Schreibe eine Bewertung

Bewertungen(14)

Teneriffa, das im Südosten von Gran Canaria ...

Teneriffa, das im Südosten von Gran Canaria und im Südwesten

von La Gomera eingerahmt wird, ist mit ca. 2.000 qm Fldche die größte

Insel des Kanarischen Archipels. Die Insel ragt wie eine mächtige

Pyramide aus dem Meer (beim Anflug von Osten über Gran Canaria auf

den Flughafen "Tenerife Sur" - Teneriffa-Süd - oder richtig

"Reina Sofma" - Königin Sofma -, im Süden der Insel

in der Nähe des Windsurfing-Paradies El Midano, gut zu beobachten).

"Tenerife" bedeutet in der Sprache der Ureinwohner, der Guanchen,

soviel wie "Weißer Berg", was wohl von der schneebedeckten

Spitze des 3.718 m hohen Vulkans Pico de Teide herrührt. Der Ursprung

der Kanaren geht vermutlich auf gewaltige seismische Eruptionen zurück,

die die Inseln vor Mio. von Jahren aus dem Meer heraus entstehen ließen.

Einer Legende nach, die auch in Platons Dialogen anklingt, soll das Archipel

ein Überbleibsel des sagenhaften Erdteils "Atlantis" sein,

der aufgrund einer Naturkatastrophe im Meer versank.





Teneriffa war die letzte der Kanaren (La Palma, El Hierro, La Gomera,

Tenerife, Gran Canaria, Fuerteventura, Isla de Lobos, Lanzarote - hier

begann die spanische Eroberung 1402 -, Isla Graciosa, Isla de Montaqa Clara

und Isla de Alegranza), die von der spanischen Armada erobert wurde (unter

Führung von Don Alonso Fernandes de Luego zwischen 1494 -1496) aufgrund

des enormen mutigen Widerstands der Guanchen ein grausames und langwieriges

Unternehmen (insgesamt 94 ! Jahre), das viele Opfer sowohl unter den Guanchen

als auch unter den Spaniern forderte. Mit der Eroberung der Kanaren durch

die Spanier begann der Niedergang der Guanchen, einem möglicherweise

aus Nordafrika stammenden Volk, deren Menschen der Legende nach "tapfer,

stolz, groß und blond" waren. Bis heute hat sich das Idealbild

des tapferen Guanchen besonders auf Teneriffa erhalten: Die "Tinerfeqo"

gelten als stolzer und hochmütiger als die anderen Bewohner der Kanaren.





Teneriffa, die Insel auf der Sonnenseite mit milden Temperaturen

zu jeder Jahreszeit, hat sich zu einem der beliebtesten Reiseziele entwickelt:

Aus Fischerdörfern wurde Hotelstädte, aus Bauern Supermarktbesitzer

und aus Fischern Animateure... Stellenweise sind die Orte, besonders im

sonnensicheren Südwesten, nicht mehr wiederzuerkennen. Ich habe erlebt,

daß ganze unbebaute Landstriche von einem Jahr auf das nächste

total zugebaut wurden. Die Entwicklung hat sich meiner Erfahrung nach besonders

Ende der 80er Jahre - Anfang der 90er dramatisiert. So ist inzwischen Playa

de las Amiricas mit dem ehemaligen Fischerdorf Los Cristianos verwachsen.

Zwar gibt es für Ruhesuchende noch immer Rückzugsgebiete im Westen

der Insel und in den Bergen, aber die Perfektion ist das leider nicht mehr.





Wie in allen touristischen Hochburgen bieten auch die vielen komfortablen

Sportanlagen Teneriffas allen Besuchern Gelegenheit, sich fit zu halten

oder neue Sportarten kennenzulernen, und dies bei gemäßigten

bis mittleren (je nach Lage und Kategorie der Unterkunft bzw. der Sportstätte)

Preisen. Für solche Leute, die nicht gerne im Meer schwimmen oder

sich von Teneriffa nur weiße Sandstrände (davon gibt es übrigens

nur einen, künstlich mit Saharasand angeschütteten, im Nordosten

der Insel bei San Andris - Playa de las Teresitas -, ansonsten herrscht

aufgrund des Lavagesteins nur dunkler bis schwarzer Sand vor) erhofften,

stehen ausreichend Meerwasserschwimmbäder, Swimming-Pools der Hotels

oder das Fun- und Freizeitbad Octopus-Park (Playa de las Amiricas) zur

Verfügung. Daneben locken alle Wassersportarten, besonders Surfen,

Wasserski und Tauchen. Surfen kann man besonders in El Midano ("Surf-City"),

in Playa de los Cristianos und in Playa de las Americas. Auch die besten

Tauchbasen befinden sich an den relativ schönen Stränden im Südwesten

der Insel. Für klassische Sportarten wie Tennis, Reiten oder Golf

gibt es auch zahlreich Möglichkeiten. Auch Cart-Bahnen sind vorhanden.





Als Tauchbasis im Norden hat die VDST-Tauchschule Atlantik im Maritim

Hotel in Puerto de la Cruz einen guten Ruf. Im Süden der Insel kann

ich den Barakuda Tauch- & Surf-Club Playa Paraiso, Hotel Paraiso Floral,

nahe Adeje, wärmstens empfehlen. Diese Basis steht unter der Leitung

von Heinz Scheffler, Tauchsportlehrer CMAS M3, und bietet Tauchausbildung

par excellence!





Der Fischbestand vor Teneriffa ist ordentlich. Muränen aller

Größen, Fischschwärme und Anemonen in allen Farben und

Formen, Gorgonien, Seespinnen, Zackenbarsche, Rochen und teilweise Barracudas.

Je nach Jahreszeit können im Süden Schnorchel-Ausflüge zu

den vor der Küste lebenden Walen unternommen werden.





Wohnen kann man auf Teneriffa in Hotels, Apartmenthotels, Pensionen

und Privatunterkünften aller Preisklassen.





Wertung: Teneriffa hat für mich zwar gegenüber früheren

Zeiten an Wert verloren, jedoch halte ich die Insel noch immer für

die schönste und landschaftlich abwechslungsreichste der größeren

Kanaren-Inseln. Man kann auf Teneriffa viele Erfahrungen sammeln. Auf alle

Fälle lohnt es sich wirklich, auch in die ländlichen Strukturen,

die Berge, die kleinen Fischer- und Bergdörfer "einzutauchen"

und so mehr von der Art des "richtigen" Lebens auf der Insel

zu erfahren und zu erleben. Ich lege als lohnende Ausflugsziele den Bosque

de la Esperanza (Waldlandschaft), das Valle de la Orotava (wunderschönes

Tal), die Las Caqadas (Berge, Nationalpark), Vilaflor (Bergdorf), Santiago

del Teide (Bergdorf), Garachico (Fischerdorf) und Adeje (guter Ausgangspunkt

für Wanderungen) nahe. Es gibt viel zu sehen, packen Sie es an und

lassen Sie sich vom Massentourismus nicht schocken. Tauchsportlich gesehen

bietet Teneriffa für den erfahrenen Taucher zwar auch Interessantes

unter Wasser zu sehen, jedoch wird es mit dem zweiten Urlaub dort einigermaßen

langweilig. Als Übungsgebiet für Tauchschüler und Anfänger

ist besonders der Südwesten und hier die Barakuda Tauchschule von

Heinz Scheffler absolut ideal.