MY FirebirdWährend meiner Studienzeit habe ich re ...
MY Firebird
Während meiner Studienzeit habe ich regelmäßig in den Semesterferien auf der Tauchbasis des Campese Diving Center Giglio in Italien (www.cdc-giglio.de) als Diveguide und Tauchlehrer gearbeitet. Gemeinsam mit anderen Assistenten und Tauchlehrern der Basis haben wir uns vom 11.02.1010 – 18.02.2010 auf eine Safari-Tour im Roten Meer mit der MY Firebird begeben, über die ich hier berichten möchte.Unsere Gruppe bestand ausschließlich aus sehr erfahrenen Tauchern und Tauchlehrern, die zwischen 100 und mehreren tausend Tauchgängen hatten. Wir hatten eine Tour vom Süden (Startpunkt Elphistone) entlang der Küste nach Norden gebucht.
Buchung
Gebucht hatten wir über Slow-Dive in München. Anbieter der Tour war Deep Blue Cruises. Die Abwicklung war einwandfrei und ging völlig Problemlos über die Bühne.
Abholung
Da ich bereits einige Tage vor dem Tauch-Trip in Ägypten war wurde ich vom Veranstalter aus meinem Hotel abgeholt. Zuvor hatte ich dem Veranstalter mitgeteilt, dass ich schon vor Ort bin und es wurde für mich kostenlos eine Abholung organisiert. Ich musste mich um nichts selbst kümmern und alles klappte wie am Schnürchen. Da das Schiff von der Reparatur aus dem Trockendock kam mussten wir am Anreisetag eine Nacht im Hotel Luxor in Hurghada verbringen. Das Hotel befand sich in einem recht schäbigen Stadtteil von Hurghada und war nicht besonders luxuriös, aber für eine Nacht war es zu ertragen.
Schiff
Die MY Firebird war in einem absoluten Top Zustand, da sie direkt aus dem Dock kam. Hier gab es gar nichts zu beanstanden. Motor und Kompressor sind ausreichend schallisoliert und ich persönlich habe die Motorengeräusche weder bei Tag noch bei Nacht als störend empfunden.
Kajüten
Die Firebird verfügt im Rumpf über acht Zwei-Mann Kabinen, die alle mit Stockbetten, Klimaanlage, Dusche und WC ausgestattet sind. Für jeden Passagier stehen zwei Fächer im Wandschrank für Klamotten zur Verfügung. Es ist allerdings sinnvoll nicht zu viel Gepäck mit zu nehmen, da die Koffer nur schlecht bis gar nicht in den Kabinen verstaut werden können und dann im Weg sind..
Tauchdeck
Das Tauchdeck ist sehr aufgeräumt und bietet ausreichend Platz für die Gäste. Es stehen standardmäßig 12 Liter Tauchflaschen zur Verfügung. Gegen Aufpreis sind auch 15 Liter Tauchflaschen verfügbar. Ebenfalls gegen Aufpreis kann mit Mischgas getaucht werden.
Die Tauchgeräte wurden auf dem Tauchdeck zu Beginn der Fahrt montiert und blieben bis zum Ende der Fahrt immer am selben Platz und wurden dort auch befüllt. Kleinkram wurde in Kisten unter dem Tauchgerät verstaut und war so immer griffbereit. Die Tauchanzüge wurden an Deck an Kleiderbügeln zum trocknen aufgehängt und waren so ebenfalls immer in Reichweite zur Ausrüstung. Zum Aufladen der Tauchlampen stand jedem Gast eine eigene Steckdose auf dem Tauchdeck zur Verfügung. Der Einstieg ins Wasser war dank einer abgesetzten und sehr geräumigen Taucherplattform sehr komfortabel. Vom Wasser aus gelangte man über eine Taucherleiter wieder an Bord.Auf der Plattform befanden sich ein Spülbecken und zwei Duschschläuche zum abspülen der Ausrüstung. Zudem wurden zwei Sodiacs zum Transport der Tauchgäste eingesetzt.
Der Hintere Bereich des Tauchdecks diente zum auf- und abrödeln der Tauchklamotten. Im vorderen Bereich hielt sich die Crew auf. Daher war dieser Bereich für die Gäste Tabu.
Salon
Der Salon auf der MY Firebird war sehr geräumig und mit gemütlichen Eckbänken, Klimaanlage, Flachbildschirm, DVD-Player und zwei großen Esstischen ausgestattet. Bei schlechtem Wetter oder am Abend konnte man sich hier wunderbar aufhalten. Wer einen kleinen Happen zwischendurch brauchte durfte sich an den bereitgestellten Süßigkeiten bedienen oder sich einen heißen Tee machen. Die beiden Kühlschränke im Salon waren mit Softdrinks und Bier gefüllt, die zu moderaten Preisen zwischen 0,50€ und 2,00€ erhältlich waren.
Oberdecks
Die beiden Oberdecks boten ausreichend Sitzgelegenheiten für alle Gäste und man konnte sich hier sehr angenehm „ausbreiten“ ohne sich gegenseitig auf den Füßen zu stehen. Das untere Deck war mit einem Sonnendach ausgestattet und man konnte wahlweise sehr schön in der Sonne oder im Schatten „lümmeln“. Der Käptain, die Guides und ein Teil der Crew waren auf dem Oberdeck untergebracht. Wer gerne an der frischen Luft schlafen wollte, der hatte auch die Möglichkeit mit einem mitgebrachten Schlafsack auf dem Oberdeck unter den Sternen zu schlafen.
Sicherheit
Die Sicherheit an Bord war gegeben. Die Notausstiege an Bord waren gut gekennzeichnet und Rettungsmittel (Rettungsinseln, Sauerstoffkoffer, Leuchtmittel) waren vorhanden. Zwar gab es eine etwas ausführlichere Einweisung was den an Bord befindlichen Sauerstoffkoffer anbelangt. Allerdings hätte ich mir eine genauere Einführung für den „Fall der Fälle“ gewünscht, nämlich was zu tun ist wenn die Firebird sinkt (Sammelplatz, Handhabung der Rettungsmitel, etc.).
Umweltschutz
Auf der Firebird wurde sehr auf Umweltschutz geachtet. Die Firebird machte immer an den Tauchplatzbojen fest und musste so fast nie einen Anker werfen. Einziger Wermutstropfen: Einmal kamen wir erst bei Dunkelheit bei einem Tauchplatz an und die Crew konnte trotz intensiver Suche das Bojenseil in der Dunkelheit nicht finden und man musste einen Anker werfen.
Die Firebird war mit vielen Aschenbechern und Mülleimern bestückt, so dass Müll an Bord immer seinen Bestimmungsort fand. Jeder Gast erhielt zudem EINE Plastik-Wasserflasche, die aus Umweltschutzgründen die ganze Woche benutzt werden sollte um nicht so viel Plastikmüll zu produzieren. Ich hätte mir allerdings gewünscht, das man im Vorfeld dazu aufgefordert worden wäre eine eigene Trinkflasche für die Wasserspender mitzubringen. Dann hätte man auch hier wieder ein kleines bisschen Müll vermeiden können. Ein Minus bekommt Deep Blue Cruises für die Verwendung von Getränkedosen aus Weißblech für die Softdrinks und das Bier. Hier hätte ich mir eine andere umweltfreundlichere Lösung gewünscht.
Das Wasser für Toilettenspülung und Dusche wurde auf der Firebird direkt aufbereitet. Abwässer wurden im Abwassertank gesammelt. Papier in die Toilette zu werfen war verboten und es wurde in Mülleimern gesammelt. Der Abwassertank wurde aufgrund der begrenzten Kapazität während der Fahrt im Meer entleert, was aber üblich ist.
Da sich alle Gäste an Bord sowohl über als auch unter Wasser sehr vorbildlich an die Umweltschutz-Regeln hielten kann ich nichts dazu sagen wie die Crew im Falle von Verstößen reagiert hätte.
Schiffscrew
Die ägyptische Schiffscrew der Firebird machte vom Captain bis zum Steward einen wirklich ausgezeichneten Job. Das Schiff war zu jeder Zeit blitzsauber, jeden Morgen wurden die Kabinen gereinigt und aufgeräumt und obwohl die Crew eher unauffällig im Hintergrund agierte war immer eine helfende Hand zur Stelle wenn man sie brauchte. Alle waren sehr freundlich und hilfsbereit, dabei aber keineswegs aufdringlich. Top!
Diveguides
Da unsere Gruppe ausschließlich aus sehr erfahrenen Tauchern bestand hatten die Diveguides Dirk und Jürgen relativ wenig Stress mit uns, machten aber auch einen wirklich sehr guten Job. Alle Briefings, egal ob Schiffsbriefing, oder Tauchplatzbriefing waren sehr gut. Durch die detaillierten Tauchplatzbriefings war man dann auch kaum auf eine „Führung“ unter Wasser angewiesen, so dass die beiden Jungs sich darauf konzentrieren konnten sehr schöne Fotografien von den gemeinsamen Tauchgängen zu machen, die uns nach der Fahrt für 20€ angeboten wurden. Dirk und Jürgen machten einen super Job und waren zudem rund um die Uhr ansprechbar. Super!
Verpflegung
Ein dickes Lob bekommt auch der Schiffskoch. Das Essen an Bord war für meinen Geschmack wirklich ausgezeichnet. Zum Frühstück gab es Toast, frische Brötchen, Wurst- und Käseplatte, Eier, Frischkäse, Tomaten, Gurken, Joghurt, Pfannkuchen, Marmelade, Obstsalat und es hat mir und den Gästen jeden Morgen sehr gut geschmeckt. Zu Mittag und zu Abend gab es reichlich und auch abwechslungsreich. Ein ganz besonderes Highlight waren auf jeden Fall die Desserts. Die Küchencrew bekommt von mir daher ein „sehr gut“.
Auch für ausreichend Getränke war gesorgt. Überall an Bord standen Wasserspender für heißes und kaltes Wasser. Zudem gab es zwei Kühlschränke mit Getränken aus denen man sich gegen einen kleinen Aufpreis selbst bedienen konnte.
Tauchen
Wir hatten eine 7-Tage Tour entlang der Küste gebucht. Startpunkt war Hurghada. Nach einem Checktauchgang und einem weiteren Tauchgang vor Hurghada ging es über Nacht ca. 13 Stunden in Richtung Süden. Bei vier möglichen Tauchgängen pro Tag betauchten wir bzw. ich die Tauchplätze Elphistone, Shouna, Marsa Mubarak, Erg Ras Moed, Erg Monika, Abu Kafan, Panorama Reef, das Wrack Hebatala und Abu Ramada. Für mich war es die erste Safari im Roten Meer und da Freunde mir vor einigen Jahren vorgeschwärmt hatten das Rote Meer sei „eine Fischsuppe“ habe ich mich schon auf Schwärme von Rifffischen, große Räuber (Haie, Tunfische, Rochen, Delfine) und eine intakte Unterwasserwelt gefreut. Leider wurden meine Erwartungen nicht erfüllt. Ich weiß nicht ob es am Wetter lag (kein Wind, teilweise spiegelglatte See, null Strömung an den Tauchplätzen) aber die einzigen Großfische, die ich gesehen habe waren Delfine vom Boot aus. Haie, große Rochen oder Delfine unter Wasser: Absolute Fehlanzeige. Unsere Guides erzählten uns, dass früher an vielen der von uns betauchten Plätzen Haie und Rochen anzutreffen waren. Diese wären an den meisten Riffen aber zwischenzeitlich verschwunden. Traurig.
Große Fischschwärme, wie ich sie beispielsweise in Thailand und auch schon im Mittelmeer gesehen hatte: Fehlanzeige. Auch die meisten Riffe konnten mich nicht überzeugen. Ich hatte teilweise das Gefühl nicht in einem lebendigen Korallenriff zu sein, sondern einen unbewachsenen Mittelmeerfelsen zu betauchen. Ich bin nicht besonders trobenerfahren, aber für mein empfinden bekam man nur phasenweise einen Eindruck wie das Riff eigentlich aussehen sollte. So betauchten wir beispielsweise einen Korallengarten, der aus vielen kleineren Korallenblöcken bestand. In den meisten der Blöcke schien kein Leben zu sein und es hielt sich nur wenig Fisch darin auf. Auf einem einzelnen Block, mit etwa 2m² Grundfläche hingegen tobte das Leben und man hatte den Eindruck dass sich auf jedem Millimeter dieses Blockes etwas bewegte. Leider war das eher die Ausnahme. Häufig musste man sehr lange suchen um etwas interessantes zu entdecken.Teilweise sah man auch Stellen mit umgestürzten und zerstörten Korallenblöcken. Ob diese allerdings dem Tauchtourismus geschuldet sind kann ich nicht beurteilen.
Da mir vier Tauchgänge am Tag zu viel waren habe ich bis auf einmal die Nachttauchgänge ausgelassen. Daher kann ich zum Nachtleben unter Wasser nicht so viel sagen. Der eine Nachttauchgang war aber nett.
Fazit
Aufgrund der hervorragenden Arbeit der Mitarbeiter von Deep Blue Cruises würde ich jederzeit wieder auf der MY Firebird mitfahren. Daher kann ich hier ohne schlechtes Gewissen eine Empfehlung aussprechen.
Was mich nicht überzeugt, ja sogar fast enttäuscht bzw. bestürzt hat war die Unterwasserwelt. Sicher hat das ruhige Wetter (nicht der Hauch einer Strömung an den Tauchplätzen) hier einen großen Teil beigetragen, aber selbst an exponierten Tauchplätzen gab es keine großen Fischschwärme oder Haie. Eine handvoll Makrelen, kleinere Tunfische und vereinzelte Barakudas waren das höchste der Gefühle.
Obwohl ich nicht beurteilen ob die Riffe vor 5-10 Jahren anders aussahen als heute, scheinen mir die Riffe sehr ramponiert zu sein. Ich erinnere mich an ein exponiertes Riff in Thailand in dem das Leben nur so tobte und man gar nicht wusste wo man hinschauen sollte, so viel bewegte sich dort. Auf unserer Tour mit der Firebird habe ich so etwas nicht erlebt. Die von Freunden vor Jahren angekündigte „Fischsuppe“ kann ich leider nicht bestätigen, auch wenn bei unseren Tauchgängen immer mal wieder ein Highlight wie eine jagende Makrele, große Muränen, Schildkröten, etc. dabei waren.
Mal sehen ob ich in absehbarer Zeit wieder eine Tour durch das Rote Meer machen werde, diesmal aber in den weniger touristisch erschlossenen Süden oder die Brothers-Tour. Dann wird sich zeigen ob es dort anders aussieht und mich das Rote Meer dann so begeistert wie ich es eigentlich erwartet hatte.
Während meiner Studienzeit habe ich regelmäßig in den Semesterferien auf der Tauchbasis des Campese Diving Center Giglio in Italien (www.cdc-giglio.de) als Diveguide und Tauchlehrer gearbeitet. Gemeinsam mit anderen Assistenten und Tauchlehrern der Basis haben wir uns vom 11.02.1010 – 18.02.2010 auf eine Safari-Tour im Roten Meer mit der MY Firebird begeben, über die ich hier berichten möchte.Unsere Gruppe bestand ausschließlich aus sehr erfahrenen Tauchern und Tauchlehrern, die zwischen 100 und mehreren tausend Tauchgängen hatten. Wir hatten eine Tour vom Süden (Startpunkt Elphistone) entlang der Küste nach Norden gebucht.
Buchung
Gebucht hatten wir über Slow-Dive in München. Anbieter der Tour war Deep Blue Cruises. Die Abwicklung war einwandfrei und ging völlig Problemlos über die Bühne.
Abholung
Da ich bereits einige Tage vor dem Tauch-Trip in Ägypten war wurde ich vom Veranstalter aus meinem Hotel abgeholt. Zuvor hatte ich dem Veranstalter mitgeteilt, dass ich schon vor Ort bin und es wurde für mich kostenlos eine Abholung organisiert. Ich musste mich um nichts selbst kümmern und alles klappte wie am Schnürchen. Da das Schiff von der Reparatur aus dem Trockendock kam mussten wir am Anreisetag eine Nacht im Hotel Luxor in Hurghada verbringen. Das Hotel befand sich in einem recht schäbigen Stadtteil von Hurghada und war nicht besonders luxuriös, aber für eine Nacht war es zu ertragen.
Schiff
Die MY Firebird war in einem absoluten Top Zustand, da sie direkt aus dem Dock kam. Hier gab es gar nichts zu beanstanden. Motor und Kompressor sind ausreichend schallisoliert und ich persönlich habe die Motorengeräusche weder bei Tag noch bei Nacht als störend empfunden.
Kajüten
Die Firebird verfügt im Rumpf über acht Zwei-Mann Kabinen, die alle mit Stockbetten, Klimaanlage, Dusche und WC ausgestattet sind. Für jeden Passagier stehen zwei Fächer im Wandschrank für Klamotten zur Verfügung. Es ist allerdings sinnvoll nicht zu viel Gepäck mit zu nehmen, da die Koffer nur schlecht bis gar nicht in den Kabinen verstaut werden können und dann im Weg sind..
Tauchdeck
Das Tauchdeck ist sehr aufgeräumt und bietet ausreichend Platz für die Gäste. Es stehen standardmäßig 12 Liter Tauchflaschen zur Verfügung. Gegen Aufpreis sind auch 15 Liter Tauchflaschen verfügbar. Ebenfalls gegen Aufpreis kann mit Mischgas getaucht werden.
Die Tauchgeräte wurden auf dem Tauchdeck zu Beginn der Fahrt montiert und blieben bis zum Ende der Fahrt immer am selben Platz und wurden dort auch befüllt. Kleinkram wurde in Kisten unter dem Tauchgerät verstaut und war so immer griffbereit. Die Tauchanzüge wurden an Deck an Kleiderbügeln zum trocknen aufgehängt und waren so ebenfalls immer in Reichweite zur Ausrüstung. Zum Aufladen der Tauchlampen stand jedem Gast eine eigene Steckdose auf dem Tauchdeck zur Verfügung. Der Einstieg ins Wasser war dank einer abgesetzten und sehr geräumigen Taucherplattform sehr komfortabel. Vom Wasser aus gelangte man über eine Taucherleiter wieder an Bord.Auf der Plattform befanden sich ein Spülbecken und zwei Duschschläuche zum abspülen der Ausrüstung. Zudem wurden zwei Sodiacs zum Transport der Tauchgäste eingesetzt.
Der Hintere Bereich des Tauchdecks diente zum auf- und abrödeln der Tauchklamotten. Im vorderen Bereich hielt sich die Crew auf. Daher war dieser Bereich für die Gäste Tabu.
Salon
Der Salon auf der MY Firebird war sehr geräumig und mit gemütlichen Eckbänken, Klimaanlage, Flachbildschirm, DVD-Player und zwei großen Esstischen ausgestattet. Bei schlechtem Wetter oder am Abend konnte man sich hier wunderbar aufhalten. Wer einen kleinen Happen zwischendurch brauchte durfte sich an den bereitgestellten Süßigkeiten bedienen oder sich einen heißen Tee machen. Die beiden Kühlschränke im Salon waren mit Softdrinks und Bier gefüllt, die zu moderaten Preisen zwischen 0,50€ und 2,00€ erhältlich waren.
Oberdecks
Die beiden Oberdecks boten ausreichend Sitzgelegenheiten für alle Gäste und man konnte sich hier sehr angenehm „ausbreiten“ ohne sich gegenseitig auf den Füßen zu stehen. Das untere Deck war mit einem Sonnendach ausgestattet und man konnte wahlweise sehr schön in der Sonne oder im Schatten „lümmeln“. Der Käptain, die Guides und ein Teil der Crew waren auf dem Oberdeck untergebracht. Wer gerne an der frischen Luft schlafen wollte, der hatte auch die Möglichkeit mit einem mitgebrachten Schlafsack auf dem Oberdeck unter den Sternen zu schlafen.
Sicherheit
Die Sicherheit an Bord war gegeben. Die Notausstiege an Bord waren gut gekennzeichnet und Rettungsmittel (Rettungsinseln, Sauerstoffkoffer, Leuchtmittel) waren vorhanden. Zwar gab es eine etwas ausführlichere Einweisung was den an Bord befindlichen Sauerstoffkoffer anbelangt. Allerdings hätte ich mir eine genauere Einführung für den „Fall der Fälle“ gewünscht, nämlich was zu tun ist wenn die Firebird sinkt (Sammelplatz, Handhabung der Rettungsmitel, etc.).
Umweltschutz
Auf der Firebird wurde sehr auf Umweltschutz geachtet. Die Firebird machte immer an den Tauchplatzbojen fest und musste so fast nie einen Anker werfen. Einziger Wermutstropfen: Einmal kamen wir erst bei Dunkelheit bei einem Tauchplatz an und die Crew konnte trotz intensiver Suche das Bojenseil in der Dunkelheit nicht finden und man musste einen Anker werfen.
Die Firebird war mit vielen Aschenbechern und Mülleimern bestückt, so dass Müll an Bord immer seinen Bestimmungsort fand. Jeder Gast erhielt zudem EINE Plastik-Wasserflasche, die aus Umweltschutzgründen die ganze Woche benutzt werden sollte um nicht so viel Plastikmüll zu produzieren. Ich hätte mir allerdings gewünscht, das man im Vorfeld dazu aufgefordert worden wäre eine eigene Trinkflasche für die Wasserspender mitzubringen. Dann hätte man auch hier wieder ein kleines bisschen Müll vermeiden können. Ein Minus bekommt Deep Blue Cruises für die Verwendung von Getränkedosen aus Weißblech für die Softdrinks und das Bier. Hier hätte ich mir eine andere umweltfreundlichere Lösung gewünscht.
Das Wasser für Toilettenspülung und Dusche wurde auf der Firebird direkt aufbereitet. Abwässer wurden im Abwassertank gesammelt. Papier in die Toilette zu werfen war verboten und es wurde in Mülleimern gesammelt. Der Abwassertank wurde aufgrund der begrenzten Kapazität während der Fahrt im Meer entleert, was aber üblich ist.
Da sich alle Gäste an Bord sowohl über als auch unter Wasser sehr vorbildlich an die Umweltschutz-Regeln hielten kann ich nichts dazu sagen wie die Crew im Falle von Verstößen reagiert hätte.
Schiffscrew
Die ägyptische Schiffscrew der Firebird machte vom Captain bis zum Steward einen wirklich ausgezeichneten Job. Das Schiff war zu jeder Zeit blitzsauber, jeden Morgen wurden die Kabinen gereinigt und aufgeräumt und obwohl die Crew eher unauffällig im Hintergrund agierte war immer eine helfende Hand zur Stelle wenn man sie brauchte. Alle waren sehr freundlich und hilfsbereit, dabei aber keineswegs aufdringlich. Top!
Diveguides
Da unsere Gruppe ausschließlich aus sehr erfahrenen Tauchern bestand hatten die Diveguides Dirk und Jürgen relativ wenig Stress mit uns, machten aber auch einen wirklich sehr guten Job. Alle Briefings, egal ob Schiffsbriefing, oder Tauchplatzbriefing waren sehr gut. Durch die detaillierten Tauchplatzbriefings war man dann auch kaum auf eine „Führung“ unter Wasser angewiesen, so dass die beiden Jungs sich darauf konzentrieren konnten sehr schöne Fotografien von den gemeinsamen Tauchgängen zu machen, die uns nach der Fahrt für 20€ angeboten wurden. Dirk und Jürgen machten einen super Job und waren zudem rund um die Uhr ansprechbar. Super!
Verpflegung
Ein dickes Lob bekommt auch der Schiffskoch. Das Essen an Bord war für meinen Geschmack wirklich ausgezeichnet. Zum Frühstück gab es Toast, frische Brötchen, Wurst- und Käseplatte, Eier, Frischkäse, Tomaten, Gurken, Joghurt, Pfannkuchen, Marmelade, Obstsalat und es hat mir und den Gästen jeden Morgen sehr gut geschmeckt. Zu Mittag und zu Abend gab es reichlich und auch abwechslungsreich. Ein ganz besonderes Highlight waren auf jeden Fall die Desserts. Die Küchencrew bekommt von mir daher ein „sehr gut“.
Auch für ausreichend Getränke war gesorgt. Überall an Bord standen Wasserspender für heißes und kaltes Wasser. Zudem gab es zwei Kühlschränke mit Getränken aus denen man sich gegen einen kleinen Aufpreis selbst bedienen konnte.
Tauchen
Wir hatten eine 7-Tage Tour entlang der Küste gebucht. Startpunkt war Hurghada. Nach einem Checktauchgang und einem weiteren Tauchgang vor Hurghada ging es über Nacht ca. 13 Stunden in Richtung Süden. Bei vier möglichen Tauchgängen pro Tag betauchten wir bzw. ich die Tauchplätze Elphistone, Shouna, Marsa Mubarak, Erg Ras Moed, Erg Monika, Abu Kafan, Panorama Reef, das Wrack Hebatala und Abu Ramada. Für mich war es die erste Safari im Roten Meer und da Freunde mir vor einigen Jahren vorgeschwärmt hatten das Rote Meer sei „eine Fischsuppe“ habe ich mich schon auf Schwärme von Rifffischen, große Räuber (Haie, Tunfische, Rochen, Delfine) und eine intakte Unterwasserwelt gefreut. Leider wurden meine Erwartungen nicht erfüllt. Ich weiß nicht ob es am Wetter lag (kein Wind, teilweise spiegelglatte See, null Strömung an den Tauchplätzen) aber die einzigen Großfische, die ich gesehen habe waren Delfine vom Boot aus. Haie, große Rochen oder Delfine unter Wasser: Absolute Fehlanzeige. Unsere Guides erzählten uns, dass früher an vielen der von uns betauchten Plätzen Haie und Rochen anzutreffen waren. Diese wären an den meisten Riffen aber zwischenzeitlich verschwunden. Traurig.
Große Fischschwärme, wie ich sie beispielsweise in Thailand und auch schon im Mittelmeer gesehen hatte: Fehlanzeige. Auch die meisten Riffe konnten mich nicht überzeugen. Ich hatte teilweise das Gefühl nicht in einem lebendigen Korallenriff zu sein, sondern einen unbewachsenen Mittelmeerfelsen zu betauchen. Ich bin nicht besonders trobenerfahren, aber für mein empfinden bekam man nur phasenweise einen Eindruck wie das Riff eigentlich aussehen sollte. So betauchten wir beispielsweise einen Korallengarten, der aus vielen kleineren Korallenblöcken bestand. In den meisten der Blöcke schien kein Leben zu sein und es hielt sich nur wenig Fisch darin auf. Auf einem einzelnen Block, mit etwa 2m² Grundfläche hingegen tobte das Leben und man hatte den Eindruck dass sich auf jedem Millimeter dieses Blockes etwas bewegte. Leider war das eher die Ausnahme. Häufig musste man sehr lange suchen um etwas interessantes zu entdecken.Teilweise sah man auch Stellen mit umgestürzten und zerstörten Korallenblöcken. Ob diese allerdings dem Tauchtourismus geschuldet sind kann ich nicht beurteilen.
Da mir vier Tauchgänge am Tag zu viel waren habe ich bis auf einmal die Nachttauchgänge ausgelassen. Daher kann ich zum Nachtleben unter Wasser nicht so viel sagen. Der eine Nachttauchgang war aber nett.
Fazit
Aufgrund der hervorragenden Arbeit der Mitarbeiter von Deep Blue Cruises würde ich jederzeit wieder auf der MY Firebird mitfahren. Daher kann ich hier ohne schlechtes Gewissen eine Empfehlung aussprechen.
Was mich nicht überzeugt, ja sogar fast enttäuscht bzw. bestürzt hat war die Unterwasserwelt. Sicher hat das ruhige Wetter (nicht der Hauch einer Strömung an den Tauchplätzen) hier einen großen Teil beigetragen, aber selbst an exponierten Tauchplätzen gab es keine großen Fischschwärme oder Haie. Eine handvoll Makrelen, kleinere Tunfische und vereinzelte Barakudas waren das höchste der Gefühle.
Obwohl ich nicht beurteilen ob die Riffe vor 5-10 Jahren anders aussahen als heute, scheinen mir die Riffe sehr ramponiert zu sein. Ich erinnere mich an ein exponiertes Riff in Thailand in dem das Leben nur so tobte und man gar nicht wusste wo man hinschauen sollte, so viel bewegte sich dort. Auf unserer Tour mit der Firebird habe ich so etwas nicht erlebt. Die von Freunden vor Jahren angekündigte „Fischsuppe“ kann ich leider nicht bestätigen, auch wenn bei unseren Tauchgängen immer mal wieder ein Highlight wie eine jagende Makrele, große Muränen, Schildkröten, etc. dabei waren.
Mal sehen ob ich in absehbarer Zeit wieder eine Tour durch das Rote Meer machen werde, diesmal aber in den weniger touristisch erschlossenen Süden oder die Brothers-Tour. Dann wird sich zeigen ob es dort anders aussieht und mich das Rote Meer dann so begeistert wie ich es eigentlich erwartet hatte.
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