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Neuntes Jahr in Folge steigt die Wärmespeicherung der Meere und bringt extreme Wetterphänomene mit sich
Im Jahr 2025 haben die Ozeane eine historische Menge an Wärme gespeichert, die die Aufmerksamkeit von Wissenschaftlern und Umweltschützern weltweit auf sich zieht. Laut einer umfassenden Studie, die von über 50 internationalen Fachleuten verfasst wurde, erreichte der Wärmeinhalt der Ozeane bis zu einer Tiefe von 2000 Metern einen kritischen Höchststand, was das neunte Jahr in Folge markiert, in dem diese alarmierende Entwicklung beobachtet wurde.
Die Ozeane haben insgesamt 23 Zettajoule Wärmeenergie aufgenommen – eine Menge, die sich kaum vorstellen lässt, denn sie entspricht der Energie, die durch zwölf Hiroshima-Atombomben, die jeden Tag das ganze Jahr über explodieren, erzeugt wird. Diese extreme Wärmeaufnahme fördert nicht nur den Anstieg des Meeresspiegels, sondern verstärkt auch die Häufigkeit und Intensität von Naturkatastrophen. Diese Tendenz belegt die Studie, die im renommierten Fachjournal „Advances in Atmospheric Sciences“ veröffentlicht wurde.
Die Analyse offenbart, dass die durchschnittlichen globalen Oberflächentemperaturen der Meere 2025 das drittwärmste Jahr - nach 2024 und 2023 - seit Beginn der Aufzeichnungen markieren. Den Unterschied zum höchsten Wärmeinhalt der Ozeane erklären die Forscher damit, dass sich das Klimaphänomen El Niño im Pazifischen Ozean im Laufe des vergangenen Jahres stark abgeschwächt hat.
Ozeane absorbieren mehr als 90 Prozent der durch Treibhausgase gespeicherten überschüssigen Wärme
Mit der El-Niño-Phase sind regelmäßig höhere globale Temperaturen an der Meeresoberfläche verbunden. Beim Wärmeinhalt werden auch die Temperaturen in tieferen Schichten der Ozeane einbezogen. Deshalb wird die Entwicklung des Wärmeinhalts vergleichsweise wenig von Klimaphänomenen an der Oberfläche beeinflusst, sondern gilt eher als wichtiger Indikator für die Erwärmung des Planeten.
Trotz der Schwankungen, die durch Klimaphänomene wie El Niño und La Niña beeinflusst werden, bleibt die Tatsache bestehen, dass die Ozeane mehr als 90 Prozent der durch Treibhausgase gespeicherten überschüssigen Wärme absorbieren. Dieser Umstand macht die Ozeane zu entscheidenden Wärmepuffern in unserem Klimasystem.
Die ansteigenden Temperaturen haben bereits spürbare Auswirkungen auf das Wettergeschehen weltweit. Die Forscher nennen Beispiele wie heftige Überschwemmungen in Texas und extreme Regenfälle in Teilen Südostasiens, wo innerhalb von nur fünf Tagen bis zu 800 Millimeter Niederschlag fiel. Auch Europa blieb nicht verschont: Hitzewellen mit Temperaturen von bis zu 48 Grad Celsius führten zu verheerenden Bränden und weiteren klimatischen Extremereignissen.
Ein weiteres besorgniserregendes Ergebnis der Studie ist die Zunahme des Wärmeinhalts in den Ozeanen, die seit etwa 1990 verstärkt beobachtet wird. Der Anstieg um 0,32 Watt pro Quadratmeter in den letzten zehn Jahren unterstreicht die Dringlichkeit der Situation. Ein weiterer alarmierender Aspekt ist die regionale Ungleichheit der Temperaturerhöhungen: Besonders im Nordwest-Pazifik stiegen die Temperaturen um mehr als drei Grad über den langjährigen Mittelwert.
Die Prognosen sind düster. Der Nordatlantik und das Mittelmeer sind Hotspots der Versalzung, des Sauerstoffmangels und der Versauerung – Veränderungen, die die fragilen Ökosysteme belasten. Wissenschaftler warnen, dass wir uns auf einen Kipppunkt zubewegen könnten, an dem die Klimafolgen nicht mehr umkehrbar sind, falls keine drastischen Maßnahmen zur Reduzierung der Emissionen ergriffen werden.
Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die größte Herausforderung nicht mehr in der Physik, sondern in den Entscheidungen der Menschheit liegt. Es ist an der Zeit, gemeinsam für eine nachhaltige Zukunft zu handeln, bevor die Auswirkungen des Klimawandels irreversibel werden.