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Rubis, St. Tropez

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Anfahrt / Anreise:
Boot, Schlauchboot, Zodiac
Örtlichkeit / Einstieg:
Freiwasserabstieg, oft Strömung
Wasser:
Salzwasser
Erreichbarkeit:
Bootstauchgang
Max. Tiefe:
36m
Schwierigkeit:
Für Fortgeschrittene
Tauchgangstyp:
Wrack-TGStrömungs-TGHöhlen-TGBergseetauchgangSteilwandtauchgang
Nächste Füllmöglichkeit:
zB. European Diving School
Tauchregulierung:
CMAS *** oder in Begleitung
Nächster Notruf / Kammer:

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Bewertungen(2)

Die untenstehende Beschreibung hat uns sehr gehol ...

Die untenstehende Beschreibung hat uns sehr geholfen und uns auf unseren Rubis Tauchgang vorbereitet.

Es war unbeschreiblich! Entegegen der Erwartung unseres Guides (Olivier von Le Grand Bleu in Sainte Maxime) gab es kaum Strömung, wenn auch der Seegang recht ordentlich war. Üblicherweise gibt es zwischen 10m und 30m eine sehr starke Strömung. Das Wasser war superklar und man konnte die rubis ab einer Tiefe von ca. 15m in voller Länge sehen. Zu bemerken ist, dass der Sandboden frei von Sedimenten ist und es auch bei einer evtl. Grundberührung nicht zu Sichtverlust kommt.

Aus fast jedem Loch schauten uns Conger Aale an, die sichtlich ungehalten über die Störung waren. Ich muss ergänzen, dass wir mit unserer Gruppe (8 Taucher) alleine an dem Wrack waren.

Leicht wird ein Tauchgang an der Rubis zu einem Deko Tauchgang, denn die Faszination ist unbeschreiblich und darüber verdrängt man halt gern die Zeit...

Wem sich die Gelegenheit bietet, dort hin zu kommen, dem sei es eindringlich empfohlen. Auch wenn ein Eindringen in das Innere nicht möglich ist, ist es doch faszinierend dieses Boot aufrecht auf dem hellen Sandboden zu umrunden.
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Minenleger U-Boot der Saphir Klasse

Minenleger U-Boot der Saphir Klasse 1931 - 1957
Die Rubis wurde 1931 erstmals zu Wasser gelassen. Als viertes U-Boot in der Saphir-Klasse wurde es, konzipiert als Minenleger, in der Werft in Toulon gebaut. Die Töchterschiffe Saphir, Turquoise und Nautilus wurden vor der Rubis und die Diamant sowie Perle wurden bis 1937 fertiggestellt.
Die Saphir-Klasse war mit einer modernen Minenlegervorrichtung ausgestattet. Hierbei wurden die Minen außerhalb der Druckkabine in 16 Silos, jeweils zwei übereinander, gelagert. Auf beiden Seiten des Schiffs waren jeweils vier Silos vor und hinter dem Ballasttank im Mittelsegment des U-Boots symmetrisch positioniert. Somit wurde die Trimmung nur geringfügig beeinflußt. Kurz bevor die Minen dann mit Druckluft aus den Silos geblasen wurden, verharrte das U-Boot in der gleichen Tiefe um die Drucksensoren der Minen auf diese Schwebetiefe zu eichen. Die Minen wogen je 1.090kg (im Wasser 375kg) und waren mit 220kg Sprengstoff beladen.

Nach der Fertigstellung war die Rubis weiterhin in Toulon stationiert. 1936 wurde sie nach Cherbourg verlegt, um die Minenlegung im rauen Atlantik zu trainieren. Kurz vor Ausbruch des zweiten Weltkrieges wurde die Rubis erneut nach Toulon zurückbeordert, nicht zuletzt auch wegen dringender Wartungsarbeiten. Im Januar 1940 wurde sie dann nach Brest verlegt, um für einen Einsatz zur Hilfe der finnischen Marine gegen Rußland zu unterstützen. Zu diesem Einsatz kam es aufgrund einer englischen Intervention und der Tatsache, daß bis zum Ende des Umbaus Finnland schon kapituliert hatte, nicht. Mit dem Eindringen der deutschen Wehrmacht nach Dänemark und Norwegen im April 1940 wurde der Rubis eine neue Mission durch die Alliierten Streitkräfte zugeteilt. Es sollten wichtige Nachschubwege der Deutschen mit Minenfeldern blockiert werden und damit der wichtige Eisenerz Nachschub gestört werden. Da England nicht genügend U-Boote für diese Aufgaben zur Verfügung hatte, wurde die Rubis an England verliehen.

Am 3.Mai 1940 war es dann soweit. Die Rubis startete zur ersten kriegerischen Mission. Zu Beginn des Krieges war die Bedrohung durch Flugzeuge noch recht gering und somit wurden nur in Küstennähe oder bei Sichtung eines Flugzeuges auf Tauchfahrt gegangen. Der Vorteil war hierbei natürlich auch die höhere Geschwindigkeit der Dieselmotoren gegenüber dem Elektroantrieb. Insgesamt wurden bis Ende 1944 insgesamt 28 erfolgreiche Missionen ausgeführt. Dabei wurden 683 Minen gelegt, durch die zahlreiche Versorgungsschiffe beschädigt oder versenkt wurden. Im direkten Kampf mit den Torpedos wurde ein riesiges Versorgungsschiff versenkt. Leider wurde hierbei auch die Rubis selbst beschädigt und konnte sich nur mit Mühe hinter die feindlichen Linien retten. Sie trieb antriebslos für einen Tag in der Nordsee und konnte nach einer Notreparatur mit einem Motor und ohne die Möglichkeit zu tauchen Portsmouth erreichen. Es dauerte dann bis November 1941, bis die Rubis neue Batterien erhielt und die beschädigten Ballasttanks und der Kiel wieder repariert waren.
Die Rubis wurde am 3.7.1940, nach dem Einmarsch der Deutschen in Frankreich von der englischen Armee formal konfisziert und den freien französischen Streitkräften zugeteilt.
Da zu diesem Zeitpunkt kein Nachschub von französischen Minen mehr stattfand, wurde die Rubis als Angriffs-U-Boot ohne jeglichen Erfolg, eingesetzt. Dies lag nicht zuletzt an der kleinen Anzahl von Torpedorohren (2). Im Frühjahr 1941 wurde sie dann in England für das Aussetzen von britischen Minen umgebaut. Im September 1942 wurde sie dann erneut überholt, und die mangels französischer Munition nutzlosen Maschinen- gewehre wurden durch ein neues 20mm Maschinengewehr hinter dem Turm ersetzt. Auf der Brücke wurden zwei zusätzliche 8mm Maschinengewehre montiert, und zusätzlich wurde eine Radarausrüstung eingebaut.
Nach der 28. Mission und der Notwendigkeit von erheblichen Reparaturen wurde die Rubis nur notdürftig repariert und im Juni 1944, nach Kriegsende, nach Falmouth / Frankreich überführt. Dort wurde sie außer Dienst gestellt. Später dann repariert und weiter eingesetzt. 1950 wurde sie erneut außer Dienst gestellt und verblieb bis 1957 im Hafen von Toulon.
Um als Übungsziel für die französische Marine zu dienen, wurde sie am Cap Camarat, zwischen Toulon und St. Tropez, versenkt. Dort steht sie aufrecht auf dem Grund und darf seit einigen Jahren betaucht werden.

Nur selten ist es dem Taucher vergönnt, die Rubis mit 66m Länge im Ganzen zu sehen. Auch bei guter Sichtweite von über 40m offenbart sich die Rubis erst ab 20m Tiefe, und man sieht auch dann nur 2/3 des U-Boots. Direkt am U-Boot sieht man selten mehr als die Hälfte, also bis zum Turm.
Die Rubis steht majestätisch und nahezu aufrecht im Sand. Am Bug ist sie mit einer mächtigen Kette gesichert. Fast könnte man meinen, man muß nur einsteigen und schon fährt sie wieder. Erst auf den zweiten Blick erkennt man, daß sie vollständig bewachsen und von außen schwer geplündert ist.

Bewohnt ist sie in nahezu jedem Hohlraum. Überall lauern die schönen aber sehr schreckhaften samtigblauen Conger-Aale. Angeblich lebt im Inneren der Rubis ein riesiges Exemplar, das den Eingang verteidigt. Ob diese Geschichte wahr ist, würde ich bezweifeln, aber sie wird hartnäckig weitererzählt. Auf jeden Fall klingt es schaurig- "schön" und läßt viel Raum für Phantasien.
Wir haben trotz der guten Einsicht durch die offene Turmluke NICHTS gesehen.

Leider ist von der Bewaffnung auch nichts mehr zu sehen, denn diese wurde vor dem Versenken entfernt. Leider war ich für den Bewohner in einem "Topf", ein stattlicher Conger, immer etwas zu langsam. Blitzscheu verschwand er immer wieder in ......
Bis jetzt konnte ich nicht identifizieren welche Funktion diese "Töpfe" hatten. Es sind auf jeden Fall keine Minensilos. Die Silos mit entfernten Abdeckplatten kann man gut erkennen.

Überall am Wrack sieht man Spuren, die von anderen Tauchern erst kürzlich hinterlassen wurden. Einen Blick in das Innere zu erhaschen reizt enorm. Erwarten kann man hier ein Chaos von herunterhängenden Rohren und Kabeln. Der im U-Boot befindliche Schlick kann in Sekunden jegliche Sicht versperren. Erst vor wenigen Tagen wurde das Bullauge freigekratzt und ist jetzt von frischem Rost umrandet. An der vorderen Einstiegsluke sieht man frisch verrostete Kratzspuren, die vom Eindringen in das Innere der Rubis zeugen.

Die Lage dieser Details kann ich nicht mehr genau bestimmen. Überall an der Rubis fehlen Planken. Ohne Notizen beim Fotografieren ist eine spätere Zuordnung fast nicht möglich. Ein Aufrißbild (technische Zeichnung) konnte ich noch nicht ausfindig machen.

Auch bei starker Strömung an der Oberfläche ist diese an der Rubis meistens schwach, und somit ist trotz der Tiefe der Tauchgang einfach. Der Auf- und Abstieg wird durch das Ankerseil, das meistens am Turm festgemacht wird, erleichtert.

In den folgenden Jahren werden wir die Rubis noch mehrfach besuchen, und ich hoffe, dann noch bessere Übersichtsbilder mitzubringen. Es fehlen uns auch noch Detailbilder der Minensilos sowie Torpedoausläße.
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