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ElFlacoOWSI1900 TGs

Von Ende November bis Anfang Dezember war ich zwe ...

Von Ende November bis Anfang Dezember war ich zwei Wochen auf der Amba.
Meine Erwartungen waren auf Grund der anderen Berichte hier recht hoch.
Hier meine persönliche Sicht:

Unterkunft
geräumige Kabine (unten im Rumpf) mit reichlich Kopffreiheit. Bei
geöffneten Luken und Ventilator lässt es sich auch ohne Klimaanlage gut
aushalten. Bad geräumig, aber etwas düster mit undefinierbar schlechtem
Geruch.
Fürs Sonnendeck liegt sogar ein Badehandtuch mit Kissen bereit.
Alle drei Tage Wäsche und Handtuchwechsel fand ich gut und ausreichend.

Verpflegung
Reichhaltig und lecker! Oft frischer Fisch, aber auch Rinderfilet mit
Pommes, mmmmmh! Salate, Gemüse, Obst, Nachspeisen.
Volle Punktzahl für die Küche!
Getränkepreise moderat: z.B. 2,-€ für 1,5l Wasser oder 0,5l Cola oder
Espresso.

Amba
Das Schiff sieht schick aus und bietet jede Menge Platz, sowohl im Salon,
als auch draußen. Reichlich Schatten- oder Sonnenplätze mit bequemen
Liegen.
Für eine Tauchsafari hat es jedoch m.E. Verbesserungspotential:
Es gibt nicht das übliche Taucherdeck am Heck. Dieser Bereich dient nur
dem Umsteigen zum Tauchdhoni und ist ansonsten dem Staff vorbehalten
(Flaschen füllen, etc.). Zwar gibt es dort eine kleine Süßwasserbrause,
aber da es keine Ablagemöglichkeiten für Handtücher und trockene Sachen
gibt, lässt sich die nicht gut nutzen. Nach dem Tauchen muss man immer im
nassen Zustand durch den Salon zu den Kabinen zum Duschen oder auch aufs
Sonnendeck. Das ist auf anderen Schiffen besser gelöst.
Eine Dusche oder Toilette für die Allgemeinheit gibt es nicht.

Tauchdhoni
Groß und schnell. Vorne beim Steuermann guter Wind und Wetterschutz,
Sonnendeck. Auf den Bänken gute Befestigungen für die Geräte, darunter
Plastikboxen für die Ausrüstung.
Hier fehlten mir die ansonsten bei Dhonis üblichen Fächer unter dem Dach,
wo man seine trockenen Sachen verstauen kann.
6 Ausstiege, für den Einstieg am Rumpf Halteleinen und eine stabile
Leiter: Prima!

Tauchplätze:
Sehr schöne und vielfältige Tauchplätze mit reichhaltiger Fauna. Ein paar
Highlights: Mantas satt, graue Riffhaie, Leopardenhaie,
Seegraspfeifenfisch, Weichkorallen, Tischkorallen, Makrelenschulen ...
Überwiegend werden tiefere Thilas (beginnen bei 12-20m) betaucht, aber
auch Farus, wo man den Sicherheitsstop am Riff machen kann. Ein
interessantes Wrack und eine gigantische Höhle haben wir auch betaucht.
Um das alles genießen zu können, sollte man mit Strömung und Blauwasser
Auf- und Abstiegen vertraut sein.

Tauch-Organisation
Nitrox ist unbedingt zu empfehlen! Die erste Füllung des Tages ist gratis,
für die restlichen zahlt man pauschal 25,-€ pro Woche.
Einen Kurs kann man auf dem Boot machen.

Vor dem TG gibt es ein Briefing mit Zeichnung des Tauchplatzes im Salon
der Amba.
Warum bei den Zeichnungen Norden nicht immer oben, sondern jedes Mal
woanders liegt, habe nicht nur ich mich gefragt. Das erschwert unnötig das
Merken für die spätere Orientierung unter Wasser.
Beim ersten TG musste weder ich noch mein Buddy einen Checktauchgang
durchführen. Die Einteilung der Buddyteams wird komplett den Gästen selbst
überlassen. Ebenso die Zusammensetzung der Gruppen der Guides. Wer im
Dhoni links sitzt, taucht dem linken Guide hinterher, wer rechts sitzt,
dem Guide auf der rechten Seite. Eine bewusstere Zusammenstellung der
Gruppen nach Interessen oder Fähigkeiten der Taucher könnte hilfreich
sein. Die Strömung wird manchmal gecheckt, manchmal auch nicht.
Generell werden die Taucher immer mitten auf dem Thila abgesetzt, sodass
man erst mal gegen die Strömung arbeiten muss, um an die interessanten
Stellen zu gelangen. Dass es auch anders geht, habe ich bisher bei allen anderen
Malediven-Basen erlebt:
Die Strömung wird gecheckt und das Dhoni setzt dann die Taucher so vor dem
Thila ab, dass sie mit der Strömung beim Abtauchen genau am Split-Point
vor dem Thila landen. Da wo das Leben tobt, und wo die Fische sind.
Diese Methode scheint auf der Amba unbekannt. Meistens werden Thilas stur
mit und gegen die Strömung umrundet, anstatt die ´Sonnenseiten´
herauszupicken.
Einige Tauchplätze waren definitiv zu klein für die 20 Taucher auf dem
Dhoni. Da half auch ein um 5 Minuten zeitversetztes Starten der Gruppen
nicht weiter. Der Vorteil recht ungestört in einem noch wenig betauchten
Atoll unterwegs zu sein relativiert sich durch dieses hausgemachte
Rudeltauchen. Besser wären zwei Boote und unterschiedliche Tauchplätze.
Zum Glück hatte man nichts dagegen, dass mein Buddy und ich den Guide
meist kurz nach dem Abtauchen aus den Augen verloren und unseren eigenen
Tauchgang machten, wo wir viel Fisch und weniger Taucher und Blasen sahen.

Einige Aspekte des Themas Sicherheit erschienen mir mehr
Lippenbekenntnisse als echte Sorge um die Taucher:
Mit Recht wurde darauf hingewiesen, welche fatale Folgen es haben kann,
wenn man sich zu weit von seinem Buddy entfernt. Gleichzeitig taucht
Nicole permanent alleine.

Beim ersten Nachttauchgang Briefing hörte ich mit Staunen, dass man die
Tauchzeit auf 40 Min. beschränkt, damit keiner in die Deko kommt. Hä??? Da
hab ich schon bessere Begründungen gehört, warum man nicht zu spät zum
Abendessen kommen soll

Beim zweiten Nachtauchgang (an einem vorher von uns nicht betauchten Riff)
wurde kein Strömungscheck gemacht. Was wir dann an Strömung vorfanden, war
definitiv mehr, als ich mir für einen Nachttauchgang wünsche. Trotzdem
führte der Guide seine Gruppe auf über 20m und fuchtelte wegen jeder
Kleinigkeit so mit seiner Lampe herum, dass man sich eine Sonnenbrille von
der ganz dunklen Sorte wünschte. Wir haben uns dann in flachere Regionen
abgesetzt und den Tauchgang zu Ende gebracht.
Mit einem Strömungscheck vorher hätte m.E. ein verantwortungsvoller Guide
diesen Platz bei diesen Bedingungen nicht für einen Nachttauchgang
gewählt. Da muss man Alternativen parat haben, oder auch mal den Mumm
haben, den Tauchgang zu canceln.

Auch sonst besteht bei den Guides noch Weiterbildungsbedarf: Es muss nicht
sein, dass der Guide sich bei milder Strömung, wo man sich noch gar nicht
festhalten muss, mit den Flossen ins Riff legt um Haie zu beobachten und
die Gäste dazu bringt, es ihm gleich zu tun.

Wenn´s nach dem Tauchgang beim Aufnehmen der Taucher mal stärkeren Seegang
hat, würde ich mir auch wünschen, dass die Guides der manchmal
überforderten Dhoni-Crew zur Hand gehen und mithelfen, dass die Taucher
zügig einsteigen können und unbeschadet auf ihren Platz gelangen und die
Ausrüstung ablegen. Stattdessen steht der Guide von Welt lieber vorn beim
Steuermann, klönt und raucht.

Damit es jetzt aber nicht ganz so streng und negativ endet, muss ich die
Guides aber auch für ihr gutes Auge loben: Danke für ein paar interessante
Schneckchen und die Geisterpfeifenfische, die ich alleine wohl nicht
gefunden hätte!

Mein Fazit:
Die Amba ist m.E. empfehlenswert für selbständige Taucher mit
verlässlichem Buddy, die über Erfahrung in maledivischen Gewässern mit
Strömung und Blauwasser Auf- und Abstiegen verfügen.
Wer noch nie auf den Malediven war oder mit Strömung zu tun hatte, wird es
auf der Amba schwerer haben das zu lernen, als auf anderen Malediven
Basen, wo man einen besseren Umgang mit der Strömung pflegt.
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