TODI: Tropische Fische im Indoor-Pool

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07.03.2017 15:34
Kategorie: Reise

Zu Besuch im „TODI“ - Belgien

Die Indoor-Tauchzentren in Europa erfreuen sich gerade in der kalten Jahreszeit zunehmender Beliebtheit. Es wird um die Gunst der Taucher gebuhlt – mit neuen Attraktionen und vor allen Dingen: größeren Tiefen. Nach Nemo33 und YS-40 ist der Tiefenmesser mit Sicherheit noch nicht ausgereizt.  Wer also in der heutigen Zeit einen Indoor-Pool mit gerade mal 10 Metern Maximaltiefe eröffnet, muss etwas bieten können was die anderen Betreiber nicht im Angebot haben. TODI in Belgien hat dieses Alleinstellungsmerkmal: 2300 tropische Fische begleiten die Taucher bei ihren Tauchgängen.

Bericht von Armin Süss

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Sie haben ihr Ziel erreicht,“ sagt uns das Navi. So richtig können wir das nicht glauben, stehen wir doch zwischen einer Abraumhalde und einem zerfallenen Industriegebäude, an dem heftig abgerissen und umgebaut wird. Doch ein kleines Schild weist uns den Weg geradewegs auf zwei runde Betonbauten zu. Ehemals Wasserspeicher für den Kohlebergbau dient der eine nun als Indoor-Becken, und der kleinere Trichter als Mega-Filter für das Projekt. Wie das ganze Areal zu Hochzeiten des Kohlebergbaus ausgesehen hat, zeigt ein Bigprint in der Eingangshalle.

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Aufwändig war der Umbau, der neben viel Zeit auch eine größere Investitionssumme verschlungen hat. So wurde in den alten Trichter ein komplett neuer Betonkranz eingebaut, man kann sich im Zwischenraum bewegen und durch Sichtfenster einen Einblick ins Becken bekommen. Diese Besucherloge hat einen eigenen Treppenaufgang. Auch an der umliegenden Infrastruktur wurde nicht gespart: Ein Aufzug bringt die Taucher von der Umkleide auf Oberflächenlevel,  so schafft es selbst der bequemste Taucher mühelos ins Becken. Also ab ins Becken zu den Fischen – aber was sagen diese denn dazu?

Der erste Nachwuchs hat sich bereits eingestellt

Taucher sind nicht wirklich Freunde der Aquarienhaltung, fühlen sich die Bewohner doch eingeengt und die Lebensbedingungen sind nicht wirklich optimal. Aber hier? 6,5 Millionen Liter Süßwasser sind eine ganze Menge, das Becken hat einen Durchmesser von 36 Metern und 10 Meter Wassertiefe. Die Fische sind zwischen einem und 60 cm lang und keine Wildfänge. Einige der Exemplare wurden aus Aquarien übernommen, bei denen die Lebensbedingungen nicht optimal waren oder die Fische zu groß wurden. Im Becken gibt es für den Besatz überall Rückzugsmöglichkeiten und sie werden von einem Biologen überwacht. Die Wasserqualität wird dank einer riesigen Filteranlage auf einem optimalen Wert gehalten. Denn die Taucher bringen Störstoffe mit – trotz obligatorischem Ausrüstungsbad in einer Wasserstoffperoxydlösung vor dem Tauchgang.  Wir haben jedenfalls die Fische befragt ob sie zufrieden sind…

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Im Becken befinden sich Cichliden und Buntbarsche, eine genaue Liste der Arten kann auf der Internetseite von TODI eingesehen werden (www.todi.be/de/fische). Der Silbergabelbart dreht Runden an der Oberfläche und Pangasiusfische verstecken sich unter den Autowracks. Der erste eigene Nachwuchs hat sich bereits eingestellt – somit wird wohl bei der Haltung alles richtig gemacht.

Apropos Autowracks. Natürlich ist das Becken nicht „nackt“. Es befinden sich Röhren und Canyons darin, eine Bar mit Zapfanlage, eine Taucherglocke mit Auftauchmöglichkeit und noch allerlei andere Aufbauten im Wasser.

TODI ist mares Testcenter und die vielleicht notwendige Leihausrüstung kann einfach aus dem Regal genommen werden. Überwacht wird das Becken mit ca. 30 Kameras, der Bademeister muss sich also die Füße nicht nassmachen um die Taucher zu überwachen ;-)

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Übrigens bietet TODI die Möglichkeit Seminare und andere Veranstaltungen abzuhalten, die Einrichtung dafür ist komplett vorhanden. So können sonst trockene Theorieveranstaltungen mit etwas Wasser abgerundet werden – ein wirkliches Plus.

Uns jedenfalls hat es gefallen, die Anreise war locker machbar (75 km hinter der Grenze) und das Tauchen mit den Fischen wirklich nett. Wenn man zudem etwas Zeit mitbringt und im hauseigenen Restaurant noch ein paar Dekobier schlürft, kommt man schnell mit den belgischen Tauchern ins Gespräch. Denn deutsche Taucher sind hier noch Mangelware. Aber vielleicht ändert sich das ja.

Internetseite: www.todi.be
Adresse:
be-MINE 1
3582 Beringen
Belgien
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Tel.: +32 (0)11 36 40 40
E-Mail: info@todi.be

Preise: Ab 27€ - weitere Infos hier: www.todi.be/de/prijzen

Info auf Taucher.Net: taucher.net/tauchbasis-todi_indoor_tauchzentrum