U-Boote der kaiserlichen Marine wiederentdeckt?

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23.11.2006 22:56
Kategorie: News
Die Maritime and Coastguard Agency in Großbritannien hält für Seenotfälle Hochseeschlepper bereit, die strategisch rund um Großbritannien verteilt sind. In der Wartezeit bis zum nächsten Einsatz sammeln diese Schiffe mit ihrem Sonar Informationen für das Hydrographische Institut Großbritanniens. Bei einer derartigen Sonarfahrt stieß einer dieser Schlepper nun bei den Orkneys -70 Meilen vor dem Sanday Sound- auf zwei Unterwasserhindernisse. Diese erwiesen sich als bisher unbekannte U-Bootwracks. Ersten Untersuchungen zufolge soll es sich dabei um die bislang vermißten U-Boote der Deutschen Kaiserlichen Marine SM U 92 und SM U 102 handeln.

SM U 92, ein 65,80m langes und 6,20m breites U-Boot vom MS-Typ, war erst am 22. Oktober 1917 in Dienst gestellt worden und verschwand am 9. September 1918 kurz vor Kriegsende während der fünften Feindfahrt.

Man vermutete, daß es südlich von Fair Isle auf eine Mine gelaufen sei. Vom Kommandanten, Kapitänleutnant Günther Ehrlich, und 41 weiteren Besatzungsmitgliedern hat man nie wieder etwas gehört oder gesehen.

SM U 102, ein 67,60m langes und 6,32m breites U-Boot vom MS-Typ, war auch erst am 18. Juni 1917 in Dienst gestellt worden und verschwand am 30. September 1918 während der siebten Feindfahrt ebenfalls kurz vor Kriegsende. Von der im folgenden abgebildeten Besatzung fehlte ebenfalls jede Spur.

Vermutete Verlustursache war eine Mine der Nordsperre. Kommandant dieses Bootes war Kapitänleutnant Kurt Beitzen.

Seines Zeichens ehemaliger Kommandant von SM U 75, dem U-Boot, das bei den Orkneys die Mine gelegt hatte, auf die der Kreuzer HMS Hampshire auflief und mitsamt dem an Bord befindlichen britischen Heeresminister Lord Kitchener unterging.

Den Sonaraufnahmen zufolge, befinden sich die beiden in rund 70m Tiefe liegenden U-Bootwracks in einem guten Zustand.

Eine Untersuchung vor Ort mit Tauchern sowie ROV`s befindet sich in Vorbereitung.