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Wenn Dünenschutz zum Riffschutz wird
Die Dünenlandschaften von Boa Vista gehören zu den ökologisch wertvollsten Küstenlebensräumen der Kapverdischen Inseln – und geraten zunehmend unter Druck. Illegale Eingriffe, unkontrollierter Fahrzeugverkehr und der wachsende Tourismus setzen sensible Ökosysteme unter Stress, die sich über Jahrtausende entwickelt haben. Bleiben wirksame Schutzmaßnahmen aus, drohen dauerhafte Schäden.
Noch ist Zeit zu handeln: Viele Dünenabschnitte auf Boa Vista sind trotz der zunehmenden Belastung noch in einem vergleichsweise intakten Zustand. Genau jetzt bietet sich die Gelegenheit, gegenzusteuern – bevor aus einzelnen Beeinträchtigungen ein irreversibler Verlust wird. Gesetzliche Schutzregelungen existieren zwar, werden in der Praxis aber vielerorts nicht durchgesetzt. Zu den größten Belastungsfaktoren zählen:
- Illegaler Sandabbau
- Geländefahrzeuge, die über die Dünen fahren
- Zertrampelte, empfindliche Vegetation durch unkontrollierten Zugang
- Touristische Bauprojekte in ökologisch sensiblen Zonen
- Fehlende Regulierung des Zugangs zu Schutzgebieten
Zusammenarbeit mit Projeto Biodiversidade
Für das neue Pilotprojekt kooperiert die Organisation mit Projeto Biodiversidade, einer Partnerorganisation auf der Nachbarinsel Sal, die bereits Erfahrung mit vergleichbaren Wiederherstellungsmaßnahmen gesammelt hat. Die Schwesterorganisation Fundação Tartaruga hat an einem Workshop auf Sal teilgenommen, um die dort erprobten Methoden für Boa Vista nutzbar zu machen.
| Poster: Identifikation von Meeresschildkröten Die Turtle Foundation freut sich außerdem über die Veröffentlichung eines neuen Posters zur Identifikation von Meeresschildkröten. Das Poster wurde im Rahmen des Rangerhandbuchs für die Projekte in Indonesien entwickelt und steht ab sofort kostenlos auf der Webseite der Turtle Foundation zum Anschauen und Download bereit. https://turtle-foundation.org/de/medien/ressourcen-presseveroeffentlichungen/ |
Im Zentrum des Projekts stehen mehrere Ziele:
- Wiederherstellung der einheimischen Vegetation und natürlicher Dünenbildungsprozesse
- Rückkehr der charakteristischen Tierwelt in die Dünenlandschaft
- Höhere Widerstandsfähigkeit der Küstenzonen gegenüber Erosion und Klimafolgen
- Erhalt wichtiger Ökosystemleistungen
- Naturverträglicher Tourismus statt unregulierter Nutzung
Der Pilotstandort: Boa Esperança
Als Testgebiet dient der Strand Morabeza im Naturschutzgebiet Boa Esperança am Rand von Sal Rei. Hier werden die geplanten Maßnahmen erprobt und über einen längeren Zeitraum wissenschaftlich begleitet:
- Absperrung und Einzäunung sensibler Dünenbereiche gegen Offroad-Verkehr
- Anzucht und Auspflanzung einheimischer Pflanzenarten
- Sandfangzäune zur Förderung natürlicher Sandablagerung
- Informationstafeln vor Ort
- Regelmäßiges Monitoring des Projektgebiets
- Umweltbildungsangebote und Einbindung der lokalen Bevölkerung
- Abstimmung mit lokalen Tourismusanbietern
Dünen erholen sich nicht über Nacht. Erste Maßnahmen starten kurzfristig, echte ökologische Fortschritte werden sich aber erst über mehrere Jahre zeigen. Das Pilotprojekt soll wertvolle Erkenntnisse liefern, die künftig auf ganz Boa Vista angewendet werden können – ein Fundament für den langfristigen Schutz einer einzigartigen Küstenlandschaft, die gerade für tauch- und schnorchelbegeisterte Naturfreunde direkt vor der Haustür der Riffe liegt.
Wer die Arbeit unterstützen möchte, kann mit einer Spende unter: https://turtle-foundation.org/de/spenden/ dazu beitragen, dass die Dünen von Boa Vista auch in Zukunft erhalten bleiben.