Eine im Grunde gute Basis, jedoch mit ein paar Sc ...
Eine im Grunde gute Basis, jedoch mit ein paar Schatten-Seiten.
Lage:
Das Water World diving center befindet sich in der Akassia Hotel-Anlage. Diese ist ein gutes, aber auch hochpreisiges Urlaubs-Domizil. Es liegt Mitten im Nirgendwo, ca. 160 km südlich von Hurghada (gut zwei Stunden Transfer-Zeit) und 120 km nördlich von Marsa Alam (aufgrund der nördlicheren Lage des Flughafens nur etwa eine Stunde Transfer-Zeit). Nach El Quesir sind es etwa 25 km in nördliche Richtung. Wer sich den Ort (zu lokal üblichen Marktpreisen) anschauen möchte, kann dies per Taxi für 20LE (2,70€) oder Sammeltaxi für 5LE (67€ct.) tun. Wer sich dafür nicht an die Straße stellen möchte, kann sich auch vom Hotel aus dort hin fahren lassen; dann allerdings mit einem erheblichen Touristen-Aufschlag (Faktor zehn). Kleiner Hinweis: Hier werden die Insellage und die Unwissenheit der Urlauber seitens des Hotels schon extrem ausgenutzt. Selbiges gilt auch für die kleinen Shops innerhalb der Anlage.
Erste Kontaktaufnahme:
Wir kannten Mirko (einer der Inhaber) und Erich (Herr der Technik) von einem Besuch auf der Insel Cres (Kroatien). Über das Kontaktformular bei Taucher.net hatten wir vorab eine kleine Anfrage gestellt und insbesondere auch angeboten, die ein oder andere Kleinigkeit aus der alten Heimat mitzubringen. Die Anfrage scheint dann doch nicht angekommen oder irgendwie unter gegangen zu sein. So blieben Kaffee, Gummibärchen, Wurst, Körnerbrot & Co. dann halt zu Hause.
Ckeck-In:
Für die Anmeldung werden wie üblich Brevet und TTU benötigt. Liegt letztere nicht vor, so kann ein Selbstauskunfts-Bogen zum Gesundheitszustand ausgefüllt werden. Wird hier eine Frage mit ´Ja´ (gesundheitliche Probleme) beantwortet, ist ein Gesundheits-Check obligatorisch. Dieser kann im Hotel für 50€ durchgeführt werden.
Nach der Erledigung des Papierkrams folgte ein Rundgang durch die Basis und eine sehr ausführliche Erklärung der Regeln und Abläufe. Wer Mirko schon mal erlebt hat, wird sich lebhaft vorstellen können, dass diese Einweisung einen guten Unterhaltungswert hatte.
Die umfangreichen Erklärungen sind nochmals zum Nachlesen auch in schriftlicher Form verfügbar. Darüber hinaus sind an den wesentlichen Stellen stets Hinweis-Schilder angebracht, auf denen die wichtigsten Regeln beschrieben werden, z.B. wohin mit dem Blei, welches Becken für welches Equipment nutzen, Jackets nicht auf die Bügel hängen, wie wird eine Box gepackt, persönlicher Stellplatz für die Box, persönlicher Platz zum Aufhängen des Anzuges, wie die Nitrox-Tanks beschriften, Blei aus den Jackets nehmen, Bojenpflicht beachten, bei Basen-Equipment nur die zweiten Stufen spülen, vorgeschriebenes Tiefen-Limit einhalten, etc.)
Kommentar: An dieser Stelle wird aus unserer Sicht etwas übertrieben, was die Ordnungsliebe und ´regulatorische Fürsorge´ für die Gäste anbelangt.
Dies sei jedoch auf Basis der Erfahrungen mit den meist weniger erfahrenen Tauchern erforderlich und habe sich so als vorteilhaft erwiesen.
Ausstattung etc.:
Im Wesentlichen besteht die Basis aus dem Office, Schulungs-Raum, Kompressor-Raum, Technik-Raum, Equipment-Raum und der Kaffee-Ecke.
In der Mitte davon befinden sich zwei großzügige Becken-Blöcke, die in je zwei große Becken (für die ´Schmutzwäsche´) und zwei kleine Becken (für Regler, Foto, etc.) unterteilt sind. Das Wasser wird zweimal täglich gewechselt.
Neben Pressluft wird auch Nitrox angeboten, welches ohne Aufpreis zur Verfügung gestellt wird. Zwei Analyse-Geräte für die Sauerstoff-Konzentration sind vorhanden. Die Kompressor-Anlage macht einen sehr guten Eindruck. Vierteljährlich erfolgt hier eine Überprüfung nach dem über die lokalen Bestimmungen hinausgehenden DIN-Standard. Die letzten Prüfurkunden werden stets ausgehängt.
Das Leihequipment macht durchgängig einen guten Eindruck. Die relevanten Teile scheinen regelmäßig ausgetauscht zu werden. Darüber hinaus kümmert sich Erich kontinuierlich um die Wartung des technischen Geräts und hilft auch gerne mit Tipps und kleineren Handgriffen weiter.
Während der Öffnungszeiten (8:00-18:00, 12:00-14:00 Mittagspause) werden kostenlos Tee und Kaffee in der Kaffee-Ecke angeboten. Hier stand im Mai auch Hubert, ein Biologe, regelmäßig für Nachfragen zur Unterwasser-Welt zur Verfügung.
Tauchbetrieb:
In der Region gibt es keine Außenriffe, wie in Hurghada oder anderen Gegenden. Von daher erfolgen die Tauchgänge stets von Land aus. Zu besonderen Tauchplätzen (wie z.B. Elphinstone) wird eine Fahrt nach Marsa Alam angeboten, von wo aus die Tauchplätze per Boot angesteuert werden. Das Boot ist dann jeweils nur mit den Gästen von Water World belegt. Aus diesem Grund ist stets eine Mindest-Teilnehmerzahl erforderlich. Meist ist aber eher das Problem, hier noch einen Platz zu ergattern.
Zu den Ausfahrten kann man sich in die entsprechenden Aushänge eintragen. Ringsum gibt es mehrere mit den Tageszielen beschilderte Haltestellen, wo man seine Equipment-Box abstellt und sein Blei auf die vorgesehene Ablage legt. Die Zeiten für die Ausfahrten sind so gewählt, dass man rechtzeitig an den Tauchplätzen ankommt (sprich vor Ort einen guten Platz bekommt) und auch Abends zeitig wieder zurück an der Basis ist. Bei den Ganz-Tagesausfahrten bieten die Ägypter für 5€ ein Mittagessen inkl. Wasser und Cola an.
Bei allen Ausfahrten wird stets ein Erste-Hilfe Kit und Sauerstoff mitgeführt. Auf einer Boots-Ausfahrt hat ein anderer Gast das Sauerstoff-Kit getestet. Die Flasche war weniger als halb gefüllt und die Maske verdreckt. Dem Tour-Guide war das bekannt und sichtlich peinlich.
Für das Hausriff gibt es eine separate Liste bei der Flaschenausgabe und eine eigene Haltestelle, an der das aufgerödelte Jacket abgelegt und dann per Pickup innerhalb von 10 bis max. 30 Minuten zum Steg transportiert wird.
Am Hausriff gibt es zwei Einstiege, zu denen jeweils ein langer Steg über das flache Riffdach führt. Von der Basis aus sind diese innerhalb weniger Minuten Fußweg erreichbar. Das Hausriff fällt relativ steil von 0 auf 60 m ab. Je nach Strömungsverhältnissen bietet sich ein Drift-Tauchgang an. Flasche und Blei können nach dem Tauchgang auf dem Steg zur späteren Abholung durch die Basis abgelegt werden.
Im Zwei-Tages Rhythmus werden am Hausriff jeweils Early Morning und Night Dives angeboten.
Buchung und Bezahlung:
Im Gegensatz zu anderen Tauchbasen müssen Tauchpakete nicht vorher gebucht und bezahlt werden. Bei der Abrechnung wird das jeweils günstigste Paket berechnet. Als Wiederholungs-Täter erhält man 10% Rabatt. Dabei spielt es keine Rolle, bei welcher der Partner-Basen man zuvor Tauchen war. Last not least gibt es 5% Rabatt bei Barzahlung (in € oder $US). Diesen erhält man auch noch, wenn der fällige Betrag innerhalb einer gesetzten Frist überwiesen wird. Alternativ erfolgt ein Zuschlag von 5%.
--------------------------------
Bis zu dieser Stelle hätten wir der Basis 5 Flossen gegeben. Eine Extra-Flosse für die vorbildliche Technik sowie gute Buchungs- und Bezahlungsregelung, Abzüge wegen der tendenziellen Überregulierung, insbesondere jedoch wegen der _bekannterweise_ mehr als halb leeren Sauerstoffflasche und der verdreckten Maske auf der Boots-Tagestour.
Verbesserungsvorschlag:
Eine Ausrüstung zu Demonstrationszwecken (z.B. Rescue-Schulung, Nachfragen Interessierter) vorhalten; mitgeführte Notfallausrüstung nach (regelmäßiger) Funktionsüberprüfung so versiegeln, dass sie nicht verschmutzen kann, Gäste nicht in Versuchung kommen, diese zu testen und sie im Notfall ohne Werkzeugeinsatz geöffnet werden kann (z.B. Klebeband-Streifen).
--------------------------------
weitere Schatten-Seiten:
Die nachfolgenden Punkte liegen stark im Auge des Betrachters, da es dabei zumindest teilweise um Erwartungshaltungen und Befindlichkeiten geht. Von daher haben wir versucht, dies innerhalb dieses Berichts deutlich von den eher objektivierbaren Aspekten zu trennen:
Alle (Nicht Ausbildungs-) Tauchgänge wurden ausschließlich von Ägyptischem Personal durchgeführt. Wir haben uns seitens dieser Mitarbeiter in einer Art bevormundet gefühlt, wie wir es noch nie in unserer Taucher-Karriere erlebt haben - auch nicht in Ägypten.
Es gab nicht einen Tauchgang, bei dem nicht durch die Ägyptischen Helfer mindestens ein ´freundlicher Hinweis´ kam. Gerne antworten wir freundlich ein Mal, auch zwei Mal oder aber auch ein fünftes Mal. Wenn sich jedoch ein Prozedere täglich wiederholt und, wie in einem Fall, 3 Mal innerhalb von einer Minute von unterschiedlichen Helfern ein und derselbe sicher nett gemeinte Hinweis kommt, dann empfinden wir das nur noch als nervig.
konkret:
* Meist packen wir unsere Flossen so zusammen, dass wir die Maske darüber stülpen, um sie so angenehmer tragen zu können. Mehrfach wurden wir darauf angesprochen, die Maske doch in eine der Flossen zu stecken. Sicher ist dies auch eine Möglichkeit. Warum jedoch sollten wir ´unser System´ ändern, wenn wir dies nicht wollen und kein für uns ersichtlicher Nutzen dadurch entsteht?
* Für den Nitrox-Check steht ein Adapter-Stück zur Verfügung, welches man in die Flasche schrauben kann und auf welches man das Analyse-Gerät stecken kann. Dieses haben wir nicht verwendet, da eines der Geräte passgenau in den Ventil-Sitz eingesteckt werden kann und das andere ohne Beeinträchtigung der Funktionalität an diesen angehalten werden kann. In einem Fall wurden wir drei Mal innerhalb von nur einer Minute auf die Verwendung des Adapters angesprochen. Reicht es nicht, wenn man zwei Mal antwortet?
* Wir haben Mares h.u.b. Jackets, die nicht in der ´vorgeschriebenen Form´ in die ausgegebenen Kisten passen. Hier wurde dann stets vergeblich versucht, diese mit Gewalt in die Kiste zu pressen. Leider wurde die gedankliche Leistung, dass (aufgrund der Bauform) oben liegende Atemregler durch Stapeln von Kisten beeinträchtigt werden können, nicht vollbracht. Hier haben auch Hinweise meinerseits nicht gefruchtet. Stattdessen wurde mir gesagt, ich müsse dies halt bei jedem Beladevorgang explizit sagen. Kann ich vielleicht erwarten, dass mit meinem Equipment (ohne dass ich immer dabei stehen muss) sorgsam umgegangen wird? Und kann ich vielleicht auch erwarten, dass auf mehrfache Hinweise reagiert wird?
* Stets fummeln die Ägypter an der Luftversorgung herum. Auch hier habe ich vergeblich darum gebeten, dies doch bitte zu unterlassen. Wir führen konsequent einen Buddy-Check durch. Im Rahmen der Tauchgangsvorbereitung haben ausschließlich mein Buddy und ich etwas an meiner Luftversorgung verloren. Und wenn ich doch schon ausdrücklich darum bitte, kann ich doch erwarten, dass dieser Bitte nachgekommen wird; oder etwa nicht? .
* In der Vorbereitung zu einem Hausriff-Tauchgang habe ich unsere Flaschen an der betreffenden Bushaltestelle abgestellt und habe mein wenige Meter entferntes Jacket aus der Kiste geholt. Sofort kam ein Ägypter angerannt, um die beiden Flaschen zu legen. Ja, Flaschen sollte man legen. In Anbetracht dessen, dass die Flasche einen sicheren Stand hatte, darüber hinaus außer uns keine anderen Gäste in der Nähe waren und dies nur eine Angelegenheit weniger Sekunden war, fand ich auch dies eine unnötige Aktion. Dies zumal die Ägypter stets alle Flaschen stellen; sei es im Sand am Strand, auf dem federnden unebenen Boden bei der Flaschenausgabe oder aber auf eben diesem Hof.
* An einem Tag Wir wollten Tauchen, wurden dann aber mit Hinweis auf die am Strang gehisste rote Flagge und die Vorhandene Gefahr abgewiesen. So verbrachten wir den Tag am Strand. Das Wasser war in der Tat schaukelig, aber aus unserer Sicht schon problemlos zu betauchen. Unwesentlich später sahen wir Staff der Basis (bei gleich gebliebenen Bedingungen) mit AOWD-Schülern ins Wasser gehen. Egal wie: Entweder ist es zu gefährlich; dann auch und _erstrecht_ für angehende AOWDs mit vielleicht 20TG. Das fanden mehrere abgewiesene Taucher nicht gut. Als Reaktion darauf fand dann an den Folgetagen auch bei gesetzter roter Flagge normaler Tauchbetrieb statt.
* Bei der Eintragung zu den Tauchgängen kann man angeben, ob man mit einen Guide tauchen möchte. Da wir alleine Tauchen wollten, haben wir hier stets ´No´ angegeben. Um so erstaunter war ich, als der Guide nach dem Tauchgang unsere Tauchtiefe und -Zeit abfragte. Um sicher zu sein, dass ich ihn richtig verstanden hatte, fragte ich noch mal nach, und er bestätigte sein Ansinnen. Spontan konnte ich (auch vor dem Hintergrund der vielen anderen Regeln und Vorschriften auf der Basis) nicht anders, als darauf mit ´kindergarden´ zu antworten. Da es mir fern lag, den Guide zu beleidigen, habe ich ihn kurz darauf noch mal angesprochen und ihn gebeten mir zu erklären, wofür dies denn notwendig sei. Er sagte dass dies erforderlich sei, um den Tauchschülern anschließend für ihren Logbucheintrag sagen zu können, wie lange und tief sie getaucht seien. Auf meinen Hinweis, dass dies widersprüchlich sei, da _ich_ ja ihm die Zeit mitteile, entgegnete er, dass das Management das so haben wolle. Um Ruhe zu haben und den armen Kerl nicht zu überfordern, gab ich ihm dann halt die Daten. Später auf der Basis sprach mich dann Mirko an, dass es scheinbar ein Missverständnis gegeben habe. Für mich war die Sache im Grunde schon abgehakt, dennoch fand ich es gut, dass er sich offensiv um eine Klärung bemühte. Er erklärte mir die (aus seiner Sicht bestehende) Notwendigkeit damit, dass
a) er damit ein Instrumentarium zur Tiefenkontrolle habe
Welchen Sinn macht das bei Tauchplätzen, die (wie in diesem Fall) gar nicht tiefer als 30 Meter sind? Welchen Sinn macht das, wenn ich Nitrox tauche und aufgrund der MOD ohnehin nicht in große Tiefen vordringe? Und: Warum wird es dann nicht einfach offen angesprochen, dass eine Tiefenkontrolle durchgeführt wird? Das wäre doch (zumindest für mich) OK.
b) er damit bei einem Tauchunfall dokumentieren könne, wie der bisherige Verlauf der Tauchgänge war
Welchen Nutzen hat das, wenn eine solche Kontrolle nur bei Land-Tauchgängen, nicht jedoch bei Boots- und Hausriff-Tauchgängen durchgeführt wird? Und: Welchen Sinn mach das Prozedere (vor dem Hintergrund eines anzustrebenden maximalen Informations-Umfanges), wenn die Abfrage erst am Ende des Tages erfolgt? Und: Wenn ein schwerer Unfall passiert ist, werde ich meinen Computer doch im Zweifel anhaben, sodass das Druckkammer-Personal die vollständigen Daten hat. Und: Im Zweifel gibt es ja auch noch meinen Buddy, der in einer Notfallsituation, die eine Druckkammerbehandlung erforderlich macht, wesentlich schneller Auskunft erteilen kann, als es dauern würde, etliche Aktenordner mit Papier zu durchforsten (vorausgesetzt natürlich, dass nicht beide verunfallt sind). Und: Genau die entscheidenden Daten des Unfalltauchganges kann ich als Verunfallter dann ja wahrscheinlich ohnehin nicht mehr mitteilen.
c) dies ein Instrumentarium für Ihn sei, seine Ägyptischen Guides dahingehend zu steuern, dass sie Anwesenheitskontrollen nach den Tauchgängen machen. Er wolle nicht, dass einmal über seine Basis im Taucher.Net über verloren gegangene Taucher zu lesen sei.
Dies wiederum ist für mich absolut verständlich. Aber: Hier ist doch nicht der Gast das Problem, sondern der Guide. Und: Reicht dann hier nicht auch ein Häkchen? Und: Warum wird dies dann so uneinheitlich durch die Guides gemacht? Beim Check-TG und bei den Boots-Tauchgängen gab es keine derartigen Kontrollen, wobei ja gerade bei den Boots-TG die größte Gefahr und damit auch Notwendigkeit für eine Vollständigkeits-Kontrolle besteht.
d) es sich hierbei um ein von PADI bereits vor 10 Jahren entwickeltes Standard-Verfahren handele und es damit ja ohnehin nicht in Frage zu stellen sei.
Spätestens nach diesem Argument kann es natürlich keine weiteren Argumente geben. ;-o)
Wie man es dreht und wendet: Aus meiner Sicht fehlt hier wirklich eine schlüssige Argumentation. Wenn nicht all die anderen (aus meiner Sicht) negativen Punkte wären, hätte ich diesen Aspekt im Bericht wahrscheinlich nicht erwähnt. So jedoch rundet er aus meiner Sicht durchaus das Gesamtbild ab.
--------------------------------
Unser persönliches Fazit:
+ Im Grunde ist Water World eine wirklich gute Basis
+ Buchungs- und Bezahlungs-Modalitäten sind sehr flexibel und kundenfreundlich
+ Technik und Wartung sind (soweit wir dies beurteilen können) sehr gut
- Es gibt erhebliche Sprach-/Verständnis-Probleme (der Helfer) und Zuständigkeits-Probleme (zu viele, die sich gleichzeitig und/oder nacheinander um das Gleiche kümmern).
- Das Überkümmern der Ägypter kann (wie gut dies auch möglicherweise im Einzelfall gemeint sein mag) gängelnd und bevormundend wirken (Weniger ist manchmal mehr)
- Mit dem Equipment könnte etwas sorgsamer umgegangen werden
- Der Umgang mit der Notfallausrüstung sollte unbedingt besser werden
- In der Betreuung der Gäste wird nicht (ansatzweise) differenziert, wie sehr sie eine haltende Hand wünschen und benötigen
- Die Basis ist tendenziell überreguliert (auch hier: Weniger ist manchmal mehr)
- Zu den Guides können wir nicht viel sagen, schließen uns jedoch dem Hinweis aus einem früheren Bericht an, dass die Sprachbarriere zur Beeinträchtigung der Verbundenheit zwischen Basis und Gästen führt
- Vor dem Hintergrund der hohen Extra-Kosten für Ausfahrten und der Tauchbetreuung ausschließlich durch Ägypter ist das Preis-/Leistungs-Verhältnis im Vergleich zu anderen, besseren, Basen in Ägypten schlechter. Aus unserer Sicht lässt sich dies nur dadurch zu lösen, dass jede Ausfahrt von einem Deutschen Tour-Guide begleitet wird.
Wer primär Wert auf ein gutes Hotel legt, macht mit dem Akassia (nebst Water World) keinen Fehler. Wer viel Hilfestellung benötigt, macht mit Water World als Tauchbasis keinen Fehler. Wer selbständig und eigenverantwortlich Tauchen gehen möchte oder primär Wert auf Tauchen legt und eine günstige Unterkunft sucht, sollte nach Mangrove Bay gehen (liegt nur wenige km entfernt). Wer großen Abwechslungsreichtum und Programm außerhalb vom Hotel sucht, ist in der Gegend insgesamt nicht sehr gut aufgehoben.
Unsere Wertung: sehr wohlwollende 4 Flossen (Cres Sympathie-Bonus)
Gut Luft
Christof + Gudrun
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http://www.dive-inn.de
andere Tauchgruppe
unsere Tauchgruppe
Dougong in Abu Dabbab
Schildkröte in Abu Dabbab
Delfine am Hausriff
Teppich-Krokodilfisch in Abu Dabbab
Blaupunktrochen beim Schnorcheln in der Badebucht
Kugelfisch
Korallengarten mit Taucher
Nemo & Co.
Seenadeln wohin man schaut
Neon Sternschnecke
Drachenkopf
Igelfisch am Hausriff
Rotfeuerfisch ... in Kürzue mehr auf unserer Homepage unter dive-inn.de
Lage:
Das Water World diving center befindet sich in der Akassia Hotel-Anlage. Diese ist ein gutes, aber auch hochpreisiges Urlaubs-Domizil. Es liegt Mitten im Nirgendwo, ca. 160 km südlich von Hurghada (gut zwei Stunden Transfer-Zeit) und 120 km nördlich von Marsa Alam (aufgrund der nördlicheren Lage des Flughafens nur etwa eine Stunde Transfer-Zeit). Nach El Quesir sind es etwa 25 km in nördliche Richtung. Wer sich den Ort (zu lokal üblichen Marktpreisen) anschauen möchte, kann dies per Taxi für 20LE (2,70€) oder Sammeltaxi für 5LE (67€ct.) tun. Wer sich dafür nicht an die Straße stellen möchte, kann sich auch vom Hotel aus dort hin fahren lassen; dann allerdings mit einem erheblichen Touristen-Aufschlag (Faktor zehn). Kleiner Hinweis: Hier werden die Insellage und die Unwissenheit der Urlauber seitens des Hotels schon extrem ausgenutzt. Selbiges gilt auch für die kleinen Shops innerhalb der Anlage.
Erste Kontaktaufnahme:
Wir kannten Mirko (einer der Inhaber) und Erich (Herr der Technik) von einem Besuch auf der Insel Cres (Kroatien). Über das Kontaktformular bei Taucher.net hatten wir vorab eine kleine Anfrage gestellt und insbesondere auch angeboten, die ein oder andere Kleinigkeit aus der alten Heimat mitzubringen. Die Anfrage scheint dann doch nicht angekommen oder irgendwie unter gegangen zu sein. So blieben Kaffee, Gummibärchen, Wurst, Körnerbrot & Co. dann halt zu Hause.
Ckeck-In:
Für die Anmeldung werden wie üblich Brevet und TTU benötigt. Liegt letztere nicht vor, so kann ein Selbstauskunfts-Bogen zum Gesundheitszustand ausgefüllt werden. Wird hier eine Frage mit ´Ja´ (gesundheitliche Probleme) beantwortet, ist ein Gesundheits-Check obligatorisch. Dieser kann im Hotel für 50€ durchgeführt werden.
Nach der Erledigung des Papierkrams folgte ein Rundgang durch die Basis und eine sehr ausführliche Erklärung der Regeln und Abläufe. Wer Mirko schon mal erlebt hat, wird sich lebhaft vorstellen können, dass diese Einweisung einen guten Unterhaltungswert hatte.
Die umfangreichen Erklärungen sind nochmals zum Nachlesen auch in schriftlicher Form verfügbar. Darüber hinaus sind an den wesentlichen Stellen stets Hinweis-Schilder angebracht, auf denen die wichtigsten Regeln beschrieben werden, z.B. wohin mit dem Blei, welches Becken für welches Equipment nutzen, Jackets nicht auf die Bügel hängen, wie wird eine Box gepackt, persönlicher Stellplatz für die Box, persönlicher Platz zum Aufhängen des Anzuges, wie die Nitrox-Tanks beschriften, Blei aus den Jackets nehmen, Bojenpflicht beachten, bei Basen-Equipment nur die zweiten Stufen spülen, vorgeschriebenes Tiefen-Limit einhalten, etc.)
Kommentar: An dieser Stelle wird aus unserer Sicht etwas übertrieben, was die Ordnungsliebe und ´regulatorische Fürsorge´ für die Gäste anbelangt.
Dies sei jedoch auf Basis der Erfahrungen mit den meist weniger erfahrenen Tauchern erforderlich und habe sich so als vorteilhaft erwiesen.
Ausstattung etc.:
Im Wesentlichen besteht die Basis aus dem Office, Schulungs-Raum, Kompressor-Raum, Technik-Raum, Equipment-Raum und der Kaffee-Ecke.
In der Mitte davon befinden sich zwei großzügige Becken-Blöcke, die in je zwei große Becken (für die ´Schmutzwäsche´) und zwei kleine Becken (für Regler, Foto, etc.) unterteilt sind. Das Wasser wird zweimal täglich gewechselt.
Neben Pressluft wird auch Nitrox angeboten, welches ohne Aufpreis zur Verfügung gestellt wird. Zwei Analyse-Geräte für die Sauerstoff-Konzentration sind vorhanden. Die Kompressor-Anlage macht einen sehr guten Eindruck. Vierteljährlich erfolgt hier eine Überprüfung nach dem über die lokalen Bestimmungen hinausgehenden DIN-Standard. Die letzten Prüfurkunden werden stets ausgehängt.
Das Leihequipment macht durchgängig einen guten Eindruck. Die relevanten Teile scheinen regelmäßig ausgetauscht zu werden. Darüber hinaus kümmert sich Erich kontinuierlich um die Wartung des technischen Geräts und hilft auch gerne mit Tipps und kleineren Handgriffen weiter.
Während der Öffnungszeiten (8:00-18:00, 12:00-14:00 Mittagspause) werden kostenlos Tee und Kaffee in der Kaffee-Ecke angeboten. Hier stand im Mai auch Hubert, ein Biologe, regelmäßig für Nachfragen zur Unterwasser-Welt zur Verfügung.
Tauchbetrieb:
In der Region gibt es keine Außenriffe, wie in Hurghada oder anderen Gegenden. Von daher erfolgen die Tauchgänge stets von Land aus. Zu besonderen Tauchplätzen (wie z.B. Elphinstone) wird eine Fahrt nach Marsa Alam angeboten, von wo aus die Tauchplätze per Boot angesteuert werden. Das Boot ist dann jeweils nur mit den Gästen von Water World belegt. Aus diesem Grund ist stets eine Mindest-Teilnehmerzahl erforderlich. Meist ist aber eher das Problem, hier noch einen Platz zu ergattern.
Zu den Ausfahrten kann man sich in die entsprechenden Aushänge eintragen. Ringsum gibt es mehrere mit den Tageszielen beschilderte Haltestellen, wo man seine Equipment-Box abstellt und sein Blei auf die vorgesehene Ablage legt. Die Zeiten für die Ausfahrten sind so gewählt, dass man rechtzeitig an den Tauchplätzen ankommt (sprich vor Ort einen guten Platz bekommt) und auch Abends zeitig wieder zurück an der Basis ist. Bei den Ganz-Tagesausfahrten bieten die Ägypter für 5€ ein Mittagessen inkl. Wasser und Cola an.
Bei allen Ausfahrten wird stets ein Erste-Hilfe Kit und Sauerstoff mitgeführt. Auf einer Boots-Ausfahrt hat ein anderer Gast das Sauerstoff-Kit getestet. Die Flasche war weniger als halb gefüllt und die Maske verdreckt. Dem Tour-Guide war das bekannt und sichtlich peinlich.
Für das Hausriff gibt es eine separate Liste bei der Flaschenausgabe und eine eigene Haltestelle, an der das aufgerödelte Jacket abgelegt und dann per Pickup innerhalb von 10 bis max. 30 Minuten zum Steg transportiert wird.
Am Hausriff gibt es zwei Einstiege, zu denen jeweils ein langer Steg über das flache Riffdach führt. Von der Basis aus sind diese innerhalb weniger Minuten Fußweg erreichbar. Das Hausriff fällt relativ steil von 0 auf 60 m ab. Je nach Strömungsverhältnissen bietet sich ein Drift-Tauchgang an. Flasche und Blei können nach dem Tauchgang auf dem Steg zur späteren Abholung durch die Basis abgelegt werden.
Im Zwei-Tages Rhythmus werden am Hausriff jeweils Early Morning und Night Dives angeboten.
Buchung und Bezahlung:
Im Gegensatz zu anderen Tauchbasen müssen Tauchpakete nicht vorher gebucht und bezahlt werden. Bei der Abrechnung wird das jeweils günstigste Paket berechnet. Als Wiederholungs-Täter erhält man 10% Rabatt. Dabei spielt es keine Rolle, bei welcher der Partner-Basen man zuvor Tauchen war. Last not least gibt es 5% Rabatt bei Barzahlung (in € oder $US). Diesen erhält man auch noch, wenn der fällige Betrag innerhalb einer gesetzten Frist überwiesen wird. Alternativ erfolgt ein Zuschlag von 5%.
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Bis zu dieser Stelle hätten wir der Basis 5 Flossen gegeben. Eine Extra-Flosse für die vorbildliche Technik sowie gute Buchungs- und Bezahlungsregelung, Abzüge wegen der tendenziellen Überregulierung, insbesondere jedoch wegen der _bekannterweise_ mehr als halb leeren Sauerstoffflasche und der verdreckten Maske auf der Boots-Tagestour.
Verbesserungsvorschlag:
Eine Ausrüstung zu Demonstrationszwecken (z.B. Rescue-Schulung, Nachfragen Interessierter) vorhalten; mitgeführte Notfallausrüstung nach (regelmäßiger) Funktionsüberprüfung so versiegeln, dass sie nicht verschmutzen kann, Gäste nicht in Versuchung kommen, diese zu testen und sie im Notfall ohne Werkzeugeinsatz geöffnet werden kann (z.B. Klebeband-Streifen).
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weitere Schatten-Seiten:
Die nachfolgenden Punkte liegen stark im Auge des Betrachters, da es dabei zumindest teilweise um Erwartungshaltungen und Befindlichkeiten geht. Von daher haben wir versucht, dies innerhalb dieses Berichts deutlich von den eher objektivierbaren Aspekten zu trennen:
Alle (Nicht Ausbildungs-) Tauchgänge wurden ausschließlich von Ägyptischem Personal durchgeführt. Wir haben uns seitens dieser Mitarbeiter in einer Art bevormundet gefühlt, wie wir es noch nie in unserer Taucher-Karriere erlebt haben - auch nicht in Ägypten.
Es gab nicht einen Tauchgang, bei dem nicht durch die Ägyptischen Helfer mindestens ein ´freundlicher Hinweis´ kam. Gerne antworten wir freundlich ein Mal, auch zwei Mal oder aber auch ein fünftes Mal. Wenn sich jedoch ein Prozedere täglich wiederholt und, wie in einem Fall, 3 Mal innerhalb von einer Minute von unterschiedlichen Helfern ein und derselbe sicher nett gemeinte Hinweis kommt, dann empfinden wir das nur noch als nervig.
konkret:
* Meist packen wir unsere Flossen so zusammen, dass wir die Maske darüber stülpen, um sie so angenehmer tragen zu können. Mehrfach wurden wir darauf angesprochen, die Maske doch in eine der Flossen zu stecken. Sicher ist dies auch eine Möglichkeit. Warum jedoch sollten wir ´unser System´ ändern, wenn wir dies nicht wollen und kein für uns ersichtlicher Nutzen dadurch entsteht?
* Für den Nitrox-Check steht ein Adapter-Stück zur Verfügung, welches man in die Flasche schrauben kann und auf welches man das Analyse-Gerät stecken kann. Dieses haben wir nicht verwendet, da eines der Geräte passgenau in den Ventil-Sitz eingesteckt werden kann und das andere ohne Beeinträchtigung der Funktionalität an diesen angehalten werden kann. In einem Fall wurden wir drei Mal innerhalb von nur einer Minute auf die Verwendung des Adapters angesprochen. Reicht es nicht, wenn man zwei Mal antwortet?
* Wir haben Mares h.u.b. Jackets, die nicht in der ´vorgeschriebenen Form´ in die ausgegebenen Kisten passen. Hier wurde dann stets vergeblich versucht, diese mit Gewalt in die Kiste zu pressen. Leider wurde die gedankliche Leistung, dass (aufgrund der Bauform) oben liegende Atemregler durch Stapeln von Kisten beeinträchtigt werden können, nicht vollbracht. Hier haben auch Hinweise meinerseits nicht gefruchtet. Stattdessen wurde mir gesagt, ich müsse dies halt bei jedem Beladevorgang explizit sagen. Kann ich vielleicht erwarten, dass mit meinem Equipment (ohne dass ich immer dabei stehen muss) sorgsam umgegangen wird? Und kann ich vielleicht auch erwarten, dass auf mehrfache Hinweise reagiert wird?
* Stets fummeln die Ägypter an der Luftversorgung herum. Auch hier habe ich vergeblich darum gebeten, dies doch bitte zu unterlassen. Wir führen konsequent einen Buddy-Check durch. Im Rahmen der Tauchgangsvorbereitung haben ausschließlich mein Buddy und ich etwas an meiner Luftversorgung verloren. Und wenn ich doch schon ausdrücklich darum bitte, kann ich doch erwarten, dass dieser Bitte nachgekommen wird; oder etwa nicht? .
* In der Vorbereitung zu einem Hausriff-Tauchgang habe ich unsere Flaschen an der betreffenden Bushaltestelle abgestellt und habe mein wenige Meter entferntes Jacket aus der Kiste geholt. Sofort kam ein Ägypter angerannt, um die beiden Flaschen zu legen. Ja, Flaschen sollte man legen. In Anbetracht dessen, dass die Flasche einen sicheren Stand hatte, darüber hinaus außer uns keine anderen Gäste in der Nähe waren und dies nur eine Angelegenheit weniger Sekunden war, fand ich auch dies eine unnötige Aktion. Dies zumal die Ägypter stets alle Flaschen stellen; sei es im Sand am Strand, auf dem federnden unebenen Boden bei der Flaschenausgabe oder aber auf eben diesem Hof.
* An einem Tag Wir wollten Tauchen, wurden dann aber mit Hinweis auf die am Strang gehisste rote Flagge und die Vorhandene Gefahr abgewiesen. So verbrachten wir den Tag am Strand. Das Wasser war in der Tat schaukelig, aber aus unserer Sicht schon problemlos zu betauchen. Unwesentlich später sahen wir Staff der Basis (bei gleich gebliebenen Bedingungen) mit AOWD-Schülern ins Wasser gehen. Egal wie: Entweder ist es zu gefährlich; dann auch und _erstrecht_ für angehende AOWDs mit vielleicht 20TG. Das fanden mehrere abgewiesene Taucher nicht gut. Als Reaktion darauf fand dann an den Folgetagen auch bei gesetzter roter Flagge normaler Tauchbetrieb statt.
* Bei der Eintragung zu den Tauchgängen kann man angeben, ob man mit einen Guide tauchen möchte. Da wir alleine Tauchen wollten, haben wir hier stets ´No´ angegeben. Um so erstaunter war ich, als der Guide nach dem Tauchgang unsere Tauchtiefe und -Zeit abfragte. Um sicher zu sein, dass ich ihn richtig verstanden hatte, fragte ich noch mal nach, und er bestätigte sein Ansinnen. Spontan konnte ich (auch vor dem Hintergrund der vielen anderen Regeln und Vorschriften auf der Basis) nicht anders, als darauf mit ´kindergarden´ zu antworten. Da es mir fern lag, den Guide zu beleidigen, habe ich ihn kurz darauf noch mal angesprochen und ihn gebeten mir zu erklären, wofür dies denn notwendig sei. Er sagte dass dies erforderlich sei, um den Tauchschülern anschließend für ihren Logbucheintrag sagen zu können, wie lange und tief sie getaucht seien. Auf meinen Hinweis, dass dies widersprüchlich sei, da _ich_ ja ihm die Zeit mitteile, entgegnete er, dass das Management das so haben wolle. Um Ruhe zu haben und den armen Kerl nicht zu überfordern, gab ich ihm dann halt die Daten. Später auf der Basis sprach mich dann Mirko an, dass es scheinbar ein Missverständnis gegeben habe. Für mich war die Sache im Grunde schon abgehakt, dennoch fand ich es gut, dass er sich offensiv um eine Klärung bemühte. Er erklärte mir die (aus seiner Sicht bestehende) Notwendigkeit damit, dass
a) er damit ein Instrumentarium zur Tiefenkontrolle habe
Welchen Sinn macht das bei Tauchplätzen, die (wie in diesem Fall) gar nicht tiefer als 30 Meter sind? Welchen Sinn macht das, wenn ich Nitrox tauche und aufgrund der MOD ohnehin nicht in große Tiefen vordringe? Und: Warum wird es dann nicht einfach offen angesprochen, dass eine Tiefenkontrolle durchgeführt wird? Das wäre doch (zumindest für mich) OK.
b) er damit bei einem Tauchunfall dokumentieren könne, wie der bisherige Verlauf der Tauchgänge war
Welchen Nutzen hat das, wenn eine solche Kontrolle nur bei Land-Tauchgängen, nicht jedoch bei Boots- und Hausriff-Tauchgängen durchgeführt wird? Und: Welchen Sinn mach das Prozedere (vor dem Hintergrund eines anzustrebenden maximalen Informations-Umfanges), wenn die Abfrage erst am Ende des Tages erfolgt? Und: Wenn ein schwerer Unfall passiert ist, werde ich meinen Computer doch im Zweifel anhaben, sodass das Druckkammer-Personal die vollständigen Daten hat. Und: Im Zweifel gibt es ja auch noch meinen Buddy, der in einer Notfallsituation, die eine Druckkammerbehandlung erforderlich macht, wesentlich schneller Auskunft erteilen kann, als es dauern würde, etliche Aktenordner mit Papier zu durchforsten (vorausgesetzt natürlich, dass nicht beide verunfallt sind). Und: Genau die entscheidenden Daten des Unfalltauchganges kann ich als Verunfallter dann ja wahrscheinlich ohnehin nicht mehr mitteilen.
c) dies ein Instrumentarium für Ihn sei, seine Ägyptischen Guides dahingehend zu steuern, dass sie Anwesenheitskontrollen nach den Tauchgängen machen. Er wolle nicht, dass einmal über seine Basis im Taucher.Net über verloren gegangene Taucher zu lesen sei.
Dies wiederum ist für mich absolut verständlich. Aber: Hier ist doch nicht der Gast das Problem, sondern der Guide. Und: Reicht dann hier nicht auch ein Häkchen? Und: Warum wird dies dann so uneinheitlich durch die Guides gemacht? Beim Check-TG und bei den Boots-Tauchgängen gab es keine derartigen Kontrollen, wobei ja gerade bei den Boots-TG die größte Gefahr und damit auch Notwendigkeit für eine Vollständigkeits-Kontrolle besteht.
d) es sich hierbei um ein von PADI bereits vor 10 Jahren entwickeltes Standard-Verfahren handele und es damit ja ohnehin nicht in Frage zu stellen sei.
Spätestens nach diesem Argument kann es natürlich keine weiteren Argumente geben. ;-o)
Wie man es dreht und wendet: Aus meiner Sicht fehlt hier wirklich eine schlüssige Argumentation. Wenn nicht all die anderen (aus meiner Sicht) negativen Punkte wären, hätte ich diesen Aspekt im Bericht wahrscheinlich nicht erwähnt. So jedoch rundet er aus meiner Sicht durchaus das Gesamtbild ab.
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Unser persönliches Fazit:
+ Im Grunde ist Water World eine wirklich gute Basis
+ Buchungs- und Bezahlungs-Modalitäten sind sehr flexibel und kundenfreundlich
+ Technik und Wartung sind (soweit wir dies beurteilen können) sehr gut
- Es gibt erhebliche Sprach-/Verständnis-Probleme (der Helfer) und Zuständigkeits-Probleme (zu viele, die sich gleichzeitig und/oder nacheinander um das Gleiche kümmern).
- Das Überkümmern der Ägypter kann (wie gut dies auch möglicherweise im Einzelfall gemeint sein mag) gängelnd und bevormundend wirken (Weniger ist manchmal mehr)
- Mit dem Equipment könnte etwas sorgsamer umgegangen werden
- Der Umgang mit der Notfallausrüstung sollte unbedingt besser werden
- In der Betreuung der Gäste wird nicht (ansatzweise) differenziert, wie sehr sie eine haltende Hand wünschen und benötigen
- Die Basis ist tendenziell überreguliert (auch hier: Weniger ist manchmal mehr)
- Zu den Guides können wir nicht viel sagen, schließen uns jedoch dem Hinweis aus einem früheren Bericht an, dass die Sprachbarriere zur Beeinträchtigung der Verbundenheit zwischen Basis und Gästen führt
- Vor dem Hintergrund der hohen Extra-Kosten für Ausfahrten und der Tauchbetreuung ausschließlich durch Ägypter ist das Preis-/Leistungs-Verhältnis im Vergleich zu anderen, besseren, Basen in Ägypten schlechter. Aus unserer Sicht lässt sich dies nur dadurch zu lösen, dass jede Ausfahrt von einem Deutschen Tour-Guide begleitet wird.
Wer primär Wert auf ein gutes Hotel legt, macht mit dem Akassia (nebst Water World) keinen Fehler. Wer viel Hilfestellung benötigt, macht mit Water World als Tauchbasis keinen Fehler. Wer selbständig und eigenverantwortlich Tauchen gehen möchte oder primär Wert auf Tauchen legt und eine günstige Unterkunft sucht, sollte nach Mangrove Bay gehen (liegt nur wenige km entfernt). Wer großen Abwechslungsreichtum und Programm außerhalb vom Hotel sucht, ist in der Gegend insgesamt nicht sehr gut aufgehoben.
Unsere Wertung: sehr wohlwollende 4 Flossen (Cres Sympathie-Bonus)
Gut Luft
Christof + Gudrun
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