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Peter201699PADI Advanced378 TGs

Ende Juli bis Anfang August 2004 war ich auf Empf ...

Ende Juli bis Anfang August 2004 war ich auf Empfehlung eines Freundes auf Vila-mendhoo.
Ich machte über 20 TGs mit einem lokalen Guide, der echt Spitze war. Daß er bei einem extrem starken Wolkenbruch, bei dem die Sicht <100 m betrug, den geplanten Tauch-platz nicht fand, kann man wohl bestens verstehen. Es war absolut bei dieser Sicht keine Insel zur Orientierung zu sehen!
Einen Tag war ich mit einem anderen Guide unterwegs, der schon so 9 Monate dort war. Den 1. Tauchplatz, der nur wenige Minuten von Vilamendhoo entfernt war, hatte er trotz guter Sicht nach 20’ Suche nicht gefunden. Also dann am nächsten Tauchplatz wieder neues Briefing. Man sollte wohl besser Plätze anfahren, die man auch kennt.

Blieb man für den 2. TG auf dem Boot, konnte man sein Gerödel an Bord lassen.
Als ich für den 2. TG an Bord kam und meine Sachen fertig machte stellte ich fest, daß meine Bleitaschen fehlten. Der Guide fand sie auf dem anderen Boot bei einem russi-schen Mittaucher, der beim 1. TG mit uns an Bord war. Es hätte ihm wohl auffallen müs-sen, daß er plötzlich 4 Bleitaschen hatte. Ein „Sorry“ hielt er nicht für nötig.
Am nächsten Nachmittag waren wir eine schöne kleine Gruppe von insges. 6 Tauchern. Es war das russische Pärchen wieder mit uns auf dem Boot, eine Frau mit Sohn und der Guide und ich. Nach einigen Minuten, so in 30 m Tiefe, sah ich die Russin so 5-6 m links zum Riff hin über dem Guide und mir, von ihrem Buddy war absolut nichts zu sehen. Kurz danach blickte ich nach rechts unten und sah ihren Buddy so 6-7 m unter uns fast senkrecht abtauchen! Gerade als ich deshalb dem Guide Zeichen geben wollte sah dieser ihn auch und holte ihn schnellstens wieder hoch. Außerdem gab er ihm zu verstehen, daß er gefälligst bei seiner Partnerin bleiben solle. Wieder an Bord stellte der Guide ihn zur Rede. Der Guide sagte mir dann, daß er bestritt tiefer als 30 m gewesen zu sein, außer-dem hätte er eine anständige Alkoholfahne gehabt.
Am nächsten Tag, einen Tag vor dem Rückflug, tauchte ich logischerweise nicht mehr. Am Nachmittag ging auf der Insel das Gerücht um, 2 Taucher seien abhanden gekom-men. Erst am späten Abend erfuhr ich von einem Mittaucher der auf diesem Boot war, was an diesem Nachmittag passierte.
Er erzählte von einem Taucher, der flott auf 54 m runter machte – ich fragte spontan: „Der Russe?“, er konnte es aber so nicht sagen. Die Frau/Freundin des „Kamikaze“ hätte ihn dann mit Deko-Stops an die Oberfläche gebracht. Die Beschreibung der Frau passte! Da sie offensichtlich relativ schnell wieder an der Oberfläche waren und keine Strö-mungsboje gesetzt hatten, wurden sie erst mehr als 1 Stunde später und dem Einsatz von mehreren Dhonis mehr zufällig gefunden.
Sehr spät am Abend traf ich noch den lokalen Guide und fragte ihn, ob das mit dem Ka-mikaze stimme, er sagte ja. Wie ich ihn verstand, hatte er auch logischerweise dem Ba-sisleiter von dem Vorfall am Vortag berichtet. Ich weiß, daß er ihn auch über andere Vorfälle unterrichtete, und dies wohl auch tun muß.
Am nächsten Morgen, kurz vor dem Abflug, ging ich noch zum Basisleiter und fragte ihn, warum der Russe am Vortag nochmals Tauchen durfte. Er fragte grinsend zurück: „Warum nicht?“ Angeblich wusste er von dem Vorfall, bei dem ich dabei nichts und des-halb erzählte ich ihm die Story. Wiederum grinsend nahm er sie zur Kenntnis.
Über diese Geschichte kann sich jeder wohl seine eigenen Gedanken machen!