Glocke der SMS Dresden geborgen

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28.02.2006 04:46
Kategorie: News
Eine Tauchgruppe unter der Leitung von Willi Kramer vom Archäologischen Landesamt Schleswig-Holstein haben die Schiffsglocke des berühmten Leichten Kreuzers SMS Dresden geborgen.

Die 1909 bei Blohm&Voss in Hamburg erbaute SMS Dresden gehörte ursprünglich zum Ostasiengeschwader der Kaiserlichen Flotte. Bei Ausbruch des 1. Weltkrieges befand sich dieses auf See fern der Heimat und lieferte sich später mit Verbänden der Royal Navy bei den Falkland-Inseln eine denkwürdige Seeschlacht. Hierbei entkam die SMS Dresden als einziges Schiff. In den folgenden Monaten spielte sie mit der Royal Navy Katz und Maus und schlug der britischen Marine im Inselgewirr Patagoniens so manches Schnippchen -nicht zuletzt Dank der Spezialkenntnisse des Deutsch-Chilenischen Lotsen Albert Pagels. Am 14. März 1915 verfügte das zu diesem Zeitpunkt vor der chilenischen Pazifikinsel Juan Fernandez ankernde Schiff kaum noch über Munition und hatte mangels Kohlen auch keinen Dampf mehr auf den Kesseln, als es von britischen Flotteneinheiten aufgespürt und unter Beschuß genommen wurde. Damit sein Schiff nicht in feindliche Hände fiele, befahl daraufhin der Kommandant der SMS Drsden, Fregattenkapitän Fritz Lüdecke, sein Schiff selbst zu versenken -was auch geschah. Die Mannschaft ging in die chilenische Internierung und richtete sich dort so gut ein,daß auch nach dem Krieg über ein Drittel der 300 Mann starken Besatzung dort blieb, weshalb auch heute noch in der Gegend viele deutschstämmige Familien leben. Das Wrack ist heute chilenisches Nationaldenkmal. Nur aufgrund der Mithilfe der chilenischen Marine konnte die Bergung der Glocke stattfinden. Diese soll später eventuell als Ausstellungsstück nach Deutschland kommen. Die rund 200kg schwere und ca. 80cm Durchmesser aufweisende Glocke ist sehr gut erhalten. Man sieht deutlich den preußischen Hoheitsadler, den Schiffsnamen und die Eichenlaubverzierungen auf ihr.