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Venice, Golfküste

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Anfang April 2012 konnte ich auf unserer Florida- ...

Anfang April 2012 konnte ich auf unserer Florida-Rundtour insgesamt vier Tauchgänge durchführen. Die beiden spektakuläreren fanden vor Key Largo statt (separate Berichte), die ersten zwei habe ich jedoch nahe Venice im Golf von Mexiko machen können.

Nach dem Durchwühlen einiger Foren und Berichte im I-net hatte ich mich eigentlich schon nur noch auf die Keys konzentrieren wollen (im Golf eher schlechtere Sicht und unspektakulär usw.), aber dann bin ich doch über ein Angebot gestolpert, welches durchaus Spaß versprach: Haifischzähne-Such-Tauchgänge. Hintergrund ist, dass vor der Küste in diesem Bereich relativ viele fossilen Zahn-Überreste von Haien, insbesondere vom Megalodon (Gott-sei-Dank ausgestorben sucht mal bei Wikipedia) gefunden werden. Die Basis warb im übrigen damit, dass noch kein TG ohne Such-Erfolg geblieben ist. Klang spannend! Zähne-suchen war ok, aber ich war genauso daran interessiert mir die Umgebung und die Natur anzugucken, da ich noch nicht allzu viele Salzwasser-TGs habe und im Golf noch gar nix.

Der Anbieter war Megalodon-Charters in Venice, südlich der Tampa-Bay an der Golfküste. Kontakt war freundlich-professionell über E-Mail. Termine für die US-typischen 2-tank-dives konnte man anhand eines Online-Kalenders suchen (Ausfahrt nahezu täglich), das buchen ging allerdings nicht online, da eine Kreditkartennummer erforderlich war und ich so was nicht über E-Mail mache. Daher kam noch ein Ferngespräch dazu, was aber auch gut klappte. Fehlende Ausrüstung konnte vor Ort geliehen werden, was ich auch in Anspruch nahm (wie gesagt: es war keine Nur-Tauchreise, daher kein Tauchgepäck).

Die Basis lag direkt im Hafen von Venice und war recht gut zu finden. Begrüßung eher professionell, erst mal bezahlen und dann Logbuch-Check. Naja... Dazu sollte man noch ein Sammelnetz erwerben. Die Qualität überzeugte, aber ob es 10$ wert war, möchte ich hier nicht näher beurteilen. Leih-Ausrüstung war zum Teil etwas älter aber ok. Auch meine Größe war vorhanden, es wurde alles zusammengestellt und beim Verladen aufs Boot wurde unterstützt.

Das Boot war ein typisches 10m-Tauchboot und auf ca. 10 Taucher ausgelegt. Skipper und begleitender Rescue-Diver waren freundlich und professionell, wie auch das Vorab-Briefing zur Sicherheit an Bord und zum Ablauf. Ich war der einzige deutsche Touri mit an Bord und außerdem ohne Buddy. Von daher wunderte es mich etwas, dass nicht gefragt wurde, wer mit wem ein Buddy-Team bilden solle (es war eine gerade (!) Anzahl Taucher an Bord), aber das klärte sich später mit Erläuterung des TG-Ablaufs. Anschließend ging es bei sonnigem Wetter und ruhiger See auf die ca. einstündige Fahrt südwärts entlang der Küste. Getränke an Bord waren übriegens frei, eine Toilette ebenso vorhanden wie die Möglichkeit, die Geräte (Kamera, Lungenautomaten) zu spülen. Die Flaschen hatten sogar teilweise DIN-Anschlüsse, das Hantieren mit dem Adapter entfiel also. Während der Fahrt gab der Rescue-Diver noch einen sehr guten Überblick, was man alles finden konnte (inkl. Anschauungsmaterial wie Zahn- und Knochenfossilien). Man konnte den Infos gut folgen und es war sehr interessant und man wusste für später, auf was man so achten musste, um etwas zu finden.

Vor Ort wurde ging der Rescue-Diver für einen kurzen Check-TG zur Klärung der Sicht und der Stelle (im Hinblick auf Zähne usw). Dann wurde geankert und noch ein kurzes Briefing gehalten. Nun klärte sich auch die Sache mit dem Buddy: getaucht wurde allein aber mit einer Boje an einer (Wäsche-)Leine, so dass das Boot jederzeit wusste, wo wer steckte. Die Tiefe war eh nur maximal 10m und der Rescue-Diver würde bereitstehen. Naja, im ersten Moment war ich doch überrascht von der Vorgehensweise, da ich von den USA doch eher die Betonung der Sicherheitsaspekte kannte. Allerdings war die Tiefe gering und unter Wasser wurde dieses Vorgehen doch klarer: sobald man ernsthaft dabei ist, den Boden nach Zähnen und Knochen zu durchwühlen, verliert man doch seine Umgebung aus dem Blick.

Der Boden war sandig (zermahlene Muscheln und Kalkstein), die Sicht (zumindest für mich als Trübwasser-Taucher) erfrischen gut (ca. 10m+, muss wohl einen guten Tag erwischt haben) und es gab durchaus einiges zu sehen: diverse Fische (vom Seeteufel über Barsche bis zum Barrakuda und einer Scholle!), Krabben, Einsiedlerkrebse, Conches und Nacktschnecken, dazu hier und da (eher unspektakulärere, da nicht so bunt) Weichkorallen auf alten Korallensteinblöcken. Irgendwann wurde ich dann auch noch von einem Schiffshalter verfolgt, dem ich dann aber keinen Mitfahr-Platz angeboten habe . Und ein paar Haizähnchen hab ich auch nebenbei gefunden. Das Prachtexemplar war dann sogar noch ein Haizahn-Bruchstück, welches auf eine ursprüngliche Länge von 15cm schließen ließ (siehe Bild). Na, den Hai wollt ich (nicht) persönlich kennen lernen...

Die beiden Tauchgänge dauerten jeweils ca. 55min und dazwischen wurde das Boot umgesetzt (ich schätz mal so 1- 2km, Dauer 20min, also durchaus typisch kurze OF-Pause). Anschließend ging es zurück in den Hafen, wo man noch einmal die Geräte spülen konnte. Der einzige Wermutstropfen war, dass es in der Basis ebenfalls keine Dusch gab. Aber ein Waschbecken tat’s auch.

Alles in allem keine spektakulären aber dennoch gute zwei Tauchgänge vor der mittleren Westküste Floridas. Mit der Sicht hatte ich für diesen Teil des Golfes wohl Glück gehabt und an das Solotauchen gewöhnte man sich auch schnell, wobei ich mir einen Buddy doch gewünscht hätte. Ein Tipp: eher einmal öfter auf den Compi und den Kompass gucken. Einreißen jedenfalls würde ich das Solo nicht lassen wollen. Für mich als Golf-Neuling war genug zu sehen, dass ich mich nicht langweilte und enttäuscht war und das eine oder andere Zähnchen ist auch hängen geblieben...


Fahrt zum Tauchspot


Vorab-Briefing


UW-´Wald´


Knurrhahn?


Man ist neugierig


Man kann anhänglich sein


Sprung zum zweiten TG


blau...


Gut ´verkleideter´ Seeigel


Und so groß war er mal...

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