Riesenkalmar in Dresden

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16.06.2011 08:36
Kategorie: News

Riesenkalmar in der Senckenberg Sammlung, Dresden

Riesenkalmar - © Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum, Foto Sven Tränkner
Der 7 Meter lange Riesenkalmar ist ein Highlight
der Tiefsee-Ausstellung in Dresden


Im Rahmen der aktuellen Tiefsee-Ausstellung präsentieren die Senckenberg Naturhistorischen Sammlungen Dresden ab dem 16.06.2011 ein konserviertes Originalteil eines Riesenkalmars (Architeuthis). Das rund 40 Zentimeter große, saugnapfbesetzte Armstück stammt von einem ca. sieben Meter langen Riesenkalmar-Weibchen, das 2003 vor der Südinsel Neuseelands zufällig ins Netz von Fischern geriet. Kurz nach dem Fang wurden Teile des Tieres für die Wissenschaft konserviert und nun wird ein großes Armstück erstmals in Dresden gezeigt.

Das überaus seltene Exponat wird im Rahmen der laufenden Tiefsee-Ausstellung im Japanischen Palais Dresden präsentiert. In einer speziellen Architeuthis-Vitrine, die direkt unter dem sieben Meter großen Modell eines jungen Riesenkalmars aufgestellt wird, sind neben dem Armstück auch andere seltene Originalteile von Riesenkalmaren - wie z.B. bezahnte Saugnapfringe - enthalten. Zusammen mit Bildern und Texten bieten diese Exponate einen ganz besonderen Einblick in die Welt der kaum bekannten Tiefsee-Riesen.

Untersuchung eines Riesenkalmars - © & Foto: Volker Miske
Volker Miske untersucht einen Riesenkalmar

22.07.2011, 18.00 Uhr: Live-Bericht eines Forschers
Am 22.07.11 wird der Tintenfisch-Spezialist Dipl.-Biol. Volker Miske vom Zoologischen Institut und Museum der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald im Japanischen Palais Dresden die geheimnisvolle Welt der Riesenkalmare vorstellen. Mit unzähligen Bildern und unter Einbeziehung neuester Forschungsergebnisse wird der Meereszoologe die Welt der Riesenkalmare vorstellen. Miske berichtet davon, wie ein männliches und das weibliche Tier in Neuseeland untersucht wurden und wie die Präparation des Männchens erfolgte. Er stellt den Lebensraum der Tiefsee-Riesen vor und erläutert, wie Riesenkalmare gebaut sind. Miske zeigt zudem, wie groß diese Beutegreifer werden können, wovon sie sich ernähren und auf welche Weise sie sich an ihren Lebensraum angepasst haben. Natürlich beschäftigt sich Miske auch mit den Seefahrergeschichten über "Riesenkraken", die Schiffe angreifen und Menschen verschlingen sollen.

Über die Riesenkalmare
Riesenkalmare gehören ebenso wie Sepien, Tiefseevampire, Kraken und der altertümliche Nautilus zu den heute lebenden Kopffüßern (wissenschaftlich: Cephalopoda). Trotz ihrer irreführenden Bezeichnung "Tintenfische" gehören die Kopffüßer zum Stamm der Weichtiere (Mollusken) und sind daher v.a. mit Schnecken und Muscheln verwandt. Aufgrund ihrer außergewöhnlichen physischen Fähigkeiten und Intelligenzleistungen haben sich Kopffüßer im Laufe ihrer Stammesgeschichte weit von diesen Verwandten entfernt. Daher bezeichnet Volker Miske die Kopffüßer oft als "Spitzenmodelle der Wirbellosen-Evolution im Meer". Die gigantischen Riesenkalmare sind die größten bisher bekannten Tintenfische, die größten Weichtiere und die größten bisher bekannten als Einzelindividuen lebenden wirbellosen Tiere.

Über die Tiefsee-Ausstellung 2010/11 in Dresden
Bis zum 31.08.2011 zeigt die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung gemeinsam mit dem Naturhistorischen Museum Basel (Schweiz) ihre besondere Ausstellung über die Tiefsee. Seit der Ausstellungseröffnung begegnen die Besucher im Japanischen Palais leuchtenden Fischen mit enormen Zähnen und Augen, aber auch durchsichtigen Tintenfischen und riesigen, fleischfressenden Quallen.

In der Tiefsee-Ausstellung 2010/11 bieten die Wissenschaftler der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung einen tiefen Einblick in ihre tägliche Pionierarbeit auf einem hohen museumspädagogischen Niveau. Unter dem Motto ‚Wissenschaft entdecken, erforschen, erleben‘ wird die moderne Tiefseeforschung für jedermann transparent und auf eine verständliche sowie unterhaltsame Art und Weise präsentiert. Dabei können die Besucher zahlreiche bizarre Exponate bestaunen. Zudem erfahren sie im Rahmen der Ausstellung sowie in zahlreichen Führungen, Vorträgen und Workshops, wie die Wissenschaftler auf den Forschungsschiffen, mit U-Booten und im Labor weltweit arbeiten und wie es gelingt, bei fast jeder Forschungsreise neue Arten zu entdecken. Ergänzt wird das Ausstellungsprogramm durch regelmäßige Vorträge renommierter Wissenschaftler zu hoch aktuellen Fragestellungen rund um das Thema Tiefseeforschung.

Weitere Informationen über die Vorträge und Sonderveranstaltungen sowie über die Tiefsee-Ausstellung im Japanischen Palais Dresden finden Sie im Internet unter www.tiefsee.senckenberg.de