Shams Safaga Diving Center, Safaga

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Dominik195661Divemaster

So, ich bin von Natur aus eigentlich kein Nörgler ...

So, ich bin von Natur aus eigentlich kein Nörgler und der gröbste Ärger über diese Tauchbasis ist aufgrund der Zeit, die inzwischen verstrichen ist, auch schon abgeflaut. Ich verbrachte Anfang Oktober eine Woche im Shams Safaga.
Dennoch möchte ich für nachfolgende Taucher ein paar Details festhalten, die eventuell zur Entscheidung hier zu tauchen, oder auch besser nicht zu tauchen, beitragen könnten.
Vorab zum Thema Technik und Sicherheit. Da gibt es absolut nichts aus zu setzen. Saubere Luft ist vorhanden, die Boote machten einen ordentlichen und sauberen Eindruck (es sei jedoch erwähnt, dass in nur einer Woche zwei während der Tauchausfahrten mit einem Schaden liegen blieben), die vorhandenen Leihausrüstungen machten einen guten Eindruck und das Personal war wohl auch recht kompetent, was das tauchen und nur das Tauchen angeht. Das war es dann aber auch schon mit Lobgesang.
Fangen wir mal mit dem Hotel an. Ungemütliche Hotelbunkeranlage ohne Flair und maßlos überfüllt. Lasst euch von schönen Fotos aus Katalogen nicht täuschen. Hier kann man sich selbst nur im gnadenlosen Massentourismus willkommen heißen. Das Essen besteht aus einem großen Buffet, welches gar nicht mal so schlecht schmeckt. Da man selbiges jedoch in einem Saal zu sich nehmen muss, der eher einem deutschen Hauptbahnhof gleicht als einem gemütlichen Speisesaal, kommt kein wirklicher Genuss auf. Dieser stellt sich auch nicht ein, wenn man nach dem Essen noch ein wenig erleben will. Denn außer einem grottenschlechtem Animationsprogramm für Damen und Herren jenseits der 60 und nem ab fünf geschlossenem Swimmingpool bietet die Anlage nicht viel. Schon gar nicht für jüngere Generationen!! Das allein wäre jedoch noch zu verschmerzen, da es sich ohnehin empfiehlt, in einem fremden Land wenigstens einmal pro Woche die Hotelanlage zu verlassen um Land und Leute unter realen Umständen kennen zu lernen.
Wenden wir uns also der Tauchbasis zu. Der Empfang am Check In fiel alles andere als höflich aus. Hätte man ja ohne weiteres auf einen schlechten Moment der Empfangsdame und Basisleiterin schieben können. Jedoch änderte sich an ihrer Art zu kommunizieren auch die folgenden Tage nichts. Gut, schlechtgelaunte Einzelpersonen verderben an sich noch keinen Tauchurlaub, es sei denn man wird von vorne herein verarscht, was die an sich versprochenen Tauchausflüge betrifft. Safaga und Salem Express gehören eben einfach zusammen. Schade nur wenn einem eine geschlagene Woche erzählt wird, dass diese aufgrund des Wetters nicht zu besuchen sei und man dann gegen Ende der Woche feststellen muss, dass die Boote der Basis nebenan und sogar ein Boot der eigenen Basis mit einer geschlossenen Reisegruppe sehr wohl diesen Tauchplatz anfuhren. Da sei nebenbei eine Empfehlung abzugeben. Wenn schon Safaga(es gibt im Roten Meer jedoch weitaus attraktivere Orte), dann ist man denke ich mit der benachbarten Tauchbasis von Orca-Diving um einiges besser bedient.
Erstes Ärgernis den Tauchalltag betreffend war der Trockenraum. Dieser war so maßlos überfüllt, dass kaum eine Chance bestand, sein Nasszeug anständig unter zu bringen. Die tägliche Routine das Verladen der Ausrüstungen betreffend ist okay. Aber man ärgert sich doch maßlos, wenn man schwitzend eine Flasche nach der andern von Bord hieft und dann auf die Bitte doch auch zu helfen von einem dicken, vom nichts tun verschwitzten, bierbäuchigen sächselnden Vereinstaucher ein ´Nee, mit mir nich...´ entgegen genuschelt bekommt.
Bei Flaschen fällt mir och ein, dass Nitrox und der technische Support dafür zwar zu haben ist, man es für den nächsten Tag auch zu fairen Preisen ordern kann, aber es meinem Gefühl nach eher dem Zufall überlassen wird, ob diese Flaschen dann auch wirklich an Bord sind oder eben nicht. Jedenfalls fuhr ich anstatt wie geplant zwei Tage nur einen mit Nitrox raus. Auch bekommt man nur EAN32. Andere Mischungen gibts nicht. Aber immerhin, man weiß was das ist und mit ein wenig Glück bekommt man es auch...
Briefing und Handling an Bord ist meiner Meinung nach als durchwachsen zu betrachten. Ob ein einziger Divemaster den Belangen und Bedürfnissen von 20-30 zum Teil unerfahrenen Tauchern gerecht wird sei dahin gestellt. Ich selber tauche an sich lieber im Buddyteam, also zu zweit. Aber für alle anwesenden OW´s heißt es dann halt bitte Gänsemarsch am Riff entlang. Und das auch gerne mal zu sechst bis acht.
Waheed!! Der Lichtblick und Fels in der Brandung. Er war der einzig wirklich nette unkomplizierte und in allen Belangen kompetente DM auf der Basis (zumindest von denen, die ich kennen lernen durfte). Mindestens eine Flosse auf sein Konto!
So, nachdem ich einiges zur Basis selber gesagt habe möchte ich noch mal auf die Divesites eingehen. Vorab jedoch sei gesagt, dass es mir dank der tollen Organisation verwehrt blieb an den Topspots (also Panorama Reef und Salem Express) zu tauchen. Die restlichen waren bestimmt nicht schlecht, aber für Rotes Meer - Verhältnisse doch eher unterm Durchschnitt. Leider viel Totes unter Wasser und nicht wirklich spektakuläres. Meine Empfehlung an Reisende und Tauchende, die ein bisschen Abenteuer verkraften, auf unschöne Hotelanlagen verzichten können und dafür wirkliche Hammerspots, ein sehr nettes und bunt gemischtes Publikum und ne Menge mehr an Spaß bekommen wollen, blickt mal weit runter in den Süden. Marsa Alam oder noch weiter. Es ist weitaus weniger beschwerlich in einem der dortigen Tauchcamps als es sich anhört und wunderschön ist es obendrein. Außerdem bekommt man was von Land und Leuten mit.

Mein Fazit, Shams Safaga nein danke. Ich will nicht sagen, dass mir der Urlaub dort gänzlich verdorben wurde, immerhin war ich überhaupt tauchen, aber so richtig Freude kam außerhalb des Wassers nicht auf. Und für selbiges Geld kann man da ganz anderes bekommen.

Also dennoch zwei Flossen für die Sicherheit und eine für Waheed und die Bootscrew, die ebenfalls sehr cool drauf war. (komisch, wieso meine Landsleute da nicht mithalten können...)
Ansonsten gibt es dort nichts zu honorieren...