schulter rein gelangt man zu den 3 geparkten Fiat 1100 Lunga! Man kann die Laster umrunden (li Schulter)und kommt wieder zum Ausgang! Hier sollten wirklich kleine Gruppen in Abständen durchtauchen, denn das Sediment ist sehr fein und durch die Aufwirbelungen reduziert sich die Sicht erheblich.
Zum Abschluss nimmt man sich noch einmal die Aufbauten und die Reeling vor, findet die 2 Räume mit den Badewannen und WC und taucht dann gemütlich wieder auf der Steuerbordseite aus.
Das Wrack ist an sich für Anfänger geeignet, beim Betauchen der Laderäume sollte eine gute Tarierrung und angemessener Flossenschlag ein Muss sein!!!!
Die Umbria hatte eine sehr explosive Ladung an Bord und deshalb sollte äußerste Vorsicht beim Anfassen von Gegenständen geboten sein!
Die Sammelwut so mancher Besucher hat seine Spuren auch hier hinterlassen, trotzdem ist die Umbria ein sehr interessantes und sehenswertes Wrack!
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Die Umbria ist ein Schiffswrack im Roten Meer und ...

Die Umbria ist ein Schiffswrack im Roten Meer und war ein Schiff der italienischen Marine. Die Umbria wurde 1911 in Hamburg als Bahia Blanca fertiggestellt und diente in den 20er-Jahren in Argentinien. 1935 wurde das Schiff von der italienischen Regierung gekauft, umbenannt und zum Truppenschiff umgebaut. Der Kapitän versenkte sein Schiff während des zweiten Weltkrieges im Juni 1940. Der Frachter war auf dem Weg nach Kalkutta und war beladen mit 360 000 Bomben, Geländefahrzeuge, Geschützen und weiterem Kriegsgerät. Ferner waren tausende von Flaschen Wein und Zement an Bord. Vor Port Sudan sollte das Schiff durch die Engländer kontrolliert werden. Da der Kapitän kurz vorher erfahren hatte, dass Italien an der Seite der Deutschen in den Krieg eingetreten war, entschloss er sich für eine Versenkung, da die Ladung nicht in die Hände der Feinde fallen sollte. Das intakte und wundervoll bewachsenen Wrack der Umbria liegt in den geschützen Gewässern vor Port Sudan im Roten Meer am Wingate Reef in flachen Gewässern und erfreut seit vielen Jahren jener Sporttaucher, die den abenteuerlichen Weg dorthin auf sich nehmen.

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