Sprengung von Seeminen in der Ostsee

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11.09.2009 17:53
Kategorie: News
Minentaucher in Tallin bei Sprungungsarbeiten
Vor der Küste Estlands haben deutsche Minentaucher Munitions-Altlasten und mehrere Minen gesprengt.

Ein 8-köpfiges Minentaucher-Team aus Eckernförde unter der Leitung von Kapitänleutnant Thorsten Klinger nimmt zur Zeit an der multinationalen Operation "Open Spirit" ("Offener Geist") vor Estland teil. Das jährlich stattfindende Manöver, an dem sich zahlreiche Nationen beteiligen, beseitigt Altlasten an der baltischen Küste. "Wir haben vier deutsche Grundminen aus dem Zweiten Weltkrieg, drei Wasserbomben, einen Torpedo und zahlreichen russischen Munitionsschrott zerstört", sagt Klinger.

Beseitigung war schwierig
Zahlreiche Munitionsteile befanden sich direkt im Hafen von Tallinn. Mittels eines Hebeballons verschleppten die Minentaucher die gefährlichen Altlasten daher zunächst mit ihren Schlauchbooten in tieferes Gewässer, um sie dort zu zerstören. Neben den Minentauchern beteiligen sich auch die deutschen Minenjagdboote "Grömitz", "Homburg" und "Passau" aus Kiel an der Operation. Sie suchen die estnischen Gewässer nach Minen ab.

Sprengung von Seeminen durch deutsche Minentaucher
Das Manöver läuft schon seit dem 28. August und endet am 11. September. "Es war eine herausragende Erfahrung, die Möglichkeit zu haben, Altlasten aus dem Zweiten Weltkrieg zu entfernen und unsere Aufgabe zu erfüllen", sagt Klinger mit etwas Wehmut. Denn: Der 37-Jährige aus Waldkirchen im bayrischen Wald verlässt zum 1. Oktober die Minentaucher und geht in die Offizierausbildung. Er resümiert: "Für mich war diese Operation ein Höhepunkt meiner bisherigen Laufbahn."

Altlasten in der Ostsee
Nach wie vor liegen tonnenweise Munitionsaltlasten in der Ostsee. Allein im Zweiten Weltkrieg wurden auf deutscher und finnischer Seite etwa 60.000 Minen gelegt. Die genaue Anzahl der russischen Minen ist nicht bekannt - Experten gehen von einer fünfstelligen Zahl aus. Viele Minen konnten nach dem Krieg nicht beseitigt werden und liegen noch immer in der Ostsee. Nach wie vor geht von ihnen eine Gefahr für die Schifffahrt aus.