Wrack von U 214 entdeckt

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26.07.2006 05:26
Kategorie: News
Am 6. Juli 2006 wurde das deutsche U-Boot U 214 von dem bekannten U-Bootforscher Innes McCartney wiederentdeckt.
Das am 1. November 1941 von Kapitänleutnant Günther Reeder für die Kriegsmarine in Dienst gestellte U-Boot hatte auf seinen Kriegsfahrten bis Mitte 1944 insgesamt 10.552 BRT alliierten Schiffsraums versenkt, bevor es dann am 22. Juni 1944 unter dem Kommando von Oberleutnant Gerhard Conrad im Ärmelkanal südwestlich von Eddystone von der britischen Fregatte HMS Cooke aufgespürt und durch Wasserbomben versenkt worden war.
Das besondere an U 214 ist, daß es sich um eines der seltenen Unterseeboote des Typs VII D handelt. Hiervon wurden nur sechs Stück gebaut - U 213 bis U 218.
Bootes des Typs VII D waren im Prinzip verlängerte U-Boote des Typs VII C. Direkt hinter dem Turm wurde beim Typ VII D eine rund zehn Meter lange Sektion zusätzlich eingefügt. In dieser waren fünf Minenschächte zum Transport und Legen von 26 SMA-Minen bzw. 39 TMB-Minen untergebracht. Gerade diese Minenschächte hinter dem Turm machen eine Identifikation unter Wasser einfach.
Im folgenden kann man auf einem Photo des Deutschen U-Bootmuseums, vormals Stiftung Traditionsarchiv Unterseeboote, den nach rückwärts erfolgenden Stapellauf von U 218 bei der Germaniawerft in Kiel sehen. Gut erkennbar: die Sektion mit den Minenschächten direkt hinter dem Turm.

So hatte Innes es auch nicht schwer, das Wrack unweit der offiziellen Untergangsposition 49° 58 N / 03° 30 W wiederzufinden. Das ist normalerweise nicht so einfach, wie Innes zu berichten weiß -immerhin hat er außer U 214 schon 38 weitere U-Boote wiedergefunden.
Das Wrack des deutschen U-Bootes liegt auf der Backbordseite und weist beidseits des Turms die stärksten Beschädigungen auf. Vermutlich haben die Wasserbomben der HMS Cooke hier den Druckkörper beschädigt, was zu einem derart starken Wassereinbruch führte, daß das U-Boot unrettbar versank.
Der Tauchgang am Wrack war nicht ganz einfach und gefahrlos. Zwar konnte das U-Boot anhand der Minenschächte schnell identifiziert werden, jedoch befanden sich überall am Wrack Fischernetze und Angelschnüre. Möchte man am Wrack tauchen, so hat man also besser eine Auswahl an Schneidewerkzeugen dabei.
Möchte man sich zunächst einen groben Überblick verschaffen, so bietet Innes Homepage eine erste Übersicht an Unterwasserfotos:
http://www.periscopepublishing.com/U214 exhibition.htm
Innes McCartney hat diesem U-Boot auch einige Seiten in einem Buch über wiedergefundene und betauchte U-Boote gewidmet. Es trägt den Titel: "Lost Patrols - Submarine Wrecks of the English Channel" und kann hier bestellt werden:
http://www.periscopepublishing.com/cgi-bin/miva.cgi?Merchant2/merchant.mv+Screen=PROD&Store_Code=PPL&Product_Code=LP