Glasklare Gewässer im Herzen Italiens

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12.01.2026 10:39
Kategorie: News

Süßwassertauchen Al á carte: „Unbekanntes Italien“

Wer schon einmal im traumhaften Samaranger See abgetaucht ist, weiß was es heißt einen klaren See zu betauchen. Das dies noch getoppt werden kann, hätte ich nicht gedacht, bis ich bei einem Besuch bei Franz Pramendorfer am Traunfall die Bilder aus dem Lago di Capo d`Acqua gesehen habe. Der kleine See liegt mitten in den Abruzzen und damit auch im Zentrum von Italien. Die Bilder der versunkenen Mühle haben mich so fasziniert, dass ich kurzerhand eine Tour beim Franz buche.

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Bericht von Gerald Nowak

Es ist Anfang Mai und ich mache mich gemeinsam mit meinem Tauchbuddy Peter auf den Weg, um Franz Pramendorfer und seinen Freund Franz Hajek bei Capestrano am zu treffen. Unsere Unterkunft liegt idyllisch direkt oberhalb des Sees in einem Weinberg weitab vom Lärm der Stadt und in absoluter Ruhe. Ein perfekter Start für die Tour und eine mentale Vorbereitung für die in den nächsten Tagen anstehenden Tauchgänge.

Gleich am nächsten Tag erleben wir italienische Mentalität live. Gegen neun Uhr sollten die Tore zur Tauchbasis öffnen und wir warten vor dem Eingang, denn die erste Gruppe geht auch geschlossen als erstes ins Wasser. Als nach und nach weitere Gruppen eintreffen haben wir schon Sorge, dass es zu viele Taucher im Wasser gibt. Ganz relaxed trudelt gegen 10 Uhr der Besitzer der Tauchbasis vor dem Tor ein, erklärt aber in Ruhe, dass wir uns keine Sorgen machen müssen. Er erlaubt nur immer eine Gruppe im See, damit es nicht zu viel Unruhe gibt und das Wasser möglichst lange klar bleibt.

Nur wenige Meter vom dicht mit Pflanzen bewachsenen Uferbereich erreicht man die versunkenen Reste zweier Mühlen. Vor der Flutung des kleinen Stausees, standen sie an der Quelle des Tireno, aber als man 1964 entschied, die Quelle zu stauen, um gesichert auch in der Trockenzeit Wasser zur Bewässerung der Felder zu haben, wurden sie quasi im See versenkt. Heute sind die verbliebenen Mauern eine perfekte Kulisse für Taucher und Unterwasserfotografen. Wir machen zwei Tauchgänge, bevor wir am Nachmittag unsere Sachen packen und alles in die nahegelegene Unterkunft zum Trocknen aufhängen, um dann hinüber nach Capestrano zu fahren. Die Stadt entstand nach der Errichtung der Burg im 13.Jahrhundert nach und nach auf dem Hügel rund um die Burganlage. Heute ist der Ort wie viele Gemeinden der Region am Verfallen. Nicht nur durch das letzte Erdbeben 2017 sind viele Bewohner in andere Regionen geflohen. Heute leben nur noch knapp 800 Bewohner hier, doch der Ort und das Tal haben ihren Charme. Das Klima ist milde und die Nächte auch im Frühsommer angenehm kühl. Wir erleben einen ausgelassenen Spätnachmittag mit leckerer italienischer Brotzeit und lassen den Tag gemütlich ausklingen. Der Urlaub kann beginnen.

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Gemütlich nach dem Frühstück geht es erst einmal Richtung Westen nach Stiffe. Dort besuchen wir eine kleine Tropfsteinhöhle. Das Höhlensystem ist nicht besonders groß, jedoch sehr beeindruckend, da man entlang eines unterirdischen Baches weit in den Berg hineinlaufen kann. Wir haben viel Spaß und genug Zeit für tolle Fotos. Der anschließende Besuch einer kleinen traditionellen Trattoria wird zum Tageshighlight. Die Mama des Hauses kocht für uns auf und wir dürfen hausgemachte Nudeln verkosten.

„Natürlich dürfen wir hier tauchen…“

Gegen Nachmittag geht es weiter nach Posta Fibreno, wo wir die wir die nächsten vier Nächte verbringen werden. Direkt am Quartier liegt der Lago Fibreno mit einem tiefen Quelltopf und einem glasklaren Zufluss. Gleich bei der Ankunft springen wir bei einer Mühle in den kleinen Zufluss. Dieser ist nur wenige Meter tief, dafür super klar und irre bewachsen. Direkt am Einstieg prangend ein großes Schild: Tauchen verboten. Franz lacht nur: „Wir dürfen natürlich tauchen. Armando, mein italienischer Freund und Biologe hat das für uns klargemacht“. Ja, was Beziehungen im Leben alles möglich machen.

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Sowohl der Zufluss, wie auch der Speichertopf der alten Mühle sind ein optisches Paradies für Fotografen. Dicht bewachsen mit verschiedensten Unterwasserpflanzen und hier und da kleinen Fischen. Auch eine Nutriafamilie ist hier heimisch, doch vor die Linse bekomme ich sie leider nicht. Das Wasser ist recht frisch und mit nur 11 Grad im 7mm Anzug schon nach kurzer Zeit recht frisch. Da wir hier mehrere Tage verbringen werden, ziehe ich mich nach einer halben Stunde zurück und überlasse den anderen aus der Gruppe den kleinen Tümpel und das Bächlein. Danke des stetigen Zuflusses sind die von mir aufgewirbelten Partikel in kurzer Zeit verschwunden und auch die anderen Fotografen haben perfekte Sicht.

Den nächsten Tag verbringen wir am See und dem Zufluss des Lago Fibreno. Gegen Abend geht es hinauf in den Ort Posta Fibreno, wo wir einen herrlichen Blick über das Tal haben. Von hieraus sieht man auch die „schwimmende Insel“, die im Süden des Lago Fibreno je nach Wind umhertreibt. Ja, diese Insel schwimmt wirklich und das Baden dort birgt so seine Tücken.

Quellen im „Lago Volcano“ sprudeln wie kleine Vulkane

Am nächsten Tag geht es weit in den Süden vorbei an der Stadt Cassino zum „Lago Vulcano“. Der kleine Teich liegt mitten im Ort und darf normalerweise auch nicht betaucht werden. Nur mit Sondergenehmigung und unter Aufsicht, dürfen wir hier ins Wasser. Unglaublich wie klar das Wasser der Quelle hier ist. Wie kleine Vulkane sprudeln hier kleine Quellen aus dem Boden. Der schwere Sand fällt sofort wieder zurück und das Wasser bleibt klar. Rund um die Quellen ist dichter Bewuchs, wodurch die Szenerie schon fast ein wenig tropisch wirkt, wäre da nicht das erfrischend kühle Waser. Nur 10 Grad stehen auf meinem Computer. Mit 7mm Neopren auch hier ziemlich schnell sehr frisch. Doch nicht nur ich lasse es mir nicht nehmen, zwei Tauchgänge zu absolvieren. Wann hat man schon die Möglichkeit so ein tolles Gewässer zu betauchen, auch wenn es nur wenige Meter tief ist.

Gegen Nachmittag geht es über das Kloster Montecassino zurück nach Posta Fibreno. Der Besuch des Klosters ist ein unbedingtes „Muss“. Die Geschichte eine Story für sich. Zurück am Lago Fibreno verbringen wir einen weiteren Tag. Aber nicht nur die Tauchgänge hier sind atemberaubend, auch die Herzlichkeit der Menschen und die tolle Gastronomie der Region. Ich könnte Wochen bleiben. Ob meine Waage zuhause das aushalten würde? Fraglich.

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Am vorletzten Tag unserer Reise verlassen wir die Abruzzen und fahren weit nach Süden, fast bis Neapel, nach Fiume Cipolla. Hier liegt eine kleine Mehlmühle direkt an einem Bach, der es in sich hat. Nicht nur das Teile des Baches super dicht mit Schleimalgen bewachsen sind, auch finden sich hier Meeräschen ein, die in großen Schulen umherschwimmen. Der obligatorische Einkauf von frisch gemahlenem Mehl im Anschluss an die Tauchgänge gehört natürlich auch dazu. Am frühen Nachmittag geht es nach in ein Restaurant direkt am Meer. Fischliebhaber werden hier verwöhnt. Es gibt das Beste aus dem nahen Meer und der italienischen Küche. Gut gesättigt, müssen wir nun noch einige Kilometer bis nach Narni fahren. Der Ort liegt bereits nördlich der Abruzzen unweit der Autobahn. Wir verbringen eine letzte Nacht hier und besuchen am Abend in der mittelalterlichen Stadt. Das Abschlussabendessen ist ein weiteres kulinarisches Highlight auf der Reise.

Vor der Heimreise am letzten Tag wollen wir noch einmal abtauchen und besuchen eine weitere teilweise versunkene Mühle. Auch hier gibt es einen Rückhaltetopf, in dem man abtauchen kann. Obwohl nur gut fünf Meter tief und knapp 30 Meter lang gibt es hier wieder neue Dinge zu entdecken. Die Algen wachsen vom Grund bis an die Oberfläche und das bei absolut transparenter Sicht. Über die Wehranlage geht es in den angrenzenden Stausee, der größtenteils mit einer dicken Schicht Algen bedeckt ist. Unter der Algenschicht, die an der Oberfläche schwimmt, ist die Sicht glockenklar, so dass sich die Sonnenstrahlen wie Laserstrahlen durch die wenigen Öffnungen in den schwimmenden Algen schneiden. Was für eine tolle Fotoszene.

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Ausblick:
Ich komme wieder! Wer mit mir im kommenden Jahr Lust hat diese Reise zu erleben, kann im Mai mit dabei sein:

2026 gibt es wieder mehrere Termine um dieses Abenteuer selbst zu erleben. Ich werde vom 02.05. bis 09.05. und 09.-16.05.2026 persönlich zwei Touren begleiten. Weitere Termine könnt Ihr direkt beim Franz anfragen.
Aktuell sind noch 3 Plätze frei!!! 2 DZ und ein halbes DZ.

Alle Infos direkt bei Gerald Nowak: g.nowak@cr-photo.de
oder Franz Pramendorfer: www.flusstauchen.at/

Kosten der Reise: 1.790 € für Selbstfahrer (Einzelzimmer 2.095 Euro)
Es lohnt sich mit Buddy zu fahren, da die Maut in Italien relativ teuer ist!

Im Preis enthalten:
7 Ü/ 3x Frühstück im DZ (In den Apartments in Posta Fibreno gibt’s leider fallweise nur Kaffeemaschinen
geführte Tauchgänge in Capodaqua, wo ihr selbständig nicht tauchen dürft und den ersten TG in Narni zum Kennenlernen.
Ausnahmegenehmigung für Non Limit Tauchen in den Tauchverbotszonen, mit ordentlichem Briefing + Luft
1-2 verschiedene geführte Scubingtouren inkl. aller notwendigen Zwischentransporte
alle Abendessen ohne Getränke
Eintrittskarten für Monte Casino, Schauhöhle usw.
Reiseleitung durch Armando, Franky und/oder Franz.

Zusatzkosten
Sprit und Mautgebühren für ihr eigenes Auto
Bordkasse für gemeinsame Mittagsjause und Getränke abends ca. € 150,- bis € 170,- pro Person und Woche

Voraussichtlicher Reiseablauf, Änderungen vorbehalten (Umgekehrter Reiseablauf möglich):
Sa: Anreise von Österreich nach Capestrano (Lago di Capo di Aqua)
So: 2 geführte TG im See und Besichtigungen in Capestrano
Mo: 1 Scubingtour, wenn wir wieder die Genehmigung erhalten, oder Höhlenbesichtigung bei L’Aquila, dann Quartierwechsel nach Posta Fibreno. Hier wenn möglich noch einen Tauchgang.
Di:  Tauchtag in Posta Fibreno, wo wir 4 Tauchplätze haben.
Mi: mind. 2 Tauchgänge im Lago di Vulcano und Besichtigung Monte Casino
Do: Tauchgänge in Posta Fibreno im See, Pond und Fluss
Fr:  Abfahrt Posta Fibreno, Scubingtour Fiume Cipolla und Weiterfahrt nach Narni
Sa:  2 TG’s in Salzwasserquelle bei Narni und anschl. Heimfahrt nach Österr.
Teilnehmer: min. 5 / max. 8 Gäste


Natürlich geht es auf einer Reise von Franz Pramendorfer so gar nicht, dass man eine Tour einfach nur mit einer Verabschiedung beendet. Bevor wir uns alle auf den Weg zurück nach Hause machen, besuchen wir noch eine letzte Trattoria.

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Das Thema der Reise könnte statt „unbekanntes Italien“ auch „genussvolles Italien“ lauten. Franz weiß zu leben und zu genießen. Auch wenn das Tauchen im Mittelpunkt der Reise steht, so ist doch immer auch Kultur und Genuss ein super wichtiges Thema. So macht Tauchen und Reisen Spaß!