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grogCMAS**

Wir fuhren Mitte Mai 2014 mit der Adelaar die 10- ...

Wir fuhren Mitte Mai 2014 mit der Adelaar die 10-Tage-Tour von Bali nach Komodo und zurück.

Mit nur 4 Gästekabinen nimmt die Adelaar weniger Gäste an Bord, als alle anderen Boote, mit denen ich bisher auf Tauchsafari fuhr. Dabei ist die Adelaar durchaus nicht klein, es bleibt also viel Platz für jeden. Und auf unserer Tour fuhren sogar nur 3 Gäste mit...

Sehr positiv aufgefallen sind mir auf der Adelaar die Sauberkeit an Bord, sowie der tadellose Zustand der Einrichtung - schmutzige Ecken, klapprige Schränke oder halbdefekte Armaturen habe ich schon auf einigen Booten erlebt, nicht so auf der Adelaar, und das ist eigentlich erstaunlich, wenn man bedenkt, wie alt die Grundsubstanz dieses Bootes ist.

Die Kabinen sind (bis auf den großen Master-Bedroom) nicht riesig, aber ordentlich dimensioniert, und vor allem sehr praktisch und gemütlich eingerichtet - es gibt jede Menge Staufächer, und die ´Multimedia-Ausstattung´ ist absolut rekordverdächtig: große Flachbildfernseher mit vernetztem Medienplayer, separater Verstärker mit Boxen dazu, in der Qualität habe ich das noch auf keinem anderen Boot erlebt. Dass jede Kabine ein Telefon hat, wirkt bei der überschaubaren Menge Kabinen schon leicht übertrieben - ist aber letztlich praktisch, weil man jeden ohne große Störung erreichen kann. WLAN ist (gratis) verfügbar, InterNet-Konnektivität abhängig davon gegeben, ob sich das Boot in Reichweite einer Mobilfunkstation befindet. Die Klimaanlage in den Kabinen ist sehr leise und effektiv und natürlich individuell steuerbar. Mit Ausnahme des Master-Bedroom befinden sich Dusche und Toilette im selben Raum, was ich zwar an sich nicht so toll finde, aber dank sehr gut & schnell trocknender Böden und Wände und der ansonsten hervorragenden Ausstattung des Bades - auch mit rutschsicheren Staufächern - fand ich die sanitären Anlagen insgesamt doch sehr gut.

Das Essen auf der Adelaar war auch sehr gut. Anders als auf anderen Booten, und angesichts der geringen Gästezahl auch naheliegend, wurden Tellergerichte serviert. Beim Frühstück konnten diverse Eierspeisen bestellt werden, es gab jeden Tag einen großen Teller mit frischen Früchten (was die Abwesenheit echter Fruchtsäfte als Getränk verschmerzbar machte: Frucht-Nektare gab es allerdings), als Brotaufstriche standen Butter, Marmeladen, Nuss-Nougat Creme und Erdnussbutter zur Verfügung. Brot wurde nach Wunsch getoastet, ausserdem gab es Croissants. Mittags und abends gab es abwechslungsreiche warme Gerichte und Nachspeisen - erwartungsgemäß besonders gut dann, wenn asiatisch gekocht wurde. Nachmittags wurden wechselnde Snacks angeboten. ´Ober´-´do-you-want-some-more?´-Agung sorgte dafür, dass keiner versehentlich zu wenig aß . Neben Wasser & Tee waren auch Soft-Drinks im Preis inbegriffen, alkoholisches ist separat zu bezahlen.

Getaucht wurde von einem Metall-Dingi aus, die Anfahrten von der Adelaar zu den Tauchplätzen dauerten jeweils nur einige Minuten. Die Tauchplätze der Region, insbesondere im Komodo Nationalpark, sind natürlich spektakulär - und einige sehr strömungsreich, aus manchmal unerwartet wechselnden Richtungen. Reto, der Schweizer Cruise Director, meinte übrigens, dass nicht unsere 2 aufeinanderfolgenden Tauchgänge mit permanenter Präsenz von bis zu 15 Mantas das Highlight der Tour waren, sondern die Sichtung einer ´Metasepia Pfefferi´ (auch ´Flammen-Sepie´) bei einem Nachttauchgang.
Dass die Adelaar inzwischen Nitrox-Füllungen (180,-€ Aufpreis pro Tour) und ´Nautilus Lifeline´-Geräte zur Ortung abgetriebener anbietet, finde ich sehr sinnvoll und positiv. Erfreulicherweise konnte man mir sogar mit etwas zusätzlichem Neopren für die Tauchplätze im Süden aushelfen, die doch etwas zu kühl für nur-Shorty waren (bis zu 22°C) - während die im Norden mit 29°C-30°C für mich auch in Badehose plus T-Shirt warm genug sind.

Gegen Ende der Tour führten wir einige Tauchgänge ohne Reto durch, der zwischenzeitlich leider hohes Fieber bekommen hatte - wir hoffen, er hat sich vor der nächsten Tour gut erholen können.

Übrigens: Einen Tag nach unserem Rückflug brach der Vulkan auf der Insel Sangeang aus - da haben wir nochmal Glück gehabt, dass die Aschewolke unseren Flug nicht mehr behindern konnte

Fazit: Auch wenn andere Boote in der einen oder anderen Rubrik noch toller waren, konnte mich noch keines so umfassend im Gesamteindruck überzeugen. Wenn ich noch Verbesserungsvorschläge machen soll, dann sind das eher Kleinigkeiten: Organisatorisch fände ich gut, wenn man auf eine Übernachtung im Hotel vor Bezug des Bootes verzichten könnte - die Überfahrt nach Lombok ist ohnehin lang genug, um sich zu akklimatisieren. Und ich würde auf den gelegentlichen Versuch verzichten, Europäische Gerichte zu kochen - wer von dort kommt, freut sich doch eher auf asiatisches und frischen Fisch...

Video in der Taucher.Net Videothek zur Adelaar: Bali Komodo Tour 2014.

Wer ein längeres Video (H.264 1080p 18MBit/s, 4.1 GB) von unserer Tour auf den Adelaar (plus einige Aufnahmen aus Tulamben, wir waren danach noch eine Woche in der ´Villa Markisa´) selbst laden möchte, kann sich das unter
https://archive.org/download/Adelaar2014/Adelaar_2014.mp4
herunterladen (Achtung: Dieser Link zeigt direkt auf die Datei, bei Eingabe in den Browser versucht dieser u.U. direkt abzuspielen, was wenig sinnvoll ist.)


Die Adelaar mit gesetzten Segeln - sie fährt die Tauch-Touren aber mit dem Motor


Mantas im Dutzend, die lange blieben - im Süden Komodos


Ein Seeapfel - habe ich sonst noch nirgends gesehen.


Hübsch anzusehen, solange er ruhig ist - der Vulkan...


Kabine auf der Adelaar: Stateroom 3

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