Hunde erschnüffeln Wasserleichen aus großer Tiefe

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02.10.2003 12:56
Kategorie: News
Ein international viel beachteter "Ausbildungserfolg" ist den Diensthundespezialisten der Gendarmerie in Bad Kreuzen (OÖ) gelungen:
Die Tiere konnten darauf trainiert werden, Wasserleichen aus vergleichsweise großer Tiefe zu "erschnüffeln".

Die Idee war von den Diensthunde-Lehrern im Schulungszentrum für "beamtete Vierbeiner" in Bad Kreuzen gemeinsam mit einem Geruchsforscher geboren worden. Letzterer ist zwar auf Insekten spezialisiert, er gab aber den Tipp, dass Hunde nach entsprechender Ausbildung in der Lage sein müssten, Leichen im Wasser zu "riechen".

Dies ist ein viel schwierigeres Unterfangen als bei der Suche nach Toten an Land, denn aus den Tiefen eines Gewässers kommt vergleichsweise ein nur geringer Verwesungsgeruch bis an die Oberfläche. Weder die menschliche Nase noch ein technisches Gerät konnten bislang diesen Geruch wahrnehmen.
Anders die belgischen Schäferhunde, die man in Bad Kreuzen darauf spezialisiert hat. Ihnen wurden vorerst Kunststoff-Röhrchen mit echtem Leichengeruch vorgesetzt.
Im Laufe einer etwa acht Wochen dauernden Spezialschulung gelang es, dass die Tiere den Verwesungsgeruch in ihrem Langzeitgedächtnis speicherten.

Der nächste, schwierige Ausbildungsschritt bestand darin, die Hunde an die für ihre Aufgabe notwendige Bootsfahrt zu gewöhnen. Dabei liegen der Hund und sein Herrchen auf einer speziellen Plattform am Bug des Bootes. Die Hundenase "bewegt" sich etwa zehn Zentimeter über der Wasseroberfläche.

Hat der Hund Verwesungsgeruch wahrgenommen, so schlägt er mit der Pfote ins Wasser. Die Stelle wird mit einer Boje markiert. Taucher - meist des Einsatzkommandos Cobra - gehen dort dann gezielt auf Leichensuche unter Wasser. "Erste Erfahrungen zeigen, dass die Angabe des Hundes oft punktgenau stimmte oder - bei fließendem Wasser - die Abweichung von der Stelle, wo sich der Tote befand, kaum 20 Meter betrug", so Schuster.

In mehreren Fällen ist es inzwischen bereits gelungen, Wasserleichen mit Hilfe der Hunde zu orten und dann zu bergen. "Eine Tiefe von zehn oder mehr Metern ist überhaupt kein Problem", so einer der Hundeführer, Kurt Dobetsberger. Experten schätzen, dass Leichen durch die Hundenasen aufgespürt werden können, die in einer Tiefe bis zu 70 Metern liegen. Vor allem bei ruhigem, stehendem Wasser.

Quelle: ORF OÖ