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In jeder Ausgabe der Unterwasser gab es neue toll ...

In jeder Ausgabe der Unterwasser gab es neue tolle Berichte Schwärmereien und Bilder von den Malediven – also musste ich da unbedingt hin - in eines der letzten Paradiese für Taucher. Ich habe sogar eigens am 1. Dezember 2000 geheiratet um dann als Hochzeitsreise getarnt auf eine der begehrten Inseln zu kommen. Aber wohin sollten wir denn fahren es gab so viele Inseln und vor allem wann - im August soll es regnen sagen die Einen - nein tolles Wetter nicht heiß und gute Zeit für Manta und Walhai und Co die Anderen. Also erst mal tagelang im Internet gesurft und dann über die Seite von XXXXXX YYY gestolpert, gute Informationen nett aufbereitet und die Möglichkeit zu buchen direkt von der Homepage aus mit dem Hinweis, dass in Deutschland die xxx Touristik als Veranstalter auftritt.. Und dazu bekommt ein Internetbucher noch eine Prämie (Taucherlampe, oder Abo einer Taucherzeitschrift.... richtig fett. Kurz und gut wir haben auf die Anderen gehört und über die Homepage von XXXXXX YYY Vilamendhoo als unser Traumziel herausgesucht und angefragt. Wir bekamen auch sehr zügig Antwort mit einem Preisangebot für Tauchen und Aufenthalt. Da wir auch gehört hatten, dass auf den Malediven alles richtig teuer sei und jedes Getränk extra kostet wollten wir eine All Inklusive Buchung haben. Auch das wurde uns angeboten und als misstrauischer Mensch habe ich mir das auch noch mal bestätigen lassen. Die Informationen auf der Homepage waren ja klar.Es kam dann eine Rechnung von xxx Touristik, über die alles abgewickelt wurde. Geflogen wurde mit der LTU im üblichen Charterställchen in Male angekommen wurden wir im Flughafengebäude von 2 freundlichen maledivischen Zöllner begutachtet, die sich dann gegenseitig begutachtet hatten und nachdem noch ein dritter das tun der beiden anderen überprüft hatte haben wir unser Gepäck geholt und uns in die Reihe der Gepäckkontrolle eingeordnet 1 h nach der Landung immer noch nicht im Freien...es gab dann noch ein kleines hin und her ob das Speedboot anlegen kann oder nicht (1,5h) und es trat eine Reisleleiterin auf die aufgeregt hin und herflatterte und die allseits misslichen Umstände beklagte und immer wieder erwähnt hat wie toll das fliegen mit dem Wasserflugzeug wäre. Endlich im Speedboot -Überfahrt (1,5h) überlebt im Hotel angekommen .. wirklich optisch wie auf der Homepage- ähem ich habe vergessen eine klitzekleine Kleinigkeit zu erwähnen, während der Speedbootüberfahrt hat mir die Reiseleiterin mit verschwörerischem Gemurmel zwei Fotokopierte Zettel zugesteckt, der erste sah aus wie eine Schatzkarte war aber nichts weiter als der Inselplan mit Anlegern, Einstiegen zum Tauchen und Wegen etc. der zweite hatte schon bedeutungsvolleren Inhalt und enthielt das Kleingedruckte was auf XXXXXX YYY’s Homepage nicht zu finden war – es wurde ausführlich beschrieben was alles nicht inklusive war wenn man all inklusiv gebucht hatte und das war so ziemlich alles....Offenbar wegen meiner schlechten Gedanken erhielten wir auch als einzige keinen Begrüßungsdrink oder hatte der Kellner schon vorausgeahnt, dass wir den Aushang mit dem freundlichen Hinweis, dass für den persönlichen Kellner und den Roomboy mindesten 10-20 USD pro Nase und Woche an Trinkgeld zu zahlen seien ingnoriert haben – ach ja den Kellner in der Sunsetbar habe ich vergessen. Aber Sie brauchen auf der ganzen Insel kein Bargeld (flötete die email ). Auch das war eigentlich zu verkraften ich wollte jetzt endlich tauchen. Das Wetter erlebten wir in diesem Zeitraum (1.8.2001 bis 16.8.2001) als recht angenehm es war nicht zu heiß und es hat ab und an geregnet. Unangenehm waren die Mücken – wir sahen aus wie ein Streuselkuchen und noch unangenehmer war das täglichen einnebeln der Insel mit einem biologisch abbaubaren Insektizid – hähähä- alles baut sich irgendwann biologisch ab. Die Tauch basis war gut geführt und gut ausgestattet mit netten Leuten und es wurden jeden Tag 2 bis 4 Ausfahrten angeboten. Da gab es eigentlich nichts zu meckern. Bei einigen Tauchgängen ist mir eben aufgefallen, dass sich viel irgendwo festgehalten wird, was Tauchanfängern nicht unbedingt ein gutes Beispiel gibt – es ist halt alles kommerzielles Tauchen dort auf den Malediven – und ganz klar so sieht es da auch aus Vilamendhoo ist aus 1994 und sieht jetzt schon schlimmer aus als so manches Touri Riff im Roten Meer. Teilweise ist das Hausriff einfach öde und zwar nicht wegen der Korallenbleiche, sondern plattgetrampelt, abgebrochen mechanisch defekt. Und wenn man so sieht was die Einheimischen ins Wasser werfen und in welchen Massen vor allem geschnorchelt wird dann muß man sich nicht wundern wenn die Artenvielfalt zu wünschen übrig lässt. Es gab übrigen verhältnismäßig wenig Taucher und hauptsächlich Engländer, Italiener und Japaner. Ich habe auch Walhaie gesehen allerdings beim Schnorcheln und bei meiner dritten Sichtung war da auch - Schwub -ein zwei Safariboote mit japanischen Schnorchlern die sich alle auf den Walhai gestürzt haben als wenn sie diesen fressen wollten, ein kleines Motorboot hat den Walhai versucht in Richtung der Schnorchler zu treiben....da fällt einem nix mehr dazu ein!
Es gab auch ein sehr schönes und sehr intaktes Riff (7th heaven). Die Sichtweiten waren wegen des hohen Planktongehaltes im Wasser eher dürftig so um 20m allerdings halt eben mit der Option die großen Planktonfresser sehen zu dürfen. Mantas haben wir kurz von Boot aus gesehen. Insgesamt muss ich ehrlich gestehen, dass ich einige Tauchgänge als ausgesprochen langweilig empfand. Besonders das Hausriff ist in den erlaubten Grenzen recht öde. Schön hingegen wieder ist das Riffdach zum Schnorchel, dort hatten wir kleine Zitronenhaie und auch mal Babyadlerrochen. Dies sind jedoch subjektiv Eindrücke und ich bin etwas verwöhnt und war auch arg entäuscht durch die lobenden Lügengeschichten der Zeitschrift Unterwasser. Es ist mir jetzt schon mehrfach aufgefallen, dass die dort veröffentlichten Reiseberichte schlecht recherchiert sind und offenbar hauptsächlich die Meinung des Anzeigenressorts wiederspiegeln. Schade dabei hatte der Dicke mit Hund und Davidoff so einen erlesenen vertrauensvollen Eindruck auf mich hinterlassen.
Alles in allem würde ich nach Vilamendhoo nicht mehr Hinfahren, ich habe mich als Gast zweiter Klasse gefühlt (please one espresso one capuchino – sorry not for all inclusive), Ich hatte ganz deutlich das Gefühl, dass man abgezockt wird und dass von dem vielen Geld nur eine kleine Schicht profitiert. Der Roomboy hat ganze 90 USD im Monat verdient, das Hotelmanagement besitzt aber die Frechheit den Gast per Aushang aufzuforden zusätzlich nochmals 40-80 USD draufzulegen, bei 5 betreuten Bungalows kommt der Roomboy dann auf ein für maledivische Verhältnisse menschenwürdiges Einkommen.
Was haben wir gelernt :
1.Bei Buchungen über Internethomepages bekommt man nicht die gleichen Informationen wie bei Buchungen über Katalog. Nirgendwo auf der Homepage von XXXXXX YYY stand ein Hinweis auf den Neckermann Katalog (da wäre ich nämlich von vorneherein nicht mit gereist). Ich war nach dem Durchsehen der Homepage der Annahme, dass XXXXXX YYY dort auch über das Hotel verfügt, so waren auch Fotos der Bungalows etc. und Einrichtungen auf der Homepage. Der Hinweis, dass man in Deutschland über Barakuda Touristik als Agenten arbeitet hat dies noch unterstrichen.
2.Auf Vilamendhoo ist der Gast mit All Inclusive schlechter angesehen und schlechter gestellt es sei denn er säuft Bier wie ein Loch. (Erst dann erreicht er den break even)
3. Die Mücken sind tatsächlich eine Plage und werden nirgends erwähnt.
4. Wer kein Trinkgeld in ausreichender Höhe zahlt wird schlechter behandelt.
5. Wein (Tischwein – für all inclusive) wird hergestellt, indem man Glycol mit Wasser verdünnt, mit Zucker versetzt und in große Pappkanister mit der Aufschrift Californian Mountain Burgundy=rot , Chablis= weis , abfüllt .
6. Es gibt offenbar auch superior, superior und superior Bungalows unserer war offenbar einer der dritten Sorte.
7.Wasserflugzeuge muß man auf den Malediven haben bei bis zu 6 Starts und Landungen am Tag vor Vilamendhoo kam ich mir vor wie in Mexico City am Flughafen , denn nach dem Kerosin kam der tägliche Giftsprüher
8. Nach der Trinkgeldgabe an den Roomboy ist das für all inclusive zur Verfügung gestellte Trinkwasser gekühlt.
Arme Malediven wir werden auf keine Fall mehr am Raubbau dieses Paradieses mitmachen, denn ich denke wenn so eine Insel wie z.B. Vilamendhoo heruntergewirtschaftet und verbraucht ist wird die nächste aufgemacht.