Stopp dem Walfang in Island!

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27.05.2007 16:29
Kategorie: News

Europäische Reiseveranstalter fordern Stopp des Walfangs in Island


München / Wädenswil: 25. Mai 2007 – 19 Reiseunternehmen aus Deutschland, Österreich, Schweiz und England sprechen sich kurz vor Beginn der Tagung der Internationalen Walfangkommission in Alaska in einer Stellungnahme klar gegen den Walfang in Island aus. Sie folgen damit einem Aufruf der Walschutzorganisationen OceanCare und WDCS.

Island ist einer der besten Plätze für Walbeobachtung. Fast die Hälfte aller bekannten Wal- und Delfinarten besuchen die Gewässer rund um die Insel. Überschattet wird das Naturerlebnis jedoch durch den Walfang, der teilweise mitten in wichtigen Walbeobachtungsgebieten betrieben wird. Die besorgten Reiseveranstalter erwarten negative Auswirkungen auf den Tourismus, sollte der Walfang nicht eingestellt werden. Island ist aufgerufen, an der derzeit stattfindenden Walfangkommissions-Tagung (IWC) in Anchorage ihre Haltung gegenüber den Walen zu überdenken.

Konfrontiert mit negativen Reaktionen seitens der Urlauber befürchten die Reiseveranstalter einen Imageverlust der seit Jahren sehr beliebten Reisedestination Island. Dies bringen sie in einer Stellungnahme gegenüber der isländischen Regierung zum Ausdruck und beziehen klar Position gegen den Walfang. Die Verantwortlichen in Island dürften davon nicht unberührt bleiben, denn die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: 2006 haben rund 89.000 Personen an Whale-Watching-Touren teilgenommen und der Ökonomie auf der Insel in etwa 23 Millionen Euro Einnahmen eingebracht.

Gemäß einer Berechnung der beiden Walschutzorganisationen OceanCare und WDCS generiert eine einzige Walbeobachtungs-Tour mit nur neun Personen die gleichen Einnahmen wie die Tötung eines Zwergwales. Diese Walart, die sich besonders vertrauensvoll den Booten nähert, steht gleichzeitig im Fokus des Whale Watching wie im Visier der Jäger. Laut dem isländischen Marine Research Institute kommt es immer wieder zu Tötungen von Walen in Kerngebieten der Walbeobachtung.

Die Stellungnahme der europäischen Reiseveranstalter untermauert eine Resolution des Verbandes isländischer Reiseveranstalter. Im März 2007 wurde Islands Regierung darin aufgefordert, alle Walfangaktivitäten einzustellen, da diese das internationale Image von Island schädigen. Ein Image, demnach Island Natur und Tiere „schützt und verteidigt“. Denn bereits 2003, als Island unter dem Deckmantel des „wissenschaftlichen Walfangs“ wieder Wale zu töten begann, traten viele Touristen aus Europa und den USA von ihren Reiseplänen zurück. Als Island 2006 auch den kommerziellen Walfang wieder aufnahm, reduzierten sich die Buchungen kurzfristig um ganze 25 Prozent. Dieses Jahr hat die kommerzielle Jagd am 4. Mai 2007 erneut begonnen. Wie sich die Zahlen für die Tourismusbetriebe entwickeln, ist noch nicht absehbar.

Dass der Walfang isländischen Unternehmen jetzt und in Zukunft schadet, macht auch Islands größter Investmentkonzern, die Baugur Group, deutlich. Auf seiner Webseite distanziert sich der Konzern eindeutig von Islands Walfangaktivitäten (http://www.baugurgroup.com/?PageID=84&NewsID=956).

Will Island das Whale Watching wirklich zu Grabe tragen? Mit Fahrrad und Sarg umrundet der Abenteurer Bernhard Bechter derzeit die Insel und appelliert an die einheimische Bevölkerung, den weit verbreiteten Ruf des beliebten Reiselandes nicht zu gefährden und die Wale friedlich zu nutzen. Mit der symbolischen Aktion, die zeitgleich mit der Walfangkonferenz stattfindet, rufen OceanCare, WDCS und Globalance die isländische Regierung auf, den Walfang einzustellen. Nicolas Entrup, Geschäftsführer der WDCS, und Sigrid Lüber, Präsidentin von OceanCare, bringen die Situation auf den Punkt: "Die isländische Regierung muss sich entscheiden, denn die zwei Konzepte – Waltötung und die Faszination, lebende Wale zu beobachten – stehen in klarem Widerspruch".

Stellungnahme europäischer Reiseveranstalter: www.walfang.org

Weitere Informationen unter www.oceancare.org / www.walfang.org / www.whalewatchingfuture.info

Quelle:
Bina Löffler, Pressekoordination
WDCS Deutschland
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81245 München
Telefon +49-89-61001728
Mobil +49-177-7152476
E-Mail: bina.loeffler@wdcs.org
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