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Jens RatzlaffCMAS ***980 TGs

Wiedermal sind wir im Landeanflug auf Pointe-a-Pi ...

Wiedermal sind wir im Landeanflug auf Pointe-a-Pitre, dem Flughafen von Guadeloupe. Während wir die Landung auf dem Monitor vor uns beobachten, merken wir, dass wir dem Charme dieser Insel wieder erlegen sind. Die Strapazen des Hinfluges fallen nun langsam von uns ab. Die Air France hatte unseren Flug kurzerhand vorverlegt und die Zeit um vom Flughafen Charles-de-Gaulle, wo unser Flieger aus Düsseldorf gelandet war, zum Flughafen Orly, wo der Flieger nach Guadeloupe startet, auf knapp 2 Stunden verkürzt. Der Bus für den Transfer war nicht aufzutreiben, weshalb wir ein Taxi enterten um den Flieger in die Karibik eben noch zu erwischen.
Schon beim verlassendes Fliegers ist er da, dieser unverkennbare Duft dieser Insel und all die mittlerweile vertauten Geräusche der Tiere in den Mangroven. Es ist fast, wie nach Hause kommen. Das Gepäck ist schnell da und vor dem Flughafen wartet bereits unser Mietwagen, mit dem wir nun in knapp einer Stunde über den Bergrücken von Basse Terre nach Pointe Noire fahren. Es ist herrlich nach der Kälte in Deutschland nun die lauwarme Prise des Nordostpassat auf der Haut zu spüren. Unser Bäcker im Dorf hat noch offen, Die Baquettes duften wie immer, das Frühstück für morgen ist gesichert. Hoch über dem Dorf finden wir unsere Bungalowanlage Roses Caraibes und werden von den Besitzern Patrick und Christiane herzlich empfangen. Die Anlage ist erste Sahne. Terrassenförmig am Berghang gelegen mit direktem Blick auf das Karibische Meer. Ein Pool ist auch da, also erst mal ein ausgiebiges Bad zum eingewöhnen. Dann nach dem Essen erst mal schlafen. Die Frösche und Grillen im Regenwald begleiten unsere erste Nacht im Paradies.
Am nächsten Morgen geht’s hinunter zum Hafen. Aha, hier hat sich nichts verändert, die Fischer haben gerade einige riesige Goldmakrelen angelandet, die sie gleich hier verkaufen werden. Cor’s Basis steht auch am alten Fleck, sein Katamaran liegt da, wie immer. Beim Eintritt schaut er kurz auf, es ist, als seien wir nie weggewesen. Für Spannung hatte seine Eilmeldung vor einigen Tagen gesorgt: Buckelwale vor dem Hafen gesichtet. Ob wir wohl das Glück haben würden, dass sie sich uns zeigen? Cor hat in der Zwischenzeit einige neue Riffe entdeckt, die direkt vor dem Hafen liegen. Man fährt nur 500 m vor die Mole und dort geht das karibisch marine Leben schon so richtig ab. Sichtweiten bis zu 80 m Wälder von Weichkorallenschwämmen von gewaltigen Ausmaßen, die Demoiselles, die ihr Revier mit Zähnen und Klauen verteidigen, sind auch da. Und natürlich die Schildkröten. Große, kleine, wie man mag. Ach, das karibische Leben kann so anstrengend sein, ein wenig tauchen, etwas baden, ein Mittagsschläfchen im kühlen Passatwind, ich könnte mich dran gewöhnen. Morgens am Hafen, die Fischer stehen auf der Mole und starren nach draußen aufs Meer... Wale!!! Da sind sie 3 Stück, direkt auf unserem Riff. Der Kloß im Hals schwillt an, gewaltig diese Tiere. Sie planschen ein wenig herum und ziehen dann weiter. Danke, das ich das erleben durfte. Die nächsten Tage fahren wir ein wenig weiter, zu den Pigeoninseln. Etwas südlich davon gibt’s ein, für uns neues Wrack. Die Alexander Fresnell. Vor 4 Jahren zum Tauchen versenkt, liegt der alte Tonnenleger auf ca. 30 m Sandgrund. Beim Abstieg an der Bojenleine werden wir von den Hütern des Schiffes begrüßt, zwei großen Franzosenkaiserfischen. Sie geleiten uns über das Deck und die Brücke. Das Schiff ist wirklich beeindruckend, der Kameraverschluss klickt unentwegt. Das Schiffsinnere heben wir uns für nächstes mal auf, irgendwie hat man immer zuwenig Luft mit. Wir verholen ein Stück nach Norden zu den Inseln. Hier findet der nächste Tauchgang an den steil abfallenden Riffen statt. Auch hier ist es wie nach Hause kommen. Die gewaltigen Gorgonien stehen immer noch dort unten, das Schildi schaut auch kurz vorbei, es macht solchen Spaß.
Einige Tage später besuchen wir die beiden anderen Wracks in der nähe der Insel. Zuerst die Gustave, einen alten Trawler dessen Propeller auf 40m liegt, herrlich bewachsen das ganze, heute mal mit guter Sichtweite. Man kann überall rein und niemand stört einen. Schade, wieder zu wenig Luft, nach 20 min kehren wir nach oben zurück, um am Dekoseil über das erlebte in Ruhe nachdenken zu können, Zeit hat man ja genug dafür. Nach kurzer Oberflächenpause geht’s zum nächsten Highlight, wieder ein Wrack, die Franjac. Der alte Saugbagger hat sein Saugrohr immer noch außenbords hängen und ist ebenfalls wunderbar bewachsen. Im Maschinenraum hängt der Chef rum, der erst um Erlaubnis gebeten werden will... ein riesiger Barakuda. Nach kurzer Diskussion gibt er den Weg frei, nicht ohne einen ermahnenden Blick, wir mögen nichts anfassen. Er wartet dann draußen auf uns, um sich dann leise grummelnd in sein Refugium zurückzuziehen. Es ist ruhig hier, wir sind die einzigen am Wrack und langsam frage ich mich, was ich letztes Jahr an der Thistlegorm gesucht habe, wo wir mit 10 Schiffen und 100 Tauchern gleichzeitig gewesen sind und uns gegenseitig fast auf die Flossen getreten sind. Hier ein ganzes Wrack für uns, 5 Taucher, sonst niemand. Aber vielleicht sollte man Cor’s Tauchgründe nicht so an die große Glocke hängen, sonst kommen ja bald noch mehr Taucher. Fahrt ruhig weiter nach Ägypten zu den Tauchfabriken des roten Meeres, bei Cor ist es exklusiv und ruhig und das bei wirklich moderaten Preisen. Das hab ich gerne für mich. Und, man verlässt nicht mal Europa, Guadeloupe gehört zu Frankreich und hat französischen Standart. Gezahlt wird selbstverständlich in Euro. Über Cor und die Basis zu philosophieren, wäre Eulen nach Athen tragen. Blitzsauber, alles was man braucht ist vor Ort, Cor liebt auch nach 14 Jahren auf der Insel das Tauchen wie eh und je, ebenso wie Chantal, die ihn oft unterstützt. Geht nicht gibt’s immer noch nicht, nur eins gibt’s nicht, Hektik. Nach wenigen Tagen ist man im Dorf bekannt, die Fischer begrüßen einen von weitem, und legen gerne auch mal ein Stück frischen Thun oder Makrele zurück. Man ist kein Tourist, sondern gehört dazu, zuhause eben. Was für ein Unterschied zu anderen Destinationen. Ich darf das sagen, denn ich habe schon einige kennen gelernt. Hier steht der Mensch im Vordergrund und der Spaß am Tauchen.
Ach, es gibt nichttauchende Partner unter den geneigten Lesern? Bringt sie einfach mal mit. Cor hat eine liebenswerte Art, der man sich nicht entziehen kann und vielleicht gibt’s ja bald zwei Taucher in der Familie. Du willst fotografieren lernen? Nun hier bist du richtig, Cor hat alles da und zeigt gerne wie es geht. So, genug erzählt vom Paradies für Taucher. Fahrt bloß nicht hin Leute, ihr könntet infiziert werden, von dieser Insel und den Menschen dort. Mir ist’s passiert und ich werde es wieder machen, vielleicht wenn Cor’s Eilmeldung in der Mailbox liegt :WAAAALEEEE!!!!
Für die, welche es unbedingt kennen lernen wollen, dieses Paradies, hier meine E-Mail-Adresse : JensRatzlaff@t-online.de .Ich stehe mit Auskunft jederzeit zur Verfügung. Zudem ist oben auf der Seite Cor’s HP zu sehen. Dort gibt’s dann noch mehr Infos. Aber Vorsicht für die Nebenwirkungen bin ich dann nicht verantwortlich und... vielen Dank geneigter Leser, dass du es bis hierher geschafft hast. Der Text sollte eigentlich nicht so lang werden.....

Jens

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