Maui Delfine benötigen Hilfe

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01.10.2013 17:16
Kategorie: News

NABU startet Petition für die kleinsten Delfine der Welt

Maui Delfin (Hector Delfin) vor Neuseeland - © Steve Dawson (NABU)
Neuseeland verspielt mit der Ausrottung der Mauis sein grünes Image: Erneut ist an der Küste Neuseelands ein Maui-Delfin tot aufgefunden worden. Damit hat sich der Bestand der kleinsten und seltensten Meeresdelfine der Welt weiter verringert.

Zurzeit rechnen Experten nur noch mit zirka 46 lebenden Tieren. Noch vor vierzig Jahren gab es etwa 1.800 Maui-Delfine. Verantwortlich für den Rückgang der Population ist die Küstenfischerei mit Stell- und Schleppnetzen.

Der Maui-Delfin, eine Unterart des Hector Delfins, mit einer extrem kleinen Population lebt an der Westküste der Nordinsel Neuseelands. Die Hector-Delfine kommen ausschließlich in den Gewässern um Neuseeland vor. Dabei sind zwei Populationen bekannt, die sich jeweils östlich und westlich der Südinsel aufhalten. Man geht davon aus, dass diese Populationen durch die tieferen Bereiche der Cookstraße und am Südwest-Ende der Insel voneinander getrennt werden. Die Tiere überqueren diese Tiefen nicht oder nur sehr selten. Sie entfernen sich offensichtlich auch nicht wesentlich weiter als 10 Kilometer von der Küste.

Erst kürzlich hat die neuseeländische Regierung einen neuen Schutzplan für einen weiteren kleinen Teil des Verbreitungsgebietes der Maui-Delfine aufgelegt. Diese Pläne sind jedoch völlig unzulänglich und zielen darauf ab die Öffentlichkeit zu beschwichtigen“, sagt Thomas Tennhardt, Vorsitzender der NABU International Naturschutzstiftung, die sich seit ihrer Gründung für den Schutz der Mauis engagiert. „Neuseeland ignoriert die dringenden Empfehlungen der weltweiten Wissenschaftsgemeinschaft. Damit riskiert das Land sein grünes Image.

Online Petition

Maui Delfin (Hector Delfin) vor Neuseeland - © Steve Dawson (NABU)
Jedes Jahr sterben mehr als 20 Hector-Delfine als Beifang
in Fischernetzen. Das ist 20 Mal mehr, als die Art verträgt.


Die neuseeländische Regierung hat öffentliche Kommentare zu den neuen Plänen zugelassen. Bis zum 10. Oktober 2013 hat jeder die Möglichkeit, sich zu äußern. NABU International hat daher eine Online-Petition eingerichtet. Mit seiner Unterschrift kann jeder an dem offiziellen Verfahren teilnehmen. Es gingen bereits mehrere Tausend Unterschriften ein. NABU International ruft alle Delfinfreunde weltweit auf, die Petition zu unterzeichnen und zu verbreiten.

Die weltweit führenden akademische Institutionen – darunter die Internationale Walfangkommission (IWC), die IUCN und die Internationale Gesellschaft für Marine Säugetierkunde (SMM) – stimmen überein, dass schädliche Fischereimethoden aus dem Lebensraum der Delfine sofort verbannt werden müssen, um ihr Aussterben abzuwenden. Neuseelands Regierung ignoriert jedoch diese dringenden Warnmeldungen und die ihnen zugrunde liegenden wissenschaftliche Fakten. „Die Maui-Delfine können nicht mehr viel länger durchhalten“, sagt Dr. Barbara Maas, Leiterin der Artenschutzprogramme von NABU International. „Sie brauchen umfassenden Schutz, und sie brauchen ihn jetzt!

Prominenter Unterstützer der Maui-Delfine ist der Freitauchweltmeister William Trubridge, der erst kürzlich bei der Individual Tiefe WM in Griechenland erfolgreich seinen Weltmeistertitel verteidigt hat. Mit T-Shirts und Flyern von NABU International machten Trubridge und sein Team auf die Bedrohung des kleinen Meeresdelfins aufmerksam und versuchten Unterstützer für den Protest zu gewinnen. Denn nur der Protest von tausenden Delfinfreunden kann diese vergessene Tierart noch vor dem Aussterben retten.

Weitere Informationen:
Petition von NABU International
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