Kroatien, eine Alternative? Besuch bei Najada Diving

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23.06.2020 14:02
Kategorie: Reise

Basenbesuch nach dem Corona Lockdown

Nach dem Besuch auf Krk geht es nun ca. 3 Autostunden weiter südlich nach Murter zur Basis „Najada Diving“. Auch diese Fahrt verläuft absolut Problemlos. In Murter nach einem langen Tag angekommen, stellen wir erfreut fest, dass auch hier bereits wieder eine große Anzahl von Restaurants wieder geöffnet sind.

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Zuvor jedoch zeigt uns Leo – Instruktor von Najada Diving - die Basis und erklärt uns die ‚gewöhnlichen‘ Abläufe. Nachdem wir auch hier die einzigen Gäste sind, ist im Moment aber alles andere als ‚gewöhnlich‘.

Bei Najada werden mit den basiseigenen Booten die etwa 60 Tauchplätzen in den Kornaten, davon neun direkt im Kornati Nationalpark, angefahren. Gleich am ersten Tag wird mit „Kaprije“ eine Steilwand angelaufen, die mit schönem Bewuchs und einem Überhang bis auf zirka 45 Meter abfällt. Am nachfolgenden Tauchplatz „Kukuljari“ gehen wir dann auf die Suche nach Nacktschnecken und anderen Kleinlebewesen, obwohl auch hier tiefere Tauchgänge möglich sind.

Für den folgenden Tag hat uns Leo etwas Besonderes versprochen. Was das ist? Hierzu hüllt er sich in Schweigen und wirkt sich dabei grinsend seiner Sache sehr sicher.

Zunächst steuert er das Boot nach „Plicgrmeni“. Ein Unterwasserhügel, neben dem ein kleines Wrack (ca. 35 Meter) liegt und von welchem nur noch die Metallteile übrig sind. In diesen versteckt sich dann als Zugabe noch ein kleiner Gabeldorsch. Damit nicht genug, direkt danach führt er uns an der daneben beginnenden Steilwand entlang. Solche einen Bewuchs haben wir im Mittelmeer noch nicht gesehen. Mittelmeerkorallen soweit das Auge reicht. Wer in Ägypten bunte Korallen auf bis zu 20 Meter genießen kann, der wird von den ersten 20 Metern im Mittelmeer enttäuscht sein. Hier sind die Farben tiefer aber dann mindestens genauso intensiv, wenn man entsprechendes Licht dabeihat. Aufgrund der größeren Tauchtiefen wird von Seiten „Najada“ auch der Einstieg ins technische Tauchen angeboten und bewusst gefördert. Eine Deko mit einer separaten Nitrox Flasche erhöht die Sicherheit hier doch deutlich.

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Was uns besonders fasziniert, auch wenn die Entfernung zu unserer ersten Station Krk gerade einmal zirka 150 Kilometer Luftlinie beträgt, treffen wir hier zum Teil andere Tiere an. Während in der Nordadria Conger Aale, Blaustreifenspringkrebse und Seespinnen anzutreffen sind, so sehen wir diese Tiere hier nicht. OK Seespinnen sieht man ja sowieso meist nicht.

Stattdessen begegnet uns direkt beim ersten Tauchgang ein Zackenbarsch. Später dann auch noch Langusten und sogar eine Muräne. Dabei ist das Wasser hier gerade einmal ein bis zwei Grad wärmer. In jedem Fall ein Grund beide Destinationen häufiger zu besuchen und zu prüfen ob sich die Erfahrungen aus diesen kurzen Tagen auch langfristig bestätigen.

Den zweiten Tauchgang absolvieren wir am Wrack einer im zweiten Weltkrieg abgestürzten Stuka durch. Ja richtig ein Sturzkampfbomber. Eigentlich unglaublich das so etwas noch im Meer liegt. Das Wrack der Junkers 87 liegt in etwa 30 Meter Wassertiefe und ist in einem bemerkenswert guten Erhaltungszustand. Die italienischen Piloten waren wohl noch in der Lage das Flugzeug zu wassern und sich anschließend an Land zu retten. Besonders für Fotografen ein absolutes Highlight. In jedem Fall hat Leos Ankündigung „etwas Besonderes“ für jeden der beiden Tauchplätze zugetroffen. Welchen der beiden Tauchgänge er ursprünglich meinte, wird wohl sein Geheimnis bleiben. Beide Tauchgänge waren außerordentlich schön und diese Plätze sollten sich erfahrene Taucher nicht entgehen lassen.

Am darauffolgenden Tag schlug das Wetter um. Der Jugo (warmer Südwind) sorgt für Regen aber noch schlimmer ziemlichen Seegang. Um am letzten Tag dennoch tauchen zu können haben wir uns kurzerhand bei Leo ein Seepferdchen bestellt. An einem kleinen Badestrand in der Nähe der Tauchbasis sollte dies zu finden sein. Was soll man sagen? Nach nur einer Minute hatte Leo den kleinen Kerl gefunden. Als hätte dieser auf uns gewartet.

Am nachfolgenden Tag geht es die 800 km zurück nach München. Auch hier keinerlei Probleme. Kontrolliert wurden wir bei der kroatischen Ausreise und bei der Einreise nach Slowenien. Danach nicht mehr. Interessanterweise war bei der Einreise nach Österreich (hier galt nach Einreise noch die 14-tägige Quarantäne) der Grenzposten nicht einmal besetzt.

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Was nehmen wir mit aus diesem Kurzurlaub? Kroatien ist landschaftlich, kulturell als auch kulinarisch eine Alternative. Gerade auch mit Familie stellt das Land an der Adria eine perfekte Alternative dar. So kann man als einzig tauchendes Familien Mitglied, sein Hobby auch mit der Familie vereinen. Während auf Krk meist mit einem Tagesboot gefahren wird, auf welchem in der Regel auch Platz für die Familie ist, so sind die kleineren Boote von Najada Diving recht zeitig am Nachmittag wieder zurück. Auch für das ambitionierte Taucherherz wird eine Menge geboten. Sicher das Wasser ist nicht so warm wie zum Beispiel in Ägypten. Auch wer Wert auf bunte Korallen legt, muss kleinere Abstriche machen. Wer aber ausgebildet ist etwas tiefer zu tauchen und über entsprechendes Licht verfügt, der wird auch in im Hinblick auf Farben und Korallen unter Wasser mehr als nur zufrieden gestellt sein. Die Wracks in der Adria sind hier mit Sicherheit ein Sahnehäubchen der Extraklasse.
 

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Interview mit Fun Diving Krk und Najada Diving


Weitere Informationen:
Najada Diving Webseite
Najada Diving auf Taucher.Net