Parasiten verflüssigen tote Fische

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25.02.2019 16:01
Kategorie: News

Der Kudoa-Thyrsit vedaut Fischfleisch zu schleimigem Brei

Wenn der Wirt stirbt, beginnen mikroskopisch kleine Kudoa-Sporen das Fleisch der Fische abzubauen. Sobald sie ihr Werk vollendet haben, könnte man den Fisch mit einem Strohhalm trinken ...

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"Kudoa sind weder für den Menschen noch für lebende Fische schädlich. Die Parasiten haben jedoch das Potenzial, den Verkauf von Fischen zu beeinträchtigen", erklärt die Parasitologin Lucilla Giulietti vom norwegischen Institute of Marine Research, die im Rahmen ihrer Doktorarbeit den Parasiten erforscht. Der Kudoa-Thyrsit ist mikroskopisch klein - eine winzige Spore, verwandt mit Nesseltierarten wie Quallen, Korallen und Seeanemonen.

Die Kudoa-Sporen dringen in das Muskelgewebe der Fische auf eine für die Wissenschaft noch unbekannte Weise ein. Sie ruhen dort, bis der Fisch stirbt. Post-mortem beginnen die Parasiten mit der Produktion von Enzymen, die das Fleisch der Fische "verdauen". Innerhalb von 24 bis 36 Stunden ist es flüssig und wird zu einem schleimigen Fischbrei.

"Die Schwierigkeit ist, dass der Fisch direkt nach dem Fang absolut gut aussieht. Es kann die Fischtheke und sogar einen Kunden erreichen, bevor das Fleisch flüssig wird", so Giulietti. In diesem Fall wird der Kunde eine unappetitliche Überraschung erleben. "In Peru etwa kann dies etwa die Hälfte aller Seehechte, eines gewöhnlichen Fisches, betreffen. Viele Leute dort denken, dass Fischfilet nach ein paar Stunden so aussieht", erklärt sie.

Durch die Überwachung der norwegischen Makrelenfänge in den letzten fünfzehn Jahren haben Wissenschaftler Kudoa-Parasiten in bis zu einem Prozent der gefangenen Fische gefunden. "Kudoa sind eine weltweite Gruppe von Parasiten, die in vielen verschiedenen Fischarten vorkommen", erklärt Giulietti.

Auf Wunsch der Fischereiindustrie untersucht das norwegische Institute of Marine Research Makrelenfänge direkt an Bord der Kutter bzw. Trawler auf Mikroben und Parasiten. Während einige Parasiten vom Klimawandel profitieren und sich in jetzt wärmeren Gewässern vermehren, haben die Forscher glücklicherweise in den letzten fünfzehn Jahren keinen Anstieg der Zahl der Kudoa beobachtet.

"Aber 2002 gab es große Ausbrüche einer Art von Kudoa in kanadischem Zuchtlachs, die entsprechend hohe finanzielle Verluste verursachten. Der verantwortliche Parasit scheint die gleiche Art zu sein, die auch in den norwegischen Makrelen vorkommt", erklärt Giulietti.

Weitere Informationen: https://www.hi.no.