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jared1966PADI Rescue 114 TGs

Cape Paperu, Saparua, Molukken!Ich war vom 14.01. ...

Cape Paperu, Saparua, Molukken!

Ich war vom 14.01.10 - 21.10.10 auf Saparua, einer kleinen Insel südlich von Ceram, im Reich der Gewürzinseln, von Extratour perfekt organisierten dort und kann nur sagen: Es war Weltklasse!

Nachdem ich in der Vergangenheit Ägypten, Malediven, die Kanaren, Madeira, Sulawesi, Bali und West-Papua erleben durfte, suchte ich einerseits einfach eine neue taucherische Herausforderung und andererseits die exotische Umgebung eines für mich noch unbekannten Ortes. Und ich habe es auch gefunden. Denn in Cape Paperu war die Zeit für mich zwar sicherlich viel zu kurz, aber trotzdem ein echtes Highlight in meiner sicherlich noch frischen Tauchkarriere.

Wer eine wunderschöne Überwasserwelt, eine intakte Unterwasserwelt mit gut durchorganisiertem Tauchen in Natur belassener Umgebung und Eco-Atmosphäre erleben will, kommt aber einfach um Cape Paperu hier auf den Molukken im zentralen Indonesien nicht herum.

Kurt und Eliane Gross, die angenehmen und liebenswürdigen Schweizer Gastgeber, zeigen den erwartungsfrohen Tauchern gerne die ganz besonderen Dinge, die es unter Wasser nur wirklich selten zu sehen sind: Von Orang-Utan Krabbe bis zur Coleman-Garnele, von Grau-Haien bis zu Adlerrochen, Fischsuppe und intakte Korallen wie ich sie bisher nur aus West-Papua kannte – eine solche Biodiversität bei Sichtweiten bis zu 40 Metern ist eben nicht selbstverständlich.

Wer den Thrill von tieferen Tauchgängen, Strömung oder noch unbekannten Tauchplätzen bevorzugt, findet in den angrenzenden Inseln neben Steilwänden mit tatsächlich völlig intakten Riffen und Korallen eine Vielfalt an Fauna, wie sie nur in ganz wenigen Gebieten der Erde und viel höherem finanziellen Einsatz sehen sind. Alles ist in wenigen Minuten mit den neuen schnellen Booten erreichbar.

Aber auch schon am Hausriff gibt es Herausragendes zu sehen.
Dort kreuzt dann z.B. neben Mantis-Shrimp, Upside-Down-Qualle, Blauring-Oktopus hin und wieder der Dugong den Weg. Eigentlich muss man gerechterweise sagen, dass die Gegend definitiv immer wieder mit Überraschungen aufwartet. Entweder macht man sich selbst auf die Suche oder lässt sich die Dinge von Kurt oder Eliane zeigen.

Im Herbst finden sich in der Bucht vor dem Hausriff Wale ein. Selbige lassen sich vom Restaurant aus Richtung Ceramsee auch beobachten.

Was man sieht, hängt von den eigenen Augen, der Geduld und dem nötigen Taucherglück ab. Fakt ist: Die Bio-Diversität ist nicht annähernd komplett erkundet, gehört aber schon auf den zweiten Blick zu den Top-Spots dieser Welt.

Die Boote sind nicht nur perfekt in Schuss, generell ist alles professionell durchorganisiert, was den Tauchbetrieb betrifft. Man zieht erst im Wasser die Weste an. Bis dorthin wird alles zusammengebaut und geschleppt.

Und über Wasser?

Man wohnt hervorragend, schläft bestens, duscht draußen im privaten Außenbadezimmer, genießt die Diskussion mit dem schwyzerdütsch/indonesisch/kauderwelsch-sprechenden Kakadu nach dem Tauchgang und nippt am Bintang Bier als Apero oder wirft der lieben und dankbaren Dogge Cira eine Kokosnuss zu, damit sie mit ihr einen Tag spielen kann.

Wasseraufbereitungsanlage, Stromversorgung und alle Bauten haben Eliane und Kurt selbst konzipiert und aufgebaut. Man kann kaum abschätzen wie viel Mühe, Zeit und Geld das Ganze in diesem abgelegenen Ort der Welt gekostet hat. Das Resultat ist das perfekte Refugium, welches ökologische Gesichtspunkte überall berücksichtigt und trotzdem in schweizerischer Perfektion funktioniert. Was will man mehr?

Das Essen war wirklich außergewöhnlich gut. Man merkt schon, dass sich hier Menschen um alles noch bemühen und es Ihnen nicht egal ist, wie Dinge serviert, zubereitet und gesehen werden. Allein die romantisch gelegene Restaurant/Bar mit verschiedenen Sitzgelegenheiten und Blick auf den Ozean lassen einen die Anfahrt hierher schnell vergessen.

Wer sich massieren lassen und der Wellness frönen möchte, kann dies selbstverständlich im Spa auch tun. In Saparua wird allerdings alles zur Wellness: die Zeit zu genießen, dabei noch Vieles dazu zu lernen über das Meer, die Unterwasserwelt, die Menschen und die Kultur der Menschen hier im Zentrum Indonesiens mit den Relikten der spannenden Vorgeschichte der Niederländische Ostindien-Kompanie, die den regelmäßigen Schiffsverkehr zu diesen Gewürzinseln einführten und deren Überbleibsel auch auf Saparua zu sehen sind. Und ich werde nicht zuletzt deshalb auf jeden Fall wieder hinfahren.

Was wird sich wohl bis dahin tun? Das Resort ist zwar längst fertig, wächst aber verständlicherweise noch ein wenig weiter, weil Kurt und Eliane einfach ihren Ideen und Wünschen nachgeben und neue Boote und Bungalows bauen. Das Erstaunliche - davon ist überhaupt nichts zu hören, weil die Anlage eben viele Hektar groß ist.

Und das Beste daran: Es ist absehbar, dass es auf längere Zeit unberührtes Paradies bleiben wird. Also: Kamera einpacken und rein in das warme 30 Grad Wasser, um sich dem Abenteuer der Molukken fernab jeglicher jammernden Touristen zu widmen.

Fazit: ´Ein Leben ohne Saparua ist möglich, aber sinnlos.´