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Mit Wissen und Zusammenarbeit invasive Arten erfolgreich managen
Bei der aquatil-Fachtagung „Ochsenfrosch – Monitoring- & Managementstrategien“ treffen sich Fachleute aus Wissenschaft, Naturschutz, Behörden und Praxis mit engagierten Bürgerinnen und Bürgern, Naturbeobachtenden, Sporttaucherinnen und Sporttauchern sowie weiteren Interessierten.
Datum : 16. Juli 2026
Uhrzeit: 10:00–17:30 Uhr
Online & kostenfrei
Spannende Einblicke erwarten die Teilnehmenden zu:
- Biologie und Ökologie des Ochsenfroschs
- Modernen Monitoringmethoden wie Umwelt-DNA (eDNA)
- Praxisberichten aus Deutschland, Belgien, Frankreich und den USA
- Management- und Bekämpfungsstrategien
- Citizen-Science-Projekten und der aktiven Rolle von Sporttaucherinnen und Sporttauchern im Artenschutz
Aktuelle Informationen, praktische Erfahrungen und Raum für Austausch rund um invasive Arten, Gewässerschutz und den Erhalt der Biodiversität stehen im Mittelpunkt der Veranstaltung.
Der Ochsenfrosch
Der amerikanische Ochsenfrosch (Lithobates catesbeianus) ist eine invasive Art, die weltweit große ökologische Schäden anrichten kann. Er steht auf der EU‑Unionsliste invasiver Arten und wird wegen seiner Ausbreitungskraft und ökologischen Folgen als besonders problematisch eingestuft; weltweit ist er in rund 40 Ländern nachgewiesen. In Baden‑Württemberg konzentriert sich die bisher bekannte Verbreitung auf ein zusammenhängendes Areal am nördlichen Oberrhein.
Besonders gefährlich sind die massenhaften, bis zu 18 Zentimeter großen Kaulquappen: Sie verändern Nahrungsketten und Lebensräume, bedrohen heimische Amphibien, Großinsekten (wie Libellen und Käfer), Mollusken sowie Vögel, Kleinsäuger und Reptilien. Weil zahlreiche Seen und Teiche in der Umgebung liegen, besteht das Risiko einer weiteren Ausbreitung in benachbarte Gewässer.
Seit etwa 2012 dokumentieren Forschende Beobachtungen auf wissenschaftlichen Tauchgängen — Fotos und Videos zeugen von ganzjähriger Aktivität. Um das Wander‑ und Überwinterungsverhalten der Kaulquappen besser zu verstehen, wurden Telemetrie‑Studien durchgeführt: Radiotransmitter wurden nicht‑invasiv an Kaulquappen angebracht, wodurch erstmals ein gezieltes Wanderverhalten zu Unterwasser‑Überwinterungsquartieren nachgewiesen werden konnte.
Untersuchungen zeigen, dass Ochsenfroschlarven tatsächlich überwintern und dabei die Metamorphose aussetzen können; skeletochronologische Befunde bestätigten Wachstumsringe, die auf eine Überwinterung hinweisen. Zudem variieren die Angaben zu einem entscheidenden Bestimmungsmerkmal — dem Mundfeld der Kaulquappen — weshalb die gesamte Körpermorphologie für eine sichere Artbestimmung herangezogen werden muss.
Zur Eindämmung wurden bereits verschiedene Maßnahmen erprobt: die Entnahme ausgewachsener Tiere, das koordinierte und genehmigte Fangen von Kaulquappen durch Sporttaucherinnen und Sporttaucher und weitere praktische Maßnahmen. Neu erprobt werden auch Artenspürhunde zur gezielten Suche nach erwachsenen Fröschen — ein Ansatz, der an anderen Standorten Erfolge gezeigt hat und hier getestet wird. Ziel ist es, auf Grundlage ökologischer Forschung praktikable Werkzeuge zur Ausbreitungsbegrenzung zu entwickeln.
Das Projekt „Ochsenfrosch‑Bekämpfung in Baden‑Württemberg“ wird gefördert vom Naturschutzfonds Baden‑Württemberg (aus Erträgen der Glücksspirale); ergänzend unterstützten u. a. Stiftungen die Arbeit. Für Interessierte gibt es das eBooklet „Ochsenfrosch‑Wissen“ als praxisnahe Informationsquelle, die kostenlos als PDF bereitsteht.
Weitere Informationen und Anmeldung:
Informationen: https://aquatil.org/Ochsenfrosch-Fachtagung
Anmeldung : https://eveeno.com/310895990
Siehe auch: Abenteuer Süsswasser