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divezwerginAOWD320 TGs

Im Februar haben wir uns den Traum von Sipadan er ...

Im Februar haben wir uns den Traum von Sipadan erfüllt. Und mit etwas Abstand gesehen, glauben wir, einen objektiven Bericht schreiben zu können. Vornweg: Es war ein Traum.
Anreise Anfang Februar mit Malaysia Airlines bis Kuala Lumpur (mit 15 kg freiem Tauchgepäck pro Person), 3 Tage etwas entspannen in Kuala Lumpur und dann – endlich war es soweit – mit Air Asia nach Tawau. Von dort noch einmal eine Stunde Transfer nach Semporna) und 45Minuten mit dem Boot nach Mabul.

Wir hatten ja vorher auch schon einiges zum Resort gelesen, u.a. zu den Problemen mit den Tauchgenehmigungen für Sipadan, wenn zu viele Taucher im Resort sind. Deshalb haben wir uns gesagt, fahren wir mal in der Regenzeit, also im Februar. Und wir hatten Glück, 3-4 Mal hat es in der Nacht geregnet, 2 Mal am Tag eine Stunde und ansonsten eitel Sonnenschein. Aber das ist sicher nicht immer so.
Die ersten Tage waren im Resort ca. 10-15 Gäste, in den Wasserbungalows noch weniger, (6 Gäste) so dass wir jeden Tag nach Sipadan ´mussten´.

Das Resort wurde dann zwar etwas voller, aber man hatte immer noch den Durch- und Überblick. Nach ca. 1 Woche kam dann eine grössere italienische Reisegruppe (ca. 20 Gäste), die alle sehr nett waren und auch das gleiche wie wir wollten, nämlich tauchen, Ruhe und Erholung. Und nach einer Woche fuhren sie auch schon wieder ab.

Die ersten 10 Tage hatten wir immer das gleiche Boot, die gleiche Crew, den gleichen Guide und die selben Gäste (5 Schweden 2 Holländer, 2 Amerikaner und 4 Deutsche). Alles war entspannt, man konnte Wünsche zu den Tauchplätzen äußern und unser Guide (JoJo) war wirklich sehr nett und sehr aufmerksam.
Wir hatten einen schwedischen Unterwasserprofessor im Resort und auf dem Boot, der dort dienstlich tauchen ´musste´ (wir waren schon etwas neidisch) und das auch noch bezahlt bekommt, er hatte natürlich die nötige Ausrüstung für tolle UW-Fotos und viel Informationen für uns Urlaubstaucher (wer mal schauen will: http://www.pbase.com/borneobent/root). Wir haben auf Fotos hier verzichtet, der Professor hat einfach bessere gemacht.

Die ersten Tage gab es immer 2 Tauchgänge in Sipadan und am Nachmittag noch einen vor Kapalai oder Mabul.
Kapalai ist sicher interessant, aber nachdem die Sicht dort so schlecht war (teilweise 5 m), haben wir nach dem dritten Mal darauf verzichtet und am Nachmittag den Urlaub am Pool bzw. Whirlpool genossen.
Die Tauchplätze vor Mabul sind sehr speziell und nicht jedermanns Sache, aber im Makrobereich grosse Klasse. Schnecken über Schnecken, Sepien und einen flamboyant Cuttlefish, Blauringoctopus (aber leider wieder keinen Mandarinenfisch). Zu einem Nachttauchgang haben wir uns einmal überreden lassen (eigentlich sind 3 Tauchgänge am Tag genug), aber der war grenzwertig genial. Der flamboyant Cuttlefish war wieder da, dazu Krabben, eine span. Tänzerin (rosa) und viel anderes Kleingetier, das wir noch nie gesehen hatten.
Ein toller Tauchplatz ist auch unter der Ölplattform, wir hatten zwar heftige Strömung aber es hat sich wirklich gelohnt.
Das künstl. angelegte Hausriff bei den Wasserbungalows haben wir nicht getestet, es war uns schlicht und einfach zu viel (wir haben insgesamt 40 Tauchgänge gemacht).

Und nun zu Sipadan. Am ersten Abend haben wir im Resort einen Film gesehen, der am gleichen Tag dort gedreht worden war und wir waren etwas erschrocken, alles dunkel, die Sicht nicht so toll und die Riffe, naja….
Wir haben dann aber sehr schnell festgestellt, dass man, wenn man Licht, Farbe etc. haben möchte, einfach nicht so tief gehen muss. Es gab grosse Haie um Sipadan, aber die waren eben bei 30 m oder im Blauen. Wir sind dann eher im oberen Bereich geblieben und da gab es auch genug zu sehen, Schildkröten ohne Ende, Barrakudas, kl. Schwarzspitzenhaie, grosse Fledermausfische (meine Lieblinge) und eine riesige Herde Bumpheads. Man bleibt einfach an der Riffwand ´stehen´ und schaut zu, was so angeschwommen kommt. Sehr entspannend!
Unser Guide (er war von den Philippinen und taucht in dem Gebiet schon seit über 10 Jahren; kannte auch noch die Fam. Wallert) hat uns viel gezeigt und war sehr interessiert an seinen Gästen. Vor allem vor Mabul sind wir gern mit ihm allein getaucht – sofern das möglich war. Er hat immer was Interessantes gefunden. Leider hatte er dann nach ca. 10 Tagen eine Woche frei und der Guide, den wir dann hatten, war das krasse Gegenteil (deswegen 1 Flosse Abzug). Sein Interesse an den Gästen war nicht sehr gross, er sprang als erster vom Boot und tauchte gleich ab, ohne auf die anderen zu warten. Dann ging es gleich mal ab in die Tiefe (wahrscheinlich Haie suchen) und irgendwann nach einer halben Stunde war er wieder da, tauchte ca. 20 m vom Riff weg im Blauen und schaute wieder nach grösseren Fischen.
Wünsche der Gäste wurden kontinuierlich ignoriert (nicht verstanden) und unser letzter Tauchgang war so grottenschlecht (wir tauchten irgendwo am Bootssteg im Sand auf (der Guide war mal wieder ausser Sichtweite und wurde erst auf dem Boot wieder gesehen), dass wir die letzten beiden Tage nicht mehr tauchen waren und einfach das Resort, die Ruhe und die Natur genossen haben.

In der 2. Wochen, ´mussten´ wir dann – da ja die grössere ital. Reisegruppe da war und auch die Wasserbungalows etwas voller waren – nicht mehr jeden Tag nach Sipadan. Der Resortmanager hat uns dann Simail vorgeschlagen, ca. 45 Minuten mit dem Boot, eine kleine Insel mit tollen Tauchplätzen, wenn man nicht dort reinspringt, wo alle reinspringen. In Simail waren wir 3 Mal und wir haben uns gefragt, warum das Resort diesen schönen Platz nicht öfter anfährt (wahrscheinlich zu teuer).

Das Resort selbst ist wunderschön und wird liebevoll gepflegt. Das Essen war recht gut, und eigentlich hat man immer zu viel gegessen (man hat aber auch ständig Hunger).
1-2 Mal in der Woche wurde gegrillt, an unserem ersten Abend – in Anbetracht der wenigen Gäste – sogar am Strand.
Wir hatten einen Bungalow in der ersten Reihe mit Blick auf das Meer. Im Bungalow gibt es alles was man benötigt (oder nicht benötigt). Nicht zu gross, einfach, mit offenem Bad und alles ist tip-top sauer, kleinere Mängel (kein warmes Wasser, nicht funktionierende Toilettenspülung) wurden umgehend behoben. Das Personal ist sehr aufmerksam und freundlich, egal ob man einen Wunsch hatte oder nur mal quatschen wollte.
Im Restaurant gab es WLAN, aber da das doch sehr rege – vor allem am Abend - genutzt wurde, war der –Verbindungsaufbau sehr langsam. Aber wer braucht im Urlaub schon Internet?!

Die Tauchbasis ist gut organisiert, man legt sein „Gerödel“ abends in eine Kiste, die zu dem Boot gehört, mit dem man am nächsten Tag raus fährt.
Es wird alles aufs Boot geschafft, die Flaschen werden zwischen den Tauchgängen getauscht und am Nachmittag wird alles in die Tauchbasis getragen und wenn man das will, auch noch ausgewaschen. Was will man mehr.

Mit der Sicherheit beim Tauchen ist man nicht ganz so ´streng´, wie z.B. auf den Malediven. Brevet wurde angeschaut, ärztl. Attest wollte niemand sehen, die 30 m Tiefengrenze wird zwar angesprochen, aber wenn der Guide selbst tiefer geht …… Tauchzeit war begrenzt auf 50 Minuten, aber so genau war man da auch nicht. Jeder ist schließlich für sich selbst verantwortlich und sollte seine Grenzen kennen. Für Anfänger sicher nur bedingt geeignet, da es doch ab und zu heftige Strömungen gab, es sei denn, man mietet sich einen eigenen Guide.

Alles in allem ein wunderschöner, erholsamer Urlaub, wenn nur nicht der Weg dahin so weit wäre. Unser Bericht ist sicher subjektiv, da das Resort relativ leer war. In der Hochsaison sieht es sicher anders aus, wie man den vorangegangenen Berichten entnehmen kann.