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16.000 Tiere auf einem Footballfeld
An einigen Stränden Südkaliforniens ist der Sand derzeit kaum noch zu sehen – nicht wegen der Sonnenanbeter, sondern wegen Stachelrochen. Eine anhaltende Hitzewelle im Pazifik treibt die Tiere in Rekordzahlen an die Küste.
Besonders schwierig ist die Lage in Seal Beach, südöstlich von Los Angeles, das schon seit Jahrzehnten den Spitznamen "Ray Bay" trägt. Meeresbiologe Chris Lowe, Leiter des Shark Lab an der California State University Long Beach, schätzt, dass sich dort an einzelnen Tagen mehr als 16.000 Rundstachelrochen auf einer Fläche in der Größe eines Footballfelds versammeln können. Die Tiere, meist nur tellergroß, konzentrieren sich seit mindestens 60 Jahren an dieser Stelle – begünstigt durch warmes Kühlwasser, das ein nahegelegenes Kraftwerk ins Meer leitet, sowie feinen Sediment-Boden, der ideale Lebensbedingungen bietet.
In diesem Jahr kommt jedoch ein zusätzlicher Faktor hinzu: eine großflächige marine Hitzewelle vor der US-Westküste. Laut Meteorologen ist dies die dritte ihrer Art seit Beginn entsprechender Aufzeichnungen. Die Wassertemperaturen bleiben seit Wochen ungewöhnlich hoch – für die wärmeliebenden Rochen ein Grund, in noch größerer Zahl in Küstennähe zu bleiben. Verstärkt wird der Effekt durch ein quasi "vor der Tür stehendes" El-Niño-Jahr, das mehr subtropische Rochen aus dem Golf von Kalifornien nach Norden spült.
Ein weiterer Faktor, den Forscher wie Lowe beobachten ist die Entwicklung bei den Fressfeinden der Rochen: Haie, Seelöwen und große Zackenbarsche haben in Teilen der Region abgenommen oder ihr Verhalten verändert – mit der Folge, dass die Rochenpopulation weniger reguliert wird und sich ungestörter in Küstennähe ausbreiten kann.
Spürbar wird das vor allem für Badegäste: Allein an den State Beaches Bolsa Chica und Huntington wurden in diesem Jahr bereits über 3.100 Stichverletzungen gemeldet – mehr als doppelt so viele wie im gesamten Vorjahr. Auf Huntington Beachs rund 5,6 Kilometer langem Küstenabschnitt kamen mehr als 2.000 Fälle zusammen, in San Diego mehr als 900 allein in der ersten Jahreshälfte – so viele wie in keinem der vergangenen fünf Jahre im selben Zeitraum. Die Stiche sind durch ein Nervengift am Schwanzstachel äußerst schmerzhaft, aber in aller Regel nicht lebensgefährlich.
Der Rat der Rettungsschwimmer
Um Verletzungen zu vermeiden, empfehlen Rettungsschwimmer den sogenannten "Stingray Shuffle": Beim Hineingehen ins Wasser die Füße über den Sand schlurfen statt normal zu gehen. Die Erschütterung verscheucht die im Sand vergrabenen Rochen meist rechtzeitig, sodass sie ausweichen, statt zuzustechen. Angesichts der anhaltend warmen Gewässer dürfte sich die Lage in den kommenden Wochen kaum entspannen – der Schlurfgang bleibt vorerst die beste Verteidigung.
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KPBS
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