Scuba Coiba, Santa Catalina

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Bestes Taucherlebnis in Panama

Die Isla Coiba wird oft als ein kleines Galapagos für Taucher bezeichnet und steigert somit die Erwartungen vieler Taucher. Vorab ist aber zu sagen, dass Coiba kein kleines Galapagos ist. Coiba ist etwas Eigenes, dessen Wert durch den Vergleich mit Galapagos verringert wird und schlussendlich dazu führen kann, dass Taucher mit viel zu hohen Erwartungen anreisen. Riesige Hammerhaischulen wie sie auf Galapagos bei Wolf und Darwin angetroffen werden können, wird man hier nicht erleben. Das heißt jedoch nicht, dass man von vornherein die Hammerheads gleich von der Agenda streichen muss, denn mit etwas Glück kann man ihnen trotzdem begegnen.

Angefangen hat mein Trip im beschaulichen Santa Catalina. Das Dörfchen gilt zum einen bei Surfern als Geheimtipp und zum anderen zieht es Taucher an, die von dort aus den Trip in den Nationalpark Coiba starten. Ich hatte mich für einen zweitägigen Tauchausflug mit Scuba Coiba entschieden. Während der Email Konversation im Vorfeld hinterließ der österreichische Geschäftsführer Herbie den kompetentesten und freundlichsten Eindruck. Den Anreisetag und die Nacht vor der Rückreise verbrachte ich im Santa Catalina Inn, wo ordentliche, saubere und mit Klimaanlage ausgestatte Apartments vermietet werden. Das Santa Catalina Inn wurde mir zudem im Paket mit dem Tauchausflug angeboten, da Herbie ebenfalls der Betreiber ist. Dies erleichterte meine Planung im Vorfeld erheblich, da ich zusätzlich noch adäquate und detaillierte Informationen bezüglich der An- und Abreise erhielt. Somit blieb mir eine Menge Arbeit erspart und ich konnte den Aufenthalt umso mehr genießen.
Nach einer ruhigen erholsamen Nacht ging es morgens in den Dive Shop zur Zusammenstellung des geliehenen Equipments. Hier warteten bereits ein Instructor und eine Divemasterin, die die Gäste deutsch-, englisch und spanischsprachig in Empfang nahmen. Gemeinsam stellten wir mein Equipment zusammen, das sich in einem sehr guten Zustand befand. Die Maske war sogar brandneu und das Jacket ist wohl auch erst kürzlich von der Stange gekommen. Im Anschluss folgte bei Café vor der Tauchschule ein generelles Briefing.
Unsere Gruppe umfasste insgesamt sieben Taucher, hinzukamen der Captain und ein weiterer Helfer, sodass das kleine überdachte Boot gut gefüllt war. Ein weiteres Boot mit unserem normalen Gepäck und mit der Verpflegung für das ganze Wochenende, inklusive einer Köchin, startete zeitgleich. Auf dem Weg zur Isla Coiba und zu unserem ersten Tauchplatz war die Boots-Crew stets auf der Suche nach Buckelwalen, die in diesem Zeitraum zahlreich vor der Isla Coiba gesehen werden können. Leider blieben uns die sanften Riesen an diesem Wochenende jedoch vorenthalten. Ansonsten gestaltete sich die ca. einstündige Fahrt zu unserem ersten Tauchplatz äußerst entspannt. Gerade angekommen stellte der Instructor erst mal fest, dass der angepeilte Ort aufgrund von nicht optimalen Strömungsverhältnissen getauscht werden sollte, woraufhin unmittelbar der nächste Spot angesteuert wurde. Nach einem kurzen aber präzisen Briefing konnte der Tauchgang beginnen. Schon beim Abtauchen waren Delphine an der Oberfläche präsent, die uns auch mehrfach Unterwasser einen Besuch abstatteten. Der Tauchplatz selbst war von zahlreichen Weißspitzen Riffhaien beheimatet, bot zahlreiche eindrucksvolle Barracuda-Schwärme und eine Vielzahl von freischwimmenden Muränen. Der angesteuerte Spot ist eigentlich für Walhaie bekannt, die aber während unserer 45 min Grundzeit nicht vorbeischauen wollten. Das gemeinsame Tauchen mit den Delfinen glich dies aber komplett aus, sodass unsere Gruppe zufrieden zur Oberflächenpause an einen kleinen Strand der unbewohnten Urwaldinsel gebracht wurde.
Der zweite Tauchgang fand an einem ruhigeren Spot unmittelbar vor der Coiba statt und bot zahlreiche Ammen- und Weißspitzenhaie sowie viele unberührte, intakte Korallenformationen. Zurück auf dem Boot, das problemlos über eine kleine Außenleiter bestiegen wird, ging es zum offiziellen Strand der Insel, an dem wir auch übernachten sollten. Dort angekommen wartete bereits ein ausgiebiges Mittagessen, das uns auf der Terrasse mit toller Sicht auf den Strand serviert wurde. Da die Insel unbewohnt ist, gibt es auf der Insel nur eine Forschungsstation mit einem Besucherzentrum, das von einigen Nationalparkguides geführt wird und die die Einhaltung des strengen Nationalpark-Reglement überwachen. Den Nachmittag verbrachten wir in der Hängematte, beim Schnorchel oder mit einer Wanderung, bei der man zahlreiche Affen und Vögel sehen konnte. Die Bungalows waren mit sechs Betten, einem Bad und einer Klimaanlage ausgestattet. Sie wirkten schon etwas in die Jahre gekommen, was uns jedoch wenig störte, da wir nach dem leckeren Abendessen und etwas Wein zufrieden ins Bett fielen. Der nächste Tag begann mit Kaffee und einem leckeren Frühstück. Im Anschluss folgten wieder zwei tolle Tauchgänge. Fischschwärme, Korallen, Haie, Schildkröten, Seepferdchen und Muränen, fast alles war dabei. Leider auch ein paar Quallen, die jedoch aufgrund der langen Wetsuites nur ein wenig an den Händen juckten. Zu erwähnen ist auch, dass Divemaster und Instructor sehr auf die Fähigkeiten und Wünsche der einzelnen Taucher eingingen. Das machte sich in der Zusammenstellung der Buddy-Teams, der Wahl des Tauchplatzes und der ausgiebigen Briefings bemerkbar. Die Taucher die weniger Luft verzerrten mussten nicht mit der gesamten Gruppe aufsteigen, sondern konnten jeweils noch eine gute viertel Stunden mit dem Divemaster dran hängen.

Nach einem weiteren Mittagessen auf der Insel wurde der Heimweg angetreten, wobei drei Personen aus unserer Gruppe noch eine weitere Nacht auf der Insel verbringen sollten. Die Rückfahrt verlief sehr entspannt und zum Abschluss wurde unser Boot noch ein gutes Stück von Delphinen begleitet. Mein persönliches Fazit fällt sehr gut aus und ich würde zukünftig nochmal mit Scuba Coiba auf der Isla Coiba tauchen gehen. Service, Sicherheit, Ausrüstung und Atmosphäre haben gestimmt. Dazu gab es noch die besten Tauchgänge, die mir in Panama geboten wurden, sodass ich gerne wieder kommen werde.