Machchafushi Dive Center (Inaktiv)

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Machchafushi, Januar 2003Wir waren im Januar dies ...

Machchafushi, Januar 2003

Wir waren im Januar dieses Jahres kurzentschlossen auf den Malediven zum Tauchen. Wir, das sind René und Brigitte. René mit bereits 10 Tauchgängen, Brigitte als absoluter Tauchneuling.

Die Insel ist nicht sehr groß, aber sehr gepflegt. Der Strand ist wunderschön, irgendwie erwartet man immer, daß das Team, das die Bounty- oder Baccardi-Werbung dreht, plötzlich auftaucht J.

René konnte gleich einen Check Dive machen, mußte noch zweimal das Hausriff betauchen und durfte dann auch mit den Booten los zu neuen Riffen. Brigitte hat erst einen Tauchkurs machen müssen. Da man wohl noch auf weitere „Tauchlehrlinge“ hoffte, ging der Kurs erst einen Tag später los (allerdings immer noch als Privatkurs).
Den einen Tag Zwangspause hat Brigitte genutzt, den Strand und die Lagune so richtig zu genießen. Das war auch nicht dumm, denn wenn man mal mit dem Tauchen angefangen hatte, blieb dafür relativ wenig Zeit. Schon alleine beim Schnorcheln in der Lagune sieht man jede Menge Fische. Wer bisher nur im Mittelmeer mit dem Schnorchel unterwegs war, wird schlicht begeistert sein, was schon allein in der Lagune so alles zu sehen ist: Rochen, Baby-Schwarzspitzen-Riffhaie, Muränen und jede Menge kleiner Drücker, Papageienfische etc. Fühlt man sich als Schnorchler in der Lagune bereits sicher, kann man durchaus auch raus und um die Insel am Riffdach entlang schnorcheln. Hier sieht man dann auch Adlerrochen, größere Haie, Steinfische, Kugelfische, Anemonenfische und noch vieles mehr. Es gibt also auch für Nur-Schnorchler viel zu sehen.
Wer einen reinen Badeurlaub machen will, dem sei jedoch angeraten, wenigstens Badeschuhe zu tragen, denn schon nach einigen Metern liegen Korallenstücke im Sand, an denen man sich verletzen kann. Auch die oben genannten Muränen haben wir im nur brusthohen Wasser gesehen. Man sollte also vielleicht nicht ganz so weit in die Lagune hinausgehen ohne „unter“ Wasser zu gucken.

Ansonsten ist die Insel sehr schön und übersichtlich (man kann sie mühelos in 15 Minuten umrunden). Es gibt neben der Tauchbasis das Restaurant, den Rezeptionsbereich, zwei Bars (die eine hat tagsüber geöffnet, die andere abends), einen Pool mit Fitneßbereich und einen Souvenirshop. Die Insel ist sehr schön bewachsen und mitsamt dem Strand sehr sauber (sie wird regelmäßig „gefegt“). Zu unserer Zeit wurde moderat gebaut: der Tennisplatz wurde abgerissen (ob er ersetzt wird, weiß ich nicht). Wir haben uns dadurch aber nie belästigt gefühlt. Es gibt so gut wie keine stechenden Plagegeister. Dies muß wohl damit bezahlt werden, daß alle paar Tage die Insel mit irgendeinem Pulver ausgeräuchert wird. Als weiterer Service befindet sich ein deutschsprachiger Arzt auf der Insel. Es gibt keine Animation, was uns ganz recht war, es war geruhsam. Am Mittwoch abend gibt es eine Disco, die aber auch eher ruhig abläuft. Wer großes Halligalli sucht, ist auf dieser Insel fehl am Platz! Wir haben uns allabendlich nach dem Abendessen in der Bar mit anderen Tauchern getroffen und geratscht, Tipps über Tauchspots ausgetauscht und weitere Taucher kennengelernt (huhuuu, Melanie, Sabine, Detlev, Wolfgang, Helmut, Adrian, Nicole und und und..) etc. Und lustig war’s an unserem Tische eigentlich immer J Die meisten Taucher waren so zwischen 30 und 40 Jahre alt.

Das Essen war nicht berauschend, aber durchaus genießbar. Man bucht hier keinen First-Class-Urlaub und kann dann eben auch kein First-Class-Buffet erwarten. Man sollte sich einfach darüber im klaren sein, daß alles, was benötigt wird, angeliefert werden muß. Wir hätten auch gerne mehr frisches Obst gehabt, aber wenn das halt nun mal aus war, ist eben nichts zu machen. Ärgerlich sind da eher einige Gäste (besonders eine Gästin, das muß hier mal angemerkt werden), die, sobald es Obst gab, angerannt kam und sich ihren Teller vollschaufelten. Ungeachtet dessen, daß hinter ihr noch so manch anderer auch gerne etwas Obst gehabt hätte. Nun ja, eine gute Kinderstube ist anscheinend nicht jedermann (bzw. jederfrau) gegeben (die junge Frau war bald allseits aufgrund dieses Verhaltens bekannt und belästert...).

Die Preise für die Getränke empfanden wir auch als zivil. Allerdings sind wir auch das Münchner Preisniveau gewöhnt. Die Cocktails sind nicht unbedingt berauschend, also besser was anderes trinken. An einen Abend wurde ein Tagescocktail in einer Ananas serviert angeboten. Dieses Special Offer kostete dann 12 $, was wir nicht erwartet hatten. Normalerweise kosten die Cocktails etwa die Hälfte. Ein Bier (Dose) kostet 2,50$, ein Viertel Wein 4 $, eine Flasche Wasser (1,5l) 2 $. Hier sei einfach noch mal ins Gedächtnis gerufen, daß jede einzelne Flasche per Schiff auf die Insel gebracht werden muß (und der Müll den gleichen Weg wieder zurück nehmen muß).

Wir hatten eine Garden Villa, die übrigens zweimal täglich gesäubert wird (eine täglich Überraschung ist dabei die Art und Weise, wie das Bettlaken neu gefaltet wird). Die Garden Bungalows sind etwas größer als die Beach Villas und haben auch, im Gegensatz zu den Beach Villas, zwei getrennte, große Betten. Zu dieser Zeit ist das Klima sehr gut erträglich und der große Vorteil der Beach Villas, Wind vom Meer zu bekommen, ist nicht ganz so gravierend. Außerdem waren wir so gut wie nie im Bungalow außer um zu schlafen, zu duschen oder das Logbuch zu schreiben. Wenn es etwas schwüler ist, ist ein Bungalow am Meer aber sicher die bessere Wahl! Hier ist es Geschmackssache, welcher Strand der Insel einem besser gefällt. Generell sind die Beach Villas von 101 bis 119 auf der Seite vom Strand, wo auch die Bootanlaufstelle ist. Die Bungalows 140 bis 155 sind auf der gegenüberliegenden Seite (dieser Strand hat uns besser gefallen, aber wie gesagt, das liegt wohl im Auge des Betrachters). Man muß aber wissen, daß es auch sog. Beach Villas gibt, die zwar zum Meer hinaus gehen, aber kein Strand davor haben, nur eine Mauer zum Meer. Man hat hier keine Möglichkeit direkt vom Bungalow zum Baden zu gehen.
Die Wasser-Bungalows sind in einem desolaten Zustand. Man glaubt einfach nicht, daß sie noch vermietet werden, aber einige unverzagte Gäste haben dort gewohnt. Diese Wasser-Bungalows sollen aber abgerissen und neu aufgebaut werden. Bis das nicht geschehen ist, ist von diesen Bungalows aber dringend abzuraten!
Auch hier ein Wort zur geschmähten Klimaanlage: sicher, das Teil ist nicht neuester Standard. Aber auch hier sollte man sich einfach mal klar sein, daß man a) keinen First-Class-Urlaub gebucht hat (deutlich am Preis zu erkennen!) und b) man sich in einem Land der Dritten Welt befindet. Ob man da unbedingt auf digitale und fernbedienbare Klimaanlagen Wert legen sollte, lassen wir mal dahingestellt. Generell ist es im Januar durch die dann herrschenden klimatischen Verhältnisse so, daß man nicht unbedingt eine Klimaanlage braucht (Brigitte holt sich da eh sofort einen gesalzenen Schnupfen). Der Deckenventilator und guter Durchzug sind fast sinnvoller. In den schwülen Sommermonaten ist die Klimaanlage aber sicher ein Segen. Und dann muß man schon zugestehen, daß das Teil eher laut ist (der Deckenvent allerdings auch...)

Zur Tauchbasis:
Wir haben uns dort sehr gut aufgehoben und betreut gefühlt. Die Tauchlehrer und –guides waren durchwegs sehr nett. Der Basisleiter Thomas ist leider fast die ganze Zeit in Deutschland auf der „Boot“ gewesen. Bei seiner Abreise hat er sich allerdings bei den von ihn betreuten Tauchern persönlich verabschiedet und sie auf seinen Vertreter, Schröni, verwiesen. Fanden wir sehr höflich und souverän.
Brigitte hatte, wie gesagt, einen Tauchkurs gebucht und nachdem sich niemand dazu gesellte, kam sie in den Genuß eines Privatkurses bei Schröni. Besser kann’s einem ja wohl nicht gehen J! Nach vier Tagen hatte sie also ihr vorläufiges Zertifikat in den Händen und durfte nach einem weiteren Tauchgang am Hausriff dann auch bei den Bootsfahrten mit. Schröni als Tauchlehrer ist nur zu empfehlen! Auch oder gerade WEIL er immer wieder darauf hinweist, daß er „kein bloßer Brevetverkäufer“ ist, erhält man wirklich eine umfassende, fundierte und sehr engagierte Ausbildung. Prädikat ÜBERAUS EMPFEHLENSWERT! René hat bei Schröni einen Nitrox-Kurs (2 Abende) gemacht und war ebenfalls sehr zufrieden.
Das Hausriff ist noch relativ mitgenommen von der Korallenbleiche. Aber für einen Tauchneuling wie Brigitte gab es auch hier viel zu sehen. Nachdem man dann auch die anderen Tauchplätze gesehen hat, ist aber klar, daß alte Tauchhasen vom Hausriff eher enttäuscht sind!
Die weiteren Tauchgänge haben Brigitte und René immer „guided“ machen müssen (klar! Muß man, wenn man keine 30 Tauchgänge in den letzten 18 Monaten vorweisen kann) und wir sind eigentlich auch mit allen Guides zufrieden gewesen. Sicher, jeder Guide ist anders, aber das ist ja auch eine Möglichkeit bei jedem einen etwas anderen Blickwinkel abschauen zu können. Wir können uns eigentlich über niemanden beschweren. Es gilt halt immer auch der alte Spruch „so wie man in den Wald hineinruft, so schallt es auch heraus“.

Die Flaschen werden bei den Ausfahrten vom Personal an Bord gebracht, die Ausrüstung muß man über einen Steg zum Dhoni selber tragen, was uns nicht weiter gestört hat. Der Flaschendruck war eigentlich immer ok. Will man statt der 12-Liter-Flasche 15 Liter, so muß man 3$ Aufpreis zahlen. Nitrox kostete übrigens keinen Aufpreis. Auf die Sicherheit wird auf jeden Fall geachtet. So ist beispielsweise das Briefing relativ ausführlich und es wird darauf geachtet, daß es jeder mitbekommt. Insbesondere Crazy Frank hat das Briefing mehrmals in kleineren Gruppen wiederholt. Vor dem Tauchgang werden von einem Guide die Strömungsverhältnisse gecheckt. Und nach jedem TG werden die Tauchzeit und –tiefe notiert. Der Zustand des Leihmaterials ist insgesamt ok, könnte aber manchmal besser sein. Aber vielleicht liegt’s ja am feuchten Klima. Insbesondere deshalb würden wir jedem einen eigenen Anzug empfehlen.

Die Tauchplätze sind interessant und vielseitig und laut aushängender Karte lassen sich 46 Tauchspots von Machchafushi aus erreichen. Natürlich gibt es einige Spots, die sehr begehrt sind und daher immer wieder angeboten werden. Manchmal wäre vielleicht etwas mehr Abwechslung schön gewesen. Aber gerade Madivaru (Mantas!) und Angaga (Haie!) wurden sehr oft von einigen Tauchern speziell gewünscht und man hat dann in der Basis diesen Wünschen eben entsprochen. Also: fragen, wenn man einen besonderen Spot haben will! Ziemlich frech finden wir es allerdings, wenn ausgerechnet diese Taucher, die um einen speziellen Spot bitten, der dann auch ausgehängt wird, dann letztendlich selber NICHT dorthin fahren. Dann hat man z.B. das dritte Mal hintereinander Madivaru aushängen und die, die sich das wünschten, entscheiden sich dann doch für den anderen Spot. Ärgerlich, denn sonst wäre vielleicht ein neuer Spot angeboten worden.

In den letzten Tagen wurde die Insel von zwei italienischen Invasionen überrollt: ca. 80 Italiener bevölkerten die Insel. Das ist ja nun prinzipiell natürlich kein Problem, aber von diesen 80 Gästen waren gerade mal 4 Taucher dabei (die Insel hat insgesamt knapp 140 Betten). So wurde an einem Tag am Nachmittag nur noch ein Boot angeboten und auch das war nicht voll. Wir sind ein bißchen gespannt, wie sich das dort weiter entwickelt. Wenn dieser Trend anhält (weniger Taucher unter den Gästen), bleibt abzuwarten, ob die Tauchbasis dann weiterhin in der Größe und Güte (sehr gut ausgestattet, organisiert und geführt) bestehen bleibt oder ob das Inselmanagement in Zukunft eher Gäste mit der Zielrichtung „Familienurlaub“ im Blick hat. Vielen der Taucher wurde es dann nämlich etwas zu „umtriebig“. Daß Kinder toben wollen und dabei laut sind, ist nur verständlich und natürlich, aber die meisten Taucher hätten es gerne etwas ruhiger gehabt. Hier kann es in Zukunft Konfliktpotential geben, denn beiden Gruppen (die, die einen ruhigen Tauchurlaub haben wollen und den Familien mit Kindern) kann man auf der eher kleinen Insel wohl schlecht gleichzeitig gerecht werden. Vielleicht auch ein Hinweis für Sub-Aqua, ihr Kontingent an Plätzen gut auszuschöpfen, so daß immer genügend Taucher auf der Insel sind, damit die Basis die nötige Auslastung hat und weiterhin so bleibt, wie sie ist.

Alles in allem haben wir einen Traumurlaub dort verbracht, sehr nette Leute kennen gelernt und festgestellt, daß wir nach zwei Wochen gerne noch länger geblieben wären. Es wird nicht unser letzter Urlaub auf den Malediven sein! Wir können Machchafushi nur empfehlen! Auch wenn man vielleicht ein Auge darauf behalten sollte, wie sich diese Insel entwickelt. Es erwartet dort einen kein Luxusurlaub, aber sehr erholsame, relaxte Tage, traumhafte Tauchplätze, eine hervorragend geführte Tauchbasis, durchwegs nette und kompetente Tauchlehrer und eine gute Stimmung!
Brigitte und René