Mangrovenwälder– Oasen der Küsten im Fokus

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24.07.2026 09:33
Kategorie: News

Mangrovenwälder und ihre Rettung

Mangrovenwälder sind ein wahres Überraschungspaket: Diese auf den ersten Blick unscheinbaren Küstenwälder sind Brutstätten für Tausende von Fisch- und Krebsarten. Larven wachsen hier geschützt auf, bevor sie ins offene Meer ziehen. Ohne diese Wälder würde das Meeresleben zusammenbrechen – mit verheerenden Folgen für Fischbestände, Küstengemeinden und die gesamte marine Biodiversität.

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Aber Mangrovenwälder tun noch viel mehr für uns: Mit ihren beeindruckenden Wurzelsystemen halten sie Küsten zusammen, bremsen Wellen ab und schützen Gemeinden vor Stürmen – ein wichtiger Schutzschild, besonders angesichts immer heftigerer Stürme und steigendem Meeresspiegel. Sie filtern Nährstoffe aus dem Wasser und speichern gigantische Mengen CO2 – mehr pro Quadratmeter als jeder andere Wald auf der Erde. Und sie sind Drehscheiben von ganzen Küstenökosystemen: eng verbunden mit Flussmündungen, Seegraswiesen und Korallenriffen.

Die stille Krise

Die schlechte Nachricht: Mangrovenwälder verschwinden in rasantem Tempo. Auf den Philippinen zum Beispiel wurden 70 Prozent zerstört – durch Abholzung für Brennholz, Aquakulturen und Siedlungsentwicklung. Die Folgen sind dramatisch: Weniger Fische, anfälligere Küsten und der Verlust riesiger CO2-Speicher.

Es gibt Hoffnung – und sie funktioniert!

Das Gute: An vielen Orten läuft es auch andersherum. Aufforstungsprogramme, gesetzliche Schutzmaßnahmen und der Einsatz lokaler Gemeinschaften führen zu echten Erfolgen, vor allem in Südostasien. Auch auf der MMM7-Konferenz im Juli diesen Jahres in Ishigaki haben Forscher aus 41 Ländern gezeigt, dass Mangroven-Restauration funktioniert – allerdings nur, wenn man es richtig macht.

https://www.stiftung-meeresschutz.org/projekte/mangrovenwaelder/bericht-von-der-mmm7-konferenz-2026/

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Das Mama Earth-Projekt: Ein Vorbild

Ein besonders inspirierendes Beispiel kommt von der Mama Earth Foundation auf den Philippinen. Unter der Leitung von Ulrich Kronberg (auch Gründer von Mama Earth) pflanzen sie seit über zehn Jahren massiv Mangrovenbäume in der Davao-Bucht – und das ist nicht einfach nur Bäumchen-Pflanzen.

Die Stiftung arbeitet eng mit indigenen Fischerfamilien zusammen und bezahlt sie für ihre Arbeit. Das ist entscheidend: Lokale Menschen verdienen Geld damit, ihre Heimat zu schützen. Das funktioniert deutlich besser als Projekte, die von außen kommen und verschwinden.

https://mama-earth.de/

Das Schulstuhl-Programm: Geniale Kreislaufwirtschaft

Aber es wird noch besser: Bei den Aufforstungsaktionen sammeln sie Plastikmüll aus dem Meer ein. Diesen Müll recyceln sie nicht einfach – sie pressen ihn zu stabilen Schulstühlen. Und diese Stühle gehen an Schulkinder in bedürftigen Gemeinden. Mit einem Stuhl bekommen die Kinder auch komplette Schulmaterialien: Hefte, Stifte, Bücher – alles bezahlt für umgerechnet nur 38 Euro.

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Das ist brillant, weil es drei Probleme gleichzeitig löst: Meeres- und Mangrovenschutz, weniger Plastik in den Ozeanen, und Kindern in armen Gegenden bessere Chancen auf Bildung.

https://mama-earth.de/plastikmuell-schaedling-fuer-unsere-wunderbare-welt/

Boris Herrmann - Team Malizia

Im Rahmen der Vendée Globe rief der deutsche Hochseeregattasegler Boris Herrmann seine Fans dazu auf, ihm während seiner einsamen Nonstop-Weltumsegelung Beiträge, Videos und persönliche Botschaften zu schicken. Diese sollten ihm auf den langen Wochen allein auf See Unterhaltung, Motivation und das Gefühl geben, mit den Menschen an Land verbunden zu bleiben. Herrmann selbst betonte später, dass ihm der Austausch mit seinen Unterstützern mental geholfen habe und er sich dadurch weniger allein fühlte.
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Gleichzeitig engagiert sich Boris Herrmann mit seinem Team Malizia seit Jahren aktiv für Klima- und Meeresschutz. Ein zentrales Projekt ist der Malizia Mangrove Park, ein gemeinsames Aufforstungsprojekt, das im November 2020 in der Bucht von Mati auf den Philippinen ins Leben gerufen wurde. Ziel ist die Pflanzung von Millionen Mangroven, die als natürlicher Küstenschutz dienen, große Mengen CO₂ binden und wertvolle Lebensräume für zahlreiche Tierarten schaffen.

Von dieser Initiative inspiriert produzierte das Team um Uli Kronberg gemeinsam mit seinen philippinischen Helfern ein besonderes Videogrußwort für Boris Herrmann. Das Video verband die Botschaft des Mangrovenprojekts mit den besten Wünschen für seine Reise und zeigte, dass Menschen auf den Philippinen seine Mission für den Schutz der Meere und des Klimas unterstützen. So entstand ein bewegender Beitrag, der Boris auf seiner langen Reise um die Welt begleiten und ihm zugleich die internationale Verbundenheit seines Engagements vor Augen führen sollte.


Warum dieses Projekt so wichtig ist
Das Mama Earth-Projekt zeigt, wie echter Naturschutz funktioniert:
Es verbindet Umweltschutz mit sozialem Nutzen. Die Menschen vor Ort profitieren direkt – durch Einkommen, bessere Schulen und gesündere Gewässer. Das ist nachhaltig, weil die Gemeinden selbst ein Interesse daran haben, die Mangrovenwälder zu schützen.
Es schafft ökonomische Anreize. Wer bezahlt wird für Aufforstung, macht es lieber und besser als jemand, der einfach nur "Umweltschutz machen soll".
Es nutzt Abfallstoffe sinnvoll. Plastik, das früher die Meere verseucht hätte, wird zu etwas Nützlichem – und entfernt dabei noch mehr Müll aus den Gewässern.
Es verbindet Partner intelligent. NGOs, Universitäten und lokale Gemeinschaften arbeiten gemeinsam – jeder mit seinen Stärken.
Was das für die Zukunft bedeutet
Solche integrierten Projekte machen Küstengemeinden widerstandsfähiger gegen Klimarisiken und Umweltstress. Sie zeigen auch, dass Naturschutz nicht gegen wirtschaftliche Entwicklung konkurrieren muss – wenn man es richtig macht.
Unser Beitrag als Taucher
Wir haben eine besondere Rolle: Wir sehen täglich, was unter Wasser los ist. Wenn wir über unsere Erfahrungen sprechen, Projekte wie Mama Earth unterstützen oder einfach nur bewusster tauchen – das zählt. Die Mangrovenwälder, die wir schützen, sind nicht nur Ökosysteme. Sie sind die Grundlage für die faszinierenden Tauchplätze, die wir lieben.

Die gute Nachricht: Es ist noch nicht zu spät. Mit den richtigen Projekten und echtem Engagement können wir die Mangrovenwälder retten – und damit auch die Unterwasserwelten, die uns Jahr um Jahr ins Wasser treiben.