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Sugar Beach, Flic en Flac

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Der deutsche Winter hat mich Anfang Februar 2004 ...

Der deutsche Winter hat mich Anfang Februar 2004 mal wieder in die Sonne getrieben. Diesmal sollte es der Südwesten von Mauritius, genauer: das Hotel Sugar Beach Resort in Flic en Flac sein.

Allgemeines

Der Hinflug führte mich mit Thomas Cook (ehem. oder neudeutsch: `powered by Condor`) direkt und pünktlich in etwas mehr als 11 Stunden von Frankfurt/Main nach Plaisance/Mauritius. Sitzabstand und Service im Flieger (angeblich kann man nicht nur beim Tauchen sondern auch beim Fliegen dehydrieren?!) könnten insgesamt etwas besser sein, aber man kann es auch schlimmer treffen.

Das Hotel liegt direkt am Strand (zwischen Hilton und La Pirogue) und ist im Stil eines mauritian. Kolonialhauses errichtet worden.

Das Essen dort ist wirklich erstklassig, sowohl das Frühstück mit reichhaltiger Auswahl an Früchten, kalten und warmen Speisen -sowie Sekt und geräucherter `Blue Marlin`, einer Schwertfischart, inklusive- als auch das Abendessen mit Themen- Buffett oder Viergänge- Menü. Nur die Preise der Getränke liegen weit jenseits von Gut und Böse, EUR 4.50 für ein Deko- Bierchen (0.33l) oder ein Glas Wein am Abend muß man leider schon rechnen.

Im europäischen Winter herrscht auf Mauritius der Süd- Sommer, d.h. feuchtwarmes Klima und sehr wechselhaftes Wetter. Die `saison cyclonique` mit Ausläufern tropischer Stürme, ähnlich den amerikanischen Hurrikans, kann -auch ohne direkt betroffen zu sein- die Planung eines Tauchurlaubs gründlich durcheinander wirbeln.

Tauchbasis/Tauchplätze

Das Hotel selbst bietet Tauchen über die Tauchbasis des `Schwester`- Hotels `La Pirogue` in unmittelbarer Nachbarschaft an (S20° 17,983` / E 57° 21,838` ). Da ich den Fußweg (ca. 1 km) zur bekannten Basis `Punto Blue` im `La Pearle`- Hotel scheute, buchte ich dann gleich mutig ein 10er- TG- Paket für ca. 7500 Rupien (ca. EUR 250,-). Ein Einzel- TG schlägt etwa mit EUR 30,- bei eigener Ausrüstung zu Buche (Ausleihen kostet kaum mehr, allerdings vertraue ich lieber auf meinen eigenen `Kram`).

Das Equipment im Verleih zeigt deutliche Gebrauchsspuren, aber scheint insgesamt O.K. zu sein. Es werden effektiv zwei Tauchgänge (von eigentlich drei geplanten TGs) pro Tag angeboten. Am Morgen für `Fortgeschrittene`, mittags für `Anfänger`. Die Einteilung erfolgt nach Vorlage des Logbuchs bzw. der Brevets, ein erzwungener Check- Tauchgang findet dagegen nicht statt.

Wie erwähnt, kann man sich auf die Wetterverhältnisse zu dieser Jahreszeit kaum verlassen. Während der ersten Woche war nur ein einziger TG möglich, da die See von dem örtlichen Skipper als `too dangerous` eingestuft wurde. Selbst als die zur allgemeinen Warnung gehisste rote Fahne am Strand nur schlaff an der Fahnenstange hing, war der Wind angeblich zu `viel zu stark`. Hauptproblem scheint allerdings Ebbe und Flut zu sein. Es gibt drei erreichbare Durchbrüche im Riff, durch die man mit dem GFK- Boot auf die Außenseite des Riffs gelangen kann, sofern die Gezeiten es zulassen.

Es werden normalerweise ca. 25 mögliche Tauchziele angesteuert, darunter auch das Wrack der Tug II, die es immerhin unter die `Top 100 der besten Tauchplätze der Welt` eines bekannten deutschen U/W- Magazins gebracht hat (leider hatte ich nicht das Vergnügen...).

`Park/Flic en Flac`

Mein erster TG führte dagegen gleich auf ca. 40m Tiefe an das Wrack der `Park`. Das Schiff liegt nahezu senkrecht auf Kiel. Der Laderaum und das Bootsdeck sind fast leer (bis auf die Reste eines Fahrrads). Die Schraube fehlt wohl?! Ansonsten gibt es nicht übermäßig viel zu sehen.

Im krassen Gegensatz zum vorsichtigen Verhalten des Skippers ist man beim Tauchen nicht so zimperlich, führte schließlich fast jeder morgendliche TG in eine leichte Deko, zumindest aber an die Nullzeitgrenze. Der sorglose Umgang mit der Tauchphysiologie war für mich als alter Malediven- und Ägyptenkenner jedenfalls neu (hier lauert ja bereits bei 30m hinter jeder Koralle der Sensenmann).

Danach war -mal wieder wegen des Wetters- Schluss mit Tauchen. Als Alternative wurde einige Tage später eine Tauch- Safari nach Belle Mare zur Sea- Fan- Tauchbasis an die Ostküste organisiert.

`Seafan Forest/Ostküste`

In ca. 32 m Tiefe findet sich der Namensgeber,: ein `Wald`von Fächerkorallen und der sog. Bluefish.

`Japanese Garden/Ostküste`

Schöner Tauchgang in moderater Tiefe, aber keine Großfische.

Wieder zurück an der SW- Küste (Flic en Flac) ergaben sich in den nächsten Tagen doch noch weitere TGs:

`Bambous/Flic en Flac`

Nette U/W- Landschaft mit vielen großen Steinblöcken. Durchgang mit Bogen. Wimpelfische und Muränen.

`Cathedral/Flic en Flac`

Die Kathedrale ist ebenfalls ein Bogen mit anschließendem spitz zulaufenden Hohlraum an den sich weitere `Höhlen` anschließen. Allerdings kann hier ein unbedachter Flossenschlag die Sicht gründlich verderben.

`Aquarium/Flic en Flac`

Der `Top`- Tauchplatz in der Gegend mit viel Kleinfisch. Allerdings bei 2 TGs z.T. starke Strömung und teilweise schlechte Sicht. Kurze Attacke von einem aggressiven Drückerfisch.

Fazit

Mauritius ist kein Billig- Reiseziel. Selbst im Vergleich zu den Malediven muß man mit etwa 20-30% Aufpreis rechnen. `All inclusive` wird eher selten angeboten und ist dann meist von sehr einfacher Qualität.

Für wen ist diese Gegend dann also eigentlich geeignet?

Die Insel ist kein wirkliches Taucherparadies. Zumindest habe ich nichts entdeckt, was ich nicht schon von anderen populären Tauchgebieten kannte. Das launische Wetter macht eine gezielte Turbo- Ausbildung (z.B. PADI OWD in 2 Tagen o.ä.) praktisch unmöglich. Auch sonst ist die Sicht oft mäßig.

D.h. Mauritius kann dem erfahrenen (Urlaubs)- Taucher empfohlen werden, der im Prinzip schon alles kennt, übertriebene Gängelei sowie Massentauchen hasst und -mindestens nebenbei- auch die landschaftlichen Schönheiten der Insel erkunden will und auch eine Radikal- Diät seines Geldbeutels schadlos übersteht.


Club Nautique, Tauchbasis ´La Pirogue´

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