Nicht nur für Profis - Tauchgang zum Wrack der Milford Haven

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05.02.2011 12:03
Kategorie: News
11. April 1991, 12:30 Uhr: Eine gewaltige Explosion an Bord des griechischen Tankers "Haven" setzt das gesamte Schiff in Brand. Die Löscharbeiten der Crew erweisen sich schnell als sinnlos, fünf von ihnen sterben, darunter auch der Kaptitän.

Die Nacht bricht herein und der lichterloh brennende Tanker erhellt den Golf von Genua, während sich Unmengen von Öl ins Ligurische Meer ergießen. Das Schiff gerät in Schlagseite und der Hafenmeister entschließt sich entgegen anderer Expertenmeinungen, die "Haven" nicht aufs offene Meer zu schleppen, sondern an Ort und Stelle zu fixieren. Doch eine zweite, mindestens genauso heftige Explosion macht die Pläne zunichte: Wie von Geisterhand bewegte sich das brennende Schiff vor der Küste von Savona durch die Nacht, erst am nächsten Tag gelingt es Schleppern, das fragile Schiff an den Haken zu nehmen. Das Vorschiff - mit einer Länge von 80 Metern - bricht zwischen Cogoleto und Arenzano vom Rest des Tankers ab und versinkt in über 400 Meter Tiefe. Dies, während Schlepper den brennenden Rest des stählernen Riesen, immerhin noch 250 Meter lang, an seine heutige Position ziehen. Die Flammen verlöschen erst drei Tage später und am Morgen des 14. April sinkt auch der ausgebrannte Rest der "Haven".
Was war geschehen? Der Tanker von über 330 Meter Länge und mehr als 50 Meter Breite lag vor Genua an einem schwimmenden Terminal, um seine Ladung zu löschen. Die rund 224.000 Tonnen Rohöl waren nur zum teil an Land befördert worden, dann musste innerhalb des Tankers umgepumpt werden, um das Schiff wieder in eine gute Schwimmlage zu bringen. Vermutlich fiel dabei eine Pumpe aus, metall knrischte, Funken bildeten sich und es kam zu der ersten, verhängnisvollen Explosion, die bis an Land zu spüren war.


Die "Amoco Milford Haven", einer von vier baugleichen Tankern der Amoco Oil Company in Cadiz.

Ein sicher außergewöhnlicher Tauchgang zur "Haven", nicht nur für Profis

Seitdem ruht die Haven etwa eineinhalb Meilen vor dem Hafen von Arenzano an der "Punta die San Martino" in einer Tiefe von rund 80 Metern. Sie ist das größte Wrack im Mittelmeer und wird meist täglich von Tauchern besucht. Überwiegend sind es Tec-Taucher, die sich zur alten Dame wagen. Doch am Wochenende des 7. und 8. Mai 2011 geht es mit "Halaveli Viaggi & Diving" aus Crema, Italien zum Wrack der "Haven" - und dies nicht nur für absolute Freaks.

Die Tauchgänge sehen so aus: Als Advanced Diver mit einem Deep-Dive Specialty führt der Tauchgang bis in rund 40 Meter Tiefe. Als Tec-Taucher bis in etwa 60 Metern, Trimix-Gemisch, in der Regel TX18/40 oder TX20/45 bis 70 Meter und TX15/50 bis 80 Meter vorausgesetzt. Man muss beachten, dass die Tauchgänge nichts für unerfahrene Taucher sind, denn auch für Sporttaucher wird es ein Deko-Tauchgang, der für ca. 20 bis 25 Minuten in eine Tiefe zwischen 40 und 45 Metern führt. In der Tec-Variante wird das Wrack mit Luft sowie Stages EAN50 und/oder reinem Sauerstoff in rund 60 Metern erkundet - Begleitung durch einen Tauchguide inklusive.


Hinweise: Die Entfernungen von Genua nach Mailand (Flughafen Malpensa) betragen etwa 195 - 200 km, von Bergamo bis Milano Linate sind es etwa 160 km. Wer mit dem Flugzeug anreisen möchte: Air Berlin oder auch Ryan Air-Flüge sind auf Anfrage erhältlich, der Bus-Transport von und zum Flughafen, Tauchen und Hotel werden arrangiert.


Weitere Informationen in unserem Onlinemagazin DiveInside.