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Trumps "America First"-Fischereipolitik erreicht die Schutzgebiete des Pazifiks
Am 11. Juni 2026 unterzeichnete US-Präsident Donald Trump die Proklamation "Restoring American Commercial Fishing in the Pacific". Sie öffnet kommerzieller Fischerei mit US-geflaggten Schiffen erneut Teile von drei pazifischen Marine National Monuments: Papahānaumokuākea bei Hawaii, das Mariana Trench Monument sowie Rose Atoll bei Amerikanisch-Samoa. Insgesamt geht es um fast 1,3 Millionen Quadratkilometer Meeresfläche.
Betroffen sind unter anderem die Mau- und Ho'omalu-Zone sowie die Gewässer jenseits von 50 Seemeilen innerhalb von Papahānaumokuākea, die Islands Unit des Mariana-Trench-Monuments sowie die Zone zwischen 12 und 50 Seemeilen um Rose Atoll. Trump begründete den Schritt damit, bestimmte Fischereiverbote seien "zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht notwendig". Handelsminister Howard Lutnick sprach von neuen wirtschaftlichen Chancen für Küstengemeinden, insbesondere für die Honolulu-basierte Langleinen-Fischerei.
Es ist nicht die erste Maßnahme dieser Art: Bereits 2025 öffnete Trump auf ähnliche Weise das Pacific Islands Heritage Monument. Ein Bundesgericht in Hawaii kippte diese Entscheidung im August 2025 – ein Präzedenzfall, der auch für die neue Proklamation relevant werden dürfte.
Was auf dem Spiel steht
Papahānaumokuākea allein umfasst mehr als 1,5 Millionen Quadratkilometer und zählt zu den größten Meeresschutzgebieten der Welt. Über 7.000 Arten leben hier, viele endemisch, darunter die bedrohte Grüne Meeresschildkröte und die Hawaii-Mönchsrobbe. Auch Buckelwale nutzen die Region als Lebensraum.
Naturschutzorganisationen reagierten scharf: Earthjustice kündigte rechtliche Schritte an, Maxx Phillips vom Center for Biological Diversity nannte die Proklamation einen "rücksichtslosen Angriff" auf die größten Meeresschutzgebiete der Welt. Kritiker verweisen zudem auf ein wirtschaftliches Gegenargument: Die US-Flotte schöpfe ihre Thunfisch-Quoten bereits in internationalen Gewässern aus – „zusätzliche Quellen“ lösen also kein echtes Angebotsproblem.
Mehr als ein Ökosystem
Für Native Hawaiians ist Papahānaumokuākea weit mehr als ein Ökosystem. Der Name geht auf eine Schöpfungserzählung zurück, nach der alles Leben dort aus einer Koralle entstand. Kekuewa Kikiloi, Ko-Vorsitzender der zuständigen Native Hawaiian Cultural Working Group, nannte die Entscheidung einen Rückschlag für zwei Jahrzehnte gemeinsamer Schutzbemühungen und kündigte juristische Schritte an.
Auch bei einer öffentlichen Anhörung im März 2026 überwog trotz der späteren Entscheidung für die Öffnung die Zahl kritischer, überwiegend indigener Stimmen deutlich.
Die Proklamation betont, dass Schutzgesetze wie der Endangered Species Act weiterhin gelten. Ob das reicht, um empfindliche Ökosysteme vor zusätzlichem Fischereidruck zu schützen, ist unter Fachleuten umstritten – zumal frühere Untersuchungen einen positiven "Spillover-Effekt" der Schutzzonen auf umliegende Fanggebiete belegt haben sollen. Nach der juristischen Niederlage der Regierung im Fall Pacific Islands Heritage ist davon auszugehen, dass auch diese Proklamation die Gerichte beschäftigen wird, bevor überhaupt neue Fischereiregeln gelten.
Quellen:
NOAA Fisheries: https://www.noaa.gov/news-release/executive-proclamation-restores-commercial-fishing-in-pacific-marine-monuments-unlocks-economic
Earthjustice: https://earthjustice.org/press/2026/trump-administration-continues-attacks-on-pristine-pacific-marine-monuments
Honolulu Civil Beat: https://www.civilbeat.org/2026/06/trump-reopens-protected-hawaiian-waters-to-commercial-fishing/
Inside Climate News: https://insideclimatenews.org/news/07082026/commercial-fishing-in-protected-pacific-marine-national-monuments/
Hawaii News Now: https://www.hawaiinewsnow.com/2026/06/12/trump-signs-proclamation-open-marine-monuments-commercial-fishing/