Neuseeland: Land der großen Weißen Wolke – Land der unendlichen Erlebnisse

Teile:
20.07.2018 11:14
Kategorie: Reise

Unterwegs auf der Nordinsel

Angekommen in Auckland! Yes, sechs Wochen liegen vor uns. Die nächsten zwei Wochen werden wir die Nordinsel erkunden, um dann gut vier Wochen über die Südinsel zu fahren. Weihnachten im Süden, Silvester unter Palmen. „Awesome“ würde der Kiwi sagen. Den ersten Tag nutzen wir zur Organisation der wichtigsten Dinge: Mietwagen bei Jucy RentaCar abholen, neuseeländische Sim-Karten bei Sparks kaufen und ein paar Dinge für die Reise besorgen. Wir werden von Ort zu Ort tingeln und haben bereits im Vorfeld auf einer festgelegten Route Appartements reserviert. Alle kurzfristig stornierbar, um flexibel zu bleiben. Dank der Online-Portale ist das inzwischen gut umsetzbar.

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Text und Fotos: Gerald Nowak

Für unseren Aufenthalt in Auckland haben wir uns mitten in der Stadt mit herrlichem Blick über die City das Avani Metropolis Auckland Residences geleistet. Es liegt direkt beim Albert Park und damit am Rande des Stadtzentrums. Die Apartments sind mit Küche und Waschmaschine ausgestattet und bieten einen tollen Blick über den Hafen der City of Sails. Zudem liegen viele kleine Bars und Restaurants dem Haus zu Füssen. Die Apartments kosten für 2 Pers. 113 € pro Nacht. (Infos: www.minorhotels.com)

Gut ausgeschlafen und nach einem leckeren Frühstück in Down Town packen wir schließlich unseren Nissan Tiida, der uns hoffentlich die kommenden Wochen ein gutes Gefährt sein wird. Tutukaka, ein kleiner Küstenort liegt nordöstlich von Whangarei,  ist unser erstes Ziel.

Die "Armen Ritter Inseln" - the Poor Knights Islands

Bereits seit vielen Jahren möchten wir die Poor Knights Islands besuchen. Bei den letzten Aufenthalten in Neuseeland ergab sich leider keine Möglichkeit, hierher zu kommen. Dieses Mal klappt es und so beziehen wir in Tutukaka in der Lodge 9 Quartier, direkt hinter der Tauchbasis. Zwei herrliche Tage sind uns beschert und vier traumhafte Tauchgänge. Die Inseln selbst kann man ohne Sondergenehmigung nicht betreten, vor der Küste im Naturschutzgebiet jedoch tauchen: Seit Ende der 90er Jahre ist das Meeresgebiet rund um die Inseln komplett geschützt und es darf ausschließlich mit lizensierten Tauchbasen getaucht werden. Es gibt unzählige Canyons, Höhlen, Unterwasserberge und mehr als 60 bekannte Tauchplätze. Ein Eldorado für jeden Taucher. Auch wenn das Wasser durchschnittlich nur 18 Grad hat. Die mit Kelp bewachsenen Felsen sind von vielen Fischen und unzähligen Nacktschnecken bewohnt. Krabben und Garnelen leben in den Spalten. Jetzt in den Sommermonaten treffen sich hier große Rochen, um sich in den Canyons zu paaren. Ab Mitte Januar wimmelt es hier nur so von ihnen.

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Dive! Tutukaka ist die Basis unserer Wahl. Hier erleben wir eine Professionalität, die ihres Gleichen sucht. Perfekt ausgebildete und immer hilfsbereite Tauchguides, super Equipment und trotz großer Boote kleine individuelle Tauchgruppen. Ein Erlebnis, dass uns beide überzeugt. In Kombination mit den traumhaften, wenn auch kühlen Tauchgängen mehr als empfehlenswert. Dank Kate Malcom und Jereon Jongejans, die Dive! Tutukaka und die Lodge 9 aufgebaut haben.

Drei Nächte verbringen wir in der Lodge und es fällt uns schwer diesen wunderbaren Ort zu verlassen. Aber es gilt noch weitere Regionen Neuseelands zu erkunden und so machen wir uns auf den Weg nach Paihia, wo ich 1993 das erste Mal in Neuseeland getaucht habe.

Tauchen und Wohnen: DiveTutukaka! von Jeroen Jongejans und Kate Malcom. Die Basis befindet sich an einem kleinen Yachthafen und direkt dahinter die zauberhafte Boutique Lodge 9 mit 6 individuellen Doppelzimmern/Bad. Ideal auch für Gruppen. Ab 300 NZ$ pro Zimmer und Tag. Infos unter: www.diving.co.nz.

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Die Bay of Islands – Sunshine Coast

Nur gut eine Stunde Fahrt von Tutukaka nach Norden liegt die Bay of Islands. Neuseeländer tauchen hier schon ewig, doch seit dem 12.Dezember 1987 ist die Region zudem ein absolutes Muss für jeden europäischen Taucher, der Neuseeland besucht. Nur wenige Meilen von der Stadt Paihia liegt seitdem das ehemalige Greenpeace Schiff „Rainbow Warrior“. Am 10. Juli 1985 hatte der französische Geheimdienst das Schiff nach einer Greenpeace Aktion am Mururoa-Atoll im Hafen von Auckland mit zwei Minen gesprengt. Nach der Bergung und Reinigung wurde es in der Matauri Bay vor den Cavalli Islands als Tauchwrack wieder versenkt. Die „Rainbow Warrior“ steht auf 27 Metern Wassertiefe aufrecht am Grund.

Wir sind mit Dive Paihia unterwegs. Craig Johnston ist der Besitzer und fast immer persönlich als Skipper am Steuer seiner Boote. Es ist geplant zwei Tage an den Bay of Islands zu tauchen. Am ersten Tag geht es zur Rainbow Warrior, wo leider nur ein Tauchgang angesetzt ist. Die Sicht ist hier oft nur mittelmäßig, doch wir haben Glück, das Wrack präsentiert sich bei ziemlich guten Verhältnissen und wir können die Warrior bei einer Sichtweite von zehn Metern begutachten. In der seichten Bucht ist dies ungewöhnlich gut. Es gibt viele Details zu entdecken, lohnende Fotomotive und einige Bereiche, die man durchtauchen kann. Schnell sind 60 Minuten vergangen und wir auf dem Weg zu einer nahe gelegenen Bucht, um hier die Oberflächenzeit zu verbringen.

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Für den zweiten Tauchgang hat Craig einen Kelptauchgang angesetzt. Es gibt viele Grundeln, Schleimfische, Dreiflosser, Drachenköpfe, Muränen und vor allem Nacktschnecken. Die neuseeländischen sind häufig etwas größer und hier am Wrack überall zu finden. Besonders Sibylle ist begeistert von den kleinen bunten Meeresschleimern und kann sich nur schwer von ihnen trennen. Hübsch sind sie ja, aber kaum einer weiß, dass diese Tiere Kannibalen sind. Sie fressen zwar hauptsächlich Algen, aber einige auch ihre eigenen Artgenossen. 

Der zweite Tag führt uns zur HMNZS Canterbury (421). Das 113 Meter lange Schiff wurde 1970 in Schottland gebaut und am 03. November 2007 in der Bay of Islands versenkt. Es dauerte nur wenige Minuten bis es am Grund lag. Die schnellste Versenkung eines Tauchschiffs bisher. Es liegt als künstliches Riff auf 36 Meter Grund. Wir haben Glück: Das Wetter und die Strömungsbedingungen sind ideal, die Sicht genial. So genial, dass Craig beschließt, dass beide Tauchgänge hier stattfinden. Das Schiff ist für die wenigen Jahre unter Wasser schon perfekt bewachsen. Überall Schwämme, Kelp und unzählige Anemonen. Wie auch an der Rainbow Warrior gibt es viel Fisch und unzählige Kleintiere, die das Schiff ihre Heimat nennen.

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Zwei traumhafte Tauchtage liegen hinter uns. Heute planen wir die Bay of Islands und die Halbinsel Russel per Pedes zu erkunden. Schon vor 24 Jahren war ich hier und möchte diese Tages-Radtour noch einmal mit Sibylle unternehmen. Wenn auch super anstrengend, da es ein Dutzend steile Hügel gibt, so ist die Tour äußerst foto- und erlebnisreich.

Paihia und die Tauchgründe sind es allemal wert ein paar Tage länger hier einzuplanen. Wir kommen auf alle Fälle wieder, denn es gibt nicht nur Wracks zu sehen. An einigen Inseln leben Robbenkolonien, in den Kanälen tummeln sich unzählige Rochen und manchmal sind auch Orcas in den Gewässern der Bay of Islands anzutreffen. Infos zur Tauchbasis unter: www.divenz.com.

Coromandels Peninsula

Unser Nissan bringt uns trotz „traffic jam“ rund um Auckland in knapp vier Autostunden von Paihia nach Thames. Eigentlich wollten wir hier Station machen, aber dank der Möglichkeit umbuchen zu können und einer Empfehlung fahren wir weiter nach Whitianga an der Ostküste der Halbinsel. Unsere Karte verrät uns allerdings nicht, wie die Straßen beschaffen sind und so nehmen wir die Straße von Tapu im Westen quer durchs Landesinnere. Eine herrlich kurvenreiche Panoramastraße führt uns durchs grüne Hochland der Kauri Wälder, nur leider ist sie nicht asphaltiert. Unser kleiner Japaner bringt uns sicher über diese „Gravle Road“, eine Schotterstraße im Zentrum der Halbinsel.

Die Orte, die wir passieren, sind winzig klein und unsere Erwartung an den Ort Whitianga schrumpft mit jedem Kilometer. Vermutlich sind es nur ein paar Häuser und eine winzig kleine Tauchbasis, denke ich. Was wir jedoch am Ende unserer Tagesreise vorfinden ist ein erstaunlich großer Touristenort und noch erstaunlicher, eine moderne und gut ausgestattete Tauchbasis mit Shop, die von mehreren Mitarbeitern betreut wird. Darrell und Linda Bird betreiben gleich mehrere Basen auf der neuseeländischen Nordinsel. Hier in Whitianga befindet sich die Hauptbasis.

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Linda teilt uns auf ihr kleinstes Boot ein. Mit dabei ist ein Team von Divemastern. Sie wollen die Gelegenheit nutzen und mit uns auf die Alderman Islands hinausfahren. Normalerweise wird in der Mercury Bay oder den rundumliegenden Inseln getaucht. Hier befinden sich mehrere marine Schutzgebiete mit einer großen Zahl hervorragender Tauchplätze. Etwas weiter draußen erkennt man die Silhouetten der Alderman Islands. Das Wetter ist gut und so erreichen wir in etwa einer Stunde die Inselkette - der sichtbare Rest eines uralten Vulkans. Wir finden einen ruhigen Ankerplatz und tauchen ab. In nur wenigen Metern Tiefe treffen wir auf dichten Kelpwald, der den Boden bedeckt. Nur hier und da ragen ebenfalls dicht bewachsene Felsen hervor. Um den Boden zu erreichen, müssen wir in den Algenteppich vorsichtig eintauchen. Die Kelpstangen sind kräftig und wenn man sich langsam bewegt, kann man ungehindert zwischen ihnen hindurch schwimmen.

Hier unten in der Twilight-Zone liegen Stachelrochen auf Sandflächen, große Drachenköpfe hocken auf den Felsen und unzählige Blue Maomao, ein barschartiger Fisch, der hier überall lebt, schwirren unter dem Blätterdacht des Kelps umher. Wohin man auch schaut kriechen bunte Clown- und Dendrodoris Nacktschnecken auf den Braunalgen. Für die spektakulären Tauchplätze muss man an den „Aldis“, wie die Kiwis ihre Alderman Islands nennen, allerdings etwas tiefer hinabsteigen. Ab knapp 35 Metern findet man die großen schwarzen Korallen, aber vor allem unzählige der von Sibylle so geliebten „Jason Mirabilis“ Nacktschnecken. Und ab Dezember bringt der Ostaustralstrom tropische Arten und pelagische Jäger hierher.

Tauchen: DiveZone Whitianga, Coromandel Peninsula, Tauchtag mit 2 Tauchgängen, inkl. Flasche und Blei 220 NZ$, Infos unter www.divezone.co.nz.

Rotorua – Land der heißen Quellen

Der Ort kündigt sich schon von weitem an, denn es stinkt überall nach Schwefel. Oh Gott, denke ich, wie sollen wir hier nur zwei Tage verbringen und auch noch schlafen? Aber unser Hotel liegt scheinbar perfekt, denn nur wenige hundert Meter davor hört der Gestank auf. So verbringen wir die drei Tage hier in angenehmer Atmosphäre und guter Luft. Auch ohne tauchen zu gehen, gibt es vieles zu erkunden. Das Geothermal Wonderland ist eine heilige Maoristätte und liegt bei Wai-O-Tapu, dem Zentrum der aktiven Vulkantätigkeit der Nordinsel. Weltweit sind es bis zum flüssigen Erdmantel im Durchschnitt ca. 35 km, hier liegt er nur 6 km unter der Oberfläche. Täglich um 10 Uhr morgens wird der Lady Knox Geysir zum Explodieren gebracht. Es qualmt und dampft aus Schlammlöchern, dem giftgrünen Devil’s Bath und dem orange-türkis schimmernden Champagne Pool. Ein echtes Spektakel, das man nicht verpassen sollte. Preis 32,50 NZ$ pro Person, Infos unter www.waiotapu.co.nz.

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Wir fahren quer durch das Zentrum der Nordinsel Richtung Palmerston Nord, wo wir eine Nacht in einem kleinen B&B verbringen. Wäre jetzt nicht näher nennenswert, wären da nicht Brenda und Gavin. Denn beide Rentner lieben es Gäste zu bewirten. Irgendwie fühlt man sich wie bei den Eltern zu Besuch. Genauso läuft der Abend auch ab. Gavin erzählt von seinen deutschen Wurzeln und den Besuchen in Europa, während Brenda sich um das leibliche Wohl der Gäste kümmert. Der Ausklang des Abends mit einer Maori-Song-Stunde wird für immer unvergesslich bleiben:  Scottbase B and B

Pulsierende Hauptstadt Wellington und Zealandia

Wellington ist die Hauptstadt, auch wenn Auckland in der Welt viel bekannter ist. Ein wenig verschlafen ist die Stadt, aber sie hat Charme. Entlang des Hafens gibt es viele kleine Geschäfte, Restaurants, aber vor allem viele junge Leute, die hier ihr „Hosentaschen-Geschäft“ ausüben, um ein paar Dollar hinzu zu verdienen. Es ist ein buntes Potpourri an Artisten, Verkäufern und Musikern, was dem Hafenviertel ein spezielles Flair verleiht.

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Ein besonderer Ort ist der Hügel inmitten der Stadt. Dort wird ein riesiges Tal renaturiert mit dem Ziel, dass dort nur wächst und lebt, was vor der Besiedlung durch die Europäer schon hier war. Einige sehr bedrohte Tierarten wurden zurückgebracht und leben hier abgesichert durch einen riesigen Zaun, der an Jurassic Park erinnert, in Sicherheit. Wer einen Kiwi Vogel oder die seltenen Takahe Vögel in freier Wildbahn sehen möchte, hat hier während einer Nachttour die allerbesten Chancen. Die Tagestouren sind genauso gut. Unbedingt empfehlenswert! Preis 55-85 NZ$. (Infos unter: www.visitzealandia.com)

 

Teil 2 zum Bericht (Neuseeland, die Südinsel)