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Aktivisten der Captain Paul Watson Foundation stören Krill-Trawler
Während in Deutschland die Walstrandung in der Ostsee die Verwundbarkeit mariner Lebensräume vor Augen führt, entbrennt am anderen Ende der Welt ein erbitterter, oft übersehener Streit um die wichtigste Nahrung der Antarktis: Krill.
Die Crew der Captain Paul Watson Foundation unter Leitung von Lamya Essemlali ging mit dem Schiff Bandero gegen einen industriellen Krill-Trawler von Aker Qrill vor — dem Unternehmen, das mehr als 60 Prozent der Fangquote kontrolliert.
Schutz der Nahrungsgrundlage für Wale, Pinguine und Robben
Der Krill wird direkt aus den Nahrungsgebieten von Walen, Robben und Pinguinen entnommen. Eine Ausweitung des Krillfangs stellt daher eine ernsthafte Bedrohung für das antarktische Ökosystem dar. Krill ist eine fundamentale Schlüsselart und dient als Hauptnahrungsquelle für den Großteil des marinen Lebens – ohne Krill würde die gesamte Nahrungskette zusammenbrechen.
Mehr als fünf Stunden lang störte die Bandero die Fangoperationen zweier Fabrikschiffe und unterbrach deren Arbeit wiederholt. Die Aktivistinnen und Aktivisten blockierten gezielt die ihrer Ansicht nach ökologisch zerstörerischen Praktiken, um die zentrale Nahrungsquelle des antarktischen Meeres zu schützen. In den Gewässern rund um die Aktion beobachtete die Crew Pinguine, Robben und sogar einen Wal — ein eindrückliches Bild in diesem David-gegen-Goliath-Kampf.
Zeit zu handeln!
„Seit 2018 dokumentieren und enthüllen Umweltschützer Jahr für Jahr diese Zerstörung, doch allein die Dokumentation hat sie nicht gestoppt“, sagte Captain Paul Watson. „Irgendwann muss man sagen: Es reicht.“ Watson betont, die Zeit der bloßen Beobachtung sei vorbei — es sei jetzt Zeit zu handeln.
Lamya Essemlali macht die Dringlichkeit der Mission klar: „Der Krillfang ist eine ökologische Zeitbombe. Nichts kann rechtfertigen, eine Schlüsselart ins Visier zu nehmen, von der das gesamte antarktische Ökosystem abhängt.“ Die Mission setzt auf „aggressive Gewaltlosigkeit“, eine Taktik, die direkte Störungen ohne Gefährdung von Menschenleben anstrebt.
Die industrielle Krillfischerei wächst: Letzte Saison wurden 620.000 Tonnen gefangen, und Norwegen plädiert für eine Anhebung der Quote auf bis zu 1,2 Millionen Tonnen. Krill wird für Omega-3-Präparate, Aquakulturfutter, Zuchtlachs und Tiernahrung genutzt. Kritiker warnen, dass besonders die industrielle Lachszucht durch ihren Bedarf an Krill negative Folgen für Wildbestände und Meeresökosysteme verschärft.
„Wenn Sie Krillölkapseln kaufen, sind Sie Teil des Problems. Wenn Sie Zuchtlachs essen, machen Sie sich mitschuldig daran, Nahrung aus den Mäulern von Walen, Pinguinen und Robben zu stehlen“, mahnt die Captain Paul Watson Foundation.
Captain Paul Watson, der bereits wegen Eingriffen gegen illegalen Walfang in Grönland zeitweise festgehalten wurde, hat seine Crew erneut in die Antarktis entsandt. Tom Strerath von CPWF Germany fasst das Ausmaß des Problems zusammen: „In der letzten Saison wurden in Rekordzeit 620.000 Tonnen Krill gefangen. Grob geschätzt sind das über 300 Milliarden bis 600 Milliarden Tiere. Das ist nicht nur ökologisch, sondern auch etisch völlig inakzeptabel.“
Weitere Informationen:
Website der Kampagne: www.cpwf.de/operation-krill-wars
Social Medias: www.linktr.ee/cpwfde