Zwei fatale Tauchunfälle in Thailand

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15.02.2016 15:07
Kategorie: News

Ohne Lizenz, illegal und in „No-Diving-Zone“

Eine Tauchbasis, ein Tauchkapitän und ein Tauchlehrer bilden in Thailand ein Trio, das sich nun für den Tod eines chinesischen Tauchanfängers verantworten muss.

Der 62jährige Minghua J. war nach Angaben der Krabi Marine Police am Freitag mit der Tauchbasis Scuba Addicts Tambon Ao Nang zu seinem ersten Tauchgang im Phi Phi National Marine Park unterwegs. Mit einem weiteren Taucher war der chinesische Taucher unter der Führung des britischen Tauchlehrers Geoff B. abgetaucht. Als der zweite Taucher Probleme mit dem Druckausgleich signalisierte geleitet der Tauchlehrer ihn an die Oberfläche und beließ den Tauchneuling alleine am Grund – ein Fehler mit Folgen.

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Als der Tauchlehrer wieder zu dem Tauchanfänger abtauchte, war dieser zunächst verschwunden, wurde aber nach kurzer Suche vom Tauchlehrer in der Nähe bewusstlos aufgefunden. Der chinesische Tauchbeginner wurde geborgen und noch lebend ins Krabi Hospital gebracht, wo er jedoch später verstarb.

Erste Ermittlungen offenbarten nun eine fatale Kette von Umständen, die nun die Staatsanwaltschaft und Ermittlungsbehörden in Thailand beschäftigen. Nachforschungen der Krabi Marine Police ergaben, dass die Zulassung des Tauchbootes schon im November vergangenen Jahres abgelaufen war. Dem Kapitän wird zudem vorgeworfen ein Longtailboat mit abgelaufener Lizenz, sowie das Tauchschiff ohne jegliche Lizenz gefahren zu haben.  Ebenso habe er die Tauchgänge in einer „No-Diving-Zone“ illegal durchgeführt. Abgerundet wird die Kette der Verfehlungen nach Angaben der ermittelnden Behörden dadurch, dass der britische Tauchlehrer ohne Arbeitsgenehmigung illegal in Thailand gearbeitet habe und aus diesem Grunde auch schon gegen die Tauchbasis wegen illegaler Beschäftigung von Mitarbeitern ermittelt werde.

Ein stattliches Paket an Verfehlungen, die so nicht hätten passieren dürfen. Ob die Summe des Fehlverhaltens der Beteiligten ursächlich für den Tod des chinesischen Tauchers war, wird nun von den Ermittlungsbehörden untersucht.

Beinamputation nach schwerem Unfall

Schon vor zehn Tagen hatte es einen schweren Zwischenfall mit zwei russischen Tauchern in den Gewässern um Koh Phi Phi Island gegeben. Die beiden Taucher waren aus bisher noch nicht klar ersichtlichen Gründen beim Tauchen von einem Touristenboot gerammt und schwer verletzt worden. Die „Sunsan2“ war mit 30 Touristen auf dem Weg Richtung Maya Bay, als der 22jährige Kapitän Adisorn B. einen schweren Schlag des Schiffes registrierte. Er stoppte das Boot sofort, wendete und entdeckte in der Folge zwei an der Oberfläche treibende Taucher. Beide waren bei Bewusstsein jedoch schwer verletzt und bluteten stark.

Das begleitende Tauchboot transferierte die Taucher sofort ins Phi Phi Hospital, wo dem 30jährigen Sergei D. ein Bein amputiert werden musste. Auch der zweite russische Taucher Dimitri K. (48) wies erhebliche Verletzungen auf. Fehlende Blutkonserven machten dann eine Überführung der verletzten Taucher ins Krabi Hospital nötig, wo sie noch um ihr Leben ringen. Ob die Taucher, die in nur geringer Tiefe vom Rumpf oder der Schraube des Touristenbootes getroffen wurden eine Oberflächenboje gesetzt hatten und weitere Begleitumstände der tragischen Abläufe untersucht die Marine Police zurzeit.