Norwegische Kaltwasserkorallen im Ozeaneum

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01.08.2013 08:19
Kategorie: News

Kaltwasserkorallen aus Norwegen im OZEANEUM Stralsund

Kaltwasserkorallen Ozeaneum (© Uli Kunz)
Wie leuchtend bunte Farbtupfer ziehen sie sich an den Kontinentalhängen des Atlantiks entlang: Kaltwasserkorallen. Einem Team um den OZEANEUMs-Taucheinsatzleiter Henning May ist es nun gelungen, einige wenige Exemplare dieser noch weitestgehend unbekannten, zerbrechlichen Schönheiten nach Stralsund zu bringen. Ab 2014 sollen Gorgonien und andere Kaltwasserkorallen sowie Medusenhäupter in den Aquarien des OZEANEUMs zu sehen sein.
 
Nicht in den warmen tropischen Gewässern, sondern in kalten Tiefen bis zu 1.000 Meter von Norwegen bis Marokko erstreckt sich das weltweit größte Korallenriff über den Meeresgrund. "Das flachste bekannte Vorkommen von Kaltwasserkorallen befindet sich im Trondheimfjord in unter 100 Meter Wassertiefe.", erzählt Henning May. Gemeinsam mit Forschern vom Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel und fünf Tauchern der Organisation Global Underwater Explorers machte sich der Taucheinsatzleiter des OZEANEUMs Ende Juni auf den Weg nach Norwegen, um Kaltwasserkorallen für die Aquarien in Stralsund zu beschaffen. Nach elf anstrengenden Taucheinsätzen in 6°C kaltem Wasser und sehr starker Strömung ist das Team nun mit der wertvollen Fracht in Stralsund angekommen. Nachdem die Beschaffung der Korallen geglückt ist, stehen die Aquarianer des OZEANEUMs vor der anspruchsvollen Aufgabe, den Lebensraum der empfindlichen Lebewesen in den Aquarien nachzubilden.
 
Im Gegensatz zu tropischen Korallen, die einen Teil ihrer Energie mithilfe von pflanzlichen Symbionten beziehen, die wiederum Sonnenlicht benötigen, ernähren sich die Vertreter aus den kalten und dunklen Gewässern ausschließlich von Plankton und organischen Partikeln. Obwohl noch weitestgehend unerforscht, bergen Schleppnetze und der Transport von Sedimenten bereits Gefahren für die empfindlichen Kaltwasserkorallen. Der Klimawandel und die damit einhergehende Erwärmung der Meere sowie die Verschmutzung der Ozeane stellen ebenfalls eine Bedrohung für die Lebewesen dar.

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