Torpedo von U-Prien gefunden?

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30.08.2004 16:25
Kategorie: News
Letzten Donnerstag informierte ein Fischereifahrzeug die Behörden in Scapa Flow. In seinem Schleppnetz hatte es nahe der Wracks der Kaiserlichen Hochseeflotte einen Gegenstand an die Oberfläche gezogen, der wie ein vollständiger Torpedo aussah. Dieser wurde zur Sicherheit an die Ostseite der unbewohnten Insel Cava verbracht und anschließend eine Schutzzone von einer halben Meile Durchmesser errichtet. Bombenexperten untersuchten den Gegenstand und sprengten ihn.
Scapa Flow ist ein Naturhafen inmitten vieler Inseln der schon seit Urzeiten von der Royal Navy als Ankerplatz benutzt wurde. Damit ist es auszuschließen,daß es sich bei dem fraglichen Torpedo um einen britischen gehandelt hat. Damit kommt eigentlich nur ein deutscher Torpedo in Frage. Solche wurden aber nur einmal abgefeuert. In der Nacht des 13. Oktober 1939 drang nämlich das von Kapitänleutnant Günther Prien geführte U-Boot U 47 durch den Kirk Sound in Scapa Flow ein und griff früh am 14. Oktober in zwei Anläufen Feindziele an. Im ersten Anlauf wurden um 01.16 Uhr vier Bugtorpedos abgefeuert. Ein Bugtorpedo traf,zwei wurden zu Fehlläufern,einer zum Rohrläufer. Der um 1.21 Uhr abgefeuerte Hecktorpedo wurde ebenfalls ein Fehlläufer. Tags darauf wurden zwei Torpedo-Blindgänger von britischen Tauchern gefunden,einer -vermutlich der Fehlläufer aus dem Hecktorpedorohr- blieb vermißt. Im zweiten Anlauf nahm Prien das 29.150ts große Schlachtschiff ,die HMS Royal Oak, aufs Korn und erzielte um 1.25 Uhr mit drei abgefeuerten Torpedos drei Treffer, die das Schiff versenkten. Da U 47 für diese Mission ausschließlich die neuen elektrischen Torpedos vom Typ G7e an Bord hatte,dürfte der gefundene Torpedo auch ein solcher sein. Vermutlich handelt es sich dabei weiter um den bisher vermißten "Aal", der beim ersten Anlauf aus dem Heckrohr verschossen wurde. Im Kriegstagebuch von U 47 mutmaßte Prien,daß die Torpedoversager ua. möglicherweise auf ein Gradelaufversagen zurückzuführen waren.