HAInoon am Rhein

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07.03.2017 10:45
Kategorie: Diverses

Eine Charity, viele Ziele

Eine verlassene Hafenanlage nachts um zwei Uhr. Container stapeln sich und werfen im Schein der orangefarbenen flackernden Beleuchtung häusergroße dunkle Schatten. Der Geruch von Fisch und Tod flattert pausenlos an den Nasen der illegalen Besucher vorbei. Klingt wie aus einem mörderischem Krimi? Leider Realität. Opfer sind die Haie. Getötet allein für ihre Flossen. Ein Hoch auf die Potenz der Asiaten.

Bericht von Ariane Schild

Weiße Tischdecken zieren die vielen langen Tafeln, bestückt mit weißen Spendenboxen, Infomaterial, Aufklebern. Jeder Platz im Kölner Gloriatheater ist besetzt. Die rund 230 Besucher der Sharkproject Charity im Kölner Gloria Theater lauschen gespannt den verschiedenen Rednern – darunter viele prominente Unterstützer. Hier sitzt eine 20jährge im Pailettenabendkleid neben einem bärtigem Hoodieträger, ein älteres Ehepaar neben einem Eishockeyprofi. Buntgemischte Taucher und zum Glück auch Nichttaucher wollen lernen – lernen, die Haie und somit das Ökosystem Meer zu retten.

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Die gemeinnützige Organisation Sharkproject hat sich dessen seit 2002 verschrieben. Schirmherr und Gründer Gerhard Wegner ist seit jeher von dem Tier Hai fasziniert. Der Betreiber einer Werbeagentur war dabei, als Erich Ritter von einem Hai gebissen wurde, dem „menschenfressendem Monster“. Ein Satz, der sich dank Steven Spielbergs Film „Der weiße Hai“ nach einem Roman von Peter Benchley in die Köpfe der Zuschauer gebrannt hat. Für Wegner war das Anlass genug, das Image des Lebewesens Hai bessern zu wollen. In diesem Jahr feiert Sharkproject sein 15jähriges Jubiläum. Aber was hat sich in den letzten 15 Jahren am Imagewechsel getan? Ist es ein Fass ohne Boden? Ein Kämpfen gegen Windmühlen?

Studien zeigen, wie erfolgreich die Arbeit war. Bei einer deutschlandweiten Umfrage im Jahr 2005 zum Thema Hai waren folgende Begriffe noch die meistgenannten: Monster. Gefährlich. Frisst Menschen. 2015 ließ Sharkproject diese Umfrage wiederholen. Das Ergebnis: Tier. Bedroht. Finning. Der Imagewechsel scheint also geglückt, doch wie sieht es mit der Rettung aus?

Zusammen sind wir stark

Vor Jahren brach Wegner in Costa Rica in eine Hafenanlage ein, um Fotos vom illegalen Flossenhandel zu schießen. Hier und anderenorts wird für den asiatischen Markt Finning betrieben. Es begann für ihn ein Wettlauf gegen die Zeit. Er wurde in Costa Rica per Haftbefehl gesucht, eine Ausreise war durch Einbehaltung der Ausweise nicht mehr auf normalem Wege möglich. Als er Costa Rica endlich verlassen hatte, durfte er Jahrelang nicht mehr zurück. Mit der neuen Präsidentin im Land, Laura Chinchilla, änderte sich dann vieles. Er reiste als Ehrengast für seinen Einsatz als Haischützer ins Land und übergab der Präsidentin den Sharkproject Award: "SharkGuardian of the year". Antifinninggesetze wurden auf den Weg gebracht. Haischutz angestrebt. Durch einen Wechsel der Präsidentschaft von Laura Chinchilla auf Luis Guillermo Solís änderte sich leider die Poltik des Landes; quasi eine 180 Grad Kehrtwende. Ein Rückschlag. Aufgeben war aber keine Option, im Gegenteil. Sharkproject ist in Zusammearbeit mit derzeit 53 Organisationen und plant einen weiteren Ausbau dieser Föderation auf bis zu 100 Partner.

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Vier Sessel, eine Meinung: Wie sehen es die prominenten Unterstützer?

Ein durchaus interessanter, wenn auch sehr kontroverser Vortrag von Robert Marc Lehmann: Forschungstaucher, Meeresbiologe, Filmer und National Geographic Fotograf des Jahres 2015. Er ist ein Idealist, wie auch seine Aktionen beweisen: halsbrecherische Guerillaeinsätze in Asien und Mittel- und Südamerika, Verhaftungen von illegalen Fischern, Befreiung von gefangenen Tieren. Seine Videoaufnahmen sind provokant, schmerzerfüllend, schockierend: Die Grausamkeit darin lässt viele im Saal weinen. Taschentücher werden aus Sakkos und Clutches gezogen. Während Robert Marc der Meinung ist, „Es sollten mehr Leute den Arsch hoch kriegen und nicht nur drüber reden, nicht nur 'Mensch Robert das ist toll'. Geht doch einfach mal raus und macht das selber“, sieht der Schauspieler Hannes Jaenicke das Ganze globaler. „Natürlich müssen viel mehr Menschen im Haischutz aktiv werden, aufgeklärt werden und selber aufklären. Aber in erster Linie brauchen wir weltweit strengere Gesetze und müssen es schaffen, die Industrie einzudämmen und die Verbraucher zu sensibilisieren – sei es in Bezug auf Plastik, Haie oder Palmöl.

Der begeisterte Taucher Jaenicke bekam für seinen unermüdlichen öffentlichen Einsatz im Jahr 2010 den Award „Shark Guardian oft the Year“ verliehen. Wie wichtig ihm Sharkproject ist, bewies er auch dadurch, dass er „mal eben“ nach Drehschuss vom Set in Hannover nach Köln raste, und direkt danach sofort wieder zum Set eilte.

Weitere Prominente wie „Alarm für Cobra 11“ Kommissar Daniel Rösner (Einsatz gegen Plastik und Meeresverschmutzung) und Baron Jupp Kerckernick zur Borg (Global Shark Attak File, Kuratoriumsvorsitzender des Shark Research Institute Princeton, Sharkprotect ) rundeten die Gala ab. Der Sternekoch Mario Kotaska und Fernsehstar Dirk Steffens sendeten Videobotschaften und animierten die Gäste zu größerer Spendenbereitschaft.  Der österreichische Künstler Oliver von Feistmantl, der vor einigen Jahren für die Messe BOOT ein über sechs Meter hohes Sharkproject Gemälde erschuf, spendete signierte Kunstdrucke dieses Gemäldes an Sharkproject. Viele konnten bereits auf der Gala verkauft werden und somit die Spendengelder erhöhen.
 
Als Überraschung des Abends wurde einem großen Unterstützer und Sponsor von Skarkproject – dem Eishockeyclub „Kölner Haie“ – der Germany Ehren Award 2017 verliehen für seinen Einsatz, den Schutz des Wappentieres weiter öffentlich zu verbreiten.

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Weitere Informationen:
Sharkproject ist eine gemeinnützige Organisation, die sich ausschließlich aus Spendengeldern finanziert und auf die unermüdliche Arbeit vieler Freiwilliger angewiesen ist.

www.sharkproject.org

Haischutz in der EU eine Farce?