Wrack von U-Boot SS 371 USS Lagarto gefunden

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01.07.2005 21:39
Kategorie: News
Britische Taucher aus Koh Tao/Thailand haben das seit dem 3. Mai 1945 vermißte amerikanische 2.424t große U-Boot SS 371 USS Lagarto in rund 74m Tiefe aufrecht auf dem Meeresgrund stehend im Golf von Thailand gefunden.

Das rund 95m lange und 9m breite Boot der Balao-Klasse war -wie man auf folgendem Bild mit der Nummer NH 51206 des US Naval Historical Center sehen kann- erst am 28. Mai 1944 in Maniwotoc/Wisconsin in den USA vom Stapel gelaufen.

Im Michigan-See wurde das mit einem 5inch-Decksgeschütz und zehn 21inch-Torpedorohren bewaffnete U-Boot dann Probefahrten unterzogen. Danach kam es in ein Schwimmdock und wurde darin den Mississippi heruntergeschleppt. In New Orleans wurde es schließlich für die Weiterfahrt unter eigener Kraft in den Pazifik ausgerüstet und am 14. Oktober 1944 in Dienst gestellt. Danach verlegte es unter dem Kommando von Commander F.D.Latta zu dem US-Flottenstützpunkt Subic Bay auf den Phillipinen.
Auf der Fahrt dorthin versenkte das Boot zwei japanische Wachboote vor Nansei Shoto, den Frachter Tatsumono Maru vor dem Bugo Suido und ebenfalls vor dem Bungo Suido das japanische U-Boot I 371.
Von Subic Bay aus ging das Boot dann am 12. April 1945 zur ersten großen Feindfahrt in See. Zielgebiet: das Südchinesische Meer. Das Boot war neu, dies bedeutet jedoch nicht,daß die Besatzung aus grünen Jungs bestand. Latta war zB. vorher schon auf sieben Feindfahrten Kommandant auf der USS Narwhal II gewesen. Fahrten die jedesmal die Voraussetzungen zur Verleihung des U-Bootkampfabzeichens erfüllten. Dies war einmalig in der Geschichte der US-Ubootwaffe. Am 27, April 1945 beorderte ein Funkspruch das Boot in ein neues Zielgebiet: die Zufahrt des Golfs von Siam. Dort sollte die Lagarto zusammen mit einem anderen U-Boot ,der USS Baya, ab dem 2. Mai 1945 patrouillieren. Nachdem beide Boote Kontakt miteinander aufgenommen und sich über die jeweiligen Suchkurse geeinigt hatten, gingen sie auf Suchkurs. Am gleichen Tag noch fand die USS Baya einen Konvoi und griff ihn zusammen mit der USS Lagarto an. Hierbei bekam man es mit sehr aufmerksamen Bewachungsschiffen zu tun, so daß die USS Baya von Konvoi abgedrängt wurde. Ein erneuter gemeinsamer Angriff am folgenden Tag brachte das gleiche Ergebnis. Nur daß seitdem von der USS Lagarto jede Spur fehlte. Später fand man heraus,daß zwei Bewacher des Konvois über Radar verfügten. Es wird angenommen,daß das Boot von dem japanischen Minenleger IJN Hatsutaka versenkt wurde.
Das Wiederauffinden des Wracks hat seine Ursache in dem Umstand,daß das Wrack so einige Netze der lokalen Fischer beschädigt hatte. Daß diese Netzreißer immer in der Nähe der offiziellen Untergangsstelle des U-Bootes erfolgten, fiel dann irgendwann auch Wrackspezis auf. So kam es,daß schließlich eine Tauchschule aus Koh Tao mit Trimix-Ausrüstung einen Abstecher zur problematischen Stelle machte und das Unterwasserhindernis mit ihrem Echolot aufspürte.
Die Taucher dieser Tauchschule haben ihren Fund der US-Botschaft in Thailand angezeigt. Die noch lebenden Angehörigen bzw. deren Nachkommen haben über das Internet vom Fund erfahren.