Korallenschutz mit Hilfe der Fluoreszenz

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10.04.2012 11:35
Kategorie: News

Korallen Projekt 2012, Dahab, Ägypten

Fluoreszenz - Korallen Projekt 2012, Dahab, Ägypten
Bekanntlich sind Korallenriffe weltweit durch natürliche und menschliche Umwelteinflüsse in ihrem Bestand gefährdet. Ein erster Schritt zu ihrem Schutz ist die Analyse ihres Zustandes an vielen Orten in der Welt.

International arbeitende Organisationen bemühen sich darum, der Öffentlichkeit und vor allem Verantwortlichen in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft verlässliche Daten über die Gefährdung dieses einmaligen Ökosystems an die Hand zu geben. Links zu einigen dieser Organisationen sind in der Infobox aufgeführt.

Im Frühjahr 2012 hat eine kleine Gruppe von Volontären (siehe Homepage RSEC) unter Anleitung von Prof. emer. Dr. Horst Grunz in Dahab versucht, das klassische Reef Check - Verfahren durch Nachttauchgänge mit Fluoreszenz zu ergänzen. Mit Hilfe einer großflächigen Daten-Erfassung (large scale scanning) mit HiTec Fluoreszenz-Leuchten und HD-Kameras sollte eine schnelle Unterscheidung zwischen lebenden, gefährdeten und abgestorben Korallenblöcken möglich sein. Dabei wurden verschiedene Leuchten getestet. Es stellte sich heraus, dass für Large Scale Scanning nur besonders leistungsstarke HiTec Fluoresezleuchten mit einer Wellenlänge über 420 nm geeignet sind. UV-Licht (Wellenlänge unter 400 nm) ergibt weder farblich noch entfernungsmäßig gute Ergebnisse.

Informationen zum Thema:

Hightech-Fluoreszenz I, DiveInside 04/11
Hightech-Fluoreszenz II, DiveInside 05/11
Video zur Fluoreszenz (Dahab)

Infolinks
HP Prof.Dr. Grunz
Reefcheck.org
Reefcheck.de
HEPCA
RSEC

Die Fluoreszenz-Methode sollte folgende Ergebnisse erzielen:
1. Nachweis verschiedener Korallenarten aufgrund ihrer unterschiedlichen Farbe im Fluoreszenzlicht
2. Unterscheidung zwischen lebenden, partiell geschädigten und toten Korallen
3. Entdeckung winziger Primärkorallen (Ansiedelung der Planulalarven und Bildung des Primärpolypen). Dies ist gerade auch wichtig bei der Beurteilung von Riffen in Regeneration nach zeitweisen negativen Umwelteinflüssen.

Im Film (siehe Infobox) werden kurz folgende Themen angesprochen:
1. Reef Check (Zustandsbeschreibung des Riffes) mit Hilfe von standardisierten und international anerkannten Methoden
2. Reef Check entlang eines Maßbandes mit Fluoreszenz bei Nachttauchgängen
3. Test verschiedener Fluoreszenz-Marker
a) Schlüsselboxen (Dryboxes) wurden in einer Reihe angeordnet, um beim Test verschiedener Leuchten die gleiche Region der Korallenblöcke zu erfassen.
b) Styropor-Kugeln (fluoreszierend) wurden während der Tauchgänge am Tage an geschädigte Korallen befestigt, um sie nachts leicht wieder zu finden. Diese Übung sollte dazu dienen, die am Tag aus unmittelbarer Nähe gewonnene Aussage zu verwenden, um in der Nacht aus größerer Entfernung Beurteilungen über den Zustand des Riffes zu erlauben. Dann selbstverständlich ohne vorherige Kennzeichnung durch fluoreszierende Marker.