Wrack der Sarah H. (SS "Kingston"), Sha'b Ali

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Bei dem Wrack in diesem Bericht handelt es sich um die Überreste des Schiffs SS "Kingston" im Roten Meer, daß eigentlich besser unter dem Namen Sarah H bekannt ist. Wie öfters in diesem Gewässer handelt es sich um ein sehr altes Wrack, bei dessen Wiederentdeckung man keinen Namen parat hatte und auch die Fischer vor Ort sich wegen der langen inzwischen vergangenen Zeit nicht mehr an den Namen erinnern konnten.
Anfahrt / Anreise:
Örtlichkeit / Einstieg:
Wasser:
Salzwasser
Erreichbarkeit:
Bootstauchgang
Max. Tiefe:
15,
Schwierigkeit:
Für Anfänger
Tauchgangstyp:
Wrack-TGStrömungs-TGHöhlen-TGBergseetauchgangSteilwandtauchgang
Nächste Füllmöglichkeit:
Tauchregulierung:
Nächster Notruf / Kammer:

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Armin750 TGs

Wrack der Sarah H (SS Kingston)

Bei dem Wrack in diesem Bericht handelt es sich um die Überreste eines Schiffs im Roten Meer, daß eigentlich besser unter dem Namen Sarah H bekannt ist.
Wie öfters in diesem Gewässer handelt es sich um ein sehr altes Wrack, bei dessen Wiederentdeckung man keinen Namen parat hatte und auch die Fischer vor Ort sich wegen der langen inzwischen vergangenen Zeit nicht mehr an den Namen erinnern konnten. So dachten sich also nach dem Auffinden ein paar Leute einen Namen aus. Dieser wurde in der Folgezeit immer wieder übernommen,so daß heute das Wrack eher unter dem schon oe. Namen Sarah H bekannt ist. Angeblich soll das so gelaufen sein,daß einer der Finder das Wrack nach dem Namen seiner Frau benannt hat. Ich nehme mal an,daß diese ihm daraufhin ein Ding verpaßt hat- denn welche Frau findet es schon schmeichelhaft, wenn man ein Wrack nach ihr benennt
Zwei, drei Jahre nach der Taufe auf diesen Ausweichnamen wurde dann das Wrack ordentlich identifiziert.Es handelte sich um die S.S. Kingston.

Bei diesem 1.449t-Schiff handelte es sich um einen Schiffstyp der dem der S.S.Carnatic oder auch S.S. Dunraven nicht unähnlich ist: Ein Segelschiff mit zwei Masten und einer einfachen 12-Zylinder - Dampfmaschine. Genauer gesagt handelte es sich bei der S.S. Kingston um eine Brigantine mit Eisenrumpf und einer Schiffsschraube.
Die knapp 78m lange und ca.10m breite S.S. Kingston lief am 16. Februar 1871 in Sunderland bei der Oswald Shipbuilding Company als Frachtschiff vom Stapel und war maximal 11 Knoten schnell.

Lange Zeit fuhr die S.S.Kingston ohne Zwischenfälle die sieben Meere der Welt. Annähernd zehn Jahre nach ihrem Stapellauf liegt die S.S. Kingston in ihrem Heimathafen London, als sie mit einer Ladung Kohle für die Kohlenstation in Aden befrachtet wird.Hiermit sticht sie dann unter dem Kommando von Kapitän Cousins am 20. Januar 1881 in See. Die Reise durch das Mittelmeer und den Suez-Kanal dauert genau einen Monat.Am 20.Februar 1881 werden in Suez die Anker gehoben und der Weg nach Aden fortgesetzt. Die nun vor dem Schiff liegende Seestrecke ist eine der schwierigsten der Welt.Viele Wracks zieren die Riffe des Roten Meeres. Eingedenk dieser Tatsache läßt sich es der Kapitän nicht nehmen weite Teile dieser Strecke selbst am Ruder zu stehen und alles zu überwachen. Nachdem man nun nach fast zwei Tagen rastlosen Wachens fast das offene Rote Meer erreicht hat und die Straße von Suez mit ihren gefährlichen Gewässern annähernd hinter einem liegen,gönnt sich Kapitän Cousins endlich Ruhe und übergibt das Ruder seinem ersten Maat.
Aber schon kurze Zeit später wird der Kapitän aus der Koje gerissen! In den frühen Morgenstunden des 22. Februars 1881 läuft die S.S. Kingston mit voller Wucht vierkant auf das Riff bei Shag Rock auf! Kapitän Cousins ist zwar sofort wieder auf der Brücke, aber das nützt alles nichts....
Nach zwei Tagen Kampf gegen die immer wieder stattfindenden schweren Wassereinbrüche und fehlschlagender Lecksicherungsmaßnahmen sinkt die S.S. Kingston immer tiefer.Trotzdem kämpft man in der Hoffnung weiter,daß bald Hilfe kommen möge.Doch es ist vergebens.Plötzlich sinkt das Heck endgültig in die Tiefe (von heute knapp 17m) und alles was noch von dem Schiff sichtbar bleibt sind die Mastspitzen. Ironischerweise kommt keine zwei Stunden später Hilfe: Kapitän Cousins und seine Mannschaft wird ohne Verletzungen oder Verluste an Menschenleben von den Masten abgeklaubt und gerettet.
Taucht man heute am Wrack muß man realisieren,daß meist eine nicht unbeachtliche Strömung vorhanden ist.Ein Grund am Heck -dem tiefsten Wrackteil mit ca. 17m-den Tauchgang zu beginnen und sich Schraube und Ruder anzuschauen. Die Hecksektion ist noch am besten erhalten.Von hier kann man dann zB. entlang der Reeling in Richtung Schiffsmitte bzw. weiter hoch in Richtung Bug tauchen.

Da das Wrack ja mit voller Gewalt mit dem Bug auflief,ist von diesem so gut wie nichts mehr vorhanden.Auch der mittlere Schiffsteil ist nur noch ein Gewusel von bewachsenen Metallplatten und eigentlich schon fast nicht mehr als Schiffsteil erkennbar.

Einzig erkennbar sind hier noch einige charakteristische Dinge wzB. ein Kessel der Maschinenanlage. Generell gesagt steht das Wrack relativ gerade,evtl. mit einer leichten Seitenneigung am Riff.Zieht man die Strömung in Betracht ist es wohl auch der Ladung zu danken,daß das Wrack sich in dieser Position hält.Ähnlich wie bei der S.S. Carnatic sind auch hier die Decksplanken aus Holz weggegammelt und nur noch die Metallstreben erhalten,auf denen das Deck auf zwei Ebenen auflag und befestigt war.

Charakteristischerweise halten diese Metallstreben aber immer noch die Ersatzschraube,die anscheinend zur schnelleren Reparaturmöglichkeit am Oberdeck mitgenommen wurde.An der Riffseite neben dem Wrack liegen dann neben dem üblichen Schrott noch ein wenig erahnbar die umgestürzten Überreste der Masten und des Schornsteins.

Besondere Anmerkung verdient hier eine etwas üppigere Flora und Fauna als wie sie an anderen Stellen im Sinai zu finden ist.Möglicherweise wegen der Tatsache,daß hier seltener getaucht wird,konnte sich an dieser Stelle eine große und weitgezogene Population von Hartkorallenarten halten als anderswo.Das gleiche trifft auf die bunte Vielfalt von Riffischen zu,die hier gleichsam wie die Tänzer im bunten karibischen Karneval von Kingston hier sich ihr munteres Stelldichein geben. Diese verlocken, den Tauchgang dann am Riff fortzusetzen und sich das alles genau anzuschauen und ggfs. auch mitzumachen. (Bericht von Oliver Meise)
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